Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Traumspeicher«
Ugullugu schrieb am 10.2. 2003 um 17:10:35 Uhr zu
Bewertung: 9 Punkt(e)
Gestern hab ich mir vielleicht einen Scheiß zusammengeträumt. Ich will mal versuchen, es aufzuschreiben, bevor es mir ganz entfällt. Also:
Ich bin wieder in Oklahoma, wo ich für ein Jahr diesen Schüleraustausch gemacht hab. Genauer gesagt bin ich in dieser Wohnsiedlung bei Tulsa, mit den modernen, flachen Einfamilienhäusern, die alle die gleiche Garage haben. Es ist früher Abend oder möglicherweise auch Nacht, und die Zikaden machen Lärm. Ohne Zikaden hätte es eigentlich auch Sylt sein können, sieht genauso aus. Ich bin draußen. Irgendwoher weiß ich nun, daß die Neighbourhood Watch in der Nähe herumfährt und mit dem Scheinwerfer in die Fenster leuchtet, und die hätte eigentlich auch alle Hände voll zu tun gehabt: ich bin nämlich so eine Art bemoostes, grünes Comic-Monster, dem frühen swamp thing nicht unähnlich, bin zwar nicht sehr groß, habe aber ein großes Maul (harhar) und eine rostige Kette, mit der ich auf irgendwas einzuschlagen gedenke. So laufe ich also als grünes Monster draußen in der Nacht an den front porches vorbei und plane, irgendwo einzubrechen und ein bißchen Radau zu machen. Ich will keinem was tun, nur halt in so eine ordentliche kleine Wohnung einbrechen, die Leute erschrecken und mit meiner rostigen Kette auf die Möbel einschlagen. Ein bißchen komme ich mir vor wie das »alte Europa«.
Dann finde ich endlich ein Haus, in dem noch Licht brennt (keine Ahnung, wieso ich ein erleuchtetes Haus gesucht habe). Ich walke also up zur Garagentür, die offen steht, weil ich weiß, daß von der Garage eine Verbindungstür ins Wohnhaus führt. Der Bewegungsmelder reagiert offensichtlich auch auf grüne Schlammmonster, die Außenbeleuchtung geht an und bei den Scheinwerfern wuseln Insekten herum. In der Garage steht kein Auto, aber in der Tür zum Wohnhaus steht plötzlich der Hausherr. Er hat einen hellen Schnurrbart und dummerweise eine Pistole. Ich glaube, er hat gar nichts gesagt, jedenfalls war die Sache klar: ich hab hier nichts verloren und geh jetzt besser. Enttäuscht ziehe ich also mitsamt meiner Kette ab und hocke mich auf den Rasen vor dem Haus. Ende erster Teil (scheiße wird das lang).
Ich hocke also auf dem Rasen herum. Da bekommt der schnauzbärtige Waffenträger erneut Besuch: von rechts brettert ein roter Golf III Europe heran, fährt die Einfahrt hoch und langsam in die Garage. Durch die Scheiben sehe ich, daß überraschenderweise zwei Freunde von mir in dem Wagen sitzen. Der Wagen hält, die Türen gehen auf. Ein wahrer Wasserfall ergießt sich aus dem VW, als wäre er vorher bis zum Dachhimmel mit Wasser gefüllt gewesen! Helge und Markus, meine Freunde, werden mit hinausgespült. Jetzt haben sie sich aber überraschend in zwei völlig andere Menschen verwandelt, die ich nie zuvor gesehen habe, aber ich weiß, daß sie ein Ehepaar und zu Besuch beim Schnauzbart sind (der steht immer noch da, die Waffe ist glaube ich weg).
Die ganze Garage steht ein paar Zentimeter tief unter Wasser. Das macht aber weder dem Amerikaner noch seinen beiden Gästen etwas aus, noch der Frau des Amis, die jetzt überaschend aus dem Haus getrippelt kommt. Die Frau ist sehr dünn. Die vier Leute in der Garage begrüßen sich herzlich, im Wasser stehend. In der Garage liegt jetzt plötzlich ein schwarz-rot-weißer Teppich, ebenfalls unter Wasser, unter den Füßen der Leute, unter dem Golf.
