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Hmm. Viele Gedanken zum Thema Selbstmord. Der Text von BlackSoul hat mir sehr gut gefallen.
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Ich gehe davon aus, dass man bei Selbstmord wiedergeboren wird.
Warum? Es macht für mich Sinn, da das Leben ein ewiger Kreislauf ist, Werden und Vergehen. Energie geht nicht verloren, usw.
Das setze ich sozusagen voraus.
Das bedeutet aber, dass ich dem Leben und dem Problem vor dem ich flüchten will eben NICHT entrinnen kann.
Das Problem an Selbstmord ist dann allerdings folgendes:
Ich weiß nicht:
+ wo ich
+ als was ich
+ wann ich
wiedergeboren werde.
Das ist für mich ein Unbehagen. Ich könnte in Afrika wiedergeboren werden, wo man für Blutdiamanten arbeiten muss und einem sonst der Arm abgeschlagen wird.
Aber selbst das ist noch lächerlich, wenn ich vielleicht als ein Regenwurm wiedergeboren werde, der dann allerdings von einer Armee von Ameisen gefressen wird. Das ist sehr grausam, doch es gibt keine einzige Regenwurmlobby. Tja.
Und wenn die Ameisen ihre Beißzangen in die nackte Haut des Wurmes schlagen, tut das bestimmt weh.
Tja und wann? Die Zeit soll relativ sein. Ich könnte in der Gegenwart, in der Zukunft aber eben auch in der Vergangenheit wiedergeboren werden.
Dunkles Mittelalter, Eiserne Jungfrau?
Einverstanden. Das ist jetzt ein düsteres Bild vom Selbstmord, das ich da zeichne. Es vermittelt ein Gefühl von Angst und das macht man nicht.
Das machen die Menschen die andere beherrschen wollen.
Ihnen Angst machen, damit sie weitermalochen und nichts in Frage stellen.
Ich kann mich aber mit dem Gedanken, dass ich mich schnell mal umbringe und dann im schönsten Paradies auf Erden bin eben auch nicht so recht anfreunden. Einfach so vom Gefühl her. Wäre irgendwie zu einfach.
Und dann kommt auch noch hinzu, dass mir das Leben gegeben wurde von
+ Mutter
+ Vater
+ aber eben auch der gehörigen Portion Zufall. Nämlich der Zufall, dass genau diese Ei- und Samenzelle miteinander verschmolzen sind.
Sicherlich auch, dass der Embryo bzw. Fötus nicht abgestoßen wurde.
Dass ich also geboren wurde und auf die Welt gekommen bin.
Und genau daran hatte kein König, kein Kaiser, kein Führer, kein Papst, keine Behörde, kein Parlament, kein Präsident, kein Ingenieur, kein Wissenschaftler einfach niemand direkten Anteil daran.
Indirekt schon, denn vielleicht war der Vater ja Beamter auf der Behörde und die Mutter war Sekretärin für jenen Ingenieur. Aber dass ist alles so indirekt, so subtil.
Ich nenn es also mal Zufall, Schicksal, dass mich hat entstehen lassen.
Und nun soll ich mir anmaßen diese lange Kette von Ereignissen mit meinem Willen willkürlich zu beenden?
Ne geht irgendwie nicht. Natürlicher Tod kein Problem. Ich hab auch kein Problem, wenn ich ein Unfall habe und sterbe.
Aber selber Hand anlegen? Und ich war auch schon in der Situation. Ich hab sogar Mittel da um es zu tun.
Wie hier schon geschrieben wurde, diejenigen die dann die letzte endgültige Entscheidung getroffen haben, die sind nicht mehr unter uns.
Und ich glaube jede(r), die/der sich mit dem Thema auseinandersetzt, hat sich dieser endgültigen Entscheidung schonmal genähert.
Und ich denke genau diese Entscheidung sollte ich nicht treffen. Alles andere im Leben kann ich entscheiden, aber das sollte ich nicht.
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