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Osama Bin Blaster schrieb am 30.8. 2005 um 08:39:00 Uhr über

Angstzustände


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Angstzustände

Im umgangssprachlichen Gebrauch versteht man unter Angst verschiedene Phänomene. So haben wir Sorgen, wenn ein fortdauerndes Problem, etwa finanzielle Schwierigkeiten, besteht oder aber wir haben Angst als Reaktion auf eine unmittelbare Bedrohung, etwa wenn wir über eine Klippe sehen oder mit einem gefährlichen Tier konfrontiert werden.

Alle diese Phänomene der Angst sind hilfreich, um gefährliche Situationen zu vermeiden, insbesondere, um uns zu aktivieren und zu motivieren, uns mit den entsprechenden Problemen auseinanderzusetzen.
Krankhaft, weil außerdordentlich belastend, sind dagegen Ängste, die dauerhaft und ohne ersichtlichen Anlass bestehen oder wenn sie, ebenfalls ohne erkennbare Ursache, attackenweise auftreten. Hier spricht man von Panikattacken.

Hiervon zu unterscheiden ist die Phobie, die eine Angst vor bestimmten Situationen, Gegenständen oder Tieren bezeichnet, die in der Regel nicht angsterregend sind, etwa die bekannte Spinnenphobie.

Symptome der Angst zeigen sich sowohl im psychischen wie auch im körperlichen Bereich.

Psychisch:
- durchgehende Ängstlichkeit oder attackenweise auftretende Ängste
- Gefühl von Müdigkeit
- Konzentrationsstörungen
- leichte Reizbarkeit und Irritierbarkeit
- Ein- und Durchschlafstörungen

Körperlich:
- Herzrasen oder -klopfen
- übermäßiges Schwitzen
- Muskelanspannung oder -schmerzen
- verschiedene Formen von Atemstörungen
- Schwindel
- Ohnmachtszustände
- Appetitlosigkeit
- Durchfall

Diese Symptome werden oft von den Betroffenen als Beweise für eine schwerwiegende körperliche Erkrankung gedeutet, wodurch sich die Angst wiederum verstärken kann. Aus dieser Beschreibung geht hervor, dass Betroffene sich unter Umständen schnell in einen sogenannten Angstkreislauf begeben können, bei dem Befürchtungen die körperlichen Symptome verstärken, diese wiederum die Befürchtungen usw.

Ein Problem bei phobischen Erkrankungen kann darin bestehen, dass sich die Situtationen, in denen die Ängste auftreten, ausweiten mit der Tendenz, die entsprechenden Situationen, Gegenstände oder Tiere zu meiden. So können diese Ängste schließlich das Leben beherrschen und die Genussfähigkeit erheblich reduzieren. Im Extremfall wagt sich der Betroffene zum Teil nicht mehr aus der Wohnung.

Wie häufig sind Ängste?

Etwa einer von 10 Menschen hat im statistischen Durchschnitt zumindest einmal im Leben Ängste mit den beschriebenen Symptomen. Die meisten von ihnen begeben sich jedoch oft aus Scham nicht in Behandlung.

Manche Menschen werden bereits mit einer Tendenz zur Ängstlichkeit geboren; hier zeigt die wissenschaftliche Forschung, dass genetische Faktoren tatsächlich eine Rolle spielen können. Meistens jedoch sind Personen mit Ängsten nicht bereits bedingt durch ihren Charakter oder ihre Primärpersönlichkeit ängstlich, sondern die Angstsymptome entstehen infolge bestimmter Auslöser.

So ist es manchmal offensichtlich, was die Angst hervorruft. Wenn diese Ängste problemgebunden sind, so gehen sie meist wieder zurück, wenn das Problem gelöst ist. Bei erheblichen psychischen Belastungen kann jedoch die Angst weiter bestehen, auch wenn die zugrunde liegende Ursache nicht mehr besteht. Dies sind oft lebensbedrohliche Situationen wie Autounfälle, Zugunglücke oder Feuer. Nach solchen Ereignissen kann der Mensch Nervosität und Ängstlichkeit über Monate und Jahre verspüren, selbst wenn er körperlich keinen Schaden davongetragen hat. Diese Symptome sind ein Teil dessen, was man auch als sogenannte posttraumatische Belastungsstörung bezeichnet.

Manchmal werden Ängst auch hervorgerufen durch Drogen wie Amphetamine, LSD oder Ecstasy. Selbst das Koffein im Kaffee kann bei entsprechend empfindlichen Personen die beschriebenen Symptome hervorrufen.

