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wuming schrieb am 9.5. 2003 um 03:54:01 Uhr über

netzkritik

Mark Dery

zugleich. Keith White meinte neulich in seinem Artikel >,The Killer App», die Vorstellung, »Teil eines Unternehmens zu sein, nicht mehr öde oder konformistisch finden zu müssen, sondern echt hip! «, ist Musik in den Ohren der Digerati, die ja zu gern die Aspiranten auf »eine neue, sozial nicht abgesicherte Elite« wären. So bleibt der Mythos der Subversion, wenngleich triefend vor Ironie, als abgefahrene, hochgefahrene und eingefahrene Pseudorevolution der Manager und BWLer dank Wired doch irgendwie lebendig.
Natürlich weiß ich, daß du beim »Mythos der Subversion« eher an Techno-Bastler wie Mark Pauline von »Survival Research Laboratories« (SRL) denkst. Der High-Tech-Lump, der dem rnilitärisch-industriellen Komplex mit ausgedienten Robotern, die er sich unter den Nagel gerissen hat, und anderem Techno-Kram, dem er neues Leben einhaucht, den Guerilla-Krieg erklärt hat und zum Dank dafür in Figuren wie Slick Henry aus William Gibsons Roman Mona Lisa Overdrive im Cyberpunk-Pantheon neben anderen von der Gesellschaft ausgestoßenen Hackern verewigt wurde.
Das Problem mit der von SRL phantasierten Techno-Revolution der Mülltonnen-Kids ist, daß sie dummerweise an die Macht einer gutplazierten Bombe glauben, die »das Herz des Staates treffen" soll, wie es die Roten Brigaden einst formulierten. Postmoderne Analysen, angefangen bei Debords Gesellschaft des Spektakels bis zur Elektronischen Störung von Critical Art Ensemble, betonen immer wieder die nicht-Iinearen Dynamiken der Macht, die heute ätherischer, ungreifbarer geworden ist. Kontrolle kontrolliert, um es Mal mit Burroughs auszudrücken, nicht mehr durch körperliche Züchtigung als vielmehr durch die Kolonisierung der Phantasie der Massen mittels medialer Fiktionen, die den Konsens herstellen sollen. Pauline weiß das ganz genau. SRLs Veranstaltungstheater gründet auf der Annahme, daß auch ritualisierter Widerstand gegen technokratische Mächte Wirkung zeigt, und wenn auch nur in den Köpfen der Zuschauer. in Escape Velocity endet meine Kritik an SRL mit Paulines Satz »Ich glaube an die politische Kraft der symbolischen Geste«, ein Zitat, das man locker auch linken Kulturkritikern wie Stuart Hall und Dick Hebdige und Konsorten andichten könnte.
Leider ist symbolischer Widerstand aber eben dies: nur symbolisch. Zugunsten von Politischem Widerstand im kleinen wird Territorium auf größerer Eherie aufgegeben (diese Achillesferse teilt er übrigens mit dem Virtuellen Kommunitarismus). Arglos, aber in rasendem Tempo, lassen sich diese >symbolischen Gesten« dann von Konsumg Kommerz und Kapitalismus ausnehmen, häuten, ausstopfen und für die Ewigkeit präparieren, egal weiches politische Potential sie einst zu besitzen schienen.

Wired

Widerständige, fürs Shoppingzentrum ungeei als Petrischale, in der sich die merkwürdigste kapitalistische Äquivalente zu Impfstoffen, al Seuchen fröhlich vermehren dürfen. In Strange Andrew Ross, die cyberdelische Gegenkultur aus Enklaven der Ninsei von Chiba City in Neuro mentelle Resonanzkörper der Industrie«. Womit Funktion als kultureller Luftschacht fürs Cybe Weg zur Micro-Knechtschaft wären.
Als politische Taktik stehen diese Widerstand on, wie du sie nennst - im selben Verhältnis zu staaten und den multinationalen Megakonglom durch Papier- und Bambus-Brandbomben in den zu den US-amerikanischen Atombomben, die zu gingen. Sie sind einfach obsolet.
Sollten wir deshalb »abwarten, bis der naive, legt und die eine, einzige Big Story des Kapitalis nis verschlungen hat«? Natürlich nicht. Obwoh men, Transgender-Aktivismus, StarTrek-Pornogr letzten Hoffnung mikropolitischen Widerstands seits auch die düsteren Prophezeihungen von ei Frankfurter Schule, die Cyberkultur sei ein einzi ungebrochenen Herrschaftswillens, auf die Nerve die etwa Arthur Kroker von Baudrillard übernim her, weil sie eine zutiefst dystopische Blickweise h sozioökonomischen und ökologischen Probleme statt dessen ihren Pessimismus in Science-Fiction bleme zu schaurig-apokalyptischen Spektakeln i degradiert. Vor sowas Ähnlichem warnte uns s meinte, die Selbstentfremdung der Menschheit hä der sie ihre eigene Vernichtung als ästhetischen Ge

se.
Wir dürfen uns also nicht in unsere Höhle zur die immer wölfischere Wirklichkeit unserer Zweid Technotopisten<, mitsamt ihrer New-Age-Phantas schließlich zum Abendessen verschlingt (obgleich fände). Ein erster Schritt aus der Misere wäre, e Laissez-faire-Futurismus ä la Gingrich und Toffler



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