Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Bettnässer«
Heidi schrieb am 6.12. 2008 um 06:34:59 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Ich war meinem Vater immer sehr dankbar gewesen, weil er sich nie kritisch geäussert und mich getröstet hat, wenn ich als fünfjähriges Mädchen wieder mal ins Bett gemacht hatte.
Etwa drei Jahre später kamen Tante Elisabeth und mein Cousin Tobias über ein Wochenende zu uns. Mit Tobi, er war zwei Jahre älter als ich, verstand ich mich gut, aber die Tante konnte ich nicht leiden: Sie sprach zu viel, zu wichtig und in zu grossen Tönen. Tobi hatte mir mal gesagt, dass er manchmal noch ins Bett macht, und ich habe das nie weitererzählt. Aber Tante Elisabeth tat sich vor dem Zubettgehen auf einmal wichtig, indem sie tönte, ach wir Kinder - tobi und ich - seien ja erblich belastet, Hans - also mein Vater - sei doch auch, sie wisse nicht mehr wie lange, Bettnässer gewesen und sie selbst, ach Gott, habe wieder, ihr wisst ja in der Pubertät, ins Bett gepieselt, Heidi, du wirst das auch durchmachen, fürchterlich.
Tobi und ich, wir hatten begriffen, meine Eltern waren verstummt.
So erklärte sich also auch die liebevolle und taktvolle Zurückhaltung meines Vaters mir gegenüber.
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