Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Wurstbrauchtum«
Peter K. schrieb am 9.12. 2007 um 22:11:05 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
In Deutschland fast völlig in Vergessenheit geraten ist die Möglichkeit, mit harter Wurst zu kochen. In Spanien beispielsweise wird eine solche Koch-Salami geradezu kultiviert: die »Chorizzo«-Wurst, eine großvolumige, grobe Salami mit scharfem Paprika, die vor Fett geradezu trieft. Roh ist sie - für mich zumindest - fast ungeniessbar. Aber in dünnen Scheiben oder Streifen geschnitten, in der Pfanne ausgelassen, und Rühreier darüber - köstlich !
Und eine Tomatensosse zu Nudeln etwa, deren Basis aus angebratenem Würzgemüse besteht, bekommt einen regelrechten Kick, wenn man das Würzgemüse nicht nur in Olivenöl, sondern auch dem Fett von kleingehackter Chorizzo oder anderer, würziger Salami anbrät. Die Sosse erhält einen runden, kräftigen Geschmack - mit einem Aufwand von vielleicht 20-30 g Wurst !
Peter K. schrieb am 9.12. 2007 um 19:58:26 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Zum englischen Frühstück gehören neben Orangensaft, Rühreiern, gebackenen Tomaten, Toasts und »bacon« (gebratener Speck) auch mehrere von diesen winzig kurzen, dicken Bratwürstchen. Diese Art zu frühstücken kommt einem ungeheuer mächtig und übersättigend vor, entspricht jedoch einer anderen Esskultur, in der Mittags nichts oder nur eine Kleinigkeit gegessen wird, und das Abendessen von seinem Nährwert auch kaum an jenes Frühstück heranreicht. Nimmt man diese Ernährungsitte ernst, so stellt man überrascht fest, daß das englische Frühstück durchaus wohlverdaulich ist, und es einen für buchstäblich den ganzen Tag hinreichend sättigen kann.
Peter K. schrieb am 9.12. 2007 um 17:11:16 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Das Auseinanderklaffen der bürgerlichen und der sozialistischen deutschen Nation lässt sich nirgendwo drastischer festmachen, als am Begriff der Currywurst. Das Westprodukt, die in mundgerechte Stücke zerteilte Bratwurst mit Ketchup, Schaschliksosse und Currypulver, ist nicht erst durch den Grönemeyer-Song zur Ikone geworden, deren gelegentlicher Verzehr selbst ausgewiesenen Gourmets nicht als Sünde zu gelten braucht - während dieses ostzonale Siedewürstchen, eingeschnitten und fettig fritiert eine ernährungsphysiologische, kulturelle wie kulinarische Katastrophe darstellt, daß zur Abwicklung freigegeben worden ist. Diejenigen Teile der Ostzone, in denen sich die westdeutsche Kultur immer noch nicht durchsetzen konnte, lassen sich unschwer daran erkennen, daß einem diese Katastrophe auch heute noch zugemutet wird.
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