Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 27, davon 27 (100,00%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 15 positiv bewertete (55,56%)
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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 4.11. 2000 um 00:03:51 Uhr schrieb
hei+co über buchmaschine
Der neuste Text am 18.7. 2026 um 11:38:46 Uhr schrieb
misterschitt über buchmaschine
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 9)

am 8.4. 2010 um 22:43:10 Uhr schrieb
Baumhaus über buchmaschine

am 9.5. 2003 um 18:57:57 Uhr schrieb
Raze über buchmaschine

am 18.7. 2026 um 11:36:27 Uhr schrieb
misterschitt über buchmaschine

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Buchmaschine«

lautreamont schrieb am 11.1. 2001 um 09:09:46 Uhr zu

buchmaschine

Bewertung: 1 Punkt(e)

Oben steht ein nichtssagender, langweiliger Text?
dann schreibe ihn um: hier ist das rezept:
"Die Poesie muß von allen gemacht
werden!

Die Urteile über die Poesie haben mehr Wert als die Poesie
selbst. Sie sind die Philosophie der Poesie.
Das Plagiat ist notwendig. der Fortschritt schließt es ein. Es
folgt eng dem Satz eines Autors, bedient sich seiner
Ausdrücke, tilgt eine falsche Idee, ersetzt sie durch eine
richtige Idee.
Die Poesie muß die praktische Wahrheit als Ziel haben. Ein
Dichter muß nützlicher sein als irgendein anderer Bürger seiner
Sippe.
Es gibt nichts Unverständliches.
Die Verzweiflung führt den Literaten unerschütterlich zur
massenhaften Abschaffung der göttlichen und
gesellschaftlichen Gesetze und zu rhetorischen und praktischen
Bosheit.
Ich werde keine Memoiren hinterlassen.
Es gibt eine wenig stillschweigende Übereinkunft zwischen
dem Autor und dem Leser gemäß der der erstere sich als
Kranker bezeichnet und den zweiten als Krankenwärter
akzeptiert. Es ist der Dichter, der die Menschheit tröstet. Die
Rollen werden willkürlich vertauscht.
Von den Worten zu den Gedanken ist es nur ein Schritt ...
Jetzt Musik!"
(Isidore Ducasse alias Lautreamont, Poesie, Hamburg 1979,
OT Paris 1870)

Lautreamont Arbeitsweise kann in vielfacher Hinsicht für das
Schreiben im Netzwerk Produktionsanleitungen geben:
künstlerische Entwendungsstrategien
(http://www.Plagiarism.org/ und
http://www.neoismus.org/emils71/index.htm )
Wiederverwertungen von Wissenspartikeln und eine hybrile
Rolle desSchreibenden als Autor/Leser:

hei+co schrieb am 4.11. 2000 um 00:08:12 Uhr zu

buchmaschine

Bewertung: 1 Punkt(e)

Jeder Text ist ein Intertext
Es gibt keine offline-Links (auch die Literatur war in ihren produktiven Momenten immer 'online'!)
Jeder Text schreibt sich ein in ein intertextuelles Ensemble künstlerischer / kultureller / formaler / kanonischer / biographischer Konstellationen.
Jedes Wort produziert Bedeutungen erst im Kontext der umgebenden sprachlichen Einheiten - alles Geschriebene ist 'Zitat': Entwendung gelesener Schriften.
Neu ist allein die konkrete Zusammenschaltung sämtlicher Lese- und Schreibvorgänge im Netz - auf einer einzigen Oberfläche (http://rolux.org/starship/)
Die Intertextualität
(Intertextualität war in den politisierten Literaturdebatten der siebziger Jahre der entscheidende 'Kampf'-Begriff zur Aufhebung bürgerlicher Autoren-Funktionen zugunsten literarischer Netzwerk-Modelle. Diese Impulse führten - neben einer explosionsartigen Ausbreitung intertextueller Schreibweisen - auch zum Paradigmenwechsel in der Literaturtheorie. Ein ausuferndes 'Lexikon' intertextueller poetischer Praktiken liefert Genette, Gérard (1993).)
der Druckkultur ist eine virtuelle, in literarischen Texten explizit hergestellte, produzierte. Die Intertextualität im Netz ist konkret, flach, pragmatisch, real(istisch).

hei+co schrieb am 4.11. 2000 um 00:11:41 Uhr zu

buchmaschine

Bewertung: 1 Punkt(e)

Text als Oberfläche
So könnte höchstens ein Text, der niemals gelesen werden würde, einen Autor haben - jeder andere Text aber ist Produkt von verschiedenen textproduktiven Prozessen - Textmaschinen:
Sprachspielen, Auf- und Entladungen, Referenzen, die sich aufbauen, abbrechen,. vertiefen und vernetzen ... Differenzen und Wiederholungen von Lese- und Schreib-akten ...
Ein Text stellt eine Oberfläche dar für die Begegnung von Leser und Schreiber, Urheber und Nutzer, Sender und Empfänger ...
»Autor und Leser sind durch gleiche Anstrengung und Aufmerksamkeit in der Textarbeit vereint. Die Gültigkeit dieser Konstellation erstreckt sich idealerweise auf einen zeitlich wie kulturell gemeinsamen Textort, wo sich schreibender ’Leseautor’ und dem Formulierungsprozeß inhärenter ’Autorleser’ treffen. [...] Die impliziten Interaktionen, die sich im unmittelbaren, weitgehend gleichberechtigtem Korrespondenzwissen von Autor und Leser intentional aufeinander bezogen aufbauen und zur evidenz gelangen, entziehen sich einer auktorialen Verfügung. [...] Dem Leser fält zunehmend Autorschaft zu, die aber nicht mehr mit dem ursprünglichen Formulierer zurückgekoppelt ist, sondern die diese Bindungsgemeinschaft nur noch simuliert. « (Kleinschmidt, Erich, Autorschaft. Konzepte einer Theorie, Tübingen und Basel, 1998, 43)

hei+co schrieb am 4.11. 2000 um 00:19:53 Uhr zu

buchmaschine

Bewertung: 1 Punkt(e)

aus der Werkzeugkiste: Buch als Brille
"Das Buch hat aufgehört, ein Mikrokosmos nach klassischer und abendländischer Art zu sein. Das Buch ist kein Bild der Welt und noch viel weniger Signifikant. Es ist nicht schöne organische Totalität, auch nicht mehr Einheit des Sinns. Michel Foucault antwortet auf die Frage, was für ihn ein Buch sei: eine Werkzeugkiste. Und Proust, dessen Werk voller Bedeutungen stecken soll, meinte, daß sein Buch wie eine Brille sei: probiert, ob sie euch paßt; ob ihr mit ihr etwas sehen könnt, was euch sonst entgangen wäre; wenn nicht, dann laßt mein Buch liegen und sucht andere, mit denen es besser geht. Findet die Stellen in einem Buch, mit denen ihr etwas anfangen könnt.
Wir lesen und schreiben nicht mehr in der herkömmlichen Weise. Es gibt keinen Tod des Buches, sondern eine neue Art zu lesen. In einem Buch gibt' s nichts zu verstehen, aber viel dessen man sich bedienen kann. Nichts zu interpretieren und zu bedeuten, aber viel, womit man experimentieren kann. Ein Buch muß mit etwas anderem 'Maschine' machen, es muß ein kleines Werkzeug für ein Außen sein."
(Deleuze/Guattari: Rhizom, Berlin 1977 , 40)

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