Andererseits entstehen nicht selten Ängste, ohne dass klar ist, woher diese stammen ("neurotische Ängste“). Hier ist professionelle Hilfe erforderlich, um zu erklären, inwieweit durch das Zusammenwirken von bestimmten Persönlichkeitseigenschaften, der persönlichen und sozialen Entwicklung wie auch von bestimmten Lebensereignissen die Ängste bedingt sind und behoben werden können.

In dieser Situation wissen die Betroffenen somit auch nicht, wann die Ängste wieder vorüber sein werden. Diese problematische Situation zu bewältigen ist sehr viel schwieriger und in der Regel nur mit Unterstützung möglich. Erfahrungsgemäß haben jedoch viele dieser Personen Hemmungen, nach Hilfe zu fragen aus der Furcht, sie könnten alsverrücktbezeichnet werden. Diese Furcht besteht, obwohl der größte Teil der Personen mit Angsterkrankungen sicherlich keine ernsthafte psychische Erkrankung im Sinne einer sogenannten Psychose hat. Somit ist es besser, Hilfe so früh wie möglich in Anspruch zu nehmen als sich zurückzuziehen und in Stille zu leiden.

Was kann helfen?

Reden über das Problem:

Dies kann hilfreich sein, insbesondere wenn die Ängste von kürzlich vorausgegangenen belastenden Lebensereignissen herrühren, etwa das Zerbrechen einer Partnerschaft, Erkrankung eines Angehörigen, Arbeitslosigkeit, etc..

Mit wem sollte man reden?

Reden Sie am besten mit Freunden oder Bekannten, denen Sie trauen, deren Meinung Sie respektieren und die darüber hinaus gut zuhören können. Manche von ihnen mögen ähnliche Probleme gehabt haben oder jemanden kennen, der unter solchen Beschwerden ebenfalls leidet. Abgesehen davon, dass Sie sich aussprechen können, ist es dann oft möglich, Personen zu finden, die Ihnen beschreiben können, wie sie selbst mit einem ähnlichen Problem fertig geworden sind.

Selbsthilfegruppen:

Diese sind eine weitere, gute Möglichkeit, Kontakt zu Leuten aufzunehmen, die unter ähnlichen Problemen leiden. In einer Selbsthilfegruppe können die Mitglieder Betroffene verstehen, da sie selbst unter entsprechenden Beschwerden leiden und sie können gleichzeitig hilfreiche Wege der Bewältigung solcher Schwierigkeiten aufzeichnen.

Entspannungstraining:

Eine große Hilfe kann es sein, Techniken zu erlernen, mit denen Sie sich entspannen können und damit Ihre Ängste und innere Anspannung zu kontrollieren vermögen. Sie können dies in Gruppen (z. B. autogenes Training) bei Ärzten und Psychologen, zum Teil auch durch Unterstützung mit Büchern oder Videokassetten lernen. Wichtig ist hierbei, solche Entspannungstechniken regelmäßig anzuwenden, nicht nur in einer Krisensituation.

Psychotherapie:

Hierbei handelt es sich gewissermaßen um eine besonders intensive und fachlich ausgestaltete Art und Weise des Redens, die zur Beantwortung der Frage führt, woher die Ängste rühren und wie man mit ihnen umgehen bzw. diese beseitigen kann. Diese Behandlung kann in Gruppenform oder in Einzeltherapie, in der Regel wöchentlich für mehrere Monate, durchgeführt werden.

Medikamente:

Diese können bei Ängsten und Phobien durchaus hilfreich sein, doch ist bei vielen Substanzen das Abhängigkeits-Potenzial zu berücksichtigen; Sie sollten diese Therapieform nur in enger Absprache mit ihrem Facharzt durchführen.


Angst ist ein normales menschliches Gefühl. Wir alle empfinden es, wenn wir mit schwierigen oder bedrohlichen Situationen konfrontiert werden.

Bei Phobien handelt es sich um umschriebene Ängste vor bestimmten Situationen, Gegenständen oder Tieren. Nur in diesem Zusammenhang treten die Ängste auf. Wer z. B. eine Hundephobie hat, wird sich stets wohl fühlen, solange kein Hund in der Nähe ist. Sobald sich jedoch ein Hund nähert, treten die beschriebenen Symptome auf.

Viele Menschen mit Ängsten und Phobien reden nicht einmal im Familienumkreis oder mit nahen Freunden über ihre Probleme. Dennoch fällt dem familiären Umfeld in der Regel auf, dass mit den betroffenen Personen etwas nicht stimmt. Nur selten können die Betroffenen ihre Angespanntheit verbergen. Sie wirken häufig leicht reizbar und nicht selten ergeben sich Auseinandersetzungen aufgrund des Unverständnisses, auf das viele Betroffene mit ihren Beschwerden treffen.

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