Wittgenstein
Bewertung: 11 Punkt(e)
Derek Jarman: Wittgenstein.
Daß Wittgenstein schwul war, hat das irgendwas mit seiner Philosophie zu tun? Jedenfalls hat der schwule Jarman einen traumhaft schönen Film über Wittgenstein gedreht.
| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 48, davon 47 (97,92%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 24 positiv bewertete (50,00%) |
| Durchschnittliche Textlänge | 320 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung | 1,646 Punkte, 19 Texte unbewertet. Siehe auch: positiv bewertete Texte |
| Der erste Text | am 8.4. 2001 um 11:50:32 Uhr schrieb neo fausuto über Wittgenstein |
| Der neuste Text | am 1.8. 2025 um 07:48:37 Uhr schrieb gerhard über Wittgenstein |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 19) |
am 17.3. 2009 um 20:25:08 Uhr schrieb
am 4.12. 2020 um 21:21:26 Uhr schrieb
am 22.5. 2003 um 17:50:38 Uhr schrieb |
Derek Jarman: Wittgenstein.
Daß Wittgenstein schwul war, hat das irgendwas mit seiner Philosophie zu tun? Jedenfalls hat der schwule Jarman einen traumhaft schönen Film über Wittgenstein gedreht.
In seinem Tractatus Logico-Philosophicus definiert Wittgenstein eine Sprache, die nur noch wenig mit menschlicher Kommunikation zu tun hat, dafür eher einer Programmiersprache ähnelt. Vielleicht sind deswegen die ganzen KI-Forscher so in den frühen Wittgenstein vernarrt. Dummerweise mußte ich erkennen, daß die Sprache im Tractatus kaum noch in der Lage ist, wirklich etwas über die Bedeutung der Dinge auszusagen, weil sie versucht, völlige logische Folgerichtigkeit und Objektivität zu erreichen, während jegliche Bedeutung der Welt notwendigerweise subjektiv sein muß. Da man in Wittgensteins Sprache diese Dinge nicht ausdrücken kann, muß man schweigen - was doch ganz fatal an die modernen Naturwissenschaften erinnert, wo man nur komisch angeguckt wird, wenn man nach der tieferen Bedeutung irgendwelcher Erkenntnisse fragt.
Wenn ich Wittgenstein wäre, würde es mir wohl ein bißchen auf den Keks gehen, von Tocotronic sinnenstellend zitiert zu werden. Wenn es ja Habermas gewesen wäre - aber die Hamburger kann der Frankfurter Schule ohnehin nicht das Wasser reichen :-)))
Die Ärzte würde ich mir da schon eher gefallen lassen.
Neulich war im Guardian ein schöner Artikel über das einzigste Treffen von Popper und Wittgenstein - irgendwann in den 50er Jahren in Oxbridge. Wittgenstein muß da recht bedrohlich mit einem Schürhaken rumgefuchtelt haben, was Popper aber nicht weiter beeindruckt, sondern lediglich zu einer Erläuterung seiner moralischen Prinzipien inspiriert hat: »Gelehrte bei Gastvorträgen sollte man nicht mit Schürhaken bedrohen.«
1:0 für Popper, würde ich sagen.
http://www.guardian.co.uk/Archive/Article/0,4273,4162509,00.html
tractatus Aussage 4.0621:
»Daß aber die Zeichen p und nicht-P das gleiche sagen können, ist wichtig.Denn es zeigt, daß dem Zeichen <nicht> in der Wirklichkeit nichts entspricht. Daß in einem Satz die Verneinung vorkommt, ist noch kein Merkmal seines Sinnes (nicht-nicht-p = p).«
Ein und das selbe Agens läßt einen Organismus kommen und gehen je nach Konzentration des Agens.
Annäherung und Abwendung, je nach chemischer Membranumwelt, Systemgrenze.
das >nicht< entsteht im Organismus »aufgrund seiner Wahrnehmung der Relation zwischen sich selbst und seiner Umwelt« Heinz von Foerster
Kybernetik-
Ingeborg Bachmann, die Wittgensteinschülerin, kann mir auch nicht erklären, warum p–>q = – p v q ist.
Und den Satz 6 versteht sie auch nicht.
So sind die Philosophen.
Und die Lyrikerinnen.
Mein Gedicht ist mein Messer.
Mein Gedicht ist mein Dosenöffner.
Wittgenstein soll so empfindlich gewesen sein, daß er den Geruch einer Frau nicht ertragen konnte.
Der zarte Mensch.
Hubert Fichte: Alte Welt, S. 361/2
Wittgenstein ist die Verkörperung der Veränderung. Wer mit 30 die Welt erklärt hat und 20 Jahre später bemerkt, daß er sich geirrt hat ist ein Genie!
| Einige zufällige Stichwörter |
Liebessehnsucht
Sechsschimmelgasse
Erdölreserve
Porz
La-Cobra-Taka-Taka
|