Dritter Teil, jetzt wird es wirklich bescheuert. Aus dem Nichts taucht plötzlich ein Mann mit einem dunklen Anzug auf. Er ist sehr groß und hat ein Mikrofon in der Hand und geht damit zu der dünnen Frau. Er fragt sie, ob ihr das gar nichts ausmache, daß ihre ganze Garage unter Wasser stehen würde, und das halbe Wohnhaus. Damit lenkt er die Aufmerksamkeit aller auf die Verbindungstür zum Wohnhaus. Die ist halb geöffnet, und man kann sehen, daß auch da schon das Wasser steht. Drinnen sind weiße Fliesen. Die Frau antwortet, das mache ihr nichts aus, denn sie besitzt ein spezielles System zur Hausentwässerung. Der Mann im Anzug fragt erneut: Was ist denn das wirklich Tolle an diesem System?, und er fragt es in so einem konspirativen Ton, und die Frau antwortet darauf wie aus der Pistole geschossen, und plötzlich kippt alles um, und mir ist klar: Das ist Werbung! Ich bin in einem Fernsehwerbespot für eine hausinterne Anlage, die den Wasserkreislauf eines Wohnhauses reguliert. Das wurde in den letzten Augenblicken, die der Traum noch dauerte, bis ins kleinste Detail erklärt, aber leider habe ich es wieder vergessen. Gut möglich, daß mir im Traum die Lösung für alle eventuell anstehenden Trinkwasserprobleme der Menschheit offenbart wurde. Es war wirklich toll, die unteren Zimmer des Hauses waren zum Beispiel alles Naßräume, und das Auto, der rote Golf, fuhr auch mit Wasser, und daß er beim Reinfahren die ganze Garage unter Wasser setzt, ist so gewollt und hat etwas mit Wiederaufbereitung zu tun. Dann bin ich aufgewacht, und mußte ganz dringend pissen.
mcnep schrieb am 10.6. 2004 um 06:58:53 Uhr zu
Bewertung: 6 Punkt(e)
Auf der Straße begegne ich Paul Breitner und Franz Beckenbauer, beide deutlich jünger als ich. Sie fragen mich, wo man um diese Zeit noch etwas trinken könne (es ist etwa vier Uhr früh, die Zeit, als ich zuvor kurz aufgestanden war und auf die Uhr schaute). Ich erwidere, da müßten sie wohl schon nach Rom fahren. Als sie weggehen, fällt mir ein: Sie hätten doch auch im Victorian (Edelkneipe an der Kö) nachfragen können. Ich bin aber zu faul, ihnen nachzurennen.
Fragment der gleichen Nacht: Ich frage einen Bekannten, wieso Jeans heute nicht mehr so leicht entflammbar sind wie früher (sic!) und streiche zur Demonstration mit einem Feuerzeug über meine Beinkleider. Er erwidert, ja, das sei wohl richtig, aber verbrecherische Menschen fänden da immer einen Trick, was er mir an einer Kinderschaufensterpuppe demonstriert, die einen Jeansrock trägt. Er appliziert daran, an der Rocknaht aufsteigend, medizinisches Pflaster (weiß, halbtransparent, hautfreundlich) und erklärt, das würden Väter in vielen Ländern leider heute immer noch tun. Dann zündet er das untere Pflaster an; sofort steht der Rock in hellen Flammen [am Nachmittag hatte ich Davina aus dem Struwwelpeter vorgelesen, aber bewußt die 'Paulinchen war allein zu Haus'–Geschichte ausgelassen]. Die Puppe fängt an zu zappeln - es ist aber trotzdem immer noch eine Puppe - und der Bekannte erklärt mir, jetzt müssten wir uns beeilen und hoffen, daß niemand dumme Fragen stelle, worauf er sie bei der Notaufnahme eines Krankenhauses (die traumtypisch sofort zur Stelle ist) abgibt, wo der Arzt sofort die Rocknaht untersucht, aber offensichtlich keine verdächtigen Indizien finden kann. Mit einem Gefühl des 'Glück gehabt' verlassen wir die Ambulanz, ohne uns weiter um die immer noch schwelende Puppe zu kümmern.
