Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Praktikant«
leeloo schrieb am 14.10. 2003 um 01:39:07 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
das ende seines letzten praktikums war im noch lebhaft im gedächtnis. auf einem zettel hatte er sich die adresse eines büros notiert, wo er sich vorstellen wollte. er sah auf den zettel in seiner hand. der ganze kaffee heute morgen, auch die andere zitterte sacht. er war gestern wieder im park gewesen, hatte sich über die scharfen schatten gewundert, die der vollmond warf. er drehte seine gewohnte runde. den großen weg nach links den nächsten nach rechts und er war auf dem weg, der ein großes oval um die zwei schlösser beschrieb. hinter der riesigen alten pappel war das tor zu erahnen über welches er vorhin gestiegen war. er kam an die weggabelung beim alten trompetenbaum. jemand hatte ihm erzählt, dass - moment, war da wirklich eine trompete zu hören? stimmte die geschichte etwa? wenn der trompetenbaum spielte ging man besser ganz schnell nach hause war die moral der geschichte gewesen. er blieb stehen, lauschte der sanften melodie, sah zum mond auf, versank in der süßen musik, ließ sich treiben in den zarten klängen, seine beine sein blick der sternenhimmel die kühle nachtluft alles schien eins zu werden. ein kurzer, leichter ruck ging durch seinen körper. der hund zog ihn nach links.
Robert R schrieb am 13.10. 2003 um 07:10:52 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
... der Niese setzte noch einmal an, bot alles auf was er zu bieten hatte. Doch er störte sich nicht weiter daran, rückte die Kapuze zurecht (die rutschen immer so schnell wieder runter) und trotte weiter.
Die Stelle, in der er diese Woche sein Praktikum angefangen hatte, lag in einem abgelegenen Viertel der Stadt. Ihm wurde von Tag zu Tag mulmiger bei dem Gedanken an seinen viermonatigen Aufenthalt in diesem „Unternehmen“. Und im Laden hatte es dann Klick gemacht – er brauchte immer lange um herzufinden was er wollte, aber Sachen die ihm nicht zusagten, stehen bei ihm schnell fest.
So lief er jetzt die Straßen lang (die Zigarillos noch in der Tasche) und bewegte sich, unbewusst, immer weiter aufs Zentrum der Stadt zu. Früher, als er noch neu hier war, fand er sie abstoßend. Er war andere Verhältnisse gewohnt: kleiner, auf jeden Fall grüner und nicht so rau. Doch seine Einstellung zu der Stadt wandelten sich langsam...
Hinter dem kleinen, wohlsortierten Regal im Laden trat eine junge Frau vor. Der Ladebesitzer und die Frau kannten sich. Sie kam oft hierher. Mit ihrer natürlich, offenen Art ist sie dem Verkäufer schnell liebenswert geworden. „Hallo Dena, na wie immer?“ Sie nickte, und er verschwand im Hinterzimmer um gleich darauf mit zwei Flaschen Sojamilch vor ihr zu stehen. „Lang nicht mehr hier gewesen...“ Sie hätte in letzter Zeit fiel zu tun, beschäftige sich grad mit ihrem Vordiplom, und würde deshalb oft einfach die Zeit vergessen.
Dann kramte sie in ihren Westentaschen, holte ein wenig Kleingeld heraus, und stopfte in die selben Taschen, die dafür eigentlich viel zu klein waren, die Flaschen.
Auch sie zog sich, wieder auf der Straße, eilig die Kapuze auf über den Kopf.
Robert R schrieb am 15.10. 2003 um 23:58:48 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
JAZZ?! Jazz zählte momentan zu den Sachen die sie sich bestimmt nicht antun würde. Und dann auch noch die anstrengende Sorte; die in der immer so ein endloses Solostück einer Trompete vorkommt. Das Radio hatte sie eigentlich auch nur reflexhaft eingeschaltet. Also wieder aus.
Sie öffnete das Fenster, setzte sich in ihre Sitzwanne und murmelte sich in die Decken ein. Sie hatte zwar schon leichte Anzeichen einer Erkältung, wollte aber nicht auf dieses angenehm schaurig kalte Gefühl verzichten...
Neben der Wanne standen eine fast leere Flasche Bier (die wohl nicht mehr ausgetrunken werden würde), eine grade aufgekochte Tasse Kakao und ein Glas mit gezuckerten, zerdrückten Limetten – ob wegen der Vitamine oder des Geschmacks hätte sie nicht mit Bestimmtheit sagen können...
Sie löschte das Licht. Draußen war eine sterneklare, mit einem abnehmenden Vollmond versehene, Nacht. Sie hörte von weiten eine Straßen-, oder war es eine S-Bahn, um die Ecke biegen.
Von ihrem Standpunkt konnte sie sowohl über die Dächer, als auch anderen Menschen, wenn schon nicht in die Zimmer hinein, doch auf die Fenster schauen. Sie fing an sich Geschichten zu den einzelnen Fenstern, besser gesagt zu den Leuten dahinter, auszugrübeln:
- gegenüber, in der zweiten Etage rechts, spielen fünf junge Erwachsene ACTIVITY
- diagonal über den Spielern, streitet sich ein Ehepaar
- das Haus zu ihrer Linken, Erdgeschoss – ein Hund (er heißt Pelle) erhält grad sein Fressen und stürzt sich gierig darauf
- in der Wohnung neben ihrer eigenen lieben sich zwei Menschen; es geht nicht nur um den Austausch von Körperflüssigkeiten, sie sind sehr zärtlich zueinander, und wollen es den Anderen auch spüren lassen
Langsam schweift sie mit ihren Gedanken ab. Ihr kommen Personen in den Sinn zu denen sie Bezug hat. Ihre Familie, liebenswerte Bekannte, Freunde...
Mit einem glücklich, unbeschwerten Lächeln sitzt sie da und fängt langsam an zu frösteln...