Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Menschenfresser«
RedOctober schrieb am 9.11. 2000 um 21:51:10 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Menschenfresser sind auch Menschen
doch nicht immer Männer
Menschenfressermenschen
fressen Professoren und Penner
Menschenfressermenschen
können Menschen gar nicht riechen
Menschenfressermenschen
sehen Menschen gerne kriechen
Menschenfressermenschen
haben auch ein Herz für Kinder
Menschenfressermenschen
leben meistens viel gesünder
Menschenfressermenschen
essen manchmal vegetarisch
Menschenfressermenschen
sind nicht immer blond und arisch
Und wenn Menschenfresser weinen
Tut ihnen alles schrecklich leid
Doch sie können's ja nicht ändern
Es ist halt ne harte Zeit
Menschenfressermenschen
sind normal und meist sehr fleißig
Menschenfressermenschen
gibt's nicht erst seit Dreiunddreißig
Menschenfressermenschen
sind oft ganz ganz liebe Väter
Menschenfressermenschen
sind meist Überzeugungstäter
Menschenfressermenschen
fressen Menschen selten selber
Menschenfressermenschen
haben ihre tausend Helfer
Menschenfressermenschen
dürfen niemals ruhn
Menschenfressermenschen
haben schrecklich viel zu tun
Menschenfressermenschen
können auch Tennis spielen und Reiten
Menschenfressermenschen
gibt's auf allen Seiten
Menschenfressermenschen
kriegen Menschenfresserrenten
Menschenfressermenschen
bringen's bis zum Präsidenten
Menschenfressermenschen
geht's nicht immer nur um's Geld
Menschenfressermenschen
gehört fast die ganze Welt
Menschenfressermenschen
zeigen selten ihr Gesicht
Menschenfressermenschen
wissen alles über Dich
- Rio Reiser
Stöbers Greif schrieb am 23.8. 2000 um 17:44:50 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Wann ain iunger mensch in ain kranckhayt kumbt also das etlich die vernünftigen bedunckt das im nit zu helffen sey so erwartet vater vnd muoter bruoder oder schwester nit bis er selbs gestirbt / Besunder so ertoedten sy in vnd essen den leychnam gekocht .../
erschrocken waren wir soelliche graussamigkayt zuo hoeren vnd sagten zuo inen das soellichs bey vns ain vnmenschlich ding wer. Da sprechen sy /o ir armen persianer warumb lassend ir dan so vil guot fleysch die würm essen.
(Ludovico di Varthema: Die Ritterlich vnd lobwirdig rayß. Augsburg 1515, Bl. 60r.)
mcnep schrieb am 20.12. 2002 um 22:08:04 Uhr zu
Bewertung: 6 Punkt(e)
Ich sprach an einem trüben Regentage mit einem Kavalier; vielmehr, es war ein Krieger. Er hatte viel gereist – er hat sich sehr im Kriege für das Reich und seine Bundsgenossen ausgezeichnet. – Auf einer Fahrt war er nach Afrika verschlagen worden. Sein Schiff zerbarst auf den Klippen; greuliche Haie schnappten nach den leichten Booten und Flößen, wie sie mit Not die ungewisse Fahrt an eine fremde Küste wagten. Am Lande angekommen, stießen sie, sie glaubten nicht zu ihrem Wohl, auf schwarze Menschen; doch die, oh Wunder! erkannten den Schiffshauptmann als ihren Herrn an. Sie gaben ihm zu Ehren ein großes Fest, zu dem sie, seltsamlich genug, einen schönen Knaben schlachteten, den jener Offizier, sei's nun durch einen Zufall oder in einem dumpfen Augenblick nach der Regung seines Herzens, vorher geküßt. Die Leber briet man in dem Fett, das man von den Eingeweiden trennte, das Fleisch der Schenkel dörrte man in der Glut von Kohlen und aus dem Blut buk man auf sehr geschickte Weise einen Kuchen. Den Hauptmann packte Grauen, als er solches sah, doch hielten Furcht und Schmerz ihn von irgend welchen Taten ab, auch zählten seine Leute wohl nicht mehr als sieben Mann. Er war gezwungen, sich zu diesem Mahl zu setzen, er mußte essen, ob ihm auch vor Grauen der Schlund geschlossen war. Doch wie er nun die ersten Bissen niederzwängte, gewahrte er, daß er niemals so Köstliches gegessen. Mit jedem Bissen zog es wie namenlose Liebe in ihm ein, er weinte, aß, aß Fleisch und Blut des Knaben.. – Er zitterte, als er so zu mir sprach, die wunderbaren Kräfte rühmend, die im Blute unberührter Kinder lägen. – [...] Der Mann fuhr fort: »Ich war ein Raubtier, wohl schlimmer noch – und dennoch, Königin, dürfte ich es, ich würde schreiend durch die Straßen ziehen und rufen: es gibt nichts Schöneres als den Genuß des Fleisches junger Knaben.«
Hans Henny Jahnn, 'Die Krönung Richards III.'
