Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Islam«
invinoveritas schrieb am 23.9. 2002 um 02:31:21 Uhr zu
Bewertung: 11 Punkt(e)
Der Unterschied zwischen einem Islamisten und einem Islamwissenschaftler ist: Die Islamisten sind die mit den Bomben. Das gefährlichste, was ein Islamwissenschaftler nach einem werfen kann, sind seine zwei-kilo-schweren festgebundenen Koranausgaben. Und schlaue Hadithe für jede Lebenslage, sowas wie: »Vertrau auf Allah, erst aber binde dein Kamel an«
Beides kann man nichtsdesdowenigertrotz an deutschen Universitäten studieren, wie wir jetzt wissen.
who is who schrieb am 31.1. 2003 um 09:50:20 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Im Osten des Jemen befand sich einst ein Ort namens Hadramut.
Dort lebte ein Stamm, dessen Frauen ungeduldig auf eine Nachricht warteten. Als die Nachricht eintraf, malten sie ihre Hände mit Henna an, sie schmückten sich, musizierten und sie tanzten. Etwa zwanzig weitere Frauen schlossen sich ihnen an. Diese ersehnte Nachricht lautete: »Mohammed ist tot.«
Sie feierten nicht den Tod von Mohammed, der sich zum Propheten ernannt hatte. Sie feierten, weil sie hofften, dass somit die Zeit jenes Systems vorbei sei, das die Frau zum Sexualobjekt degradierte.
Denn vor dem Islam besaß die arabische Frau mehr Rechte und Freiheiten, als die Orientalisten und Gläubigen uns weismachen wollen. Sie betrieb Handel. Sie ging hin, wohin sie gehen wollte. Sie zog an, was ihr gefiel. Sie wählte sich ihren Lebensgefährten selbst.
van Nuys schrieb am 27.4. 2003 um 18:18:05 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Geschichtliche Entwicklung des Islam
570
wurde Mohammed (der Gepriesene) als Sohn des Kaufmanns 'Abd Allâh und dessen Frau Âmina in Mekka geboren. Er war ein Korascheït, einem der bedeutendsten Stämme Arabiens, aus der Sippe der Hâshimiten, die als »Fugger« der arabischen Welt galten..
576
nachdem beide Elternteile gestorben sind, kommt Mohammed zuerst in das Haus seines Großvaters, anschließend zu seinem Onkel Abû Tâlib, wo er, gleichgestellt mit den leiblichen Kindern, Karawanenführer wird.
582
begleitet der zwölfjährige Mohammed seinen Onkel nach einer Legende nach Syrien. Dort habe der christliche Mönch Bahîrâ ihm eine hohe Stellung prophezeit. Gegenstück zur Geschichte des zwölfjährigen Jesus im Tempel und Versuch der des Beweises, daß sogar Christen die prophetische Sendung Mohammeds bestätigten.
595
heiratet Mohammed die wohlhabende Witwe Chadidscha. Mit ihr hat er 2 Söhne und 4 Töchter, von denen nur Fatima überlebt. Sie heiratet den späteren Kalifen 'Alî und ist die Stammutter der leiblichen Nachfahren des Propheten.
Während seiner Karawanenreisen hat Mohammed Kontakt zur jüdischen und christlichen Welt, inklusive deren Sekten.
610
hat Mohammed seine erste Vision. Er verkündet den einzigen Gott, dem die Menschen völlige Unterwerfung schuldig sind (»Islam«). Nach einer Zeit der Anfechtung (je nach Literatur zwischen 6 Monaten und 3 Jahren) regelmäßige Verkündigung. Die ersten Gläubigen waren seine Frau Chadidscha, der Gottsucher Waraqa Ibn Naufal, der von Mohammed adoptierte frühere Sklave Zayd, Mohammeds Vetter und Adoptivsohn 'Alî (erst 13 Jahre alt) und der einflußreiche Tuchhändler Abû-Bakr, der erste Kalif nach dem Tode Mohammeds.
Khoury, Im Garten Allahs, Seite 20
619
Tod von Chadidscha und Abu Talib
621
»Himmelfahrt« (Miraj) Mohammeds, angeblich vom Tempelberg in Jerusalem (Koran berichtet nur von einem fernen Gebetsort), Versuch, die Juden zu gewinnen.
