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Kaischi, Du Liebes-Schuft!
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Sensationelle Exklusivbilder enthüllen Kai Diekmanns Vergangenheit als Schürzenjäger und Genußmensch
Der Bild-Chef intim
Hey, Mr. Reporter,
How 'bout talking about yourself?
Do you like what you're doing,
Or is it that you can do nothing else?
The Kinks
Es gehört sich nicht, anderer Leute Unterhosen an die große Glocke zu hängen und laut auszurufen: »Alle mal herkucken! Ich habe den Slip der neuen Freundin von Oliver Kahn aufgestöbert!«
Einer, der so was Schmutziges trotzdem tut, jeden Tag, ist der Bild-Boß Kai Diekmann. In einem Verfahren, das er selbst angestrengt hatte und das als »Penis-Prozeß« in die Annalen einging, urteilte das Berliner Landgericht, daß Kai Diekmann das Verletzen von Persönlichkeitsrechten zu seinem Beruf gemacht habe. Kai Diekmann kann einfach nicht anders: Er wühlt die Bettwäsche auf, die nicht die seine ist. Er tauscht bei Lumpen und Kretins Bargeld gegen Schweineferkelfotos ein, wenn sie die Klempnerfalte eines Filmstars auf seiner Segelyacht zeigen oder Caroline von Monacos Ausschnitt beim Mülleimerleeren, und er reibt sich die Hände und vielleicht noch andere Organe, wenn er die Fehlgeburt einer Botschaftersgattin auf Seite eins breittrampeln kann (»Sex-Schock - Baby verloren - Sorgen um Frau des Botschafters - Wird sie nie wieder glücklich?«). Ein toller Typ, dieser Kai Diekmann! Mit Reportagen über Jürgen Drews' Po-Lifting, Frank Zanders Hörsturz und die Seitensprünge von Bundesligaspielern hat er sich einen großen Namen gemacht in der internationalen Po-Lifting-Szene. Kein Wunder also, daß sowohl Altkanzler Helmut Kohl als auch der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher zu Diekmanns engsten Vertrauten zählen. Wenn er sein Haupt aus dem verdreckten Hals der Kloschüssel emporreckt, die er »Boulevard« nennt, empfinden Kohl und Schirrmacher, die beiden tonangebenden Söhne Deutschlands, keine Berührungsangst. Im Gegenteil: Sie fühlen sich dazugehörig, busseln den Lokusfischer ab und schmieden gemeinsame Urlaubspläne.
Wie aber hat sich der Schlüpferstürmer Diekmann selbst in seinen Formationsjahren aufgeführt? Wen hat er geküßt, was hat er getrunken, und wie hat er dabei ausgesehen?
Licht ins Dunkel der Vergangenheit von Kai Diekmann bringen einige Fotos aus seiner Jugendzeit, die uns zugespielt worden sind und eine redaktionsinterne Debatte entfesselt haben: Darf man diese Bilder zeigen? Werden dadurch Nachwuchskräfte zum Kloakenjournalismus im Stile Diekmanns verführt? Oder ist die abschreckende Wirkung stärker? Nach reiflicher Erwägung aller Argumente haben wir uns für die Veröffentlichung der Fotos entschieden. Das letzte Wort hatte morgens um halb zwei, am Ende einer schwierigen und turbulenten, von den Redaktionsräumen ins traditionelle Wirtshausumfeld hinübergesuppten Diskussion, unser Senior Editor Chief Peter Knorr: »Also, wenn ich jetzt auch mal was sagen darf, ich finde, der mündige Bürger hat das Recht, sich ein eigenes Bild von diesem ›Herrn‹ zu machen, der mir jeden Morgen seine Zeitung auf die Straße scheißt.« Sehen Sie selbst.
Entspannung de luxe! Ein angehender Schmuddelreporter relaxt im Kreise seiner Lieben und wird eins mit dem Volk, das er später mit Fickgeschichten aus der Regionalliga unterhalten wird. »Und mit dieser Wurstkartoffel ist euer Ex-Kanzler befreundet?« fragen irritierte Journalisten aus dem Ausland, und wir müssen ihnen zur Antwort geben: »Nicht nur der.«
Und ist der Zahn auch noch so steil, a bisserl was geht alleweil… Auf seinem kurzen, mit Lachsbrötchen und Cocktailkirschen gepflasterten Weg nach oben hat Kai Diekmann nichts anbrennen lassen. Hier ist er beim Techtelmechtel mit einer Tischdame unbekannter Herkunft zu sehen, lebenshungrig und liebesdurstig. »Ich bin zwar CDU-Wähler, aber nachts sind alle Katzen grau«, scheint Diekmanns Blick zu sagen. CDU und außerehelicher Sex waren damals noch zwei verschiedene Paar Schuhe. Diekmann probierte alle beide an, und siehe da, sie paßten ihm!
Eine Junge Union der »besonderen« Art: Erotik ist, wenn beide an das eine denken. Aber woran mag Kai Diekmann gedacht haben, als er dieser anonymen Schönheit seinen Oralsee zu schmecken gab? An Helmut Kohl? An den Kurzfilmklassiker »9 1/2 Zentimeter« mit Kim Basinger und Micky Maus? Oder doch nur wieder an die eigene Karriere und die stolze Hoffnung, eines Tages möglichst viele Farb-fotos der Arschbacken könig-licher Hoheiten zum Druck zu befördern?
Ein Schnappschuß mit Löckchen und Babyspeck. Und doch ist sie schon deutlich zu erkennen, die Fratze des Blutsaugers, der für Schlagzeilen über Leichen geht (»Familienvater erstach Frau und Tochter«, »Drei Tote nach Streit um Kredit-karte«, »Killer-Schlange tötet nur Frauen!«). Um als Senkrechtstarter bei Springer einsteigen zu können, mußte Diekmann sich die Haare natürlich noch mit SB-Margarine einfetten lassen.
Schnapsikalien hatte der junge Diekmann nicht nötig, um sich die Weibsbilder gefügig zu machen. Er mußte nur seine duften Hosenträger vorzeigen, damit die Frauen den Verstand verloren und sich von dem künftigen Top-Rechercheur in Sachen Disco-Mieze und Boxenluder ein Baby machen ließen. Bums.
Die Visitenkarten von Harald Juhnke und Axel Springer in der Tasche haben und im hohlen Kopf eine Mülldeponie: in seiner Spätpubertät war Kai Diekmann jedesmal happy, wenn er seine häßlichen Fischaugen hinter einer Sonnenbrille verbergen konnte.
Was Kai Diekmann hier wieder zu feiern gehabt hat, weiß kein Mensch. Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Kai Diekmann. Wäre Ihnen da nach Feiern zumute? Menschen mit Anstand würden sich entleiben, wenn sie Kai Diekmann wären. Ob er jemals bereuen wird, was er der Menschheit angetan und zugemutet hat? Allein optisch, mit seiner Freßleiste?
Gerhard Henschel
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