| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) |
225, davon 205 (91,11%)
mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 80 positiv bewertete (35,56%) |
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1390 Zeichen |
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1,031 Punkte, 71 Texte unbewertet.
Siehe auch: positiv bewertete Texte
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| Der erste Text |
am 23.12. 1999 um 19:35:35 Uhr schrieb eva
über Islam |
| Der neuste Text |
am 15.6. 2025 um 06:33:00 Uhr schrieb Gerhard
über Islam |
Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 71) |
am 14.10. 2004 um 23:29:13 Uhr schrieb k über Islam
am 16.3. 2007 um 00:17:46 Uhr schrieb backblech über Islam
am 27.4. 2003 um 18:17:03 Uhr schrieb van Nuys über Islam
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Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Islam«
who is who schrieb am 31.1. 2003 um 09:50:20 Uhr zu
Bewertung: 8 Punkt(e)
Im Osten des Jemen befand sich einst ein Ort namens Hadramut.
Dort lebte ein Stamm, dessen Frauen ungeduldig auf eine Nachricht warteten. Als die Nachricht eintraf, malten sie ihre Hände mit Henna an, sie schmückten sich, musizierten und sie tanzten. Etwa zwanzig weitere Frauen schlossen sich ihnen an. Diese ersehnte Nachricht lautete: »Mohammed ist tot.«
Sie feierten nicht den Tod von Mohammed, der sich zum Propheten ernannt hatte. Sie feierten, weil sie hofften, dass somit die Zeit jenes Systems vorbei sei, das die Frau zum Sexualobjekt degradierte.
Denn vor dem Islam besaß die arabische Frau mehr Rechte und Freiheiten, als die Orientalisten und Gläubigen uns weismachen wollen. Sie betrieb Handel. Sie ging hin, wohin sie gehen wollte. Sie zog an, was ihr gefiel. Sie wählte sich ihren Lebensgefährten selbst.
Charch schrieb am 26.4. 2003 um 01:49:22 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Frag den Mufti
Thomas Pany 15.11.2002
Aufklärung über Islam-Online: Wie human ist der »sanfte« Dschihad?
Die arabische Sprache sei eine besonders anspruchsvolle Geliebte, sagte
mir einmal ein grinsender Assistent des Instituts für Semitistik, der
den Humor und den Hang zu anschaulichen Bildbeispielen mit den Arabern
teilte, die er aus dem Studium vorislamischer Schriften kannte. Wer
sich auch nur einen Tag lang nicht um die Geliebte sorge, dem wende sie
alsbald den Rücken zu. Würde der Schönen auch am zweiten Tag keine
Aufmerksamkeit zuteil, bereite sie schon alles für den Auszug vor. Bei
fortwährendem Liebesentzug am dritten Tag sei sie auf Nimmerwiedersehen
verschwunden. Wie der Großteil der Seminarbesucher, die am ersten Tag
noch beinahe siebzig Köpfe zählten und am Ende des Semesters nur noch
eine Handvoll.
Der Erwerb der arabischen Sprache ist mühsam und zeitaufwendig. Das
entsprechende Studienfach galt bis vor kurzem noch als wenig
aussichtsreiches Exotenfach für einen kleinen Haufen
bemitleidenswerter, lebensferner Studenten. Selbst wenn das Interesse
an der Sprache seit dem »Kampf der Kulturen« gestiegen sein dürfte, die
Anzahl derer, die hierzulande diese Sprache beherrschen, ist nicht
groß. Leichtes Spiel also für alle möglichen berufenen wie unberufenen
Aufklärer des Islam, zentrale Schlüsselbegriffe nach persönlichem
Gutdünken auszulegen - hervorragendstes Beispiel: der Dschihad.
"When will fear, killing, destruction, expulsion, orphaning and
widowing remain only limited to us while security, stability and
happiness remains only limited to you? This is an unfair allotment. The
time has come to share in these matters equally.
Just like you kill, you will be killed. And just like you bombarded,
you will be bombarded. Be prepared to receive the glad tidings of what
will be bad for you.
By the grace of Allah, the Islamic Ummah (nation) has started to fire
at you with its sincere youth, who have promised Allah to continue
Jihad with words and swords, in order to defend the truth and to
extinguish the falsehood till the last drop of blood.
Finally, I ask Allah to provide us with support in order to defend His
religion and to continue on the path of Jihad for His Sake so that when
we meet Him, he is pleased with us. He is the only One capable of that
and our last supplications shall be that All Praise is to Allah, Lord
of the Worlds." (Aus der angeblich von Usama bin Ladin stammenden Rede,
die al-Dschasira am 12.11. gesendet hatte.)