Zeitpunkt differiert in den verschiedenen islamischen Quellen.
- geschehen im 12. Lebensjahr Mohammeds (582)
- im dritten Jahr seiner Berufung (613)
- zwei Jahre nach dem Tod Chadidschas (621)
- im 12. Jahr seiner Berufung (622)
622
Hedschra. Am 16. Juli verläßt Mohammed heimlich Mekka und flieht nach Medina (die Stadt) - eigentlich Medina-an-Nabi (die Stadt des Propheten), die bis dahin Jathrib hieß. Beginn der islamischen Zeitrechnung. Von dort plündert Mohammed die Karawanen aus Mekka. Nach der Erlaubnis zum Beutemachen gewinnt Mohammed über 10000 Anhänger.
624
Geplanter Überfall Mohammeds auf mekkanische Frühjahrskarawane scheitert. Allerdings kann Mohammed ein mekkanisches Ersatzheer zurückschlagen.
Jüdische Stämme der Kainuka und Banu-Nadir werden durch Belagerung zur Auswanderung nach Chaibar gezwungen.
Wechsel der Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka.
627
Grabengefecht vor Medina, bei dem die Mekkaner unverrichteter Dinge wieder abziehen. Da sich der jüdische Stamm der Banu-Kuraisa nicht an der Verteidigung beteiligte, bzw. Mohammed öffentlich ablehnte, wird an ihnen ein Massaker durch Mohammed verübt. Alle Männer werden hingerichtet und etwa 1000 Frauen und Kinder als Sklaven verkauft.
Daraufhin konvertieren mehrere arabische Beduinenstämme - teilweise unter Druck - zum Islam.
628
Friedensvertrag zwischen Mekka und Mohammed. Mohammed zieht unbewaffnet mit Pilgerschar nach Mekka
630
Mohammed kehrt im Triumph nach Mekka zurück. Er erklärt Mekka wegen des dortigen Zentralheiligtums zur heiligen Stadt und reinigt die Kaaba von allen Götzenbildern und etabliert die »Theokratie Allahs und seines Gesandten«.
Damit wird die Religionsfreiheit beendet. An dessen Stelle tritt offene Feindschaft, wobei man allerdings mit Konvertierwilligen gnädig zu verfahren hatte. Mohammed hatte versucht, Christen und Juden für sich zu gewinnen. Deshalb eventuell auch die Geschichte der »Himmelfahrt« Mohammeds von der El-Aqusa-Moschee in Jerusalem. Juden lehnten Mohammed auf Grund von 5. Mose 18,22; Jesaja 41,21-24 ab und bezeichneten ihn als Lügner (Sure 3,184). Mohammed tat keine Zeichen der Prophetie (Suren 17,59.89-94; 13,7.31;6,37.109.124; 7,203; 2,99.118).
Auch die Christen lehnten Mohammed ab, weil sich seine Lehre deutlich von der Bibel unterschied.
Juden und Christen wurden nicht »gezwungen«, Moslem zu werden. Im Raum Mekka/Medina wurden sie zur Auswanderung gezwungen. Später, und an anderen Örtlichkeiten durften sie ihre Religion behalten, mußten aber eine hohe Kopfsteuer bezahlen (oft unbezahlbar), durften nicht in besseren Häusern wohnen als Moslem, durften keine Pferde reiten. Sie mußten ehrerbietig von Eseln absteigen, wenn ein Moslem vorbeikam. Jedes 5. Kind mußte der islamischen Geistlichkeit übergeben werden, die das Kind zu fanatischen moslemischen Kriegern erzog.
Einteilung der Welt in zwei Gebiete:
- Dâr - al - Islam (Welt des Islam)
- Dâr - al - Harb (Kriegsgebiet)
Legitimer Heiliger Krieg sollte ausgerufen werden, wo ein Volk sich nicht dem Islam unterwarf.
631
Mohammed erklärt die Trennung der Gemeinschaft der Gläubigen von den Polytheisten
632
»Reformierte« Wallfahrt Mohammeds. Verpflichtendes Grundmuster aller islamischen Wallfahrten.
Tod Mohammeds. Er wird in seiner Hütte in Medina begraben. Nachfolger wird nach längerem Streit Abu Bakr.
