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kleineTote schrieb am 3.1. 2002 um 21:03:59 Uhr über

Engel

er ging wie jeden tag zum see und setzte sich auf eine bank . doch heute war irgendetwas anders . er fühlte sich nicht so einsam , wie sonst . in ihm kam ein leicht beunrihigendes gefühl auf , doch das war für ihn nicht von großer bedeutung und so machte er sich nach einiger zeit auf den heimweg . vielleicht hatte er einfach nur einen schlechten tag erwischt .
am nächsten tag ging er wieder zum see . schon wieder dieses komische gefühl , nur noch stärker . diesmal wunderte er sich noch mehr , bis er einen schatten hinter dem großen baum am ufer entdeckte . neugierde breitete sich in ihm aus .
was war das für ein schatten ?
er überlegte . sollte er nachsehen , was es war oder sollte die dinge einfach dabei lassen , wie sie waren? die entscheidung fiel ihm nicht schwer , da er ja sonst auch immer alles dabei belies , wie es war und gut damit zurecht kam . warum sollte er diesmal also etwas anders machen ?
er ging nach einer weile wie gewohnt wieder los und dachte nicht weiter an die veränderung am see .
doch irgendwas zog ihn nachts zum see . er musste einfach wissen , was das war . es ging nicht anders . er zog sich an und machte sich auf den weg . er dachte nur daran , dass er ja eh nichts zu verlieren hatte , er war das leben schon seit einiger zeit leid .
in seinem kopf verbreitete sich der gedanke , dass etwas passieren würde . ein lächeln kam über seine lippen .
der wald , durch den er gehen musste um zu dem see zu kommen , kam ihm länger vor als gewohnt . es lag warscheinlich daran , dass es bereits nacht war . so langsam erblickten seine augen den see und den mond , der sich in dem wasser spiegelte . er setzte sich ans ufer und schaute sich um . da war wieder etwas . aber er hatte keine angst , er freute sich darauf , dass etwas dort war , von dem er nicht wusste , was es war .
eine frau tauchte hinter dem baum auf , wo sich beim letzten mal noch der schatten befand . sie kam auf ihn zu und sah traurig aus . er wusste nicht so recht , was er davon halten sollte , aber irgendwie tat sie ihm leid . sie setzte sich neben ihn und beide schwiegen . er dachte , dass er irgendetwas sagen sollte . nur was ? er gab sich einen ruck und sagte: »schöne nacht heute , nicht wahr
sie zuckte leicht zusammen und sagte mit ängstlichem unterton: »ja , sehr schön
so kamen so langsam ins gespräch . nach ein paar minuten , als es wieder leiser wurde , fragte er: »waren sie das heute hinter dem baum
sie zögerte und anrwortete ihm schließlich: »das war ich , ja
»warum haben sie sich nicht zu mir gesetzt
»ich habe mich nicht getraut . ich habe nichts mit den menschen zu tun
diese antwort verschlag ihm die sprache . er wusste nicht , was das bedeutete und was er wohl darauf sagen sollte .
plötzlich stand sie auf und ging durch den wald . er blieb noch eine weile sitzen und dachte über das , was sie sagte , nach . als er sich wieder auf den weg machte , dachte er noch die ganze zeit über sie nach . sie hatte irgendetwas an sich , was er nicht vergessen konnte . und dann dieser satz: »ich habe nichts mit den menschen zu tun

