Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Erdhausbau«
max mustermann schrieb am 1.12. 2007 um 23:29:09 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
behan ist behan. soviel ist sicher, das weiß er. besser gesagt, soviel ist ihm geblieben. oder ist er jetzt so frei, behan zu sein und sonst nichts. wenigstens er selbst, und nicht ein anderer. er selbst. vielleicht ist ihm auch sein selbst ein wenig abhanden gekommen in den letzten jahren. und darum ist alles andere von ihm almählich gegangen, fort ins nichts. alles andere als er selbst, vielmehr das, was von seinem selbst noch geblieben ist. damit er wieder mehr selbst sein konnte. er. behan. sein eigener name. sein eigener körper. sein eigenes leben. die musik ist ihm noch geblieben. die musik. nicht daß es davon mehr leben kann als so ein dahinexistieren, vielleicht eine unglückliche liebe, seine liebe zur musik. aber die einzige liebe, die er in seinem leben gefunden hat, oder hat sie ihn entdeckt. ja, eine unglückliche liebe, weil sie seine erwartungen nicht erfüllt hat. er weiß es nicht, ob er selbst immer zu ungenügend gewesen ist für diese liebe oder ob einfach seine erwartungen zu hoch gesteckt waren und immer noch sind.
aber auch wenn es eine unglückliche liebe ist, geworden ist, wenigstens ist es eine verlässliche. und so war er nicht alleine. nicht ganz. nicht...ganz.
behan schrieb am 30.9. 2007 um 07:22:29 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Ich stehe an der Bim-Station und warte wie die anderen auf die nächste Bim. Eigentlich bin ich noch ziemlich beieinander von der Party gestern. Gestern ist gut gesagt, so richtig chillig ist es erst beim Morgengrauen geworden.
Die Party war aber auch ärgstens gewesen.
Ich war bloß plakatieren gegangen, ist eine leinwande Abendbeschäftigung.
Auf die Art komme ich ein wenig unter die Leute, auch wenn ich eigentlich kein Geld ausgeben will, und ohne Geld ist es recht langweilig in der Stadt.
Das gestern war eine neue Location gewesen, ganz frisch sozusagen.
Eine Menge guter Leute, die vor der Türe abhängen, voller Trubel, das hat eine Anziehungskraft auf mich wie der Magnet das Eisen anzieht.
Dann an der Türe gestern:
>Kostet 10 Euro Eintritt<
>Aber ich habe kein Geld und ich will auch bloß ein Plakat aufhängen<
>Zeig mal was für ein Plakat das ist<
>Für die Hausbesetzer-Soli von den Punks<
>Ist gut, komm rein, dann gehst du aber wieder<
>Ist aber viel los bei Euch heute, was ist das?<
>Queer-Party, wennst Dich auch queer anziehst, brauchst keinen Eintritt zu bezahlen. Klamotten gibts hinten jede Menge.<
>Echt? Das mach ich. Das ist super!<
>Ist gut. Mach mal. Viel Spaß. ...Der Typ kann rein, zeigt ihm die Klamotten!<
Das war ein gutes Gespräch gewesen an der Türe.
Und die Party war echt fett, da war die Post abgegangen. So dicht war ich schon lange nicht gewesen.
Schlecht war mir jetzt ausnahmsweise nicht, aber das Hirn voll vernebelt und irgendwie kannnte ich mich noch nicht so genau aus.
Bin ich überhaupt auf der richtigen Station?
Ich schau mal um mich. Die Klamotten von der Party habe ich gleich angelassen, wallender roter Daftrock bis zum Boden, struppige Felljacke, so eine Art Römerhelm auf dem Kopf und die Schuhe habe ich wohl irgendwo abgestreift.
Einer von den anderen Leuten, die auch auf die Bim warten, schaut mich böse an, wahrscheinlich schon die ganze Zeit, bloß fällt es mir erst jetzt auf.
So ein ziemlich kleiner Mann in abgewetztem Billiganzug, mit Schnurbart im griesgrämigen Gesicht.
Ich fühle mich echt unangenehm berührt von so einem wortlosen mißbilligendem Anstarren.
Ich frage den Typen mal was vielleicht hat er was zu sagen.
Also gehe ich auf ihn zu.
>Entschuldigen Sie<, sage ich, >sie haben da einen Fleck auf dem Gewand<
Ich hebe eine Hand und zeige mit dem Finger auf ihn, beinahe berühre ich ihn am Anzugrock.
>Da, einen Fleck, wie sieht das aus, igitt. Warten sie, ich helfe ihnen.<
Der Typ hüpft einen Schritt zur Seite und hebt abwehrend die Hände.
>Bleiben sie mir vom Leibe<, sagt er laut.
>Ich wollte ihnen doch bloß helfen!< rufe ich aus, beleidigt.
Einige der umstehenden Wartenden schmunzeln.
Die Bim kommt, ich steige ein und setze mich.