2.2 Die erste Spaltung
2.2.1. Die ersten Kalifen nach Mohammed
632-634
Abu Bakr (* um 573)
634-644
Omar (* um 584). Eroberer Palästinas, Ägyptens und Persiens
644-656
Osman (Othman) (* 576) Eroberer Aserbeidschans, Georgiens und des Indusgebietes. Baute eine mächtige Flotte, die der byzantinischen schwere Niederlagen beibrachte.
656-661
Ali ibn Abu-Talib (* 600)
2.2.2. Die Spaltung
Die Ursache liegt in dem Streit mehrerer Gruppierungen. Die einen wollten nur einen leiblichen Nachkommen Mohammeds als Kalif, wofür nur Ali, der Sohn Fatimas, in Frage kam, die anderen wollten ein Ende der Günstlingswirtschaft und einen Kalifen aus einer anderen Sippe.
Ali stand nun vor der Aufgabe, die Mörder des vorherigen Kalifen Osman zu strafen, die allesamt Gegner der Omaijadensippe waren, und der Beseitigung der Günstlingswirtschaft der Omaijaden. Dazu hatte er sich noch den Haß Aischas, der Lieblingsfrau Mohammeds, zugezogen.
656
kommt es zur »Kamelschlacht«, in der Ali gegen Aischa siegt. Diese wird nach Mekka verbannt und spielt weiterhin keine Rolle mehr in der Geschichte.
657
Nach der Schlacht bei Siffin stimmt Ali einem Schiedsgericht zu, das die Kalifenfrage klären soll. Daraufhin trennt sich eine Gruppierung von ihm, die sich die Charidschiten (Ausziehende) nennt und einen eigenen Kalifen wählen will.
Das Schiedsgericht schlägt Muawija zum Kalifen vor, wodurch das Araberreich in zwei Teile zerbricht. Die Position Alis wird immer schwächer.
660
Muawija läßt sich in Jerusalem offiziell zum Kalifen ausrufen. Die Charidschiten bilden in Mekka eine Verschwörung zur Ermordung der Besudler des Islam, Ali und Muawija.
661
Während des Freitagsgebetes ermorden drei gedungene Mörder Ali. Muawija entgeht durch einen glücklichen Zufall dem Anschlag. Ali wird in der Wüste bei dem heutigen Nadschaf begraben. Seine Nachkommen verweigern dem Omaijadenkalifen Muawija den Gehorsam und fordern einen Kalifen aus der Nachkommenschaft Mohammeds. Ali hatte zwei Söhne, Hassan und Hussein. Hassan, auch als »al Mitlak« (der Ehescheider) bekannt, läßt sich das Amt von Muawija abkaufen. Doch die Aliden setzen nun Hussein zum Kalifen ein.
680
Hussein fällt bei Kerbela im Kampf um das Kalifenamt gegen die Omaijaden. Damit beginnt ein dem Koran eigentlich fremder »Vergötterungskult« um Ali und Hussein, deren Gräber bis heute schiitische Pilgerstätten sind.
2.3. Ausbreitung des Islam
632
Abu Bakr wird zum Kalifen (Stellvertreter) gewählt. Viele Araberscheichs, die nur Mohammed Gefolgschaft versprochen hatten, verursachen einen Aufstand (Ridda) Abu Bakr reagiert mit blitzschnellen Feldzügen und kann den Aufstand gegen Scheich Musailima, der selber Offenbarungen gehabt haben soll, in einer blutigen Schlacht niederwerfen. Dabei sterben 300 »Korangedächtnisse« (Krieger, die seit Beginn bei Mohammed waren und die Koransuren auswendig konnten. Daraufhin veranlaßt Abu Bakr die schriftliche Abfassung des Koran.
633
Abu Bakr wird auf die Schwäche Persiens aufmerksam gemacht. Er befiehlt den Einmarsch. Nach seinem Sieg läßt er 70000 besiegte Perser enthaupten.
636
Völlige Vernichtung des byzantinischen Heeres in Palästina
638
Eroberung Jerusalems
642
Araber erobern Syrien, Jerusalem und Ägypten aus der Hand Byzanz (oströmisches Reich)
655
Byzantinische Flotte wird vernichtend geschlagen
661
Ali, verheiratet mit Mohammeds und Chadidchas ältester Tochter Fatima, vierter Kalif, wird ermordet.
