Griechenland
Bewertung: 4 Punkt(e)Griechenland ist viel zu weit entfernt von Hannover. Selbst wenn man in Karlsruhe wohnte, wäre Griechenland noch zu weit entfernt.
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| Der erste Text | am 20.6. 2000 um 17:27:23 Uhr schrieb Bettina über Griechenland |
| Der neuste Text | am 1.11. 2025 um 10:51:00 Uhr schrieb Gerhard über Griechenland |
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am 23.6. 2003 um 23:50:50 Uhr schrieb
am 14.10. 2011 um 02:21:48 Uhr schrieb
am 6.2. 2012 um 02:15:46 Uhr schrieb |
Griechenland ist viel zu weit entfernt von Hannover. Selbst wenn man in Karlsruhe wohnte, wäre Griechenland noch zu weit entfernt.
Am Beispiel Griechenlands lässt sich wunderbar nachvollziehen, warum ein »demokratischer« Staat nicht sparen kann: er dominiert so weitgehend die gesammte Volkswirtschaft und Gesellschaft, daß auch ein nur partieller Rückzug - ist gleich »Kürzungen« - zum sofortigen Kollaps des gesammten sozio-ökonomischen Systems führt. Die Politik der Geldgeber ist geradezu zum heulen falsch und ihrerseits ein Musterbeispiel dafür, daß »die Demokratie« nicht mehr reformfähig ist. Es wird nur an den Stellschräubchen gedreht, in der naiven Annahme, ein sozialdemokratisierter Staat könne einfach sparen, und dadurch Überschüsse im Staatshaushalt erzielen, mit denen man Kredite bedienen könne. Tatsächlich ist es so, daß jeder »gesparte« Euro in Griechenland 60-70 Cent des Bruttosozialproduktes sofort zum wegfall bringt, und weitere 20-30 Cent an Mindereinahmen durch Strukturelle Wirkungen (Arbeitslosigkeit, Sozialausgaben, Firmenzusammenbrüche) produziert. Griechenland, die sozialdemokratisierte Volkswirtschaft schlechthin, hat einfach kein Geschäftsmodell, hat nie eines besessen. Griechenland, die Sozialdemokratie - das ist pure Antiökonomie, reine Verschwendung von Einkommen und Vermögen anderer Leute.
Griechenland war im II. Weltkrieg ganz besonders von der Ausplünderung durch das III. Reich betroffen, daß eine Wahnsinns-Inflation in Griechenland verursachte, welche viel schrecklichere Auswirkungen hatte, als die Kämpfe und die Besatzung an sich. Das sollte man berücksichtigen, wenn man die aktuellen Reaktionen der Griechen bewertet. Diese sind zwar nach wie vor blöd - aber eben doch nicht so blöd, wie man meinen könnte.
Für näheres: Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Dort wird u.a. beschrieben, wie diese Ausplünderung nicht nur Griechenlands funktionierte. Aly zitiert wollüstig schmatzend die Briefe des Wehrmachtssoldaten Heinrich Böll an seine Familie. Böll hate sich an der Ausplünderung Belgiens fröhlich beteiligt (»Schickt mir Geld - hier gibt es alles !«) - und gab nachher doch so erfolgreich den sauertöpfischen Moralisten.
Zu Griechenland gehört eine Insel, die Paros heißt. Auf Paros gibt es einen Marmor, der nur aus gleißendem Weiß besteht. Aus diesem Marmor hat man im vierten Jahrhundert vor Christus Statuen gehauen, in die sich jeder lebendige Mensch verlieben muß, wobei das Geschlecht überhaupt keine Rolle mehr spielt.
Griechenland ist auch ein wunderbares Beispiel für die Psychologie des Bankrotts: jeder ist schuld an der Misere - nur der Bankrotteur selbst nicht, und am aller Schuldigsten sind die, die wo dem Bankrotteur Geld geliehen, was heißt: geliehen, aufgedrängt haben, und ihn damit in den Abgrund gestürzt haben. Es ist ein wunderbares Beispiel für die Psychologie der Politik, deren Kernsatz es ist, daß ein zusammengerotteter Mob - sogen. »Demonstrationen« - das Wasser bergauf fliessen lassen kann, und jeder noch so absurden These folgt, sofern sie nur den obigen Grundsatz befolgt: Ihr, der Mob, seit nicht schuld, sondern im Gegenteil, Ihr, der Mob, habt ein göttliches Recht !
Spermakles, erlege noch einmal den nemjetzkijischen Löwen, schmeiss um das Haus und die siebenköpfige Hydra, fange eine Hirschkuh, einen wilden Eber, einen Stier, geh und miste die Rinderställe aus, schiesse mit deiner Schleuder die stymphalisch gewordenen Vögel vom Zaun, zähme die menschenfressenden Reiter, schaffe herbei den Keuschheitsgürtel der Amazone, raube dem Riesen die Rinderherde, pflücke die goldenen Äpfel der Hesperiden und vergiss nur ja nicht den Zerberos in die Oberwelt mitzunehmen, wenn du kommst.
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