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Höflich schrieb am 21.10. 2005 um 23:23:36 Uhr über

hitler

»Hitler lebt«


Münte stand im Kerzenlicht. Gerd schaltete den Strom an. Als der Hebel seinen Hebelweg zurückgelegt hatte, wurde das unterirdische Labor hell erleuchtet. Die Apparatur lief an. Im Widerschein des zuckenden Leichnams rieben sich Gerd und Münte die Hände. »Wenn dies alles nach Plan läuft«, sagte Gerd, »dann werden wir schon in wenigen Sekunden sagen können: 'Hitler lebt!'«. »Ja«, sagte Münte, »und er wird uns mit seiner Sieghaftigkeit, mit seinem Genius, der Herrschaft über Europa, in ein zwei Generationen der Herrschaft über die Welt versichern! Wir werden sieghaft sein! In Allem!«. »So ist es, Münte, so ist es!«.
Das tief unter der Erde in den Fels gehauene Labor war nun hell und in buntesten Farben erleuchtet. Fantastische Lichtspiele erfüllten den Raum, rosa Funkenspiralen zogen ihre wirbelnden Bahnen, Sternchen, rot, weiß, gold, stoben überall umher, und inmitten des wunderlichen Schauspiels, auf einem schwarzen Operationstisch, zuckte der Leichnam Adolf Hitlers im Rhythmus des lebensspendenden Stromflußes. »Bald, bald Münte! Siehst du es, diesen roten Schein? Siehst du, wie der blasse Körper seine alte Rosigkeit zurückerhält!?«. »Ja, Gerd! Ich kann es kaum fassen! So kurz vorm Ziel!«. »Still jetzt! Wir wollen dem Augenblick ehrfürchtig beiwohnen!«.

Das Summen und Tosen im Raum wurde nun Lauter. Der Leichnam, war es noch ein Leichnam?, zuckte heftiger und ein blaues Licht strömte nun von ihm aus, das nach und nach die Funken und Lichtschweife verschluckte, bis alles in tiefen, arktischen Ton ungeheurer Intensität getaucht war. Gerd und Münte fingen an, sich die Ohren zuzuhalten, denn der sengende Ton, welcher die Ausbreitung des kühlen und doch so blendenden, so tiefen Lichtes begleitete, wurde schier unerträglich, und schien noch mit zugehaltenem Ohr im Schädelinneren der beiden hin und her zu klingen bis er auf einmal in einem konzentrierten, lauten, erheblich lauten Knall endete. Die Glühbirnen zersprangen, das Kerzenlicht flackerte auf und erlosch. Gerd und Münte standen inmitten der Finsterheit. »Was«.
»Haben wir einen Fehler begangen? - Ist alles zunichte
»Münte, schnell, das Notstromaggregat! Stell Beleuchtung her

Münte tat wie ihm geboten. Eine Schreibtischlampe war inmitten des elektrischen Schocks, der, wie sich nun offenbarte, viele der elektrischen Geräte im Raum in Mitleidenschaft gezogen hatte, offenbar unversehrt geblieben und erleuchtete nun Notdürftig das Labor. Inmitten des Raumes lag Hitler. Eine Schrecksekunde wohl hatten Münte und Gerd gefürchtet, daß Hitler ihnen auf der seiner Erweckung zugedachten Stätte in Rauch aufgegangen wäre, um nichts als einen Klumpen Kohle zu hinterlassen. Aber dem war nicht so. Hitlers Leichnam lag auf dem Operationstisch, unversehrt, reglos.
»Es ist fehlgeschlagen...«
»Es sieht so aus - Hitler ist...«
Da öffnete der Leichnam seinen Mund. Der ehemalige Bundeskanzler und sein Gehilfe erstarrten.
»Ich....Ich...ICH BIN HITLER!«.
»Oh mein Gott!« entfuhr es Münte. »ER LEBT! HITLER LEBT!!!«. Mehr brachte er nicht hervor, Gerd hatte ihn schon in einer festen Freudenumarmung umschlungen. Beide beinah gleichzeitig nun, mit nassem glanz in den Augen: »Hitler lebt...«



II


Der alte Patriarch stand vor dem Fenster und sah in die Nacht, hinüber zum dunklen Gipfel des Kaiserstuhls. Die Sorgenfalten, die er schon den ganzen Tag über trug, machten sein Gesicht noch durchfurchter als es im Laufe der gramgebeugten letzten Jahre ohnehin schon geworden war.
»Heute wie immer mit 2 Würfeln Zucker
Alfonso, der Assistent des alten Patriarchen, hatte den Raum betreten. »Herr Kohl?«.
Der alte Patriarch drehte sich langsam um.
»Es ist Zeit, Alfonso...es ist Zeit...«
»Was meinen sie -
»Die Stunde ist gekommen...«
»Ich verstehe nicht...«
Der alte Patriarch setzte sich an den Tisch, gravitätisch, schwermütig, seine Arme sanken in seinen Schoß.
»Du weißt doch, daß ich dich nicht nur angestellt habe, nicht in erster Linie angestellt habe, damit du mir bei den Geschäften des Alltags zur Hand gehst - damit du mir bei meiner Korrespondenz...und dergleichen. Nein. Erinnerst du dich noch daran, was ich dir einst, in Stiller Stunde anvertraut habe...? Meine Verantwortung? Mein - Auftrag
»Aber Herr Kohl!? Ich, ich, ich verstehe nicht...«
Doch Alfonso verstand. Der alte Patriarch sah Alfonso ernst an. »Alfonso...ER lebt
»Was?-???«
»Ja. Er ist auferstanden...Ich spüre es
»Wie kann das sein
»Es ist so. Es besteht kein Zweifel. Er ist wieder unter uns
Bei diesen Worten schlug der alte Patriarch auf den Tisch. »Wir müssen handeln! Ehe es zu spät ist, Alfonso!«
Alfonso senkte den Blick.
»Alfonso...ich will daß du alles vorbereitest. Wir werden noch in dieser Nacht nach Berlin reisen! Veranlasse alles Nötige. Ich will bis dahin die Lage überdenken


(Fortsetzung folgt)


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