Das folgende Beispiel aus den Mo´allaqat ist ein Ausschnitt aus einer Ode des abtrünnigen Königsohnes Imru´l-Qays: Wie oft bin ich zu einer frau ins zelt geschlichen die hinterm vorhang sich verbarg und kam zu meinem vergnügen ohne groß mich zu beeilen . ich kenne keinen außer mir der auch nur in gedanken es gewagt hätte an den eltern und wächtern sich vorbeizudrücken die nur daran dachten mich einen kopf kürzer zu sehen! ich aber ging zu ihr wenn die pleiaden hoch am himmel standen ausgebreitet wie ein mit perlen besetztes wehrgehänge . sie schlief hatte die kleider abgelegt bis auf das unterste und biß mir vor überraschung fast ins ohr: "bist du verrückt geworden? mein Gott! nicht hier! stell dir vor du wärst im falschen Zelt gelandet - du idiot!" . heimlich stahlen wir uns fort und sie zog den mantel hinterher um unsere spuren zu verwischen bis wir das gehege hinter uns gelassen hatten und wir eine mulde in den barchanen fanden - wie sicheln lagen die dünenkämme rund um uns und boten schutz Eine hand auf ihrer schläfe zog ich den kopf sanft her zu mir . sie hob das kleid am saum und setzte sich auf mich die taille schlank die schenkel rund ein kettchen um das fußgelenk die helle haut des bauches der hart vor atem war und ihr busen wie ein spiegel weiß und glatt bis zu ihrer kehle - da war ein abglanz von verwehren und verlangen an den wangen und der blick wie die antilopen von Wagrah - falb wie die gazelle die den kopf aufwirft der hals gerade und nicht zu lang . und das silber klirrte leise Ihre haare waren schwarz wie kohle und fielen ihr voll auf den nacken wie dattelbüschel auf einem hohen palmenschaft die locken widerspenstig fiel aus ihren zöpfen langsam eine strähne nach der anderen dunkel auf den bogen ihrer brauen und die lederstreifen die sie um die hüfte trug waren wie die riemen eines schmalen zügels wenn er lose hängt im wind auf ihren beinen lag der matte widerschein des monds ein schilfrohr im grünen schatten einer palme und morgens roch ihr bett nach moschus wenn sie noch länger als die sonne schlief und die djellabah ohne den gürtel offen war Ihre hände sind weich sie wissen wie man gibt und wie man nimmt und streichen über die haut die finger flink wie käfer im sand unter den zweigen der tamarisken und den reischern des ishil Ihre stirn ist wie der letzte strahl der sonne bevor der tag ins dunkel fällt . er scheint durch dieses dämmern wie das öllicht eines mönchs der bis zum morgen seine Wache hält und selbst er würde noch ihre schönheit anbeten den blick voller begierde auf diesen körper eine silhouette mit der klaren kontur eines kindes und der wärme in den umrissen einer frau - ein mädchen eben und so rein wie sich bei einem straußenei weiß mit dotter mischt Mögen auch manche ihre sehnsucht verlieren mit der jugend und sie bei anderem vergessen - mein verlangen altert nicht noch hat es jemals grenzen anerkannt Wie viele hartnäckige rivalen schlug ich aus dem feld allein für dich und all die warnungen der anderen in den wind Die nacht trieb mich wie die wellen eines wütend dunklen meeres in den wahnsinn und warf mich in die gischt ihres schattens wie um mich auf die probe zu stellen . und ich schrie zurück wenn sie mir nackt den rücken zeigte den hintern entgegenreckte und mit ihren brüsten spielte um mich zu foltern und zu quälen und dabei zu lachen: wie lange dauerte dann meine nacht und nie kam die dämmerung obwohl auch der morgen nichts mehr erlöst - die nacht war starr und still wie die sterne mit unsichtbaren stricken festgebunden an den bergen von Yadbul und die pleiaden hingen reglos an einem seil schwer mit steinen... und