>Info zum Stichwort DasFüllhornDesEwigenErbrechens | >diskutieren | >Permalink 
Bettina Bauernhure schrieb am 18.12. 2005 um 19:51:05 Uhr über

DasFüllhornDesEwigenErbrechens

Im Polizeipräsidium ist es schon dunkel, nur eine Lampe brennt noch. Es ist die von Kommissar Schneider. Er ist noch auf und schreibt was nieder. Ein Protokoll von einem Vermißten. Ein Mann war heute in der Kanzlei gewesen und hat gesagt, er vermißt einen von seinen Skatbrüdern. Er vermutet, daß er mit Geld abgehauen ist, und zwar aus der Skatkasse, wo sie immer von die Kegeltouren machen. Der Kommissar mußte ihn ganz schön ausquetschen, mehr wollte der Mann nicht preisgeben. Es witterte so etwas wie ein Geheimnis in seinem Gesicht, fand Schneider, so, als ob was nicht ganz echt wäre. Also trat der Kommissar ihm in einem unbeobachteten Augenblick mit voller Wucht in die Eingeweide. Der Mann spuckte Blut, als er wegbuckelte.
Der Kommissar wollte nichts mit einem neuen unaufgeklärten Fall zu tun haben, deshalb schrieb er in sein Protokoll: »Skatbruder lief auf und davon und nahm alles Geld mit. Keiner kann etwas dafür. Die Polizei braucht ihn nicht zu suchen. Der Name wird einfach im Einwohnermeldeamt gestrichen. Gezeichnet: Kommissar Schneider
Dann steht der Kommissar auf und geht ans Fenster.
Er sieht, wie zwei Menschen in einer Entfernung von etwa 50 Meter hintereinander hergehen. Vorne ist eine Frau, dahinter ein Mann. Es ist ein Unbekannter! Er verschnelligt seinen Schritt. Die Frau vorne will wegrennen, da hat der Mann sie fast eingeholt. Der Kommissar sieht alles mit verschwimmenden Augen. Träumt er oder wacht er? Ihm kommt diese Szene bekannt vor. Ja natürlich, jetzt fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Dies hier ist kein Spiel! Es ist ein Mord! Der Kommissar fliegt in seine Jacke, reißt seine Knarre aus dem Tisch, steckt sie in die Jacke, dann raus aus dem Büro und in den Fahrstuhl, nein, der ist zu langsam, lieber zu Fuß die Treppen runter! Er rutscht aus und fällt hin! Egal! Weiter, weiter! Als er mit rohem Atem aus dem Hauptportal jagt, weiß er nicht, wohin er rennen soll. Er wählt eine Richtung. Dann rennt er hinter dem Mörder und seinem Opfer her. Weißer Atem schlägt ihm ins Gesicht, es ist sein eigener. Er rennt und rennt, fast eine halbe Stunde. Nichts zu sehen. Der Kommissar hält jäh inne und läßt sich auf den Boden sinken vor Lungenpein. Er kann nicht mehr, er sieht Sterne. Mit gezogener Pistole lauert er auf dem Boden, ob nicht doch jemand kommt. Die Stadt ist menschenleer. Nur ein paar Regentropfen sind jetzt zu hören, vereinzelt. Es will nicht so richtig anfangen zu regnen.
Da! Aus der Stille ein unglaublicher Schrei! Das ist der Todesschrei der Frau, die von dem Täter gerade umgebracht wird, weil sie sich wehrt. Wie in einem Traum sieht der Täter sein eigenes fürchterliches Tun, er fühlt sich jetzt wohler. Die Frau nicht, sie ist schnell in Ohnmacht gefallen, bevor sie ganz stirbt. Der Mörder hat eine Brille auf. Sie ist voller Blutspritzer, keinem fällt das auf in der Straßenbahn, mit der der Mann nach Hause fährt. Zu Hause sagt seine Frau zu ihm: »Du hast da was auf der BrilleDann erst wischt er sich die Brille ab. Er steht im Badezimmer vor dem Spiegel und sagt zu sich selbst: »Du gemeiner Mörder! Du bist böseDas Spiegelbild lächelt und sagt dann: »Natürlich bin ich böse, weil sie schlecht kocht und ich nichts zu lachen habeDer Mann, der in den Spiegel guckt: »Ach so, ja dann ist das aber auch gar kein großes Problem!« »Neeeeeeeeee!« Zufrieden wäscht sich der Kerl die Hände.





   User-Bewertung: +2
Ganze Sätze machen das Assoziieren und Blasten interessanter!

Dein Name:
Deine Assoziationen zu »DasFüllhornDesEwigenErbrechens«:
Hier nichts eingeben, sonst wird der Text nicht gespeichert:
Hier das stehen lassen, sonst wird der Text nicht gespeichert:
 Konfiguration | Web-Blaster | Statistik | »DasFüllhornDesEwigenErbrechens« | Hilfe | Startseite 
0.1462 (0.0590, 0.0066) sek. –– 1049634921