Stöbers Greif schrieb am 24.8. 2000 um 14:10:15 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
In Chinesien, in Chinesien
Wohnte einst ein holdes Wesien
Und in dieses war verliebet
Gar der Großmogul von Tibet
Dieser war ein reicher Fürste
Fraß die Menschen wie die Würste
Fraß sie auf mit einem Schwahapp
Gleich als wär´s Kartoffelpahapp
Als ihm ward ein Sohn geboren
Nahm er ihn gleich bei den Ohren
Fraß ihn auf mit einem Schwahapp
Gleich als wär´s Kartoffelpahapp
Dieses hat sie sehr verdrossen
Seinen Tod hat sie beschlossen
Stach die Scher ihm durch die Nahas
Daß krepierte dieses Ahaas.
Anne schrieb am 16.11. 2010 um 19:52:55 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Der Geist und die Dunkelheit (Film 1996)
Handlung.
Tsavo, Britisch-Ostafrika (heute Kenia), im Jahr 1898: Der britische Ingenieur John Patterson kommt mit dem Auftrag in die Steppe, für eine Eisenbahnlinie eine Brücke über den Fluss Tsavo zu bauen. Die Bauarbeiten werden bald gestört, als mehr und mehr Arbeiter von zwei menschenfressenden Löwen verschleppt und getötet werden. Patterson macht sich daraufhin auf die Jagd und kann tatsächlich einen Löwen töten, der aber keiner der beiden Menschenfresser ist, die von den Einheimischen „Der Geist“ und „Die Dunkelheit“ genannt werden. Die Arbeiter sind jedoch erleichtert und die Arbeit geht weiter.
Wenig später wird jedoch Pattersons Vorarbeiter getötet und zerfleischt vor dem Lager gefunden. Der neue Arbeiterführer Abdullah will die Arbeiter zum Streik aufstacheln, als Charles Remington auf den Plan tritt. Der Großwildjäger, der nach dem amerikanischen Bürgerkrieg seine Südstaatenheimat verlassen hat, kommt mit befreundeten Massai-Kriegern, um die Menschenfresser zur Strecke zu bringen. Bei der ersten Treibjagd können sie tatsächlich eines der Tiere einkreisen, Pattersons Waffe hat jedoch im entscheidenden Moment Ladehemmungen; er hatte sie mit seinem Arzt Dr. Hawthorne getauscht und noch nie damit geschossen.
Remington lässt nun ein neues Lazarett bauen und will das alte als Falle für die Löwen benutzen; er und Patterson verschanzen sich mit einigen Rindern dort und verschütten Blut, um die Tiere anzulocken. Diese wittern die Falle jedoch und richten stattdessen ein Blutbad im neuen Lazarett an. Zahlreiche Patienten und Dr. Hawthorne werden getötet, die überlebenden Arbeiter verlassen unter Abdullahs Führung die Baustelle.
Patterson, Remington und der einheimische Dolmetscher Samuel machen sich erneut auf die Jagd. Sie finden buchstäblich die Höhle des Löwen und stellen fest, dass die beiden Tiere aus purer Lust eine unvorstellbare Zahl von Opfern gerissen haben, Tiere wie Menschen. Sie bereiten eine erneute Falle vor und diesmal kann Remington tatsächlich einen der Menschenfresser töten. Am Abend feiern sie und philosophieren über das Leben, doch als Patterson am nächsten Morgen erwacht, hat der überlebende Löwe Remington verschleppt und getötet.
Patterson und Samuel stecken daraufhin die Steppe in Brand und erwarten das Tier zum letzten Duell, das Patterson knapp für sich entscheiden kann. Er kann nun seine Brücke weiter bauen und lernt wenig später seinen in England geborenen Sohn kennen, als seine Frau ihn in Tsavo besucht. Wie Remington es ihm am Abend vor seinem Tod nahelegte, hält er ihn hoch in die Luft, als er ihn zum ersten Mal sieht