mcnep schrieb am 2.2. 2003 um 12:50:02 Uhr zu
Bewertung: 15 Punkt(e)
Traum vom 2. 2. : Ich lasse mich in einem Taxi kreuz und quer durch eine abendliche Stadt fahren, die Züge von Köln, Stuttgart und Iserlohn aufweist. Andauernd steigen kleine Grüppchen gutgelaunter Herren meist mittleren Alters hinzu, die stets vor mir aussteigen und trotz unterschiedlicher Haltepunkte alle dasselbe Ziel zu haben scheinen. Ich bin unsicher, ob es sich um eine Konferenz, ein Geschäftsessen oder einen Betriebsausflug handelt, vermute aber letzteres. Schließlich lasse auch ich mich in einer Kneipe am Berg absetzen, die mir aufgrund des schlechten Wetters und ihrer windschiefen Anmutung wie eine deutsche Version des 'Gasthaus Jamaica' aus dem gleichnamigen Film erscheint. Als ich die stickige und überfüllte Schankstube betrete merke ich, daß sich hier alle Männer versammelt haben, mit denen ich zuvor im Taxi gefahren bin. Sie sind immer noch sehr aufgeräumt, aber keiner von ihnen scheint mich wiederzuerkennen. Der Umschwung vom Kalten in die Kneipenwärme reizt meine Blase, und ich suche die Toilette auf. Die erkenne ich als die recht ungepflegte Örtlichkeit des Düsseldorfer Lokals 'Rheinpark' wieder, und an den Urinalen stehen zwei Herren mit offensichtlichem Interesse füreinander, jedoch ebenfalls in dieser bei solchen Anlässen eher unüblichen kumpelhaften Geschwätzigkeit. Selbstredend nicht schockiert, aber aufgrund meines Harndrangs auch nicht näher interessiert, baue ich mich einige Becken weiter auf, als aus dem Vorraum eine fürchterliche Schimpfkanonade über 'widerwärtige Unzucht', 'die Sünde Sodoms' und so weiter ertönt. Die beiden Herren zu meiner rechten knöpfen sich hastig zu und sind schon verschwunden, als der Urheber dieses Geschreis eintritt: es ist, wie ich an seinen Schläfenlocken, Tefillin, dem Hut und der krähenartigen Umkuttung sofort erkenne, ein orthodoxer Jude, etwa Mitte zwanzig. Komischerweise fängt auch er während seines Geschäfts an, mit mir zu reden, wobei er noch einmal die Sündhaftigkeit unkeuschen Verhaltens betont, mich jedoch, in diesem Falle zu Recht, in keinem Verdacht zu haben scheint. Im Gegenteil, er wird sehr vertraulich, und im Waschraum vertraut er mir ein kleines Päckchen an, mit der Bitte, es auf meiner nächsten Urlaubsreise »einfach ins Meer zu werfen, Sie wissen schon, wo«. Der Nachwuchschassidim geht ab, und ich bleibe mit der schwarzen Schachtel in der Hand einigermaßen verdattert zurück.
