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Oliuer Marchart
Bewohner des Natur-Reservats uns innen befänden und privilegierten Zugang zum vorsprachlichen Naturzustand hätten. So ist es natürlich ganz und gar nicht. Dennoch lebt die rousseauistische Internet-Ideologie, die das Netz als Naturpark gegen die ökonomisch-kulturellen Invasoren verteidigen will, in genau dieser Illusion: Der Naturzustand allgemeiner Freundlichkeit und Solidarität unter den Netz-Natives sei bedroht von den Kolonisatoren aus Wirtschaft und Geheimdienst.
Obwohl sie damit nicht völlig falsch liegen, vergessen die Netz-Rousseauisten und -Beach Boys, daß auch sie schon Kolonisatoren sind, daß auch ihr angeblicher eigennutzloser Naturzustand nur ein Definitions-Modell des Netzes ist, das mit anderen - etwa kommerziellen oder politisch anders gelagerten - in einem Definitionskampf liegt. Und das Naturmodell ist kein irgendwie privilegiertes Modell. Natur ist nur eine bestimmte Form von Kultur und dieser keineswegs logisch oder zeitlich vorgeordnet.
Zwischen Leninismus und Voglismus
Worin besteht nun das geheime politische Wissen von solchen popularen Erzählungen? Indem sie bestimmte Settings unterschiedlich arrangieren, spielen sie hypothetische Aktionsmöglichkeiten durch. Die drei Story-patterns präsentieren politische Modelle genauso wie Rollen: nämlich die politischen Charaktermasken der Subversiven (Tick, Trick und Track), des Revolutionärs (Lenin) und des unverbesserlichen Altlinken (Yogi-Bär). Denen stehen als Opponenten jeweils gegenüber der autoritäre Kapitalist (Dagobert), das Schicksal (Flugzeugabsturz) und der repressiv-tolerante Sozialdemokrat (Ranger Smith).
Keine der drei Stories bietet allerdings ein sehr erfolgversprechendes Szenario der revolutionären Apokalypse. Die Vorstellung des Totalchaos, d.h. der Revolution, ist unter postmodernen Bedingungen einer eher dispergenten Antagonisierung ohnehin mehr lähmend denn ermächtigend. Aber auch die Vorstellung, Totalchaos sei durch individualistische Hacker-Interventionen loszutreten, leidet an einer massiven Überbewertung des partikularistischen Interventionismus, also sogenannter hit-and-run-Strateglen. Tick, Trick und Track sind in der erwähnten Story genau solche typischen Medienguerilleros. Sie sind entrechtet (sie verlieren ihre Geburtstagsgeschenke), sie sind subversiv (schleichen sich nachts ein und sabotieren die Rechner), und sie laufen am Schluß der Geschichte davon. Man könnte sagen, sie haben die Versorgung Entenhausens am neuralgischen Punkt getroffen: Alles steht still in einem technisch induzierten sorelschen Generalstreik. Und doch regeneriert sich das System qua simpler Autorität, d.h. durch Dagoberts bloßen Befehl. Den Subversiven gegenüber steht der klassische Revo-
Was ist neu an den Neuen Medien?
lutionär inmitten seiner abstürzenden Eschatologi die verunglücken muß, da sich sonst die Unve tern,
herausstellen würde. Lenin wird nie dort ankornm der Neuen Welt. Er scheitert darin doppelt: Er sc wirklichbarkeit des Ganz-Anderen und farcenhaft einer real so falsch verwirklichten Utopie wie Arne Diese zwei Szenarien fallen also für eine linke P führt nur in ein Andrehen der Autoritäts-Schraub da es den großen Weit-Zentralrechner nicht gibt, nern Schlag umdrehen würde. Und bei Revoluti schon die Konterrevolution mit. Aber was ist mit irnmanenzpolitik, die den Picknick-Korb nicht au onssystems sucht, ihn dennoch aber nie erreicht Yogi-Bär-Politik vorgeschlagen von so illustren Pe zek oder Chantal Mouffe. Was Derrida unter eine kommenden Demokratie, die nie wirklich erreic Demokratie als einem unmöglichen Gut verst Mouffe in ein und dasselbe Paradoxon: »Plural ein Paradoxon, da genau der Moment ihrer Reali hen würde. Sie sollte verstanden werden als ein G nicht erreicht werden kann. Solch eine Demokra rnokratie >im Kommen< sein, da Konflikt und An dingung ihrer Möglichkeit und Bedingung der U lisierung sind.« Unter Demokratie verstehen sie a paradoxes 0 wirklichte Demokratie, sondern ein
ni . cht verwirklicht ist, irgendeinen regutativen wirkliche, wäre sie keine mehr. Indern Derrida, also als unerreichbaren Picknickkorb linker Poli jeglicher refornlistischer oder real-politischer D nen manchmal von linker Seite unterstellt wird. terschied zu einfachen Utopisten - einen Zusta nungssystemen, d.h. deren Signifikationsschleife nicht in irgendeinem »jenseits«, irgendeiner Ut
und doch unmöglich.
Gegen die heute endlich erkannte Notwend nenzbedingungen läßt sich wenig einwenden. Mouffe und Zizek vergessen wird, ist die negat fe. Sie vergessen, daß der jellystone-Park ein Re
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