Entscheidung
Bewertung: 8 Punkt(e)Das Problem bei einer Entscheidung ist meist nicht, sich für das eine zu entscheiden, sondern gegen alles andere, auf das man dann verzichten muß.
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| Der erste Text | am 16.11. 1999 um 20:20:19 Uhr schrieb Pu der Bär über Entscheidung |
| Der neuste Text | am 31.10. 2024 um 14:07:22 Uhr schrieb schmidt über Entscheidung |
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am 3.7. 2022 um 18:07:13 Uhr schrieb
am 22.7. 2006 um 18:53:26 Uhr schrieb
am 7.8. 2002 um 08:02:46 Uhr schrieb |
Das Problem bei einer Entscheidung ist meist nicht, sich für das eine zu entscheiden, sondern gegen alles andere, auf das man dann verzichten muß.
Die uniabzubrechen war ein leichter schritt.
ich hatte so viele andere türen die offen standen.
die einzige türe, die ich wirklich durchschreiten
wollte , tat sich mir nun auf. ich durfte auf sylt in einem mutter-kindheim arbeiten. schon als ich meinen beruf als erzieherin lernte, war mein ziel, eines tages auf einer nordseeinsel kinder zu betreuen. sylt war zwar nicht gerade die insel, die mir da vorschwebte, aber der fleck dieser insel, auf dem das heim stand, war besonders schön. ich sah mich genau um und stellte mir vor,
wie ich in meiner arbeit aufgehen würde. kinderlachen, jauchzen, weinen, spielen usw.
auf den stufen zum strand hinunter hätte ich an sommerabenden sicher oft gesessen und an die lieben zuhause ein paar zeilen geschickt.
an die lieben...vor allem an den liebsten.
ich war 24 und bis auf unbedeutende flirts und einer ersten großen unvergessenen liebe, war nichts weiter gelaufen. mein innerstes tat sich schwer daran zu glauben, daß es möglich war, etwas besonderes für immer leben zu können.
ich erzählte meinem liebsten von sylt, als er gerade mal 2 wochen mit mir zusammengezogen war.
er wurde ganz still. alles ging zunächst seinen gang. am abend darauf war er bedrückend still. ich forderte ihn auf zu sagen was er fühlte.
er sagte mir, daß er mich brauche, daß er nicht hier bleiben würde, wenn ich gehe und daß er den gedanken nicht ertragen könne von mir auch nur ein paar tage getrennt zu sein. es würde ihm nicht reichen, mich ab und an am wochenende zu sehen, er wollte mit mir leben. tag und nacht an meiner seite. wir fingen beide an zu weinen. und mein herz entschied:
ich bleibe.
ich liebe entscheidungen , die man fühlt, denn der verstand kann einen belügen.
Die Entscheidungen die ich gegen mein Gefühl treffe sind falsch. Das ist zumindest meine Erfahrung.
Es kann sogar sein das sie vom sogenannten objektiven Standpunkt aus richtig scheinen, da aber eine Identifikation durch das Gefühl richtig entschieden zu haben fehlt, ist das ganze Grütze.
Eine »objektive Fehlentscheidung« die ich fühlen kann, ist meiner Verantwortung näher, als die objektiv richtige Entscheidung die ich gegen mein Empfinden getroffen habe:
Eine tiefergehende Identifikation findet nämlich nicht statt.
Ich muß eine Entscheidung treffen, und ich kann das nicht mehr vor mir her schieben.... aber ich habe Angst davor, denn das wird sich auf mein ganzes nachvollgendes Leben auswirken.
Es ist nicht immer leicht, zu sagen, was richtig ist....aber ich muß es tun, auch wenn es falsch ist.
Ich wünschte, mir würde jemand diese Entscheidung abnehmen, aber das kann niemand...
weisst Du wie es sich anfühlt, wenn andere Entscheidungen treffen, die Dein Leben betreffen, ohne Dich vorher zu fragen? Wenn Du nicht einmal entscheiden darfst wo und mit wem Du leben möchtest? Wenn Du schon gegen das Gesetz verstoesst, wenn Du die Stadt verlässt, um den Menschen zu treffen, den Du liebst?
Weisst Du wie es sich anfühlt, wenn man Dich für einen Menschen zweiter Klasse haelt, nur weil Deine Haut dunkler ist, als die der Deutschen?
Ich begreife nicht, dass die Menschen noch immer nicht begriffen haben, dass es kein besser oder schlechter, sondern nur ein wir gibt!
Das Gegenteil von Scheidung ist die Entscheidung. Scheiden heißt, sich von etwas trennen, wer sich aber entscheidet, trennt sich nicht, sondern bekennt sich für etwas. Aber das Bekenntnis kann genau das Problem sein. Bekennen- wíll ich zeigen, dass ich etwas erkannt habe, etwas kenne, mich bekennen kann. Kann ich zu dem stehen, was ich erkannt habe oder fehlt noch die Grundlage für die Erkenntnis, fehlt Wissen als Grundlage für Bekennntis, als Grundlage für Entscheidung?
Es gibt keine Opfer - es gibt nur Entscheidungen. Wenn wir uns für etwas entscheiden, zerfällt alles andere zu Staub. Eine »zweite Entscheidung«, eine »andere Entscheidung« gibt es nicht. Für und wider, hin und her, pro und contra - das alles existiert nur vor der Entscheidung, niemals danach. Eine Entscheidung ist niemals richtig oder falsch, sie IST.
Ein nachträgliches »hätte ich statt dessen« mag es geben - aber das ist nicht mehr als geistige Onanie.
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