Geschmack
Bewertung: 6 Punkt(e)Über Geschmack kann man nicht streiten heißt es, was empirisch gesehen einfach schwachsinnig ist. Wie oft streiten sich Leute nicht über Sachen, die der eine toll, der andere scheiße findet?
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| Der erste Text | am 15.12. 1999 um 09:22:18 Uhr schrieb Tanna über Geschmack |
| Der neuste Text | am 15.2. 2026 um 15:14:56 Uhr schrieb Rufus über Geschmack |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 56) |
am 1.3. 2010 um 09:27:16 Uhr schrieb
am 26.3. 2004 um 22:27:30 Uhr schrieb
am 2.3. 2005 um 01:55:28 Uhr schrieb |
Über Geschmack kann man nicht streiten heißt es, was empirisch gesehen einfach schwachsinnig ist. Wie oft streiten sich Leute nicht über Sachen, die der eine toll, der andere scheiße findet?
Als sie in die fremde Frucht biss, erschrak sie zutiefst - ein Geschmack, wie er ihr noch nie untergekommen war. Kleine Explosion nie gekannter Intensität auf ihrer Zunge, sie meinte Farben - und was für welche - schmecken zu können. Verzückt schloß sie die Augen, um sich ganz der neuen Erfahrung hinzugeben. Doch plötzlich hielt sie inne: Sie hatte nur eine dieser Früchte und konnte sich doch nicht vorstellen jemals wieder etwas anderes zu schmecken. Alles bisher gekannte konnte doch lediglich einen faden Abklatsch des Neuen bieten. Sie musste ihr restliches Leben auf der Suche nach dieser Frucht verbringen oder aber verhungern. Sie entschloss sich für den Tod durch Genuss, gab sich in einer einzigartigen Genußwoge auf und verstarb mit dem Lächeln eines Menschen, derseine Erfüllung gefunden hatte.
Ich war einmal in einer Wohnung, von der man mir sagte, sie zeuge von Geschmack, vor allem das Wohnzimmer. Das hatte Holzparkett, war groß und weitgehend leer, ein hingekleckster Teppich irgendwo, wahrscheinlich edel und teuer, eine flache ausladende Porzellanschale mit Sand darin und merkwürdigen opalinen Kugeln im Gesträuch, sozusagen ein Wüstenstilleben im Kleinformat mit surrealen Elementen, und große Blumentöpfe auf dem Fussboden mit fremdartigen tropisch aussehenden Pflanzen und spärlichen Blüten, orchideenartig, der Experte würde wahrscheinlich sagen »stilvoll«. In einer Ecke ein Tisch mit aufgeklappter Literatur. Alles in allem mehr eine Komposition als ein Wohnraum. Die Bewohnerin beschenkte ihre Vermieter mit Pralinen und Büchern von ihrer letzten Fernreise zum Jahrestag ihres Einzugs. Ich war auf einem fremden Stern und habe dann doch schnell den Abflug ohne Rückfahrkarte angetreten.
Heute wissen viele Leute gar nicht mehr, wie eine Hühnersuppe wirklich schmeckt. Die kennen alle nur noch den Geschmack von dem Zeug aus der Tüte (oder Dose), und der ist künstlich von Food-Designern aus Aromastoffen komponiert worden und hat mit dem Geschmack von echter Hühnerbrühe aus einem echten Suppenhuhn nicht mehr viel zu tun. Der erste Eindruck ist zwar, daß die Tütensuppe viel »echter« schmeckt, viel mehr nach »Huhn« als die selbstgekochte, aber nach einer Weile merkt man, wenn man noch nicht völlig durch die künstlichen Aromen abgestumpft ist, daß einige zarte Nuancen, die in der echten Suppe zu finden sind, einige fast »durchsichtige« Geschmackstönungen, in der Tütensuppe fehlen.
Wenn ich einen bildhaften Ausdruck benutzen soll, würde ich sagen, die Tütensuppe schmeckt, als wäre sie nach der anatomischen Schnittzeichnung eines Huhns angefertigt.
Manchmal frag ich mich doch, ob sich bestimmte Leute auch schon mal im Spiegel sehen...oder ob ihnen das total egal ist.
Ich denke gerade an »etwas« Übergewicht, bauchfreies, hautenges rosa Oberteil, ziemlich enge Hose...blondierte Haare, aufgeklebte Fingernägel und dicke Schminke...
Ein guter Schul-Freund hat sich morgens immer die Haare hoch-gegelt, von vorne (den Teil, den er im Spiegel sehen konnte) sah das auch richtig gut aus. Hinten hingen die Haare aber platt runter...als ich ihn darauf aufmerksam gemacht hab, hat er nur gesagt: »Ist doch egal, seh ich ja nicht.«
Recht hat er irgendwie ;)
Eher lexikalisch und verästelt habe ich bisher alles gefunden, was hier über Geschmack verbreitet wurde. Dies werte ich als klares Indiz für mangelnden Geschmack der Autoren - jedenfalls in meiner subjektiv unfehlbaren Begriffswelt. Da ich neu beim Blaster bin (das hier ist mein allererster Beitrag), muss ich mich wohl noch ein wenig einfinden in die Stile der Autoren und die Prozesse, die dahinter liegen. Ein Ausbau des Link-Spektrums scheint mir ebenfalls nötig. Doch wie fange ich das an? Aufklärung gewünscht.
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