Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Strenge«
Ina-Maria schrieb am 30.4. 2012 um 17:05:41 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Strenge , das ist für mich:
- mit 10 wenn ich ein Lied auf dem Klavier 10 mal üben musste
- mit 12 wenn ich 3 Tage Hausarrest bekam weil ich einmal ne 5 geschrieben habe
- mit 16 als ich von Mutti eine Strafarbeit bekam.Ich musste 100 mal schreiben » Ich muß pünktlich zu Hause sein «
- Mit 20 als Mutti entschied,das ich noch nicht zu alt für den Lederriemen sei und mir den Hintern versohlte
_ mit 25,wenn mein Chef mich abmahnte ,weil ich 5 ( !) Minuten zu früh gegangen bin
_ mit 28 als mein Mann mich das erste mal überlegte,nur weil ich mich im Ton vergriffen hatte
- mit 30 als er verlangte ,ich müsse die Rute auch noch selbst holen,wenn ich was verdient hätte
- mit 33 als mein Hausarzt anfing mein Gewicht zu kontrollieren udn mich jeden Monat einmal auf die waage stellte
- mit 34 als mein Göttergatte einen dünneren Rohrstock kaufte ,der noch mehr durchzog
_ mit 40 als ich von meinem Chef gemaßregelt wurde,weil ein Kunde sich beschwert hatte
- heute mit 53 wenn ich noch immer von meinem gatten ein Ausgehverbot erhalte,wenn ich nicht gefolgt bin...
Aber so sehr ich die Strenge oft verflucht habe ,
letztendlich war sie gut für mich ...auch wenn ich das so manches mal erst später wirklich einsah.
Strenge ist gut - aber nur wenn sie auch gerecht ist.
-
Jenny schrieb am 16.10. 2017 um 14:48:04 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Mir fallen dabei immer Geschichten ein,die in unserer Familie erzählt wurden.Ich erinnere mich genau,das diese Dinge immer bei Feiern leise aber mit unterdrücktem glucksenden Lachen erzählt wurden und auch an die ( für mich damals unverständlich) leuchtenden Augen meiner Mutter kann ich mich erinnern.Um den kontext zu verstehen muß man auch wissen,das es in unserer Familie...nun ja nicht demokratisch aber schon gerecht zugeht.Ich weiß nur von einigen Fällen,in denen Vater wirklich auf den Tisch haute und Frau und Töchtern die Richtung gab.Nun zu den Storries.
Die Schwester meiner Grossmutter war Nonne. Nach meiner Erinnerung spielten diese Erzählungen etwa um 1910 bis 1915....jedenfalls vorm 1. Weltkrieg.Der Tagesablauf muss unheimlich streng geregelt gewesen sein.Minutiös sozusagen.Die Äbtissin,also quasi die Chefin dort regierte wohl im Sinne Ludwigs des IV.ten.Ihr Wort war Gesetz.Geringste Regelverletzungen wurden konsequent bestraft.Die Methoden sollen dabei wohl von glashart bis subtil gereicht haben.Auch die Schwester meiner Großmutter hatte es wohl einige male » erwischt«.Ein sehr plastisches Bild ,an das ich mich noch erinnern kann,ist das sie wohl zwei ( !) Stunden in einem Vorraum warten musste ( stehend) in dem nur eine Truhe stand und ein Kreuz an der Wand hing.Dann musste sie zur Äbtissin rein,durfte die aber nicht anschauen...hat wohl » den Marsch geblasen bekommen« wie bei uns in der Gegend ne ordentliche Standpauke heisst,musste sich bedanken und wurde zu etlichen Gebeten verdonnert.
Allerdings soll wohl auch die direkte Art der Strafe ,von der ich nicht glaube das es die im Gesetz noch gab,üblich gewesen sein.Soll heißen,Kutte aus,bücken und trotzdem hinterher zur Messe auf den harten Kirchenbänken sitzen müssen,obwohl der Hintern es kaum ausgehalten hat.
Auch das dutzendfache Abschreiben von irgendwelchen religiösen Texten bis in die Nacht soll angeordnet worden sein.Dagegen sind ja die Strafarbeiten die ich mit 15 schreiben musste ( 250 mal ich muss pünklich sein) wohl eher ein Scherz.
Was mich an diesen Berichten fasziniert,ist die Tatsache das jedesmal wenn davon die Rede war...und auch heute noch in mir Gruseln und Lust miteinander streiten.Gruseln,wenn ich mir vorstelle unter so spartanischen Lebensbedingungen ohne Freunde,ohne Familie ohne Mann leben zu müssen...Lust wenn ich mir vorstelle ich müsste da so gehorchen.
Würde mich mal interessieren wem das noch so geht. Ach ja,auf gewisse Komentare einiger Herren hier oder gar auf das Angebot mir gegenüber die Äbtissin zu spielen kann ich gern verzichten.Interessante Komentare sind willkommen.
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