Nach Hause, schlafen und sonst nichts.
tullipan schrieb am 14.7. 2009 um 10:33:25 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
wenn ich schon dabei bin, denkt behan, kann ich gleich anfangen, meine erinnerungen abzuhaken, punkt für punkt.
damit nichts übrig bleibt von meinem vergangenen leben.
und die erinnerung an sein wertloses dasein läßt ihn erstarren, regungslos ins leere starren, bis die verglühende zigarette an seine finderspitzen brennt und ihn aufweckt mit einem schmerz.
heftig stößt er den angestauten atem heraus.
und wie stehe ich jetzt da, denkt sich behan.
mit nichts.
der justiz bin ich entwischt, der psychiatrie bin ich entwischt.
und das letzte was ich jetzt noch brauchen kann, ist eine frau aus dem establishment, die mich verfolgt weil ich mich nicht von ihr beherrschen lassen wollte.
die scheut ja nicht einmal davor zurück, mich als vergewaltiger zu verunglimpfen. und sie weiß ja auch, wo sie sich die unterstützung holen kann.
na, solche leute, die glauben, ich wäre für sie ein gefundenes fressen, können sich noch fest in den finger schneiden.
warum macht sie das überhaupt.
findet sie sich nichts besseres um ihr ego zu behaupten als andere als die schuldigen hinzustellen.
schon so ein uralter trick, affig, wirklich. das weibchen, das beschützt werden will und sich als opfer hinstellt.
behan denkt daran, wie er selbst auf diesen trick reingefallen ist.
erst später ist mir einiges klargeworden damals, nach längerem zusammensein mit dieser psychisch kranken frau, die in der gegend herumvögelte und immer dabei auf der suche war nach wem dem sie erzählen konnte, daß die bösen männer sie alle vergewaltigt hätten. dabei stand sie ja auch drauf, und mich hat sie erst richtig angefangen zu terrorisieren als ich auf ihre sadospiele nicht einsteigen wollte.
dumme kuh.
ich habe doch keinen bock darauf, erst beim sex zu hören, los, fick mich in den arsch, ich mag das und ich weiß du magst das auch, um dann am nächsten tag zu hören, du arschlioch, du hast mich vergewaltigt. du hast mich in den arsch gefickt.
pffh.
na, es ist ja nicht jeder schizophren.
tullipan schrieb am 8.4. 2009 um 12:04:04 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
...und zündet das gerät an.
karl blickt fahrig um sich und lässt sich in das ledersofa fallen.
mit beiden händen umfasst er seine knie.
meine knie zittern, murmelt er kaum verständlich. warum bloss. warum.
behan hört nicht mehr hin. er langt hinter sich und nimmt das blatt papier, das auf der arbeitsplatte liegt.
mae hat mir einen brief geschickt, du weisst doch welche mae ich meine. hör zu, ich lese ihn dir jetzt vor. hörst du zu.
karl schliesst die augen, lässt seine beiden knie los und sagt verzückt. mae, oh mein gott, mae.
behan beginnt mit lauter klarer stimme zu lesen.
zürich, ein sommertag am fluss
ich war noch nie in zürich.
von klaren stadtwassern höre ich gern.
ja, der donaukanal ist fragmentarisch, immer noch.
das neueste wasserspiel das ich kenne ist am columbusplatz am stadtinneren , oder auch äusseren ende von der fuzo in favoriten, das kann ich jetzt nicht koordinatenmässig sagen.
von dem ende, wo die station der u-bahn 1 ist, die ganze fuzo durchgehen immer geradeaus bis zum anderen ende, wo dieses glasgebäude ist, dieses gebäude mit glasfront aus dem ein riesengrosses ei halb herausragt und wo ein grosser freier platz ist, ja. und in der mitte von dem platz, ein wenig hintangerückt, ist das für mich schönste, weil ich halt strassenmusikerin, hm, künstlerin bin immer noch tätig nach über zwanzig jahren von der maloche, und ich will es auch bleiben neben all den anderen dingen die für mich zum tun sind damit ein wenig mehr kann als bloss zu überleben, also...
dort ist diese wunderhübsche bühne, stein, mit zwei drei rundumlaufenden stufen auf dieses bigbandgrosse steinbühnenpodest zu steigen,ach. noch nie habe ich dort eine theatergruppe oder eine musikgruppe oder sonst was an sache erlebt, aber so oft war ich ja noch nicht dort.
ja, und da, wenn ich von dem steinpodest auf das gläserne ei sehe, so gross wie eine gartenhütte ist das ei mindestens, das da aus der fassade herausragt, so schön, und da sehe ich auf dem boden vor dem gebäude eine handvoll wasserfontänen heraussprudeln, ungefähr so hoch wie ich vielleicht, kleine sanfte wasserfontänen, das ich einfach durchrennen kann und gerade ein wenig nass werde von ein paar tropfen oder ich bleibe auch stehen wenn es heiss ist im sommer, so heiss, das ich schon alle meine klamotten durchgeschwitzt habe und,hm, na, alles will ich auch nicht so sagen, ja, dann bleibe ich einfach stehen in dem sprudelnden frischen wasserspiel bis ich ganz voll nass bin mit frischem nassen klaren wasser, ja, und ich denke mir nichts dabei ausser das ich mich jetzt an rotterdam erinnere und bilder auftauchen vor meinem inneren auge von dieser süssesten aller städte, die ich jemals besucht und belebt habe, rotterdam, du schöne.
beha, ich denke an dich in liebe, mae.
behan atmet tief durch und legt den brief sachte auf den tisch zurück.
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