Die Versatzstücke des Traums sind alle vergleichsweise leicht aufzuschlüsseln, ihre Deutung selbst vorzunehmen widerstrebt mir fast ein wenig, so eindeutig scheint mir das ganze. Hervorheben möchte ich nur, daß mir dieser genau so stattgehabte Traum den zweifelsfreien Beweis erbracht hat, daß ich in Farbe träume: noch jetzt steht mir wie eine Filmeinstellung das Bild des jungen Juden in seiner schwarzen Einrahmung hinter einer gelben Kachelwand vor Augen, auf dessen Gesicht aus dieser Nähe rötliche Flecken zu erkennen waren, ob es sich um eine ausheilende Akne oder eine Stoffwechsel- oder Durchblutungsstörung handelte, konnte ich nicht herausbringen; das sind auch Dinge, die man orthodoxe Juden nicht im Waschraum einer deutschen Bierkneipe fragen sollte.
mcnep schrieb am 23.8. 2004 um 15:35:17 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Also, was war das gerade für ein deppenhafter Mikrotraum im Nachmittagsschlaf? Jemand hätte im Blaster einen Text eingegeben, so das übliche Gejammer von wenig zu wenig Niveau und Alledoofnurichnicht und hätte darin gefordert (sich offenbar selbst damit meinend) es würde langsam Zeit, daß ein 'Blaster–Rüttler' auftauchte. Ich nun hätte mich über diese typisch unbedarft–naßforsche Art geärgert und beschlossen, das Wort 'Rüttler' tatsächlich zu verstichworten, jedoch mit einem aus dem Weinlexikon exzerpierten Artikel über die méthode champagnoise (wobei ich - im Traum - sogleich den Phantomschmerz einer Schnittverletzung am linken Daumen bekam, dort, wo man sich gemeinhin beim Entfernen einer Champagner–Metallkapsel zu verletzen pflegt), weil, so meine Begründung im Traum, die doch so possierlich klang, daß sie das Festhalten dieses Kuddelmuddels rechtfertigt, »ich mir schließlich nicht jeden Tag frische Gedanken machen muß«.
mcnep schrieb am 11.9. 2006 um 13:28:39 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Belastender Traum, in dem ich durch die Gänge einer alten Klinik (Augusta–Krankenhaus Rath?) gehe und dort zuguterletzt in einem Zimmer auf den quietschfidelen Konrad treffe. Er sieht aus wie immer - von einem unschönen hellblauen Schlafanzug abgesehen - und erzählt mir ausgesprochen zuversichtlich davon, es sei alles gar nicht so schlimm, man hätte den Lungenkrebs jetzt in den Griff gekriegt, in ein paar Tagen, Wochen, sei er wieder raus etc. Ich höre konzentriert zu, während zugleich in meinem Kopf ein Mühlwerk losgetreten ist, zwischendrin der Gedanke an Kriegsheimkehrerwitwen im allgemeinen und Fassbinders 'Ehe der Maria Braun' im besonderen. Ich beschließe, klartraumhaft, mich der irritierenden Situation zu stellen und fixiere Konrads liebes Gesicht, dass ich so lebendig seit seinem Tode nicht mehr vor mir gesehen habe, auf das Intensivste, wobei ich die schon bei seiner Aufbahrung zu erkennenden Leichenflecken an den Ohren bemerke. Geradezu beruhigt verlasse ich das Krankenbett, ihn weiterhin im Rückwärtsgang fixierend und hierbei, wie in einem Exorzismus, die mir stets präsente Schlusspassage aus Poes 'Der Fall Valdemar' murmelnd. Tatsächlich bäumt sich hierauf K. auf, beginnt fratzenhaft zu mutieren, Verwesungsprozesse durchlaufend, ich gehe geschockt, aber ohne Hast ganz aus dem Zimmer und höre dann plötzlich beim Heruntergehen in einem völligen Umschwung der Atmosphäre K. sagen: »Bringst Du mir morgen bitte auch ein paar frische Socken mit?« Diesen Satz habe ich früher oft gehört und er war es auch, wegen dem mich G. nach dem Erwachen in Tränen aufgelöst fand. Und dennoch war es ein guter, ein heilsamer Traum, wenn ich meine Empfindungen abgleiche. Fast so, als hätte K. eine Abschiedsvorstellung ohne Gram gegeben.
tootsie schrieb am 19.9. 2008 um 14:55:08 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Erste Sequenz:
Ich befinde mich auf einer Familienfeier in der Wohnung meines Onkels und meiner Tante. Das eine Glas Wein habe ich nicht vertragen. Die anderen sind betrunken. Es ist sehr, sehr spät. Ich befinde mich allein in der Küche und arbeite an einem Puzzle. Ein Ägyptisches Motiv. Rätselfragen dazu...
