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tootsie schrieb am 11.5. 2007 um 10:28:50 Uhr über

Traumspeicher

Vorspiel:

Letzte Nacht war ich rasend vor Zorn. Ich habe meinen Vater angebrüllt, mich vor aller Augen verletzt und gewütet wie ein Berserker. Nach dem Erwachen war mir so befreit um die Brust!

Heute Nacht habe ich aufgeräumt. Auch Omas Wohnung, aber dazu gleich. Bevor ich ein Berserker war, habe ich mal wieder in Omas Wohnzimmer übernachtet. Es herrscht tiefe Stille. Ich beschließe, etwas Tabak in der Wasserpfeife zu rauchen. Oma schläft in ihrem neuen Schlafzimmer. Ich gehe in ihr altes und hänge den Kopf zum Fenster raus. Die Bong war schon in der Küche angegangen, was ich mir nicht erklären kann. Ich würde später Räucherstäbchen anzünden müssen nach dem Lüften. Am Fenster erkenne ich, dass das Haus baufällig ist: Glühende Drähte und schwelender Gummi. Geht mich nichts an. Das Nebengebäude hat plötzlich ein Stockwerk mehr. Gläserne Orangerien und geheime Türen!

Schritte auf der Treppe. Oma jammert, und Tante S. kümmert sich um sie. Oma wirkt plötzlich verwirrt und hilflos, obwohl sie alles ist, nur nicht senil.

Ich wedele mit Räucherstäbchen, und keiner merkt was.

Bevor ich rase, trage ich Frauenkleider. Ich bin perfekt geschminkt und sehe aus wie eine echte Frau mit blonder Mähne. Big Hair. Es ist Winter. Ich bin mit meinem Vater unterwegs. Er fasst mir in den Schritt. Wie schön! Aber wir streiten. Wie immer im Traum.


Erster Akt:

Ich befinde mich in Omas Wohnung. Sie ist in Kur. Ich mache den Fernseher an und hoffe, dass keiner kommt. Mein Cousin taucht auf. Wir unterhalten uns nett. Tante S. betritt die Wohnung und nörgelt rum. Irgendwie überzeugen wir sie davon, dass wir nur die Lebensmittel wegwerfen wollen, die Oma vergessen hat. Berge von Bananen und Tomaten. Irgendwo Schnitzel und belegte Brötchen. Alles viele Wochen alt, aber erstaunlich frisch. Oma ist wohl doch da. Sie möchte den Nachbarshund füttern. Ich empfehle, die verdorbenen Lebensmittel lieber dem Fuchs zu geben.

Zweiter Akt:

Ich bin in meinem Kinderzimmer. Mitternacht ist vorbei, aber es ist morgendlich hell. Ich warte darauf, dass meine Alten schlafen gehen, weil ich eine Fluppe rauchen möchte. Währenddessen male ich. An das erste Bild kann ich mich nicht erinnern. Mir fällt auf, dass ich Blau brauche. Irgendwo ist eine Tube mit Acrylfarbe. Das geht wohl auch, denke ich. Wildes Tupfen, leuchtende Farben beim ersten Bild. Das zweite entsteht schon, während meine Alten noch zu Bett gehen. Vater lässt die Katzen rein. Sie sind der Helle wegen verwirrt und wollen Frühstück. Ich verteile grüne Farbe auf der Leinwand, auch rote Tupfen und gehe großzügig mit Deckweiß darüber. Ich denke, ich sehe nicht recht: Auf der Leinwand ist eine Rose! Eine perfekte Rose in Sfumato! Ich zeige sie meiner Mutter und meinem Vater. Sie sind verblüfft, aber nicht so verblüfft wie ich, weil sie glauben ICH hätte die Rose gemalt. Zum trocknen lege ich die Leinwand in der Küche auf den Tisch. Das Bild ist inzwischen so groß wie ein Bettlaken. Mutter fragt, ob ich wieder mit Vater gestritten hätte. Ich erinnere mich an den Traum der letzten Nacht und verneine. Wir sind uns auf sterile Weise nahe.

Dritter Akt:

Meine Eltern haben das Aquarium vernachlässigt. Das Licht ist nicht eingeschaltet. Sie halten das für überflüssig. Natürlich ärgere ich mich saumäßig, kann aber auch nichts dagegen unternehmen.

Ich schaue genau hin: Das Becken ist voller Leben! Plötzlich drei oder vier Zwergkrallenfrösche, zig Fische und wuchernde Pflanzen. Ich bin begeistert und leite frisches Wasser ein. Irgendwo in den tiefen des Schrankes befinden sich Glasgefäße mit Wasserpflanzen. Und obwohl diese seit einem Jahr kein Licht gesehen haben, sind sie grün! Dazwischen tummeln sich Schnecken, Kaulquappen und kleine Fische.

Meine Fragen an die Jungs im Keller:

Warum das Rauchen? Immer wieder? Ablösung? Der Streit mit Vater? Was tue ich in Omas Wohnung? Immer wieder? Warum das Aquarium? Vergessene Gefühle, die ich neu entdeckt habe? Immer wieder das Gleiche... Was soll ich wissen?


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