Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Sterbehilfe«
mcnep schrieb am 24.6. 2003 um 21:28:22 Uhr zu
Bewertung: 8 Punkt(e)
Ich schätze das Nachrichtenmagazin SPIEGEL nur ausgesprochen bedingt, aber im letzten Heft, das sehr reißerisch mit irgendwas über Sex aus dem Ostblock als Titelgeschichte daherkam, las ich im Restaurant einen zum Teil recht bewegenden Artikel über ein Sterbehospiz. Interessant war hierbei vor allem die mir nur noch lückenhaft präsente Information, daß die Palliativmedizin, speziell das Verschreiben von Morphinpräparaten an Todkranke in Deutschland besonders weit zurückhinkt, unterboten nur von Holland, das fast folgerichtig als eines der ersten Länder die aktiven Sterbehilfe legalisiert hat. Irgendwie typisch für dieses Kaufmannsvolk; statt teurer Morphiumtherapie den Kranken so lange leiden lassen, bis er freiwillig seinem Weggespritztwerden zustimmt. Vielleicht bin ich da ein wenig ungerecht in der Wahrnehmung, und die Informationen des Spiegels sind ja stets gut verkäuflich und rezitierbar polarisiert, aber das Gefühl bleibt, daß an der Lebenszeit des Menschen nicht gespart werden sollte. Wo es vom Patienten gewollt ist, sollte es immer noch heißen: Besser unter Morphium als unter der Erde.
Stern schrieb am 16.4. 2001 um 07:40:32 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
"Wenn Embryonen nur erzeugt werden, um als
medizinischer Rohstoff bereitzustehen, ist dies ein Verstoß gegen die
Menschenwürde und das Gebot des Lebensschutzes." Die
evangelische Kirche spreche sich seit Jahren gegen die verbrauchende
Embryonenforschung aus und fordere, zuerst Alternativen zu prüfen.
"Es darf nicht um jeden Preis geforscht werden, sei das Ziel auch noch
so edel."
Lehmann schrieb in einem Beitrag für den »Mannheimer Morgen«,
Heilung um den Preis der Vernichtung menschlichen Lebens sei
ethisch nicht vertretbar. "Wer vom therapeutischen Klonen spricht, der
versucht, mit diesem Begriff zu verschleiern, dass dabei menschliches
Leben ’erzeugt’ wird, um es anschließend zu töten und zu
verbrauchen." Zwar habe der Mensch das Recht, gestaltend in die
Schöpfung einzugreifen. "Dieses Recht und diese Aufgabe stehen aber
im Dienst des Lebens", betonte der Kardinal.
Auch der Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Eberhard
Cherdron, mahnte, das Leben dürfe auch nicht in seinen
Anfangsstadien bloß als ein Mittel für zukünftiges, vermeintlich
besseres Leben betrachtet werden. Menschliches Leben dürfe auch
nicht in Gang gesetzt werden, "nur damit etwas zum Experimentieren
da ist", sagt Cherdron in der Gedächtniskirche von Speyer.
Microchip schrieb am 21.5. 2002 um 22:55:41 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Ich finde es absolut schockierend, dass man im ach so hoch als Hochburg der Menschenrechte besungenen Europa nicht sterben darf, wenn man es will. Da hock ich also mit MS bewegungslos im Rollstuhl, will nichts als den Tod und teile das dem Rest der Welt per Sprachcomputer oder sonstwie mit, solange ich noch mit ihr kommuniziern kann - und die sagen: »Neinneinnein, wir müssen menschliches Leben schützen; wenn dich jemand tötet, kommt er in den Knast!« Ein paar Tage später ersticke ich qualvoll.
Leben erhalten... das ist sehr wichtig... aber nicht das Wichtigste. Was ist denn mit der MenschenWÜRDE, die angeblich Staatsziel ist? Und mit so etwas wie freiem Willen?
Schon klar, dass man da viel anstellen könnte... aber wenn jemand selber verständlich macht, dass er sterben will, weil er unheilbar krank ist oder das zwar nicht mehr kann, aber vor der Erkrankung beim Notar erklärt hat, dass er z.B. im Falle einer Gehirnerkrankung getötet werden will, ist die Sache doch recht sicher, oder?
Zum Glück besinnen sich so langsam ein paar Länder dazu... Ich hoffe, dass viele andere (inklusive Deutschland) folgen!
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