Meinem Onkel helfe ich beim Abwasch. Er ist freundlich und zugänglich. Angeheitert spricht er von einem Fernseher. Ich folge ihm, und unten im Keller läuft ein bizarrer Porno. Im Grunde befindet sich dieses Kellergeschoss unter dem anderen Kellergeschoss, was den Bauplan etwas verwirrend macht. Unten sind Matratzen, und Wasser tropft. Im TV läuft dieser abgefahrene Kunstporno. Irgendwas psychedelisches, was nicht mal pornographisch ist.
Ich schlafe mit meinem Onkel. Es ist super!
Zweite Sequenz:
Ich befinde mich in Langendorf. Es scheint der Morgen nach der Nacht mit meinem Onkel zu sein. Die Sonne scheint. Opa liegt nackt auf dem Hof und lässt sich von Onkel W. einen blasen. Ich bin nicht einmal besonders irritiert, weil ich zumindest ahne, dass ich träume. Es ist Hochsommer. Onkel W. paukt mit einem mir unbekannten Mädchen Algebra. Das kommt mir sehr, sehr seltsam vor. Ich bin am Gartenteich. Da ist ältere Verwandschaft. Die Katze schwimmt und taucht durch den Teich. Sehr elegant. Sara ist da. Sie spricht mit dem Algebra-Mädchen und gibt Schminktips.
Wir müssen los. Irgendwo hin fein essen. Ich seile mich ab. Meine Kleidung ist schmutzig - überall Wasserlinsen. Der Hund des Algebra-Mädchens haut ab. Ich fange ihn wieder ein und lege ihn an die Leine. Ich drücke ihn mit dem Hals nach unten und hake die Leine ein. Mir gefällt das nicht und ich habe Angst, mich in die Erziehungsangelegenheiten anderer Leute einzumischen.
Dritte Sequenz:
Ich bin im Vogtland und erfahre, dass unser Haus nur fünfzehn Minuten von der Küste weg ist. Ich ärgere mich über meinen Vater und darüber, dass ich das erst jetzt erfahre.
tootsie schrieb am 19.10. 2007 um 12:36:43 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
(Dies ist mein vierter Versuch mit Traumkraut gewesen und ich werde getreulich davon berichten. Da Traumkraut die unangenehme Eigenschaft hat, das Einschlafen zu verhindern, nahm ich vor meinem Versuch eine halbe Schlaftablette, die sich noch irgendwo in den Tiefen meiner Hausapotheke fand, schluckte eine Melatonin, um den Körper bettfertig zu machen und aß reichlich zu Abend. Beim ersten Versuch hatte ich lange wach gelegen und wurde von wirren Bildern gehetzt, die normalerweise das Einschlafen begleiten. Auch beim zweiten und dritten Versuch war das Ergebnis ein unangenehmer Halbschlaf, obwohl ich Knülle war wie die Sau!)
Erste Sequenz, erster Akt:
Ich bin daheim im Kinderzimmer und luge durch den Spalt der Schiebetür ins Wohnzimmer. Mein Vater schimpft, ich hätte wohl Schnaps getrunken. Ich verneine das und meine Mutter kommt, um mich zu trösten. Neben meinem Bett steht eine halbe Flasche Amselkeller und ich weine ihr was vor von wegen ich sei ein Säufer und käme nicht davon los usw.