Streit ums Kalifenamt entbrennt. Schiiten wollen Nachkommen Mohammeds (Hussein, Ali s Sohn), Sunniten lehnen dies ab.
691
Errichtung der Omar-Moschee (Felsendom) in Jerusalem
707
Islam beginnt sich in Indien durchzusetzen
711
Spanien wird erobert
732
In der Schlacht von Tours und Poitiers kann Karl Martell die Araber zurückdrängen
1453
Konstantinopel wird von Türken erobert.
1492
Granada, letzte islamische Bastion auf westeuropäischem Boden, fällt.
1529
Türken erstmals vor Wien. Dadurch »Rettung« der Reformation, da man protestantische Landsknechte benötigte
1698
Zweiter Angriff der Türken auf Mitteleuropa scheitert. Werden aus Wien und Budapest vertrieben
1924
Abschaffung des Kalifats. Endgültiger Verfall des osmanischen Reiches
1973
Beginn des »Ölkrieges« während des Yom-Kippur-Krieges
2.5. Loslösung vom Juden- und Christentum
Nach der Auswanderung Mohammeds von Mekka nach Medina (Hedschra) versuchte Mohammed die jüdischen und christlichen Gruppen für den Kampf gegen Mekka zu gewinnen. Seine Propagande: Kampf gegen den Polytheismus (Vielgötterei), um den Monotheismus (Glaube an den einen Gott) durchzusetzen.
Doch Juden und Christen waren nicht für diesen Kampf zu gewinnen. Zum einen unterhielten wurden Handelsbeziehungen nach Mekka gepflegt, zum anderen traten die Widersprüche zur Überlieferung der jüdischen und christlichen Botschaft deutlich zu Tage. Auch die geforderte Gebetsrichtung nach Jerusalem überzeugte nicht.
Daher versuchte Mohammed nun, die Selbständigkeit des Islam zu fördern. Zuerst in theologischer Hinsicht, indem er sich von Juden und Christen lossagte und ihnen eine falsche Überlieferung der Religion vorwarf. Er warf ihnen vor, mit der Religion des Mose oder der Religion des Jesus Christus eine falsche Religion zu betreiben. Die wahre Religion sei die unverfälschte Religion Abrahams, die noch von keiner Gesetzgebung und von keinen Zusätzen verdeckt war.
Sure 2,135:
»Und sie (d.h. die Leute der Schrift) sagen: »Ihr müßt Juden oder Christen sein, dann seid ihr rechtgeleitet.« Sag: Nein! (Für uns gibt es nur) die Religion Abrahams, eines Hanîfen - er war kein Heide (w. keiner von denen, die (dem einen Gott andere Götter) beigesellen.)«
Sure 3,65:
»Ihr Leute der Schrift! Warum streitet ihr über Abraham, wo doch die Thora und das Evangelium erst nach ihm herabgesandt worden sind? Habt ihr denn keinen Verstand?«
Sure 3,67:
»Abraham war weder Jude noch Christ. Er war vielmehr ein (Gott) ergebener Hanîf, und kein Heide (w. keiner von denen, die (dem einen Gott andere Götter) beigesellen.)«
Anschließend ging er weiter mit der Trennung, indem er das Heiligtum in Mekka als Bauwerk Abrahams bezeichnete (Sure 2,124-134).
Sure 2,125:
»Und (damals) als wir das Haus (der Ka`ba) zu einer Stätte der Einkehr für die Menschen und zu einem Ort der Sicherheit machten! Und (wir sagten): »Macht euch aus dem (heiligen) Platz Abrahams eine Gebetsstätte!« Und wir verpflichteten Abraham und Ismael (mit den Worten): »Reinigt mein Haus für diejenigen, die die Umgangsprozessionen machen und sich dem Kult hingeben, und die sich verneigen und niederwerfen!««
Es gab zwar auch weiterhin Kontakte zu jüdischen und christlichen Kreisen. Diese ließen sich aber nicht zum Übertritt zum Islam überzeugen. Es kam zunächst zu einem friedlichen Ausgang, wobei man beschloß, daß jeder seine eigene religiöse Überzeugung behalten durfte. Dieses spiegelt sich in Sure 3,59-64 wieder.
