Werbung
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jedes jahr werden weltweit 500 milliarden dollar in werbung investiert. »das ist zuviel« schreien die ausgestorbenen tierarten.
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| Der erste Text | am 20.7. 1999 um 22:48:27 Uhr schrieb Liamara über Werbung |
| Der neuste Text | am 25.6. 2024 um 16:25:07 Uhr schrieb schmidt über Werbung |
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am 14.4. 2007 um 09:24:43 Uhr schrieb
am 8.6. 2006 um 19:37:39 Uhr schrieb
am 26.10. 2012 um 21:48:06 Uhr schrieb |
jedes jahr werden weltweit 500 milliarden dollar in werbung investiert. »das ist zuviel« schreien die ausgestorbenen tierarten.
Ach ja, die Werbung. Lang lebe der ruhmreiche Kapitalismus, der uns in das Neonglitzerwunderland führt. Aber wozu das ganze? Mehr und mehr sinnlose Arbeit verrichten, um Geld zu verdienen, das man dann für mehr und mehr sinnlose Kinkerlitzchen ausgibt? Mehr und mehr Ressourcen für nichts und wieder nichts verschwenden?
Komisches System.
Werbung ist Verbraucherdesinformation. Kennt Ihr auch diesen bescheuerten Spot, der auf allen privaten Sendern läuft, der uns erklären will was uns allen fehlen würde, wenn es keine Werbung gäbe?
Selten so gelacht - genauso selten wie ich überhaupt bei deutscher Werbung lachen kann. Die nehmen sich alle so bierernst - ein bisschen mehr Humor und ich würde die Verbraucherdesinformationen besser erträgen können.
Werbung ist Propaganda. Vor 10 Jahren hingen überall diese kommunistischen Losungen (»Vorwärts zum...«,»Unter der Führung der Partei der Arbeiterklasse...«,»...für den Frieden!«). Heute kacken sie die Landschaft mit Werbung zu. Da sind mir Graffitti doch lieber. Die sind nur häßlich, aber wollen wenigstens nichts von mir.
auch auf die gefahr hin mir minuspunkte einzuheimssen-ich könnte glattw eg für always ultra werbung machen-kein produkt hat mich bislang der art überzeugt...lach...echt wahr-ich würde es sonst niemals nie schreiben.
das ist nichts neues, das weiß jeder. geisteskranke frauen, die wirklich glauben, das mit ihrem nachbarn würde nur wegen der speckigen weingläser nicht klappen, kann ich nur auslachen. und männer, die sich früh am morgen von ihrer bekloppten freundin aus dem schlaf jagen lassen, um sich anzuhören, dass die lätta alle ist, kann ich nur bedauern. soll die blöde kuh doch neue kaufen und sich in die haare schmieren, aber mich nicht wecken! ich ruf ja auch nicht nachts beim papst an und erzähl' ihm, dass ich kein klopapier mehr habe!
als kind ließ ich mich von den produktionsinformationen allerdings noch ganz schön verscheißern, das muss ich zugeben. ich glaubte wirklich, meine zahnpasta würde von umgeschulten bibern hergestellt.
Mit dem sog. Sloganizer auf http://www.sloganizer.de kann man sich automatisch Werbeslogans generieren lassen. Vorzugeben ist eine Person/Firma/Produktmarke, ein Verb und ein Adjektiv.