Zweiter Akt:
Ich beschließe, mir die Pulsadern aufzuschlitzen und setze ein Skalpell an, weil mein Leben ja so verpfuscht zu sein scheint. Ein feiner, roter Sprühregen aus Blut ist das Resultat. Ich stürme aus dem Kinderzimmer an meiner Oma vorbei, um irgendwo zu sterben.
Zweite Sequenz, erster Akt:
Eine Familienfeier. Meine Tante ist da, meine Oma, meine Eltern, Cousin und Cousine; der Onkel fehlt. Man zeigt mir künstliche Lebewesen, die überall herumwuseln. In der Küche versuche ich, mit einer künstlichen Katze zu spielen. Ein Sicherheitsmechanismus verhindert, dass sie mich verletzt. Ich frage mich, ob man etwas, das Leben so perfekt vortäuscht, töten kann. Das Gespräch mit einem Metzger kommt mir in den Sinn an dieser Stelle. Im RL hat mich dieses Gespräch etwas verstört, weil er angab, beim Schlachten eine Erektion zu bekommen. Ich verfolge eines der künstlichen Wesen und es hat einen Unfall an einem Elektrokabel. Stranguliert! Ich bitte meinen Vater, die Sicherungen rauszunehmen, damit ich das Kabel reparieren kann. Sehr deutlich sehe ich die Adern. Ich bin verstört, weil ich Schuld bin am Tod des künstlichen Wesens.
Zweiter Akt:
Die Familienfeier ist in vollem Gange. Ich habe nur ein Glas verdünnten Weines in meinem Zimmer stehen, fühle mich aber sturtzbesoffen..! Die anderen haben mehr Wein getrunken als ich: Zwei leere Flaschen Rotwein lehnen umgegehrt am Gewächshaus. Es ist sonnig, Nachmittag. Herbst, die Sonne sinkt. Ich begleite das Huhn meiner Tante nach draußen. Es ist folgsam wie ein Hund. Ein weißes Huhn! Ich gackere ein wenig mit ihm und lasse es im Hof scharren. Die lange vermisste Katze Catweazle taucht auch auf. Ich freue mich! Die seltsame Trunkenheit macht mir sehr zu schaffen. Ich frage mich, wieso der verdünnte Wein so stark und heimtückisch war! Im Vorhäuschen begegnet mir ein weiteres künstliches Wesen. Eine Puppe, die hübsch angezogen ist. Ich frage mich, ob es möglich ist, mit ihr zu kommunizieren. Ich hocke mich vor ihr auf den Boden und stoße Laute aus. Sie kommt näher. Nach ein bisschen hin und her gibt sie mir einen Kuss und mümmelt an meiner Unterlippe. Verstörend!
Immer wieder frage ich mich, wann ich denn nun ins Vogtland gefahren bin. Ich will doch unbedingt Sara treffen, zumal ich nur den Samstag zur freien Verfügung habe! Immer wieder erwache ich kurz und begreife, dass ich noch in Leipzig bin.
Dritte Sequenz, erster Akt:
Ich bin in der Wohnung meiner Oma. Sie ist nicht da, aber Großvater lebt noch - der mit dem Schlaganfall. Ich bin hungrig und finde in der Küche was Essbares. Ich mache mir ein gemischtes Eis mit Kümmel. Mein Cousin will auch was; ich gebe ihm die leere Packung zum Auslecken.
Zweiter Akt:
Man sitzt abends bei Opa in der Wohnung. Ich bastele einen Kescher. Eine diffizile Arbeit, bei der mich mein Cousin dauernd stört! Ich muss den Kescher an drei Punkten mit dem Stiel verbinden. Mein Cousin nervt, der Draht ist verbogen und ich raste aus und beschimpfe ihn im Beisein seiner Mutter. Sie beteiligt sich nicht. Ich jage ihn ein bisschen und er mault und quängelt. Ich werfe ihn an den Kopf, dass er eh völlig blöd und lebensuntauglich ist.
Vierte Sequenz, erster Akt:
Ich habe erotische Träume, befinde mich mit unbekannten Männern in einem unbekannten Laden... Alles Heteros. Hin und her, Einkaufen.
