Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Xanadu«
humdinger schrieb am 25.9. 2019 um 10:42:55 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Im Sommer des Jahres 1797 lebte der Autor, damals in schlechter Gesundheit, zurückgezogen in Exmoor (Somerset und Devonshire), auf einem entlegenen Bauernhof zwischen Porlock und Linton. Eines leichten Mißbefindens wegen wurde ihm ein Anodyn verordnet, welches machte, daß er im Sessel einschlief, noch während ihm dieses aus „Purchas Pilgerfahrt“ vor Augen war:
„Hier befahl der Kubla Khan einen Palast zu errichten, auch ansehnliche Gärten daselbst. Also wurden zehn Meilen fruchtbares Land ringsum befestigt.“
Wohl drei Stunden lang verharrte der Autor in tiefem Schlaf, zumindest waren seine Sinne nach außen taub, aber aufs lebhafteste beteuert er, wenigstens zwei-, gar dreihundert Zeilen erdichtet zu haben; sofern man es Dichten nennen darf, wenn während dieser Stunden jedes Traumbild sich ihm als Tatsache darbot, samt Wort und Wendung in paralleler korrespondierender Produktion - ganz ohne Absicht und ganz ohne Mühe.
humdinger schrieb am 25.9. 2019 um 10:45:10 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Protokoll
Lord Byron – ihm sei gedankt – hat
dieses dem Kollegen Coleridge abverlangt
Erwachend war ihm, als sei alles aufs genaueste erinnerlich, er nahm Feder, Tinte, Papier zur Hand, schrieb sogleich beflissen die Zeilen nieder - so, wie sie vorliegend aufbewahrt sind.
Dann aber, unglücklicherweise, wurde er in einer Geschäftssache hinausgerufen, eine Person aus Porlock hielt ihn mehr als eine Stunde ab, und, wiedergekehrt in sein Zimmer, geriet er in ein Erstaunen, ja Erstarren dadurch, daß zwar vages und schwaches Erinnern und Begreifen seiner Vision noch gelang - doch sonst, bis auf acht oder zehn Bruchstücke von Zeilen und Bildern, war alles dahin, vernichtet, wie durch Steinwurf ein Spiegelbild im Wasser, doch, wehe! - ohne daß hinterher das Bild wiederkehrte.
Belletriste schrieb am 20.4. 2001 um 13:48:52 Uhr zu
Bewertung: 7 Punkt(e)
Xanadu - von Coleridge im Opium-Traum noch viel schöner gedichtet. Das Gedicht, wie wir es kennen, ist nur eine blasse Erinnerung von Coleridge an diesen Traum.
humdinger schrieb am 25.9. 2019 um 10:29:16 Uhr zu
Bewertung: 6 Punkt(e)
Es wanderten Wellen mitten im Strom
in den Schatten von Lust-Dom und Festung.
War die Luft nicht voll Nachhall in zweierlei Tonfall -
ein Quellen von Wellen – und hohles Tosen ?
Wunderbar, seltsam war all dies erfunden:
Sonnenglut, Dom, und eisige Höhlung!
Und so war meine Vision:
Spielerin mit Dulcimer,
Jungfräulein, abyssinisch,
Dulcimer, Lautenklang,
Singsang vom Djabal-al-Bora.
humdinger schrieb am 25.9. 2019 um 10:28:26 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Mäandernd fünf Meilen durch Dickicht und Spalte
sucht heiliges Wasser, sucht Alph sich ein Bett, stürzt
senkrecht durch Höhlen, unmenschlich tief,
macht Tumult im untersten toten Meer.
Im Tosen hört „Krieg!“ Kubla Khan. Hört Stimmen
von fern: von Urvätern, Propheten.
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