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wuming schrieb am 24.3. 2003 um 03:15:11 Uhr über

Kommunikation

1)IE ÜBLRAR131@IT1zIT1-.' UNt) NEU AUFGI@'FCHRTF FASSUNC,

Alles läuft ab wie üblich, das Füllen des Saales, der Einzug der Hauptpersonen. Etwa 25 Menschen verbreiten gespannte Erwartung, was aber Gottlob nicht und zum Glück auch sonst niemand merkt. Als der Herr Ortsvorsitzende ans Rednerpult geht und der Saal still wird, steht im Publikum eine Frau auf und ergreift an seiner Stelle das Wort: Es sei schlechte Luft im Saal, man solle das Fenster öffnen. Rufe werden laut: Rauchen einstellen! (Niemand raucht). Einer der Ordner stellt sämtliche Fenster schräg. Zustimmender Beifall. Nachdem alles zur allgemeinen Zufriedenheit geregelt ist, begrüßt der Ortsvorsitzendc die Anwesenden sowie den Geist der Geschichte: »Dcr Kommunismus ist am Ende!« Endloser BeifalL Noch mehr Beifall. Als er schließlich wieder zu Wort kommt und dieses dem Herrn Minister übergibt, wird es unterwegs von einer Frau, die direkt am Fenster sitzt, abgefangen: Es zieht! (Zustimmendes Gemurmel). Ein Ordner schlief;t das Fenster. Nach dieser Verzögerung ergreift der Herr Minister das Wort - es ist jetzt wieder da, wo es hingehört. Langer Beifall.
Der Herr Minister bedankt sich. Längerer Beifall. Der Herr Minister bedankt sich. Sehr langer Beifall. Der Herr Minister bedankt sich nicht. Kein Beifall. Der Herr Minister beginnt seine Rede. Wieder endloser Beifall. Der Herr Minister, etwas gereizt, weil ihm das Wort im Beifall abhanden gekommen ist: Man möge mit dem Beifall aufhören, er wolle sprechen. Der Beifall ebbt ab. Der Herr Minister spricht übcr die deutschen Truppen. Kein Beifall.


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Dinge und Verhaltensweisen, Interaktionen und Rituale sind Zeichen, sie bedeuten etwas.

Mit dem Prozeß der Bedeutungsproduktiorl zugunsten der bürgerlichen Gesell- Barthes, Roli
v schaft hat sich der Semiologe Roland Barthes beschäftigt. Wir beziehen uns auf Mythen
seine theoretischen Überlegungen, weil sie Anhaltspunkte dafür geben, wie Ku d" Alt g

turelle Grammatik als etwas historisch Gewordenes zu einer scheinbar natürli- Frankfurt/M
1964
chen Gegebenheit wird und wie Macht hinter dieser Natürlichkeit unsichtbar
wird.
Gemäß Barthes setzt sich ein Zeichen aus zwei Elementen zusammen:

Dem Bedeutungsträger oder Signifikanten und der darnit ausgedrückten Bedeutung, dem Signifikat. Wichtig für die Funktionsweise von Kultureller Grammatik ist, daß sich oft zwei Zeichensysteme unterscheiden lassen: Im ersten System haben die Signifikanten eine offensichtliche, sprachlich ausgedrückte Bedeutung, also ein Signifikat. Aus dem Verhältnis zwischen Signifikant und Signifikat ergibt sich ein Sinn. In diesem ersten Zeichensystem hat etwa eine Vereinssitzung mit ihren festgelegten Strukturen den Sinn, die Belange des Vereins rationell und wirksam zu regeln. Im zweiten Zeichensystem wird die Sitzung zur bloßen Form, zum Signifikanten. Es ist nicht mehr wichtig, ob Herr A oder Frau B in den Vorstand gewählt wird, ob der Verein seinen Jahresausflug in den Schwarzwald oder an den Boden-
Etwas stimmt nicht mit dem Beifall. Immer, wenn irgend jerna seiner Zustimmung Ausdruck zu verleihen versucht, schwill Minister besonders langatmig wird, bekommt er geräuschvoll genug, um irritierend pe'Inlicii zu wirken, aber nicht so lange, verstanden werden könnte. Dennoch beschweren sich einige Klatschen aufhören. Man sei nicht zum Klatschen hier, sond auch der Herr Minister, dessen Gesicht laiigs@im nach unten Aktentaschen dagcgen schmunzeln. Vereinzelte Rufe nach R Als einige jugendliche trotzdem immer weiter applaudieren Schulz aus und wird handgreiflich. Sein Ncbensitzcr versucht tik: Sei still, du Depp! Sonst bist du doch der größte Sti3rer! druckt, doch seiner Frau gelingt es, iliii zu bcruhigun, Herr S Fernsehen! Erst nach ca. 60 Minuten kann der 1 lerr Minister z kommen. Der Beifall ist eher spärlicli, matt hat genug davon ge Endlich beginnt die Fragerunde. Hinter dein Mikrophon b Ein Mitglied der jungen Union stellt eine kurze l;ragc zu der wehr. Der Herr Minister antwortet ausführlich und kornpetc die Ausführungen des Herrn Minister zum 'I'hema Kriscn', A



see macht. Vielmehr kommt es darauf an, daß die Sitzung ordentlich Kulturellen Grammatik durchgeführt wird - daß die Mitglieder pass die Hierarchie von Vorstand und gewöhnlichen Mitgliedern eingehal entsprechend ihrem Status verhalten. In diesem zweiten Zeichensyst System des Mythos bezeichnet, bedeutet die Vereinssitzung nichts a akzeptiert und gesellschaftliche Prozesse hierarchisch geregelt werd Bedeutung wird in unzähligen alltäglichen Situationen und gewöhnt stern transportiert. Als Signifikanten im mythischen System bringen herrschenden Verhältnisse und damit die Legitimität von Macht und Ausdruck.
In diesem Sinne ist die Kulturelle Grammatik Teil einer M in der Macht und Herrschaft als natürliche Gegebenheiten erscheine so selbstverständlich Teil des Lebens der Menschen, daß sie kaum je Die Kulturelle Grammatik ist kein Gegenstand von Diskussionen, Es i Alternative zu den bereits in den Formen des alltäglichen Umgangs en und Machtverhältnissen zu denken, Denn die Kulturelle Grammat Menschen nicht nur den herrschenden Verhältnissen, sondern bietet



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