Mehr Akte:
In das Träumen mischen sich Phasen von Wachsein, Schlaflähmung und Erotik. Ich versuche, aufzuwachen, stelle aber fest, dass ich nicht wach bin. Die Uhr zeigt 20.50 Uhr. Immer wieder. Ich bin also luzide und beschließe, zu masturbieren, weil mir nichts besseres einfällt im Traum. Es gelingt auch. Mehrfach muss ich neu ansetzen, weil ich durch Trauminhalte gestört werde oder kurz aufwache oder eine Schlaflähmung habe. Aus der Schlaflähmung heraus kann ich den Traum wieder aufnehmen und weiter geht es!
Schlussakkord:
Ich liege masturbierend in der Badewanne und denke an meinen Onkel. Das wundert mich, weil ich eben weiß, dass ich im Bett liege. Egal. Ich ahne, dass ich träume... Ihn herbeizuzaubern gelingt mir nicht, also begnüge ich mich mit der Vorstellung, dass ich ihn mir vorstelle. Ich bin nach wie vor paralysiert, liege in der Badewanne und wichse. Die Augen kann ich nicht öffnen. Ich versuche, aufzuwachen, als ich die Geräusche einer Putzfrau höre. Nanu? Jemand gießt warmes Wasser über mich. Die Putzfrau? Das Wichsen habe ich eingestellt; logisch. Sie erklärt mir, dass sie mich gefunden hat, nachdem ich mit den Männern aus dem Laden herausgewankt sei - voll wie eine Haubitze. Ich bin vollends verblüfft, zumal es dort keinen Aklohol gab und ich eh nur Wein trinke. Ich sei umgefallen; ich ahne vage, wo das gewesen ist. Sie hätte mich aufgelesen und danach hätte ich im Suff Ausländer auf Nazis gehetzt und Ärger mit der Polizei bekommen. Ich kann mich an nichts erinnern und bin maßlos verwundert. Zwei Tage hätte ich so in der Badewanne gelegen! Ich schäme mich und fühle mich grässlich.
Ich stelle fest, dass ich immer noch träume und zwinge mich zum Aufwachen. Alles nur ein Traum! Ich träume aber immer noch, und wache erst danach völlig verleiert auf.
Maia Puritan schrieb am 19.10. 2007 um 12:58:22 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Bin wieder in dieser IT-Firma, Jahre habe ich dort verbracht, nun aber bin ich entschlossen, rein gar nichts mehr ernstzunehmen. Eine innere Stimme meldet sich und sagt: hättest du es damals nur ernster genommen! Hast du dir jemals angesehen, wie die Benutzer in ihrem Alltag mit deinen Programmen umgehen müssen?
Sofort sehe ich, wie der Output eines ganz kleinen und meiner Meinung nach unbedeutenden Programms auf ungeahnte Weise genutzt und umgeschlüsselt wird:
Himalaya, auf einer Paßhöhe setzt ein junger Tibeter begeistert eben diesen Output in bunte Schnüre um und legt sie in ein Kästchen ein.
Wie glücklich ist er, endliche dies jemand zu zeigen und erklären zu dürfen!
Im Kästchen werden die Schnüre zu einem raffinierten Knoten gebunden, der Knoten wird abgeschnitten und mag jenseits der Paßhöhe seine Geltung haben.
Wie bedauere ich es, keine Kamera dabei zu haben, wie überwältigend ist die Aussicht!
Dann muß ich schlucken. Die Paketschnüre stecken in meinem Hals, ich muß sie verschluckt, sogar eingeatmet haben. Würgend ziehe ich eine Schnur wieder heraus.
Im RL benutzte ich so eine zweifarbige Paketschnur, um Schachteln zu verschnüren; ich hatte Briefe meiner Ureltern sortiert, manche zu lesen versucht und wieder in die alten Schachteln zurückgelegt.
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