Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Vernunft«
marodeur schrieb am 16.8. 2009 um 14:33:47 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
was ist vernunft? ... ein werkzeug, jeder mensch hat es, viele glauben damit umgehen zu können und zu viele bewerten ob andere damit umgehen können oder nich; es bleibt aber nur ein werkzeug, das durch die unvernunft vervollständigt wird.
logisch heißt nich vernünftig, unlogisch aber heißt unvernünftig.
wenn man etwas nicht versteht ist es unlogisch, man kann nicht alles verstehen, man glaub es nur manchmal, und dann ist die vernunft ein trugbild der logik; unvernunft bleibt unvernunft, man fügt sich seinem schicksal ohne sich mit einer begründung durch logik und vernunft aufzuhalten.
auch das schicksal versucht der mensch mit vernunft zu begründen, indem er es als vorbestimmt ansieht, was es aber nicht ist, denn chaos bleibt chaos, nur was schon geschehen ist kann man ordnen und dann wird aus unvernunft vernunft gemacht.
handle nach vernuft, aber sieh dein handeln als unvernünftig an nur so behält man freie sicht auf die dinge und kann sich auch in zukunft seiner vernuft bediehnen.
vernunft hat eine perspektive, unvernuft ist frei
logisch ist nur die mathematik
Suchender schrieb am 27.10. 2001 um 11:56:30 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Vernunft ist dann ein absoluter Wertmaßstab, wenn sie nach den Grundsätzen der Objektivität, Reliabilität und Validität
arbeitet. Das gilt jedoch nur für den naturwissenschaftlichen Bereich, nicht aber im Biotop »Erde« und auf keinen Fall in der dort
eingebetteten menschlichen Zivilisation. Hier stehen sich autonome Systeme - Einzelmenschen - gegenüber, die alle ums
bestmögliche Überleben kämpfen. Verhaltensweisen, die alle Menschen subjektiv als richtig ansehen, also wissenschaftlich
objektiv richtig wären, sind trotzdem falsch. Z. B. Auto fahren. Da die Schulen nur wissenschaftliche Vernunft lehren, stehen wir
alle hilflos da.
Ich will damit sagen, dass das Verhalten, welches alle Menschen als vernünftig ansehen noch lange nicht vernünftig für die
Gemeinschaft oder gar die Natur sein muss. Vernunft als Handlungsmotiv ist daher im Gegensatz zur klassischen Philosophie
nur bedingt geeignet. Was alle tun wollen, muss nicht wahr sein. »Esst Scheiße, 10.000e Fliegen können nicht irren!«
Aber was ist richtig in dieser komplexen Welt? Sicher jene Handlungen, die geo-vernünftig sind. Sie schützen in jedem Falle
auch die Menschheit. Dem Einzelmenschen können sie oft weh tun. Was aber gemeinschafts-vernünftig (common-reasonable)
ist, muss nicht geo-vernünftig sein. Z. B. Arbeitsplätze in der Chemie. Eine Entscheidungshilfe könnte so aussehen:
Menschengruppen:
GEO-
vernünftig
unvernünftig
Naturvölker, arme, behinderte, ungebildete Menschen, echte
Naturschützer
Profitjäger, schrankenlose Konsumierer, wirtschaftlich
Erfolgreiche
EGO-
vernünftig
unvernünftig
wohlhabende, gebildete, bewusst lebende, zufriedene Menschen,
weil richtige Erwartungshaltung bezüglich eigener Person
arme, geistig dumpfe Menschen mit zu großer
Erwartungshaltung bezüglich eigener Person
Aktionen:
GEO-
vernünftig
unvernünftig
Reparieren, Recyceln, Einschränken,
Alternativlösungen
Neuanschaffen, Energie und Resourcen verschwenden, Bedürfnisse
schüren (Werbung)
EGO-
vernünftig
unvernünftig
Einsatz aller Mittel zur Lebensverbesserung wie Technik, Gewinne
maximieren, Globalisierung, Rationalisierung usw.
Verzicht auf die Vorteile durch Technik und Wissenschaft,
mangelnde Fähigkeiten zum Einsatz des Fortschrittes
Versuchen wir, unser Umfeld nach dem Schema zu analysieren. Es ist schwierig, aber nur Mut. Auffallend ist, dass sich geo-
und gemeinschafts-vernünftig meistens nur jene Menschen verhalten, die zu schwach sind, die Natur oder die menschliche
Gemeinschaft zu bedrohen. Es gibt aber zwei Ausnahmen: Die Unternehmer helfen der menschlichen Gemeinschaft, bedrohen
aber die Natur. Die bewaffneten Kämpfer am Balkan und in Afrika bedrohen die Gemeinschaft, verschaffen aber durch
Lähmung der Wirtschaft der Natur Entspannung. Das ist durchaus logisch. Jeder Mensch als autonomes System möchte am
liebsten die Welt beherrschen. Ist er dazu zu schwach, dann findet er sich auch mit dem bloßen Überleben ab.
Das alles bedeutet, wenn wir nicht begreifen was in unserem Gehirn läuft, dann werden wir - wie schon geschehen - von
geschickten Führern entmündigt oder von Sozial- und Naturkatastrophen in die Ohnmacht zurückgeworfen. Wie konkret die
Bedrohung schon geworden ist, sehen wir nicht nur in den Krisenherden sondern oft am Zerfall der sozialen Ordnung
(Arbeitslosigkeit, Scheidung, Erziehungs- und Drogenprobleme usw.) in nächster Nähe.
Rave schrieb am 6.5. 1999 um 11:57:36 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Hinderliches Psychodingens, welches die Interaktion zwischen Menschen eher verkompliziert, als das sie hilft. Im Ernstfall, d.h. wenn die Vernunft wirklich nötig wäre, dann wendet man sie eh nciht an, sondern beharrt stuhr auf seinem Standpunkt und streitet lieber.
Elvis schrieb am 13.6. 2000 um 21:18:02 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Früher, als ich noch klein(er) war, dachte ich immer, die »Großen« seien alle vernünftig. Das legte sich irgendwie mit der Zeit, da ja auch z.B. Diktatoren und sonstige Verbrecher in mein Welt-Erklärungsmodell eingefügt werden mußten. Dann kam die Zeit (das war noch vor Beginn meines Studiums), da dachte ich, Studenten wären schlaue Leute. Also intelligenter als der Durchschnitts-Aso, sozial kompetent, und so Sachen. Das hat sich nun mittlerweile auch erledigt. Na, mal schauen, was als nächstes passiert.
Peter K. schrieb am 29.1. 2007 um 08:58:38 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Sämtliche politische Philosophien und Theorieen, die nach der französischen Revolution erdacht wurden, pflegen ein Menschenbild, dem man seine idealistische Herkunft deutlich anmerkt. Vernunftbegabt sei der Mensch, und mit Rechten versehen, Ansprüchen gegenüber seinesgleichen, die man heutezutage in jeder Verfassungsurkunde nachlesen kann. Das Ergebnis ist bekannt: die letzten 200 Jahre, die die grausigsten der abendländischen Zivilisation gewesen waren.
Wäre es nicht vor dem Hintergrund des traurigen wie grausamen Versagens dieser hereren Ideen eine Alternative, wenn man den Menschen nicht als zum Edelen, Schönen und Guten bestimmt ansehe, sondern im Gegenteil: ihn über seine Fehler und Laster definiert, und seine Vernunft lediglich als Mittel zur Befriedigung dieser Laster ansehe ?
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