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Hans Buch war unterwegs. Er hatte vor zum Nordkap zu fahren. Erst war er nach Kopenhagen gefahren, über die beiden Brücken und dann fuhr er über die neue Brücke nach Schweden. Das alleine war schon einer dieser Momente in Hans Leben. In Malmö war er bereits einmal einen halben Tag lang gewesen als die Brücke noch im Bau war. Von dort aus fuhr er direkt hinauf bis nach Oslo. Die Grenze zwischen Schweden und Norwegen querte er auf einer Brücke die über einen Fjord führte. Zwei bewaldete steile Hänge die nur durch den Abgrund getrennt und durch die Brücke verbunden waren. Auch hier wieder war wie bereits über dem Öresund mitten über dem blauen Meer ein Schild das letzte was an die Grenze erinnerte. Nach einigen Tagen in Oslo fuhr Hans weiter nach Norden. Immer weiter. Durch Lillehammer, Trondheim, immer weiter. Über einen sehr breiten Fjord setzte er mit einer Fähre über. Weiter nach Narvik. Immer weiter. Schließlich über eine hochebene. Solche Einsamkeit, solche Weiten - alleine war er nicht, er fuhr gemeinsam mit seinem Vater - hatte er noch nicht erlebt. Eine solch unendlich gerade Straße, beinahe ohne jedes andere Auto - nur einmal waren sie überholt worden. In amerikanischen Filmen waren solche Straßen immer selbstverständlich, doch hier zu sein war etwas anderes. Immer weiter, und dann fuhren sie durch den Tunnel der auf die Insel Mageröy führte. Der Tunnel ging tief hinab dann lange eben unter der See und schließlich wieder in einer langen steilen Steigung ebenso wie zuvor das Gefälle wieder hinauf. Noch einmal quer über die Insel mit allen Wundern und dann waren sie am Nordkap.
Als sie ankamen war es zwanzig nach zwei in der Nacht. Und obwohl die Sonne hell am Himmel leuchtete schlief alles. Die gesamte Wohnmobilkolonie aus ganz Europa. Zwei Motorradfahrer waren die Ausnahme. Als Hans sie mit ihrem Fotoapparat fotografiert hatte war er alleine an dieser touristischen Atraktion. Dem Nordkap. Die Leute die nicht in ihren Wohnmobilen schliefen, weilten wohl irgendwo Kilometer zurück in Hotels bei ihren Reisegruppen, um am Tag dann von Bussen hier her gefahren zu werden. Hans war auch nur ein Tourist. Dennoch war er nun der einzige, hier, wo sie morgen, gleich, wieder alle sein würden.
Wie der Wind die Wolken über uns hinwegtreibt. Es weht hier ganz schön. Er schrieb dennoch, wenn auch etwas wackelig, in sein Buch. Diese Gelegenheit musste er doch nutzen, dort etwas in das Buch zu schreiben. Er ging zurück zu ihrem Renault Espace und legte sich neben seinen Vater schlafen. Der Wind rüttelte den Wagen sogar gelegentlich.
Dann ging es zurück. Quer durch Finnland am Inarisee vorbei, durch Rovaniemi, den Polarkreis wieder verlassend, Oulu, Tampere, Helsinki. Dann nach Turku und von dort mit der Fähre nach Stockholm. Und wieder zurück nach Hause.
Welch unvorstellbare Reise. So weit war der Hans noch nie unterwegs. Einmal hatten sie angehalten und er war kurzentschlossen weit oben im Norden in einen Fjord gesprungen. Auch wenn der Hans noch nie geflogen war, eine solche Reise war weit. Manchmal vielleicht sogar weiter als ins Flugzeug zu steigen. Es war eine wundervolle Reise von zwei guten Freunden.
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