(64)»Ihr Leute der Schrift! Kommt her zu einem Wort des Ausgleichs (?) zwischen uns und euch! (Einigen wir uns darauf) daß wir Gott allein dienen und ihm nichts (als Teilhaber an seiner Göttlichkeit) beigesellen, und daß wir (Menschen) uns nicht untereinander an Gottes Statt zu Herren nehmen. Wenn sie sich aber abwenden, dann sagt: 'Bezeugt, daß wir Gott ergeben sind!'«
Lillifee schrieb am 3.6. 2009 um 12:29:08 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Ich liebe den Islam! Wer den Islam aus seinem Ursprung kennt und nicht nur auf das Böse schaut, was pseudo Muslime daraus machen, der wird mir Recht geben. Der Islam ist die Religion, die auf alles und jeden anwendbar ist. Wer das nicht so sieht, ich kann es verstehen, denn in einer solchen Gesellschaft zu leben bedeutet gleichzeitig wenig Verständnis dafür zu zeigen, weil der Blickwinkel ein ganz anderer ist. Aber keine Panik, jeder wird mind. eine Chance in seinem Leben haben, diese wundervolle religion verstehen zu können, man muß es nur zulassen und die Vorurteile -wenn mal für einen Moment- in den Keller kehren. Was den Islam ausmacht ist u. a. der letzte Vers aus der Sure 109, denn dieser besagt explizit, dass es keinen Zwang im Glauben gibt! Welche Worte ausser die von unserem Schöpfer können mehr Wahrheit beweisen?
Charch schrieb am 26.4. 2003 um 01:49:22 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Frag den Mufti
Thomas Pany 15.11.2002
Aufklärung über Islam-Online: Wie human ist der »sanfte« Dschihad?
Die arabische Sprache sei eine besonders anspruchsvolle Geliebte, sagte
mir einmal ein grinsender Assistent des Instituts für Semitistik, der
den Humor und den Hang zu anschaulichen Bildbeispielen mit den Arabern
teilte, die er aus dem Studium vorislamischer Schriften kannte. Wer
sich auch nur einen Tag lang nicht um die Geliebte sorge, dem wende sie
alsbald den Rücken zu. Würde der Schönen auch am zweiten Tag keine
Aufmerksamkeit zuteil, bereite sie schon alles für den Auszug vor. Bei
fortwährendem Liebesentzug am dritten Tag sei sie auf Nimmerwiedersehen
verschwunden. Wie der Großteil der Seminarbesucher, die am ersten Tag
noch beinahe siebzig Köpfe zählten und am Ende des Semesters nur noch
eine Handvoll.
Der Erwerb der arabischen Sprache ist mühsam und zeitaufwendig. Das
entsprechende Studienfach galt bis vor kurzem noch als wenig
aussichtsreiches Exotenfach für einen kleinen Haufen
bemitleidenswerter, lebensferner Studenten. Selbst wenn das Interesse
an der Sprache seit dem »Kampf der Kulturen« gestiegen sein dürfte, die
Anzahl derer, die hierzulande diese Sprache beherrschen, ist nicht
groß. Leichtes Spiel also für alle möglichen berufenen wie unberufenen
Aufklärer des Islam, zentrale Schlüsselbegriffe nach persönlichem
Gutdünken auszulegen - hervorragendstes Beispiel: der Dschihad.
"When will fear, killing, destruction, expulsion, orphaning and
widowing remain only limited to us while security, stability and
happiness remains only limited to you? This is an unfair allotment. The
time has come to share in these matters equally.
Just like you kill, you will be killed. And just like you bombarded,
you will be bombarded. Be prepared to receive the glad tidings of what
will be bad for you.
By the grace of Allah, the Islamic Ummah (nation) has started to fire
at you with its sincere youth, who have promised Allah to continue
Jihad with words and swords, in order to defend the truth and to
extinguish the falsehood till the last drop of blood.
Finally, I ask Allah to provide us with support in order to defend His
religion and to continue on the path of Jihad for His Sake so that when
we meet Him, he is pleased with us. He is the only One capable of that
and our last supplications shall be that All Praise is to Allah, Lord
of the Worlds." (Aus der angeblich von Usama bin Ladin stammenden Rede,
die al-Dschasira am 12.11. gesendet hatte.)