Geistige Anstrengung oder heiliger Kampf
Die Unbedarften, so die Unterstellung vieler Islamkundiger gegenüber
westlichen Medien, übersetzen den Begriff allzu leichtfertig und
vorschnell mit »heiliger Krieg« - und stehen damit immerhin im Einklang
mit verschiedenen terroristischen Vereinigungen, die eben diese
martialische Auslegung auf ihr Kampfbanner geschrieben haben. Das
arabische Wörterbuch von Hans Wehr, die Referenz für alle
deutschsprachigen Übersetzer, tut dies genauso: "Kampf; heiliger Krieg
(gegen die Ungläubigen als relig. Pflicht)" ist dort zu lesen.
Nein, nicht ganz richtig heißt es in vielen Gegendarstellungen von
gelehrter Seite. Der Begriff lasse sich so nicht verkürzen. Der Wurzel
des Wortes (j-h-d) verweise auf eine Anstrengung, auf Mühe und
Bemühung, einen geistigen und gesellschaftlichen Einsatz für den Islam
schlechthin. Also eher eine spirituelle, religiöse Haltung.
Die Philologen und Korankenner führen an, dass in diesem Wortstamm und
im ersten Erscheinen von Dschihad im heiligen Buch kein Bezug auf das
»Töten« (Wurzel hier vielmehr: q-t-l) gegeben sei. Von Anhängern des
»sanften« Islam - oft mit ausgesprochener Sympathie für die Sufis und
den spirituellen Kern des Islam - bekommt man alle Tage genau dieses
Argument zu hören: Der Westen (die westlichen Medien) würde(n) den
Dschihad, eine geistige Anstrengung, zu einem blutrünstigen
Kampfbegriff herabwürdigen und damit die ganze Religion als im Kern
aggressiv denunzieren.
Wie vielleicht vielen anderen auch, wäre es mir sehr lieb, wenn der
»Heilige Krieg« sich einzig auf eine seelisch-geistige Anstrengung
konzentrierte, weshalb ich sehr neugierig wurde, als die New York Times
kürzlich eine islamische Website vorstellte und einer der dort
Beteiligten seine Mitarbeit stolz als einen »Akt des Dschihad«
bezeichnete, selbstverständlich im Sinne eines »spirituellen Kampfes«.
Die Medienaufklärung geht von Katar aus
Die Site Islam-Online [1] zählt mit täglich mehr als 250.000 Zugriffen
zu den meist besuchten islamischen Seiten im Netz, deren Popularität
sie vor allem der englisch-sprachigen Ausgabe verdankt: nur eine
Minderheit der weltweiten Muslim-Gemeinschaft kann arabisch lesen, die
meisten aber englisch.
Islam-online gibt es seit drei Jahren. Gegründet wurde die Site in
Katar, dessen Herrscher Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani für
fortschrittliche Medienpolitik bekannt ist - auch al-Dschasira ist in
Katar zuhause ( Al-Dschasira und die Rache der älteren Schwester [2]).
Wie bei al-Dschasira heißt der spiritus rector hinter den Kulissen
Scheich Yussuf Abdullah al-Qarawadi, ein prominenter Name in der
islamischen Geistlichkeit, der aufgrund seiner antiamerikanischen
Äußerungen und zugleich seiner entschiedenen Verurteilung der
Selbstmordattentate wegen - insbesondere der Anschläge vom 11.September
- verschiedene Male auch in westlichen Medien erwähnt wurde.
Ziel: islamische Renaissance
Entsprechend hochgesteckt sind die Ambitionen von Islam-online: Man
will einen kohärenten und lebendigen Islam präsentieren, der mit den
modernen Zeiten Schritt hält - Stichwort: islamische Renaissance - auf
der Grundlage festgelegter Prinzipien des islamischen Gesetzes. Die
Redaktion wurde nach Kairo verlegt, Sitz der berühmten
al-Asar-Universität, ein Standort, der es u.a. ermöglicht, die besten
und fortschrittlichsten Experten aus geistlichen und weltlichen
(Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Medien, Technologie, Kunst
usf.) Bereichen an Bord zu holen.
Das Spektrum von Islam-online umfasst News, Ansichten - Essays z.B.
über Feminismus im Islam, das Problem der Historisierung des Islam und
damit eingehender Relativierung von grundlegenden Traditionen, das Wort
Gottes, der Koran, ist ja zeitlos gültig - und vor allem und genau hier
sollen die Glaubensgrundsätze lebendig werden und der annoncierte
Gegenwartsbezug realisiert: eine Fatwa-Rubrik, wo Fragen an eine
ausgewiesene islamische Autorität gestellt und beantwortet werden.
