Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Nebel«
Voila schrieb am 5.2. 2001 um 15:49:24 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Morgens, am See. Der Kopf war noch recht müde, die Zelte mit den schnarchenden Freunden einen halben Kilometer weg. »Jetzt eine Kamera« dachte ich mir: Überm See eine dichte Schicht von Nebel, jeder Windstoss zeichnet ein Muster hinein. Vergänglichkeit live.
T-Shirt, Schuhe, Hose aus. Rein ins Wasser. Drinnen ist es fast wärmer als draussen. Sichtweite unter zehn Meter, und das ohne Nebelscheinwerfer.
Plötzlich ein Plätschern von rechts. Ein Wuschelkopf. Petra? Petra! Dann die Reaktion: Sie sieht mich auch, eine seltsame Bewegung, sie hat plötzlich die Hände unter Wasser, schluckt, fängt an zu husten und wild zu paddeln. Glück nur, dass der See so flach ist. Gefragt, was denn los sei meint sie nur »Ich bin doch nackt !«.
Ich glaub', ich hab' den ganzen Tag gelacht ...
mcnep schrieb am 18.8. 2002 um 23:59:51 Uhr zu
Bewertung: 6 Punkt(e)
Mein erstes Diktat in der Schule, ich kenne den Text noch auswendig:
Nebel, Nebel, Nebel. Wo ist die Sonne?
Ich habs runtergeschrieben (lesen und schreiben konnte ich schon bei der Einschulung, kleiner Neunmalkothen, der ich war), die letzte Viertelstunde, während sich die anderen I-Dötze noch die Lippen wundbissen, provovokativ in der Gegend herumgeblickt, und mich bei der Rückgabe des Diktates schwarz geärgert: 0 Fehler, aber Handschrift 4. Wenn ich damals schon das Wort gekannt hätte, ich hätte Frau P., unsere Lehrerin, wahrscheinlich eine faschistoide Schnalle genannt.
jva schrieb am 9.11. 2000 um 22:02:15 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
kriecht über die nasse straße,
in der sich die beleuchteten schaufenster der geschlossenen läden spiegeln.
Schatten schrieb am 26.11. 2001 um 23:08:02 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Was der Nebel für mich bedeutet? Keine einfache Frage, nein, wirklich nicht.
Schon seit Jahren ist er mein Begleiter, weicht nicht mehr von meiner Seite. Er kam, als mir tief in meinem Inneren bewußt wurde, daß diese Welt nicht mehr die meine war. War sie es denn jemals gewesen?
Zuerst legte er sich nur wie ein feiner Schleier um meinen Körper, um mein Leben. Dann packte er mich wie in Watte, immer dann, wenn die Welt mich zu erdrücken schien. Er sog mich tief in sich hinein, wenn ich die Gefühle nicht mehr ertrug, die von außen auf mich zustürmten... und wenn meine eigenen mich zu zerreißen schienen - mich dem Wahnsinn und der Verzweifelung nahe brachten.
Und langsam trennte er die lebendige Realität von meinem dasein ab, schob sich dazwischen - und veränderte meine sicht der Dinge.
Ich sah mit anderen Augen, wie mir schien, sah hinter die Fasade der Menschen, hinter die Oberflächligkeit des Alltags und erkannte, daß sies alles unwichtig war.
Ich beschritt andere Wege und Pfade, die mich manchmal bis an den Abgrund wandern ließen, dort, wo man das Ende des Hier und Jetzt förmlich spüren, riechen und schmecken konnte - dort, wo Chaos und Harmonie eins waren und doch Unendlichkeiten voneinander entfernt.
Und ich erkannte im Nebel meine Sehnsucht, meine Suche nach dem Tod. Und so wanderte auf den dunklen Pfaden, auf der suche nach - ja, ... nach was?
Ich weiß es nicht, immer noch nicht. Ich bin noch am Leben könnte man sagen, aber das ist falsch - ich bin immer noch am sterben. Jeden Tag wandle ich aufs neue durch den Nebel. Manchmal, wenn sich der Nebel ein wenig lichtet, erfült mich ein Gefühl, das mich manisch werden läßt, die Welt scheint mir offen zu sein, erstrahlt in allen Farben - hell und leuchtend.
Doch zu schnell erkenne ich die Schmerzen, die diese Welt einem zufügt... und dankbar lasse ich mich in den Nebel zurückgleiten - wissend, daß ich hier sicher bin, geborgen... und ein Kind des Todes.
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