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wuming schrieb am 8.3. 2010 um 02:12:21 Uhr über

Theoretiker


Harry Pross (* 2. September 1923 in Karlsruhe) ist ein deutscher Publizistikwissenschaftler und Publizist.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Leben
2 Internationale Kornhaus-Seminare
3 Werke (Auswahl)
4 Literatur
5 Weblinks


Leben [Bearbeiten]
Harry Pross wurde am Ende seiner Gymnasialzeit 1941 zur Wehrmacht eingezogen und 1944 auf dem Rückzug durch Rumänien schwer verwundet. 1945/46 begann er ein Studium der Sozialwissenschaften in Heidelberg und hörte u. a. Alfred Weber, Viktor von Weizsäcker, Willy Hellpach, Hans von Eckardt und Gustav Radbruch. 1949 wurde Pross mit einer wissenssoziologischen Arbeit über die Bündische Jugend an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg promoviert. Mit einem Harkness-Stipendium setzte er 1952 seine Studien an der Hoover Library (Stanford University) fort und lernte auf Reisen durch die USA die durch die Wahlkampagne des Republikaners Dwight D. Eisenhower verschärfte McCarthy-Hetze gegen alle Linken kennen.

Als Journalist arbeitete Harry Pross für die Rheinpfalz (1948), die Zeitschrift Ost-Probleme (1949-1952) und die Haagse Post (1953-1954). 1955-1960 war er Redakteur der Deutschen Rundschau , 1955-1969 Mitherausgeber der Neuen Rundschau und 1963-1968 Chefredakteur von Radio Bremen.

Harry Pross lehrte an der Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft in Wilhelmshaven, an der Hochschule für Gestaltung Ulm und folgte 1968 dem Ruf der Freien Universität Berlin. Dort lehrte er als Ordinarius am Institut für Publizistik bis zu seiner wegen der Kriegsverletzung vorzeitigen Pensionierung im Jahr 1983. Von 1989 bis 1995 lehrte er an der Journalistenschule St. Gallen. Gastvorträge führten ihn u.a. nach Barcelona, Bukarest, Madrid, Malaga, Moskau, Rom, Sao Paulo und Tel Aviv. 2001 wurde Harry Pross mit dem Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik ausgezeichnet.

Von 1984 bis 1993 leitete Harry Pross in seinem Wohnort Weiler im Allgäu mit dem Westallgäuer Heimatverein als Veranstalter die Internationalen Kornhaus-Seminare mit Themen, die den Begriff Kommunikation aus wechselnden Perspektiven beleuchteten. Außerdem veröffentlichte er zahllose Beiträge in Zeitungen, Zeitschriften, Sammelbänden und im Rundfunk.

