Nähe
Bewertung: 10 Punkt(e)Von der gegenüberliegenden Seite des Tisches aus gesehen schien sie mir sehr nahe zu sein. Später, in der empfindlichen Nähe der letzten Stunden, fehlte mir der Tisch, der unserer Nähe ein solides Fundament gegeben hatte.
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| Der erste Text | am 12.12. 1999 um 12:48:34 Uhr schrieb Shabde über Nähe |
| Der neuste Text | am 13.10. 2021 um 09:44:13 Uhr schrieb Christine über Nähe |
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am 14.2. 2016 um 22:48:05 Uhr schrieb
am 7.9. 2006 um 11:51:31 Uhr schrieb
am 14.4. 2003 um 06:15:09 Uhr schrieb |
Von der gegenüberliegenden Seite des Tisches aus gesehen schien sie mir sehr nahe zu sein. Später, in der empfindlichen Nähe der letzten Stunden, fehlte mir der Tisch, der unserer Nähe ein solides Fundament gegeben hatte.
Manche Menschen sehnen sich so sehr nach Nähe, daß sie unfähig sind, sie zu ertragen - ein seltsames Phänomen.
Ich nähe. Ich nähere mich der Nähmaschine bis auf ca. 20 cm und lege ein Stück Stoff (aus dem die Träume gemacht werden?) unter den Transportfuss. Wenn ich nähe entfernt sich der Stoff langsam aber sicher von mir. Der Transporteur transportiert das anfänglich nahe Stoffende (den anfänglich nahen Stoffanfang) aus meiner Nähe in meine Ferne. Ich nähe gerne.
Das moderne Ideal des Abgrenzungsvermögens steht in leichtem Widerspruch zum angeborenen Wunsch nach Nähe.
Kann es sein, daß hier irgendwas falsch läuft?
Nähe ist ein Audruck, der Sehnsucht in mir weckt. Wahrscheinlich ist es die Sehnsucht nach dem Mutterleib- Warm, Weich, Feucht, angenehm pulsierend. Warum schaffen wir alle, die wir diese Bedürfnisse teilen, es nicht, dies zu kommunizieren und daraufhin ausgerichtet zu agieren? Dabei ist es doch gar nicht so schwer, überspringt man die Angst vor der Enttäuschung! (Geburtstrauma?)
kennst du das? du suchst ihn, findest ihn und sofort schiebt sich ein panzer zwischen euch und du erreichst ihn nicht mehr? mir geht das seit mehreren jahren so. als obe es irgendjemandem spaß macht, mir alles weg zu nehmen, um besser mit mir spielen zu können. seit das aupair hier war, hat sich viel verändert. ein fremder mensch von heute auf morgen ganz nah. das war der größte einschnitt in meinem leben. meine familie hat sich dadurch sehr verändert. was vorher spontan und herzlich war, wurde kontrolliert und korrekt. man wird beobachtet. sei nett.
Wie kommt ihr darauf, dass jeder zwangsläufig Nähe sucht/will/braucht? Und wie kam jemand auf den gottverdammten Trugschluss, dass sich jemand, der keine Nähe sucht/will/braucht etwas vormacht? Das ist alles ausgemachter Unsinn. Sicherlich, ich sehe ein, dass ein Großteil der heutigen Menschheit Nähe will und dass Nähe unter der Bedingung der Freiwilligkeit auch etwas Schönes sein kann.
Es ist jedoch höchstgradig intollerant, zu sagen, dass dies der einzig normale Fall sei und dass alle, die nicht in dieses Schema des Ich-will-Nähe-habens passen, unnormal oder gar krank sein. Ja, das ist meine Meinung, ich weigere mich Nähe zu suchen, die ich gar nicht haben will, nur weil die Allgemeinheit es so handhabt.
Zu starke Nähe kann dazu führen, dass man sich immer weiter von einander entfernt.
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