Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Orgasmus«
mcnep schrieb am 28.4. 2004 um 18:01:51 Uhr zu
Bewertung: 7 Punkt(e)
Heute vor 130 Jahren wurde der weibliche Orgasmus erfunden. Es mutet erstaunlich an, daß ausgerechnet das viktorianische England die Geburtsstätte dieses heute unverzichtbaren Bestandteils unserer Spaßgesellschaft war. Am 29. April 1874 notiert der Textilfabrikant Percy Donaghue aus Manchester in sein Tagebuch: »Last night cohabitation. Phyllis suddenly screamed and was tormented by shivers, which at first seemed very disquieting, but in her own words were part of an overwhelming experience, centered somewhere around her pelvis, maybe a few inches deeper.« Zunächst schenkten weder Donaghue noch seine Frau Phyllis, die aus einer aufgeklärten Landadelsfamilie aus der Nähe von St. Ives kam, diesem Phänomen besondere Beachtung. Als sich die rätselvollen Zustände jedoch mehrfach in den folgenden Wochen wiederholten, waren beide beunruhigt und Mrs. Donaghue wurde, da der Hausarzt der Familie keine Krankheitsanzeichen feststellen konnte, zu dem namhaften Londoner Nervenarzt William Pierce gebracht. Phyllis Donaghue verbrachte mehrere Wochen in seinem Privatsanatorium, von wo sie ihrem Gatten mehrfach in Briefen über die »most incriminating examinations« berichtete, doch am 27. Mai veröffentlichte Pierce in der angesehenen Medizinzeitschrift 'The Lancet' einen Artikel 'A strange case of female agitation most probably due to genital stimulation', der als die Geburtsstunde der weiblichen Orgasmusforschung gelten kann. Phyllis Donaghue ist kein Einzelfall geblieben: Tausende von Frauen haben seither eine ähnliche Erfahrung gemacht, und bis heute gedenken wir am 28. April eines jeden Jahres Phyllis und im besonderen Percy Donaghue.
Die Leiche schrieb am 16.2. 2010 um 11:28:52 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Meine erste Begegnung mit »Orgasmus« war so pervers, daß ich sie hiermit für die Nachwelt aufbewahren will:
Mit meinem Vater war ich an der Nordsee, auf der Insel Wangerooge. Ich war 12 Jahre alt - es war die Zeit von Helmut Schmidt und dem deutschen Herbst. Aber auf Wangerooge hörte ich zum ersten Mal von Ostfriesenwitzen, und mein Vater kaufte mir einige kleine Broschüren mit diesen Witzen. Darunter war einer, den ich nicht verstand:
»Was ist der schönste Tag für die Ostfriesen ? Der Mus-Tag. Morgens Apfelmus, Mittags Pflaumenmus, abends Orgasmus !«
»Papa ?! Was ist Orgas?«
»Hä?«
»Na Orgas - steht hier in dem Witze-Buch ... muss ne Art Pflanze sein, aus der man Mus kochen kann.«
»Zeig mal her!«
Pause.
»Das verstehst Du noch nicht.«
»Wie jetzt?«
»Iss fertig, wir wollen noch n Abendspaziergang machen!«
»Aber was ist Orgas?«
»Iß!«
Grmpf.
Irritiert von der Weigerung meines Vaters, mir diese merkwürdige Pflanze zu erklären, aus der man das leckere Orgasmus kocht, versuchte ich mein Glück in den nächsten Tagen hinter dem väterlichen Rücken beim Pensionswirt, bei den älteren Damen am Nachbartisch, beim Strandwächter - ohne wirklichen Erfolg. Analogien zu den übrigen Witzen ziehend, stellte ich mir Orgas als eine Art Seegras vor, oder Algen - diese merkwürdigen braungrünen Pflanzen, die immer an den Strand geschwemmt werden. Nur noch einmal machte ich bei einem Strandspaziergang einen Versuch beim Vater: »Papa, guck mal, das grüne Zeug da drüben - ist das Orgas?« Er verneinte brüsk und forderte mich auf, die Jacke zuzumachen wegen des Windes.
Erst nach der Rückkehr aus dem Urlaub half mir das Konversationslexikon jenen Witz zu verstehen, dessen rätselhafte Pointe in mir zu einer regelrechten fixen Idee geworden war.
mcnep schrieb am 22.10. 2003 um 13:48:16 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Nach übereinstimmenden Mitteilungen potenter Männer und Frauen sind die Lustempfindungen um so stärker, je langsamer und linder die Friktionen und je besser sie aufeinander abgestimmt sind. Das setzt auch ein hohes Maß an Fähigkeit voraus, sich mit dem Partner zu identifizieren. Ein pathologisches Gegenstück dazu ist der Drang zu heftigen Friktionen mit Penisanästhesie (ausgesprochen bei sadistischen zwangsneurotischen Charakteren, die an der Unfähigkeit, den Samen zu ergießen, leiden) und die nervöse Hast der an verfrühter Ejakulation Leidenden. Orgastisch potente Menschen lachen und sprechen während des Geschlechtsaktes – zärtliche Worte ausgenommen – nie. Beides, Sprechen und Lachen, deutet auf schwere Störungen des Vermögens zur Hingabe hin, die ungeteiltes Versinken in der strömenden Lustempfindung voraussetzt. Männer, die in der Hingabe als »weiblich« empfinden, sind immer orgastisch gestört.
Wilhelm Reich, 'Die Funktion des Orgasmus' S. 83
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