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Rose D schrieb am 1.12. 2004 um 00:39:49 Uhr über

Wüste

erinnert manchmal an Ausgrabung. Archäologen finden eine Menge gut erhaltener Knochen, alles zusammen in einem wirren Haufen.
An der Stelle müssen Wesen gelebt haben, die denken konnten, da einige Knochen von Werkzeuggebrauch Zeugnis ablegen. Beutetiere? Sieht so aus, doch etwas weiter eine Stelle mit einem wohlgeordneten Skelett, Grabschmuckbeigaben, doch was ist das für ein Wesen. Die Anatomie stimmt nicht mit der eines Menschen überein. Lange starren beide Archäologen auf ihren Fund. Was ist das? Das Wesen hat keinen Kopf, sieht auch nicht danach aus, je einen gehabt zu haben, hat aber eine zwischen den Rippen in Höhe des Brustbeins verankerte doppelkopfähnliche Verdickung. Schweigen der beiden, Grübeln - es wird dunkel, kalt, klare Nacht und bittere Kälte, tiefe Dunkelheit. Stumm sitzen die beiden nicht weit von der Grabestelle entfernt vor ihrem Zelt, möchten zu gern... - und wissen, sie müssen sich bis zum nächsten Morgen gedulden, kriechen in ihre Schlafsäcke, schlafen ein, träumen wirr, schrecken gleichzeitig hoch - ihr Fund - in Gefahr? Wie sollte er, in der Wüste...
Der nächste Morgen, heiße, nichts gutes verheißende Luft, Vorboten eines Sandsturms, nichts wie hin zu ihrer Fundstelle und geborgen und gerettet.
Was ist das? Die Fundstelle ist verwüstet, die Spuren zeigen deutlich, ein Wüstenfuchs hat über Nacht gegraben und und weggeschleppt, was er konnte - wo ist die doppelkopfdicke Verdickung? Verschwunden! Enttäuschung, Tränen, stumme, ratlose Blicke, alles durcheinander, ein wirrer Haufen gleich dem großen ein Stück weiter, doch der unberührt. Wie das? Es wird unerträglich heiß, der Wind treibt immer mehr Sand vor sich her, die Sicht wird zunehmend schlechter. Einsammeln und endgültig zerstören oder belassen? Ein paar Knochen, seltsame Gebilde, ganz anders als gewohnt, doch gegriffen und der mühsame Weg zurück, jeder Meter eine einzige Qual gegen den peitschenden und schmirgelnden Wind hin in die Richtung, wo das Zelt stehen müßte, Kriechen, Robben, Tasten, ein einziger Vorwärtskampf, die wertvolle Beute ist vergessen, einfach nicht mehr da, nicht zu sehen, noch zu tasten, wo ist das schützende Zelt? Stundenlanger, verzweifelter Kampf gegen den Sand, die Hitze, den Wind, keine Sicht, robbendes Tasten im Kreis, nur noch ein Gedanke: wo ist die Rettung. Glück in fast letzter Minute. Erschöpfung, Tränen, die kleine Rinnen in die Sandkruste der Gesichter graben, mühsame erste Worte, stammelnde, bangende Fragen, jeder an den anderen »Hast du?« Zögernde, fast nicht sichtbare Antwort mit zurückgegebener Frage »Nein, wenigstens du
Drei Tage und drei Nächtet wütet der Sturm, beide mit fiebernden Körpern wachend, dämmernd, voller Traurigkeit, gemischt mit dem Willen zur Hoffnung, Unfähigkeit aufzustehen, nur der Griff zur Wasserflasche, kein Appetit, nur der Gedanke in beiden »Was tut sich draußen
Der vierte Tag - Ruhe, volle Wachheit nach langem Erschöpfungstag. Aufstehen, wieder in die Kniee, ein Schwächeanfall. Schweigende Mahlzeit und der Blick in die Richtung ihrer Fundstelle gemieden - es muß sein. Zögernde Schritte, schneller, nur noch ein einziges Hasten.
Nichts mehr da, eine Senke, von der Wirkung wie ein gewaltiger Krater, wo sie gegraben haben - nichts, keine Spur. Tränen der Wut, der Enttäuschung, des Trotzes, sich bahnender Trauer, stumme Blicke, dann sich überschneidend die Fragen »Du hast doch? Ich hab doch nicht nur geträumtGegenseitige Bestätigung und irrende, suchende Blicke und die sich verstärkende Gewißheit, alles verloren, nichts mehr da.
Doch nur ein Traum? Kann nur so gewesen sein. Nichts in den Händen und so vieles in den Köpfen - die Wüste hat für einen kurzen Moment freigelegt und hatte schon gegeben und hat sich alles wieder geholt.
Wüste, nicht immer so gewesen - unbarmherzig und doch Lebensraum, menschenfeindlich und voller Geheimnisse...




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