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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 17.3. 2020 um 10:29:19 Uhr schrieb
Bavaria Blue über Broadwurschtbudn
Der neuste Text am 24.4. 2020 um 10:28:39 Uhr schrieb
Jan Schütze über Broadwurschtbudn
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 3)

am 17.3. 2020 um 16:24:24 Uhr schrieb
Josef Unterreither jr. über Broadwurschtbudn

am 11.4. 2020 um 08:30:18 Uhr schrieb
Christine über Broadwurschtbudn

am 17.3. 2020 um 10:29:19 Uhr schrieb
Bavaria Blue über Broadwurschtbudn

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Broadwurschtbudn«

Dr. Abraham van Helsing schrieb am 19.3. 2020 um 11:25:18 Uhr zu

Broadwurschtbudn

Bewertung: 19 Punkt(e)

Van Helsing und die Broadwurschtbudn

Vor einigen Jahren hatte ich eine schicksalhafte Begegnung mit einer Bratwurstverkäuferin in Südtranssilvanien. Neben einigen grau-grünlichen Bratwürsten bot sie in ihrer Broadwurschtbudn auch grobe Blutwürste zur Verkostung an.
Die Graugrünlichen schmeckten noch um einiges schauriger, als sie aussahen. Die Blutwürste aber, die hatten es wahrhaftig in sich. Die waren ungeheuer lecker und haben sogar mir, einem sehr anspruchsvollen Esser und überzeugten Gourmet, geradezu köstlich gemundet.

Auffällig war aber, dass die Bratwurstverkäuferin die Broadwurschtbudn immer erst nach Einbruch der Dunkelheit öffnete. Ebenso auffällig waren ihre Kunden, die ausnahmslos schwarze Kleidung und wallende Umhänge trugen.
Ich sah, dass sie allesamt den grau-grünlichen Bratwürsten keinerlei Beachtung schenkten, sondern ausschließlich nach den größten und dicksten Blutwürsten verlangten. Kaum gekauft, schlangen sie diese überaus gierig und laut schmatzend und sogar grunzend herunter.
Nun waren es weniger die mangelnden Essmanieren, die mich misstrauisch werden ließen, schließlich waren wir ja in Südtranssilvanien. Es waren vielmehr die Lebensgeister, die nach dem Genuss der groben Blutwürste auf einmal sichtlich und fast leibhaftig in der Kundschaft jener Bratwurstverkäuferin erwachten.

Jeden Abend wiederholte sich das selbe Geschehen. Und es waren jeden Abend die selben Kunden, die zunächst scheinbar kraftlos und müde zur Broadwurschtbudn schlichen, die grau-grünlichen Bratwürste ignorierten und ausschließlich die grobe Blutwurst bestellten. Jeden Abend hörte ich das gierige Schmatzen und Grunzen. Und kaum waren die Blutwürste verschlungen, wirkten die Kunden auf einmal wieder frisch und voller Tatendrang.

Am fünften Abend nahm ich ein Bündel Knoblauchzehen mit zu meinem Beobachtungsstand, nur wenige Schritte neben der Broadwurschtbudn. Ich wollte mich davon überzeugen, ob mein Verdacht gerechtfertigt war.
Und als das große Schmatzen und Grunzen wieder begann, schritt ich forsch zur Wurschtbudn und mischte mich mitten unter die schwarz bekleideten Kunden. Als ich die Knoblauchzehen aus der Tasche zog, wichen die Kunden entsetzt und wild gestikulierend zurück.

Ich hatte also Recht gehabt.

An dieser Broadwurschtbudn mitten in Südtranssilvanien versorgte die Bratwurstverkäuferin echte Vampire mit ihrem Lebenssaft. Menschenblut, wie meine späteren Untersuchungen ergaben.
Doch handeln musste ich sofort. Ich hatte die Magazine meiner Vampirtöter, wie ich meine automatischen Schnellfeuerwaffen liebevoll nannte, mit hunderten von Silberkugeln geladen, mit denen ich jetzt die Herzen der Blutwurst liebenden Vampire duchlöchern musste. Schuss für Schuss traf wohl gezielt und löschte Vampir nach Vampir endgültig aus.

Ich muss zugeben, dass ich ein wildes Gemetzel unter all den Untoten veranstaltete, das wenig appetitlich war. Aber ich hatte keine andere Wahl. Es ging ja nicht nur um die Zukunft Südtranssilvaniens, sondern um die Zukunft der gesamten Menschheit.

Die Bratwurstverkäuferin war sofort geständig. Sie hatte tagsüber Touristen, die ahnungslos in den umliegenden Pensionen abgestiegen waren, mitleidlos ermordet und anschließend verwurstet.
Ich übergab sie den örtlichen Behörden und sie wurde zu lebenslangem Gefängnis verurteilt.

Aus sicherer Quelle weiß ich, dass sie dort noch heute in der Gefängnisküche arbeitet und tagtäglich frische, grau-grünliche Bratwürste brät, die Abend für Abend den Häftlingen zusammen mit trockenem, grauem Brot zum Nachtmahl serviert werden.

~

Autorisierte Übersetzung aus dem Niederländischen.
© Dr. van Helsing Stichting, Den Haag, Koninkrijk der Nederlanden

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