Mit den drei Begriffen:
Blaster AG
assoziieren
interessant
kommt z.B. folgendes raus:
»Blaster AG - niemand assoziiert interessanter oder eventuell imposanter.«
»Blaster AG - die hoechste Nuance von interessant!«
»Nur assoziieren ist interessanter als Maehren! Blaster AG: Egal ob Kanzler oder Kuli!«
»Der Stein der Weisen, oder warum Blaster AG so interessant assoziiert!«
»Zerspuelte Hemmungen! Blaster AG, damit alles gelingt!«
»Blaster AG. Ein Traum zum Kuscheln!«
»Goldene Worte fuer verliebte Herzen - assoziieren mit Blaster AG!«
»Assoziieren ohne Zittern und Zagen - Blaster AG, so interessant wie das Gewissen!«
»Blaster AG - Das war's!«
»Die erhabene Idee, oder warum Blaster AG so interessant assoziiert!«
»Interessant bleibt interessant: Trotz Blaster AG!«
»Blaster AG - interessante Versenker benoetigt unsere Gesellschaft!«
»Mit dem Stoepsel der Sympathie - assoziieren mit Blaster AG!«
»Blaster AG - die Freiheit zu assoziieren!«
»Blaster AG - mit dem interessanten Gruss der Dekadenz!« (hoho)
»Assoziieren im Droehnen der Motoren - Blaster AG, so interessant wie der Glauben!«
»Fuer die Kennerin von Welt: Blaster AG - auch in tragischen Stunden!«
»Blaster AG - niemand assoziiert interessanter geschweige denn markanter.«
»Assoziieren ein Mensch zu sein - Blaster AG!«
»Blaster AG. Fuer interessante Gassen in markanten Ueberschwemmungen!«
»Assoziieren in der Suppe der Zeit - Blaster AG, so interessant wie die Gier!«
»Assoziieren im Schrecken der Nacht - Blaster AG!«
usw. usw.
Also dieser Sloganizer muss sich wirklich auskennen.
Werbung wie die für die Altersvorsorge der Dresdner Bank wollen wir nicht sehen: Kommt ne hübsche Bildungsbürgergattin nach Haus und will nach Sylt. Ihr Macker steht in der Bude an einem Flip-Chart und kritzelt darauf herum. Gestresst sagt er, das mit Sylt werde wohl nix, denn er müsse doch an die gemeinsame Altersvorsorge denken. Wie es der Zufall so will – that's life – hat seine Schnalle bereits all das bei der Dresdner Bank erledigt. Ohne den Herrn des Hauses zu fragen. Aber egal, er hat sie ja auch nicht gefragt, ob es ihr etwas ausmacht, sich an diesem Wochenende ausnahmsweise mal nicht den Wanst bei Gosch vollzuhauen. Bei Bildungsbürgers wird wohl nicht miteinander geredet. Na Wurscht, jedenfalls ist am Ende ja alles geritzt. Zum Glück geht's doch noch auf nach Sylt. Wär ja auch ne Katastrophe gewesen, wegen so einer läppischen Altersvorsorge auf die schmackhaften Pony-Piccolos zu verzichten!
Werbung ist verdammt mächtig. Manchmal erzeugt sie Schmerzen (Ferrero), manchmal ist sie einfach klasse. (kennt ihr den Kühlschrank aus der Spritewerbung?)
Eindrucksvoll sind auch völlig überzogene Werbespots, siehe Axe- Voodoo- Werbung. Werbung hat auch einen erschreckenden Einfluß auf unsere sprache. Zum Beispiel ist »Schon drin« zum Begriff geworden.
Und sie ist gleichzeitig ihr größter Feind, was sie sehr menschlich macht. Ein Freund von mir meinte, anstatt die Agentur, die für Ferrero arbeitet niederzubrennen und vollständig auszulöschen, sollte ich eine Plakatkampagne aufziehen, die die Adresse der Agentur verbreitet. Dann würde mir die ganze Arbeit abgenommen und ich würde die ganzen juristischen Probleme umgehen, die mit der Auslöschung der Firma einhergehen würden.
Werbung ist nicht nur Propaganda; sie ist viel mehr auch gleichzeitig der Versuch, den Menschen als Konsumenten auszubuten und zu melken. Sie ist also eigentlich ein Feind der Gesellschaft, da Ausbeutung zu Unzufriedenheit und dadurch dazu führt, daß sich die Menschen gegen das sie ausbeutende System wehren und versuchen, es zu ändern. Werbung erreicht also im ersten Moment ihr oberflächliches Ziel, entzieht sich jedoch im Laufe der Zeit ihre eigene Existenzgrundlage.
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