am nächsten tag ging er nicht zur gewohnten zeit zum see . er wollte sie wiedersehen . also wartete er , bis es nacht wurde .
auf dem weg durch den wald sah er sie vor sich . sie hatte sich auch gerade auf den weg gemacht .
als sie dann beide wieder zusammen am ufer saßen redeten sie die ganze zeit miteinander . die stimmung war die ganze zeit sehr bedrückend , aber sie lernten sich immer näher kennen .
so ging es dann noch einige tage oder auch wochen. jede nacht trafen sie sich dort und er freute sich immer wieder aufs neue , sie zu sehen . er brachte sie auch schon zum lächeln . sie waren irgendwie verbunden .
einestages trafen sie sich dann wieder . er war später als sonst , aber sie wartete und begrüßte ihn mit einem sanften lächeln . wenn auch der blick wie immer etwas traurig war .
doch irgendetwas war anders . sie schwiegen sich die ganze zeit an . daraufhin sah er sie an . sie drehte ihr gesicht zu ihm und beide wussten nicht , was sie tun oder sagen sollten .
sie lächelte wieder , doch diesmal sah sie nicht bedrückt aus, eher glücklich .
sie umarmte ihn . eine träne lief über ihr gesicht und sie sagte , dass sie gehen müsse .
ohne weitere worte ging sie los .
am nächsten abend ging er wieder los und wartete auf sie . aber sie kam nicht . er machte sich sorgen und sie fehlte ihm unwarscheinlich . sie fehlte ihm sehr , obwohl es nur ein abend war . aber das reichte ihm schon .
als sie sich dann wieder sahen , flüsterte sie ihm , als sie ihn umarmte , ins ohr , dass sie ihn vermisst hatte .
er war einfach glücklich , als er das hörte . aber er war verwundert . er hatte die ganze zeit versucht herauszufinden , wo sie wohnt . doch niemand kannte sie . niemand wusste , woher sie war . er dachte immer wieder daran , als er sich mit ihr traf . aber er wollte sie nicht fragen . er rückte diesen gedanken immer bei seite . heute fühlte er etwas an ihrem rücken . scheinbar sehr starke verletzungen . es fühlte sich komisch an und als er ihr den rücken streichelte und eben diese verletzungen berührte , zuckte sie zusammen .
»was hast du
»nichts...«
»doch , irgendetwas ist mit dir
»nein , es ist nichts . mach dir meinetwegen keine gedanken
irgendwie kamen sie dann doch deswegen ins gespräch und und sie sagte ihm , dass sie gefallen war . aber er glaubte ihr nicht, da stimmte etwas nicht . das konnte man an ihrer stimme hören .
sie wollte nicht darüber sprechen , weil sie mit ihm einfach nur glücklich sein wollte .
eines abends entdeckte er , dass dort etwas wuchs . aber nein , das konnte nicht sein .
flügel ? sie war ein engel ? ein gefallener engel ? aber es gab doch keine engel . er wehrte sich gegen diese gedanken . das konnte einfach nicht sein .
irgendwann versuchte sie ihm einmal zu erklären , dass es flügel waren und ihr blick sagte ihm , sie lügte nicht .er schwieg . aber er konnte es einfach nicht glauben , es war so unwirklich . er dachte: »in der heutigen zeit ein engel ? das geht doch nicht
mit der zeit kam er mit diesen gedanken ganz gut klar . oder besser gesagt , er verdrängte es einfach .
als sie sich wieder einmal trafen und sich umarmten , wollte er sie küssen . doch sie wies ihn zurück .
» was ist
»tut mir leid , ich kann nicht
»aber warum
»ich kann's einfach nicht . es liegt nicht an dir . es liegt an mir
» warum an dir ? was ist mit dir
»hast du schon vergessen
»...nein....aber warum ? warum hindert dich diese tatsache daran
»es würde für uns das ende bedeuten
»aber wie kann etwas schönes das ende bedeuten
»glaub mir einfach...es wär' das ende
kaum hatte sie diesen satz beendet , küsste er sie und drückte sie an sich . sie versuchte ihn fur kurze zeit wegzudrücken , aber dann lies sie es sein und wollte ihn nie wieder los lassen . sie fing an zu weinen , aber zugleich genoß sie diesen moment .
sie lagen arm in arm am ufer . er sah sie an und flüsterte:»ich würde es immer wieder tun......ich liebe dich
er schloß die augen und atmete schwer , bis er dann starb .
sie weinte und , obwohl sie wusste , er konnte sie nicht mehr hören , flüsterte sie ihm zu: »ich liebe dich auch . ich werde gleich bei dir sein
sie schnitt sich in ihre arme und lächelte . dann legte sie sich in seine arme und das blut lief langsam ihre arme hinab . auch sie starb , mit einem lächeln im gesicht..........


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