Geistige Anstrengung oder heiliger Kampf
Die Unbedarften, so die Unterstellung vieler Islamkundiger gegenüber
westlichen Medien, übersetzen den Begriff allzu leichtfertig und
vorschnell mit »heiliger Krieg« - und stehen damit immerhin im Einklang
mit verschiedenen terroristischen Vereinigungen, die eben diese
martialische Auslegung auf ihr Kampfbanner geschrieben haben. Das
arabische Wörterbuch von Hans Wehr, die Referenz für alle
deutschsprachigen Übersetzer, tut dies genauso: "Kampf; heiliger Krieg
(gegen die Ungläubigen als relig. Pflicht)" ist dort zu lesen.
Nein, nicht ganz richtig heißt es in vielen Gegendarstellungen von
gelehrter Seite. Der Begriff lasse sich so nicht verkürzen. Der Wurzel
des Wortes (j-h-d) verweise auf eine Anstrengung, auf Mühe und
Bemühung, einen geistigen und gesellschaftlichen Einsatz für den Islam
schlechthin. Also eher eine spirituelle, religiöse Haltung.
Die Philologen und Korankenner führen an, dass in diesem Wortstamm und
im ersten Erscheinen von Dschihad im heiligen Buch kein Bezug auf das
»Töten« (Wurzel hier vielmehr: q-t-l) gegeben sei. Von Anhängern des
»sanften« Islam - oft mit ausgesprochener Sympathie für die Sufis und
den spirituellen Kern des Islam - bekommt man alle Tage genau dieses
Argument zu hören: Der Westen (die westlichen Medien) würde(n) den
Dschihad, eine geistige Anstrengung, zu einem blutrünstigen
Kampfbegriff herabwürdigen und damit die ganze Religion als im Kern
aggressiv denunzieren.
Wie vielleicht vielen anderen auch, wäre es mir sehr lieb, wenn der
»Heilige Krieg« sich einzig auf eine seelisch-geistige Anstrengung
konzentrierte, weshalb ich sehr neugierig wurde, als die New York Times
kürzlich eine islamische Website vorstellte und einer der dort
Beteiligten seine Mitarbeit stolz als einen »Akt des Dschihad«
bezeichnete, selbstverständlich im Sinne eines »spirituellen Kampfes«.
Die Medienaufklärung geht von Katar aus
Die Site Islam-Online [1] zählt mit täglich mehr als 250.000 Zugriffen
zu den meist besuchten islamischen Seiten im Netz, deren Popularität
sie vor allem der englisch-sprachigen Ausgabe verdankt: nur eine
Minderheit der weltweiten Muslim-Gemeinschaft kann arabisch lesen, die
meisten aber englisch.
Islam-online gibt es seit drei Jahren. Gegründet wurde die Site in
Katar, dessen Herrscher Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani für
fortschrittliche Medienpolitik bekannt ist - auch al-Dschasira ist in
Katar zuhause ( Al-Dschasira und die Rache der älteren Schwester [2]).
Wie bei al-Dschasira heißt der spiritus rector hinter den Kulissen
Scheich Yussuf Abdullah al-Qarawadi, ein prominenter Name in der
islamischen Geistlichkeit, der aufgrund seiner antiamerikanischen
Äußerungen und zugleich seiner entschiedenen Verurteilung der
Selbstmordattentate wegen - insbesondere der Anschläge vom 11.September
- verschiedene Male auch in westlichen Medien erwähnt wurde.
Ziel: islamische Renaissance
Entsprechend hochgesteckt sind die Ambitionen von Islam-online: Man
will einen kohärenten und lebendigen Islam präsentieren, der mit den
modernen Zeiten Schritt hält - Stichwort: islamische Renaissance - auf
der Grundlage festgelegter Prinzipien des islamischen Gesetzes. Die
Redaktion wurde nach Kairo verlegt, Sitz der berühmten
al-Asar-Universität, ein Standort, der es u.a. ermöglicht, die besten
und fortschrittlichsten Experten aus geistlichen und weltlichen
(Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Medien, Technologie, Kunst
usf.) Bereichen an Bord zu holen.
