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Schmidt schrieb am 30.8. 2025 um 09:50:28 Uhr über

alkoholdemenz

hinter der Küche hatten sie ein Plaquard, ein Räumchen, gebaut, das war nützlich, ham sie sich aus Frankreich abgekuckt. Da standen leere Flaschen, Zwei Cremant de Loire, drei Flaschen Rotwein, ein Pastis. Ich kam wie immer jeden Montag, fragte Mutter, na, habt ihr gestern ordentlich gebechert, und sie, nein, ich hab schon seit Monaten keinen Alkohol mehr getrunken. Dann waren sicher die Landauer gestern hier. Nein, die waren nicht hier. Freitag waren da noch keine Flaschen als ich am Abend ging, denke ich. Vor ihr war keine Aufklärung zu erwarten. Ich packte die leeren Flaschen in den Rucksack und trug sie zum Flaschencontainer.

Es hatte keinen Sinn zu insistieren, wenn sie keine Auskunft geben wollte hatte es gar keinen Sinn mehrfach nachzufragen. So war auch ihr Entschluß, die vier Geschwister müßten sich einig sein über die Verwendung des großen Raumes unumkehrbar. So blieb die Tischtennisplatte da stehen und es durfte gar nichts mit dem Raum geschehen, außer eben Tischtennisraum zu sein. Weil einer der Kleineren, der auch gerade seine Macht entdeckte, der Meinung zusammen mit dem Jungen der Nachbarn war, dieser Tischtennisraum müsse unbedingt erhalten bleiben. Obwohl er zum Hausbau im gegensatz zu den zwei Älteren nichts beigetragen hatte. Der zweite Älteste, also der mitbaute, war giftig, hatte er sich auch aus eigener Kraft etwas aufbauen müssen und gönnte es mir nicht sich ins gemachte Nest zu setzen, ich solle gefälligst alleine zurechtkommen, wie er auch. Der Jüngste war weniger involviert, tendierte aber Richtung Tischtennisplatte, war der zweitjüngste doch der Freundlichste und Überzeugendste von uns allen. Aus dem Tischtennisraum wurde dann Saufen und Kiffen und ich hab das alles mit großer Wut lange jahre verdrängt. Nicht einmal diskutieren hat man das dürfen. Wir haben halt alle kein Unternehmergen sagt er später. Ja, du vielleicht nicht. Aber ich. Und die Unterstützung der Eltern wegen großer Mithilfe beim Hausbau, die ist auch weggebrochen in ihrem Wahn man müsse alle vier gleich behandeln, auch die Jüngsten hätten da gleichviel mitzubestimmen. Konfliktscheu, das waren die Eltern beide. Mutter wußte ganz genau, wenn sie verlangt, wir können mit dem großen kellerraum machen was wir wollen wenn wir uns einig sind, daß nie etwas geschehen würde. Und er wußte das ganz genau, und um seine einflußreiche Wirkung, als Jovialster von uns allen. das war sicher seinem Saufen geschuldet. Da ist man am nächsten tag ja oft sehr versöhnlich. Eine Familie die ein einziges Mal hinter einem steht blieb für immer ein Wunschtraum. Eine Familie schmeißt ihre Kinder aus dem nest trifft es eher. Und eine Familie ist grundsätzlich nie gerecht. das ist auch richtig. Und schuld läßt sich ganz gut wegsaufen.


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