unsterblichkeit
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Vor ein paar Jahren beging ein Freund von mir Selbstmord. Ein Satz der danach fiel verfolgt mich bis heute:
»Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod, aber ich glaube an den Energieerhaltungssatz.«
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| Der erste Text | am 25.2. 2000 um 13:53:35 Uhr schrieb octopus über unsterblichkeit |
| Der neuste Text | am 19.9. 2024 um 09:34:36 Uhr schrieb Gerhard über unsterblichkeit |
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am 19.9. 2024 um 09:34:36 Uhr schrieb
am 12.8. 2009 um 16:09:08 Uhr schrieb
am 18.1. 2004 um 02:10:06 Uhr schrieb |
Vor ein paar Jahren beging ein Freund von mir Selbstmord. Ein Satz der danach fiel verfolgt mich bis heute:
»Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod, aber ich glaube an den Energieerhaltungssatz.«
Man sollte seine Aufmerksamkeit auf die Klarheit, auf das Gefühl verwenden, was Unsterblich ist. Man sollte seine Intelligenz und Intuition damit beschäftigen, welches Gefühl nicht dem Wandel der Zeit unterworfen ist sondern ewig besteht. Es gibt dieses Gefühl, diese Wahrheit, die sich über Ängste lustig macht und dem Tod entgegenlacht.
Ich glaube nicht, das das Unsterblichsein wirklich erstrebenswert ist. Ich meine damit die pysische Unsterblichkeit. Man wird dadurch nur unglaublich einsam. Mehrere Dichter haben sich mit diesem Thema beschäftigt, unter anderem Simone de Bauvoir [Alle menschen sind sterblich] und das italieneische Autoren-Duo Fruttero/ Lucentini [Der Liebhaber ohne fremden Wohnsitz]. Das Problem ist ja, dass man im Grunde mit keinem anderen kognitiven Wesen die Erfahrungen, die man so sammelt, und vor allem die Erfahrung des Nicht-Sterbens, teilen kann. Ich stelle es mir unglaublich langweilig vor, letztendlich, wenn man unsterblich wäre: nichts wäre mehr gefährlich, Nervenkitzel jeder Art wäre einfach --- nicht möglich! Unsterblich zu sein liegt nicht in der Natur des menschen. Im Gegenteil: ich empfinde es als äußerst beruhigend, dass es den Tod gibt. Das macht letztlich auch das Leben erst erträglich! Man stelle sich vor, dass zum Beispiel ein besonders mißratenes Leben ewig weitergehen sollte! Ich halte es da leiber mit Hermann Hesses Steppenwolf, der in dieser hinsicht gerade auch den Selbstmord als positiv sieht: die Möglichkeit des Sterbens [auch durch eigene Hand] macht das Leben erst erträglich, denn es gibt ja immer noch diese letzte Möglichkeit! Durch diese letzte Fluchtmöglichkeit kann man vieles erst ertragen.
Unsterblichkeit kann nur funktionieren, wenn sie einhergeht mit einem Verlust entweder an Menschlichkeit oder an Gedächtnis, d.h. entweder man behält sein Gedächtnis, wird jedoch zu einem Gott, da das menschliche Bewußtsein die Ewigkeit nicht fassen kann, oder man behält sein menschliches Bewußtsein und wird in einem neuen Körper wiedergeboren, verliert jedoch sein Gedächtnis.
Individuelle Unsterblichlichkeit kann notwendigerweise nicht mit einer materiellen Existenz zusammenfallen. Wenn man aber von einem unsterblichen immateriellen Bestandteil des Menschen ausgeht (Seele, o. ä.), stellt sich die Frage der Unsterblichkeit neu. Interessant ist für mich in diesem Zusammenhang nach dem Sinn einer Unsterblichkeit. Ausser individuellen Bedürfnissen sehe ich keinen Anlass für die Unsterblichkeit von Individuen.
unsterblichkeit zu erlangen ist gar nicht mal so einfach. es reicht nicht, zufällig der erste präsident einer neugeborenen demokratie zu sein, wie george washington es getan hat, oder sehr erfolgreich musik zu komponieren, wie ludwig van beethoven. vom ersten nimmt man an, er wäre in den herzen aller amerikaner unsterblich geworden, vom zweiten glaubt man, er würde ewig in seiner musik weiterleben. die angenommene dauer der existenz der menschheit (und damit amerikas) ist jedoch nicht mehr als ein aufblitzen in der ewigkeit und ludwig kann auch nur so lange leben, wie jemand da ist, um seinen kompositionen zu lauschen.
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