Internationale Kornhaus-Seminare [Bearbeiten]
1984 Kitsch als soziales Produkt
1985 Heimat und Heimatlosigkeit
1986 Mahlzeiten im Wandel
1987 Freunde und andere
1988 Mundart und Mündigkeit
1989 Jubilieren und memorieren
1990 Europa der Regionen
1991 Märchen, Botschaften der Freiheit
1992 Vom Spielen
1993 Vom Umgang mit der Zeit
Werke (Auswahl) [Bearbeiten]
als Autor
Bracke. Gedichte. 1945.
Der Osten und die Welt. Ein Versuch anhand sowjetischer Karikaturen. Eremiten-Presse, Frankfurt/M. 1952.
Georg Weerth und sein Verhältnis zu Friedrich Engels. Aus Anlass seines 100. Todestages am 30. Juli 1956. In: Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde, Bd. 25 (1956), S. 167-177.
Deutsche Politik 1803-1870. Dokumente und Materialien. Fischer, Frankfurt/M. 1962 (Fischer-Bücherei; 415).
Vor und nach Hitler. Zur deutschen Sozialpathologie. Walter-Verlag, Olten 1962.
Literatur und Politik. Geschichte und Programme literarisch-politischer Zeitschriften im deutschen Sprachgebiet seit 1870. Walter-Verlag, Olten 1963.
Jugend, Eros, Politik. Die Geschichte der deutschen Jugendbewegung. Scherz Verlag, Bern 1964.
Dialektik der Restauration. Ein Essay. Walter-Verlag, Olten 1965.
Moral der Massenmedien. Prolegomena zu einer Theorie der Publizistik. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1967.
Publizistik. Thesen zu einem Grundcolloquium. Luchterhand Verlag, Neuwied 1970.
Söhne der Kassandra. Versuch über deutsche Intellektuelle. Kohlhammer, Stuttgart 1971.
Protest. Über das Verhältnis von Form und Prinzip. 'Luchterhand Verlag, Neuwied 1971.
Die meisten Nachrichten sind falsch. Für eine neue Kommunikationspolitik. Kohlhammer, Stuttgart 1972 (Urban-Taschenbücher; 816).
Medienforschung. Film, Funk, Presse, Fernsehen. Verlag Habel, Darmstadt 1972 (Das Wissen der Gegenwart).
Politische Symbolik. Theorie und Praxis der öffentlichen Kommunikation. Kohlhammer, Stuttgart 1974 (Urban-Taschenbücher; 866).
Einführung in die Kommunikationswissenschaft”. Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002547-3 (zusammen mit Hanno Beth).
Politik und Publizistik in Deutschland seit 1945. Zeitbedingte Positionen. Piper, München 1980, ISBN 3-492-00513-6.
Zwänge. Essay über symbolische Gewalt. Kramer Verlag, Berlin 1981, ISBN 3-87956-142-7.
Buch der Freundschaft. Herder, Freiburg/B. 1991, ISBN 3-451-04044-1 (Herder Spektrum; 4044).
Protestgesellschaft. Von der Wirksamkeit des Widerspruchs. Artemis & Winkler, München 1992, ISBN 3-7607-1941-9.
Memoiren eines Inländers 1923-1993. Artemis & Winkler, München 1993, ISBN 3-7608-1945-1 (Autobiographie).
Der Mensch im Mediennetz. Orientierung in der Vielfalt. Artemis & Winkler, Düsseldorf 1996, ISBN 3-538-07042-3.
Kommunikationstheorie für die Praxis. In: Axel Kutsch, Horst Pöttker (Hrsg.): Kommunikationswissenschaft - autobiographisch. Zur Entwicklung einer Wissenschaft in Deutschland. Westdeutscher Verlag, Opladen 1997, ISBN 2-531-12879-5, S. 120-138 (Publizistik. Vierteljahreshefte für Kommunikationsforschung; Sonderh. 1).
Zeitungsreport. Deutsche Presse im 20. Jahrhundert. Böhlau, Weimar 2000, ISBN 978-3-7400-1125-3.
als Herausgeber
Außenpolitik. Fischer, Frankfurt/M. 1958 (Das Fischer-Lexikon; Bd. 7; zusammen mit Golo Mann).
Die Zerstörung der deutschen Politik. Dokumente 1871-1933. Neuausg. Fischer, Frankfurt/M. 1983, ISBN 3-596-23491-3 (Dokumentensammlung zur deutschen Politik seit Bismarcks Reichsgründung).
Deutsche Presse seit 1945. Scherz-Verlag, Bern 1965.
Rituale der Medienkommunikation. Gänge durch den Medienalltag. Guttandin & Hoppe 1983, ISBN 3-922149-18-1 (zusammen mit Claus-Dieter Rath).
Kitsch. Soziale und politische Aspekte einer Geschmacksfrage. List, München 1985, ISBN 3-471-78423-3.
Literatur [Bearbeiten]
Christian Weischer (Hrsg). Dialoge. Zehn Jahre Kornhaus-Seminar. Festschrift für Harry Pross zum 70.. Lagrev Verlag, München 1993, ISBN 3-929879-21-2.
Günter Bentele: Harry Pross wurde 75. In: Publizistik. Bd. 44 (1999), Heft 1.
Roland Links (Hrsg.): Kurt Tucholsky-Preis für literarische Publizistik 2001 an Harry Pross. Kurt Tucholsky-Gesellschaft, Berlin 2001 (i.A. im Auftrag der Kurt Tucholsky-Gesellschaft).
Bernd Kramer (Hrsg.): Lob der Anarchie. Erfahrenes und Erlesenes; Essays über Camus, Gustav Landauer, Martin Buber, B. Traven, Erich Mühsam, Leo Tolstoi. Kramer Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-87956-290-3 (erschien anläßlich von Harry Pross' 80. Geburtstag).
Weblinks [Bearbeiten]
Literatur von und über Harry Pross im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (Datensatz zu Harry Pross • PICA-Datensatz • Apper-Personensuche)
Personendaten
NAME Pross, Harry
KURZBESCHREIBUNG deutscher Publizistikwissenschaftler und Publizist
GEBURTSDATUM 2. September 1923
GEBURTSORT Karlsruhe

Vonhttp://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Pross“
Kategorien: Publizist | Medienwissenschaftler | Hochschullehrer (Ulm) | Hochschullehrer (Freie Universität Berlin) | Hochschullehrer (St. Gallen) | Person (Weiler-Simmerberg) | Deutscher | Geboren 1923 | Mann


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