Das Spektrum von Islam-online umfasst News, Ansichten - Essays z.B.
über Feminismus im Islam, das Problem der Historisierung des Islam und
damit eingehender Relativierung von grundlegenden Traditionen, das Wort
Gottes, der Koran, ist ja zeitlos gültig - und vor allem und genau hier
sollen die Glaubensgrundsätze lebendig werden und der annoncierte
Gegenwartsbezug realisiert: eine Fatwa-Rubrik, wo Fragen an eine
ausgewiesene islamische Autorität gestellt und beantwortet werden.
Erwähnenswerterweise u.a. auch in ökonomischen Angelegenheiten, da
Zinsprofite im Islam verboten sind, was im derzeitigen globalen
Geschäftsverkehr große Komplikationen mit sich bringt. Häufig werden
Fragen gestellt, wie sich muslimische Grundsätze mit modernen
Fortpflanzungstechniken oder der Anwendung stimulierender Mittel wie
etwa Viagra vereinbaren lassen. Die Antworten sind z.T. sehr viel
flexibler, offener und liberaler als etwa katholische Ansichten.
»Ist es erlaubt, einen Juden außerhalb von Palästina zu töten?«
So weit so schön, lehrreich und lesenswert, wenn auch bei der
News-Auswahl selbstverständlich, was den Nahost-Konflikt angeht,
eindeutig die Position der Palästinenser repräsentiert wird. Größere
Irritationen entstehen aber, wenn man im Fatwa-Archiv Fragen und
Antworten zum Dschihad bezogen auf den israelisch-palästinensischen
Konflikt [3] sucht:
Frage: Ist es erlaubt, einen Juden außerhalb von Palästina zu töten?
Antwort: Im Namen Allahs,.. Es ist nicht erlaubt, einen Juden außerhalb
Palästinas zu töten, weil das Schlachtfeld auf das palästinensische
Land begrenzt ist. Darüber hinaus ist ein Jude außerhalb Palästinas
kein Usurpator unseres Landes und kämpft nicht direkt gegen uns, selbst
wenn er Israel unterstützt... Es ist uns nicht gestattet, solche Leute
zu attackieren.
Was aber ist mit denjenigen, die Pizza essen auf dem Territorium, das
von der arabischen Seite »Palästina« genannt wird. Gehört das
Bombenlegen in Pizzerien auch zum Dischihad, ist es also legitim nach
Auffassung [4] des islamischen Rechtsgelehrten?
Im Namen Allahs.... Was aber die Juden anbelangt, die innerhalb unserer
besetzten Gebiete leben und die israelische Staatsangehörigkeit
besitzen, so nehmen sie teil an der Aggression gegen unsere
palästinensischen Brüder. Unser Ziel sollte das Militärpersonal sein,
nicht die Zivilisten, solange Israel nicht unsere Zivilbevölkerung
angreift. Aber wie wir heutzutage sehen, verletzen sie das Leben aller
Palästinenser, Zivilisten wie Nicht-Zivilisten. In ihren Angriffen
machen sie keine Unterschiede zwischen einem Kleinkind und einer
älteren Person...Wir dürfen demnach auf die selbe Art zurückschlagen,
wie wir angegriffen werden...Folglich haben wir keine andere
Möglichkeit, als so mit ihnen umzugehen, um sie abzuschrecken. Folglich
ist es uns erlaubt, jeden (!) Israeli (!) zu töten, bis sie mit der
Massentötung und ihrem Heidentum (!) aufhören. Nur dann können wir
unsere Attacken auf israelische Zivilisten beenden, unser Dschihad aber
gegen das Militär wird erst aufhören, wenn sie unser Land verlassen.
Scheich Faisal Maulawi
Dass sich die Ulama, die Gemeinschaft der Islamgelehrten, zur Frage,
wie denn die Siedler zu behandeln seien, noch drastischer zu legitimen
Racheakten äußert - "..jedoch im Falle, dass der Feind unsere Kinder
abschlachtet, haben wir ihn im selben Maße zu behandeln..", wundert nun
nicht mehr.
