Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Irrenhaus«
Greif schrieb am 3.10. 2000 um 19:56:34 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Der leicht erregbare Chef des Irrenhauses kann keine Fernverbindung bekommen, schlägt Krach, wird vom Telefonfräulein zurechtgewiesen und ruft dann empört: »Wissen Sie überhaupt, mit wem Sie sprechen?«
»Nein«, erwidert das Fräulein, »aber ich weiß, wo Sie sind!«
Lupus schrieb am 9.6. 2001 um 17:02:47 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Ach, die alten Kliniken...
Endlose, weiss gekachelte Gänge, gesäumt von ebenfalls endlos scheinenden, dicken Metalltüren, von deren vergitterten Gucklöchern die Farbe blättert.
Monotoner Singsang hallt gleichermassen durch die Flure, gleichermassen wie wildes Gekicher und Schreie der Angst und Verzweiflung. Man bringt die Menschen nicht hierhin, um sie zu heilen. Man bringt sie hierhin, um sie zu vergessen.
Man sperrt sie in die gepolsterten, schmutzigen Zellen, pumpt sie mit Drogen voll, bis sie völlig gleichgültig und willenlos sind. Gewalt und Angst werden sie nicht heilen, doch das ist alles, was man ihnen dort angedeihen lässt.
Sie sind von der Welt abgeschlossen, zwei Käfige, einer stärker als der andere, umschliessen ihren gesunden Geist. Der eine aus Metall, Stein und schmutzigem Tuch, der andere aus Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Angst.
Ach ja, die alten Kliniken... morbide und psychotische Nostalgie...
Ali schrieb am 30.8. 2000 um 19:14:37 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
das Irrenhaus, die psychiatrische Klinik. Oft steht sie am Rande der Stadt, inmitten einer Grünanlage. Das alles ergibt ein beschauliches Bild: saubere Fassaden, umgeben von Birken und Eichen. Davor ein sauber gestutzer Rasen. Manchmal sieht man auch Patienten. Manchmal tragen sie Bademäntel, manchmal auch gewöhnliche Straßenkleidung. Sie bewegen sich auf den asphaltierten Wegen durch die Grünanlage. In dieser Umgebung wirken sie gut aufgehoben. Sie laufen nicht mehr schreiend durch Mehrfamilienhäuser und stapeln in ihren Behausungen Müll bis unter die Decke. Hier liegt kein Müll herum, den man stapeln könnte. Das Irrenhaus heisst oft nach dem Stadtteil, in dem es liegt. Zu auffälligen Personen sagt man: Du kommst nach X, es folgt der Name des Stadtteils. Dann ist ganz klar, was gemeint ist. Aber man sagt nicht einfach »Klapse«, denn der Name des Stadtteils beinhaltet noch unausdenkbarere Drohungen als dieses bloße Wort. Dieser Stadtteil ist zwar teil der Stadt, aber das »Irrenhaus« das sich in ihm befindet, liegt nicht mehr innerhalb der Stadtgemeinschaft, sondern ganz und gar außerhalb. Mitten in diesem Stadtteil gibt es die Nicht-Stadt, die Anti-Stadt, den Eingang zum Ausgang aus der Welt.