Erwähnenswerterweise u.a. auch in ökonomischen Angelegenheiten, da
Zinsprofite im Islam verboten sind, was im derzeitigen globalen
Geschäftsverkehr große Komplikationen mit sich bringt. Häufig werden
Fragen gestellt, wie sich muslimische Grundsätze mit modernen
Fortpflanzungstechniken oder der Anwendung stimulierender Mittel wie
etwa Viagra vereinbaren lassen. Die Antworten sind z.T. sehr viel
flexibler, offener und liberaler als etwa katholische Ansichten.
»Ist es erlaubt, einen Juden außerhalb von Palästina zu töten?«
So weit so schön, lehrreich und lesenswert, wenn auch bei der
News-Auswahl selbstverständlich, was den Nahost-Konflikt angeht,
eindeutig die Position der Palästinenser repräsentiert wird. Größere
Irritationen entstehen aber, wenn man im Fatwa-Archiv Fragen und
Antworten zum Dschihad bezogen auf den israelisch-palästinensischen
Konflikt [3] sucht:
Frage: Ist es erlaubt, einen Juden außerhalb von Palästina zu töten?
Antwort: Im Namen Allahs,.. Es ist nicht erlaubt, einen Juden außerhalb
Palästinas zu töten, weil das Schlachtfeld auf das palästinensische
Land begrenzt ist. Darüber hinaus ist ein Jude außerhalb Palästinas
kein Usurpator unseres Landes und kämpft nicht direkt gegen uns, selbst
wenn er Israel unterstützt... Es ist uns nicht gestattet, solche Leute
zu attackieren.
Was aber ist mit denjenigen, die Pizza essen auf dem Territorium, das
von der arabischen Seite »Palästina« genannt wird. Gehört das
Bombenlegen in Pizzerien auch zum Dischihad, ist es also legitim nach
Auffassung [4] des islamischen Rechtsgelehrten?
Im Namen Allahs.... Was aber die Juden anbelangt, die innerhalb unserer
besetzten Gebiete leben und die israelische Staatsangehörigkeit
besitzen, so nehmen sie teil an der Aggression gegen unsere
palästinensischen Brüder. Unser Ziel sollte das Militärpersonal sein,
nicht die Zivilisten, solange Israel nicht unsere Zivilbevölkerung
angreift. Aber wie wir heutzutage sehen, verletzen sie das Leben aller
Palästinenser, Zivilisten wie Nicht-Zivilisten. In ihren Angriffen
machen sie keine Unterschiede zwischen einem Kleinkind und einer
älteren Person...Wir dürfen demnach auf die selbe Art zurückschlagen,
wie wir angegriffen werden...Folglich haben wir keine andere
Möglichkeit, als so mit ihnen umzugehen, um sie abzuschrecken. Folglich
ist es uns erlaubt, jeden (!) Israeli (!) zu töten, bis sie mit der
Massentötung und ihrem Heidentum (!) aufhören. Nur dann können wir
unsere Attacken auf israelische Zivilisten beenden, unser Dschihad aber
gegen das Militär wird erst aufhören, wenn sie unser Land verlassen.
Scheich Faisal Maulawi
Dass sich die Ulama, die Gemeinschaft der Islamgelehrten, zur Frage,
wie denn die Siedler zu behandeln seien, noch drastischer zu legitimen
Racheakten äußert - "..jedoch im Falle, dass der Feind unsere Kinder
abschlachtet, haben wir ihn im selben Maße zu behandeln..", wundert nun
nicht mehr.
So respektabel sich die ständigen Appelle auf Islam-online zum
Gewaltverzicht als dem einzig richtigen Weg zur Förderung der Ziele des
Islam ausnehmen, so bodenlos werden sie, sobald die Sprache auf den
zentralen Konflikt zwischen den Arabern und Israel kommt. Die eben
zitierten Aussagen, die von namhaften Vertretern der Ulama gemacht
wurden, sind derart grob, roh und apodiktisch gegen das einzelne Leben
gerichtet, im Wortlaut wie in ihrer schablonenhaften Deduktion und
Zuspitzung, dass es einem schwer fällt, an eine islamische Renaissance
zu glauben, in deren Mittelpunkt eine »Humanitas« stünde, der man gerne
sehr viel Interesse und Aufmerksamkeit entgegenbringen würde. Aber
diese Zuwendung für eine so schwierige Geliebte in einer alten muffigen
scholastischen Kampfmontur?
Links
[1] http://www.islam-online.net
[2] http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/13557/1.html
[3]
http://www.islamonline.net/livefatwa/english/Browse.asp?hGuestID=REG5Nv
[4]
http://www.islamonline.net/fatwa/english/FatwaDisplay.asp?hFatwaID=46143
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