So respektabel sich die ständigen Appelle auf Islam-online zum
Gewaltverzicht als dem einzig richtigen Weg zur Förderung der Ziele des
Islam ausnehmen, so bodenlos werden sie, sobald die Sprache auf den
zentralen Konflikt zwischen den Arabern und Israel kommt. Die eben
zitierten Aussagen, die von namhaften Vertretern der Ulama gemacht
wurden, sind derart grob, roh und apodiktisch gegen das einzelne Leben
gerichtet, im Wortlaut wie in ihrer schablonenhaften Deduktion und
Zuspitzung, dass es einem schwer fällt, an eine islamische Renaissance
zu glauben, in deren Mittelpunkt eine »Humanitas« stünde, der man gerne
sehr viel Interesse und Aufmerksamkeit entgegenbringen würde. Aber
diese Zuwendung für eine so schwierige Geliebte in einer alten muffigen
scholastischen Kampfmontur?
Links
[1] http://www.islam-online.net
[2] http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/13557/1.html
[3]
http://www.islamonline.net/livefatwa/english/Browse.asp?hGuestID=REG5Nv
[4]
http://www.islamonline.net/fatwa/english/FatwaDisplay.asp?hFatwaID=46143
mcnep schrieb am 26.4. 2003 um 17:47:41 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
»Die nach innen gerichtete Gewalt, die ein religiöses Leben begründet und im Opfer gipfelt, spielte im frühen Islam nur eine sekundäre Rolle. Der Islam ist eben zunächst nicht Verzehrung, sondern, wie der Kapitalismus, Akkumulation der verfügbaren Kräfte. Jede Darstellung, jede angstvolle Kontemplation des religiösen Dramas ist ihm wesensfremd. Der Kreuzestod Christi oder der Selbstvernichtungsrausch Buddhas ruft bei ihm keinerlei Widerhall hervor. Wie das militärische Oberhaupt, das seine Gewalt gegen den Feind entfesselt, steht er im Gegensatz zum religiösen Oberhaupt, das die Gewalt erleidet. Das militärische Oberhaupt wird niemals getötet und strebt sogar danach, die Opfer zu unterbinden, es ist dazu da, die Gewalt nach außen zu lenken und die lebendige Kraft einer Gemeinschaft vor innerer Verzehrung - vor dem Ruin - zu bewahren. Es ist von vornherein auf Aneignungen, Eroberungen, kalkulierte Ausgaben zum Zweck des Wachstums aus. Der Islam ist gewissermaßen in seiner Einheit eine Synthese religiöser und militärischer Lebensformen, aber das militärische Oberhaupt konnte die religiösen Formen neben sich intakt lassen: der Islam ordnet sie den militärischen unter; indem er die Religion auf eine Moral beschränkt, reduziert er das Opfer auf Almosen und die Einhaltung der Gebetsvorschriften.«
Georges Bataille: Der verfemte Teil, S. 122
| Einige zufällige Stichwörter |
beherzigen
Erstellt am 18.3. 2002 um 18:57:57 Uhr von Hoschel, enthält 11 Texte
Männerschlange
Erstellt am 27.10. 2001 um 22:31:44 Uhr von Beobachter, enthält 7 Texte
Montagmorgen
Erstellt am 23.4. 2001 um 11:51:38 Uhr von Wettermann, enthält 21 Texte
Madlen
Erstellt am 23.11. 2003 um 22:42:48 Uhr von Chris, enthält 8 Texte
Forum
Erstellt am 21.3. 1999 um 16:30:55 Uhr von Liamara, enthält 75 Texte
|
| Einige zufällige Stichwörter des englischen Blasters |
horses
Erstellt am 22.10. 2002 um 23:26:13 Uhr von wendy, enthält 15 Texte
penalty
Erstellt am 18.4. 2000 um 19:46:36 Uhr von Donaldo, enthält 11 Texte
could
Erstellt am 4.11. 2001 um 05:01:42 Uhr von an elf, enthält 11 Texte
babble
Erstellt am 5.3. 2001 um 04:26:28 Uhr von the old pirate, enthält 11 Texte
clown
Erstellt am 30.8. 2003 um 01:55:39 Uhr von Angerona Cerulean, enthält 5 Texte
trainers
Erstellt am 19.4. 2003 um 10:48:23 Uhr von Andy, enthält 1 Texte
powerchicks
Erstellt am 21.8. 2003 um 14:55:12 Uhr von hans, enthält 1 Texte
|