Nachtarbeit
Bewertung: 2 Punkt(e)
»Die Stadt und ihre Einwohner lernt man erst auf Nachtschicht richtig kennen.«
(Alte Taxifahrer-Weisheit)
| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 33, davon 33 (100,00%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 18 positiv bewertete (54,55%) |
| Durchschnittliche Textlänge | 294 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung | 0,455 Punkte, 7 Texte unbewertet. Siehe auch: positiv bewertete Texte |
| Der erste Text | am 21.9. 1999 um 04:13:17 Uhr schrieb Jo über Nachtarbeit |
| Der neuste Text | am 5.6. 2016 um 23:45:45 Uhr schrieb Grämlicher Pedant über Nachtarbeit |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 7) |
am 6.6. 2004 um 15:47:19 Uhr schrieb
am 21.7. 2003 um 21:26:41 Uhr schrieb
am 31.5. 2016 um 09:36:29 Uhr schrieb |
»Die Stadt und ihre Einwohner lernt man erst auf Nachtschicht richtig kennen.«
(Alte Taxifahrer-Weisheit)
Die Frage ob das Nacktbackverbot mit dem Nachtbachverbot zu tun hat, oder ob vielleicht das Nachtbacken gar keine Nachtarbeit ist sondern Nacktarbeit beschäftigt Hannah in letzter Zeit immer drängender, zumal sie auch in der kalten Jahrezeit ihre Liebe zu FKK ausleben möchten, am besten als Nacktarbeit mit gutem Einkommen, bei Tag oder bei Nacht.
Abfall für alle. Mein tägliches Textgebet. Tagebuch, Reflexions-Baustelle, Existenz-Experiment. Geschichte des Augenblicks, der Zeit, Roman des Umbruch-Jahres 1998.
Ein Tagebuch zunächst mal also, so erzählt Abfall für alle vom Leben eines Schreiber-Ichs in Berlin. Er sitzt an dieser Arbeit, schreibt und probiert zu schreiben, er geht einkaufen, schaut Ausstellungen an. Und er verreist und trifft Freunde, fast schon fiktiv, und redet ganz echt mit allen Mitbewohnern und Sprechern im Raum des Medialen.
Dem Internet, wo das Buch, in täglichen Lieferungen publiziert, Stück für Stück entstand, verdankt der Text seine äußere Gestalt: die häppchenartige Form; das Ideal seiner Sprache, alltäglich, zugänglich, lebensnah. Und vor allem die innere Ökonomie: von den Gedanken an das schweigende Leser-du, von dessen Interessen, Eile und Ungeduld fühlte der Text sich geführt und gehalten, erwartet und hervorgebracht.
Neben diesem fiktiven Leser, einer milden Freundlichkeits-Instanz, hat der Roman einen herrischen Autor: die Zeit. Sie schickt ihren Helden hinaus ins Leben, täglich neu. Minuten-Notizen protokollieren das Erlebte, Geistes-Zustände, Blicke, Beobachtungen, Geschehnisse außen und innen; hysterisch, verschleiert, konkret und absurd, grotesk überpräzise und komplett normal zugleich. Spannend.
Auf die Art stellt Abfall für alle auch noch einmal die alte Frage nach dem Abenteuerlichen gerade auch der FORM des Romanes. Was ist das eigentlich, ein Roman? Die Frankfurter Poetik-Vorlesung Praxis, fünf mal Dienstag hier im Mai, versuchte eine Antwort. Experimentell, theoretisch, realistisch kompliziert; und dabei doch plausibel in der Evidenz der Kollision von Welt und Ich: irgendwie kaputt.
Schließlich war, ein Traum, der wahr geworden ist, das Buch entstanden, das ich bin. Das ich immer schreiben wollte, von dem ich immer dachte, wie könnte es gelingen, das einfach festzuhalten, wie ich denke, lebe, schreibe. Von seiten des Todes her gesehen. – Was mir also gefällt, am Buch Abfall:
der Realismus der Ideen-Vorrang die Banalität der Dämonie des Alltags das Schreiberle die Stille der mediale Lärm die Funktionalität der auftretenden Personen die argumentative Pedanterie das Tasten das urteilsmäßige Rumholzen die Gleichwertigkeit aller Dinge die Poetologie, die ästhetische Theorie strukturell fragmentarisch, fragmentiert von Zeit die Zeitmaschine das Jahr die Minutendinger und ihre Plausibilität die Sekundengedanken: der Wahn Tag für Tag, die Erzählung Zahlen und Ziffern ALLES IST TEXT und über und unter und in allem: Melancholie
rainaldgoetz - alwaysultra
Nachtarbeit so schwarz und dunkel
ein jeder kennt es genau die Ungemut des Arbeitens in der Nacht,die Angst, dieherumschleicht , bis der Morgen uns erreicht.
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