Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Erdhausbau«
max mustermann schrieb am 1.12. 2007 um 23:29:09 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
behan ist behan. soviel ist sicher, das weiß er. besser gesagt, soviel ist ihm geblieben. oder ist er jetzt so frei, behan zu sein und sonst nichts. wenigstens er selbst, und nicht ein anderer. er selbst. vielleicht ist ihm auch sein selbst ein wenig abhanden gekommen in den letzten jahren. und darum ist alles andere von ihm almählich gegangen, fort ins nichts. alles andere als er selbst, vielmehr das, was von seinem selbst noch geblieben ist. damit er wieder mehr selbst sein konnte. er. behan. sein eigener name. sein eigener körper. sein eigenes leben. die musik ist ihm noch geblieben. die musik. nicht daß es davon mehr leben kann als so ein dahinexistieren, vielleicht eine unglückliche liebe, seine liebe zur musik. aber die einzige liebe, die er in seinem leben gefunden hat, oder hat sie ihn entdeckt. ja, eine unglückliche liebe, weil sie seine erwartungen nicht erfüllt hat. er weiß es nicht, ob er selbst immer zu ungenügend gewesen ist für diese liebe oder ob einfach seine erwartungen zu hoch gesteckt waren und immer noch sind.
aber auch wenn es eine unglückliche liebe ist, geworden ist, wenigstens ist es eine verlässliche. und so war er nicht alleine. nicht ganz. nicht...ganz.
tullipan schrieb am 14.7. 2009 um 10:33:25 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
wenn ich schon dabei bin, denkt behan, kann ich gleich anfangen, meine erinnerungen abzuhaken, punkt für punkt.
damit nichts übrig bleibt von meinem vergangenen leben.
und die erinnerung an sein wertloses dasein läßt ihn erstarren, regungslos ins leere starren, bis die verglühende zigarette an seine finderspitzen brennt und ihn aufweckt mit einem schmerz.
heftig stößt er den angestauten atem heraus.
und wie stehe ich jetzt da, denkt sich behan.
mit nichts.
der justiz bin ich entwischt, der psychiatrie bin ich entwischt.
und das letzte was ich jetzt noch brauchen kann, ist eine frau aus dem establishment, die mich verfolgt weil ich mich nicht von ihr beherrschen lassen wollte.
die scheut ja nicht einmal davor zurück, mich als vergewaltiger zu verunglimpfen. und sie weiß ja auch, wo sie sich die unterstützung holen kann.
na, solche leute, die glauben, ich wäre für sie ein gefundenes fressen, können sich noch fest in den finger schneiden.
warum macht sie das überhaupt.
findet sie sich nichts besseres um ihr ego zu behaupten als andere als die schuldigen hinzustellen.
schon so ein uralter trick, affig, wirklich. das weibchen, das beschützt werden will und sich als opfer hinstellt.
behan denkt daran, wie er selbst auf diesen trick reingefallen ist.
erst später ist mir einiges klargeworden damals, nach längerem zusammensein mit dieser psychisch kranken frau, die in der gegend herumvögelte und immer dabei auf der suche war nach wem dem sie erzählen konnte, daß die bösen männer sie alle vergewaltigt hätten. dabei stand sie ja auch drauf, und mich hat sie erst richtig angefangen zu terrorisieren als ich auf ihre sadospiele nicht einsteigen wollte.
dumme kuh.
ich habe doch keinen bock darauf, erst beim sex zu hören, los, fick mich in den arsch, ich mag das und ich weiß du magst das auch, um dann am nächsten tag zu hören, du arschlioch, du hast mich vergewaltigt. du hast mich in den arsch gefickt.
pffh.
na, es ist ja nicht jeder schizophren.
tullipan schrieb am 11.5. 2009 um 16:43:05 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
erst einmal pflückt er sich wie jeden tag eine handvoll spinatblätter, vor allem die löchrigen, schon von den schnecken angefressenen.
behan setzt sich an den grob zusammengetischlerten holztisch beim nussbaum.
lustlos kaut er an den margarinebroten, die er sich gestern im obdachlosentageszentrum gestrichen hat, beisst ab und zu an den spinatblättern ab.
eine handvoll saftiges grün, jeden tag morgens und abends.
dazu trinkt er wasser, das er mit dem kanister vom dem trinkbrunnen aus dem nächsten park geholt hat.
bis die brunnenanlage da trinkwasser gibt, das wird noch dauern, denkt er.
behan blickt nach der sonne.
es ist ein heisser, wolkenloser frühsommertag.
könnte schon mittag sein, eher ein wenig darüber, überlegt er.
der traum beschäftigt ihn noch immer.
trostlosigkeit befällt ihn.
mit einer hand streichelt er über seinen körper, die nackte haut an den oberarmen, über sein gesicht.
er fährt unter sein leiberl und streicht leicht über den bauch, die brustwarzen, kreist um seinen bauchnabel.
na ja, sagt er sich. mich selber streicheln finde ich nicht so toll.
ihm fällt die beziehungstherapeutische sitzung mit seiner kranken ehemaligen freundin ein. na ja, freundin. sexpartnerin, freundin.
eigentlich weiss ich es nicht mehr.
ihr locker dahingesagtes reden, na, wenn mir mein partner keinen sex mehr geben täte, würde ich halt masturbieren.
bei ihr klang das so, wie wenn ein superreicher sagt, na, wenn ich kein geld hätte, täte ich mich halt schon irgendwie behelfen können.
fällt eher unter die kategorie lässige sprüche.
behan spürt den vertrauten zorn in sich aufsteigen.
er legt das angebissene brot zur seite und greift nach dem tabak.
mir schmeckts nicht mehr, mal eine rauchen.
zum erdaufhacken habe ich auch keine lust, ist eh schon viel zu heiss.
verdammter mist, dass ich den rucksack mit der saxflöte verloren habe.
wieso bekomme ich nie meine sachen zurück, wenn ich was verliere.
behan möchte jetzt gerne sax spielen, das spürt er.
sich abreagieren, alles herausschreien in tönen, sprudelnden klangkaskaden, und wieder sanfte, sachte klangmelodien aus dem rohr herauslocken.
die saxflöte fehlt mir wirklich.
behan seufzt. dann grummelt er.
irgendwie, denkt er, kann ich mir selbst was bauen.
ein rohrblatt, eine flöte oder ein horn.
ein paar schnüre, mehr braucht es nicht.
bis ich wieder geld bekomme, das dauert noch über ein monat.
vorher gehe ich nicht zu meinem musikhändler.
und dann will ich das grosse saxophon, wenigstens anzahlen.
auch wenns fast zwei monate lebensbedarf kostet.
ich will es sehen, ich will es anfassen, zerlegen bis ins kleinste schräubchen, putzen, pflegen, polieren bis es golden glänzt. und wissen, das es bald vollständig mir gehört.
das grosse saxophon.
die zigarette ist ausgegangen in seiner hand, achtlos wirft behan den kalten stummel zu boden.
den klaube ich später auf.
er spürt wieder appetit und trinkt erstmal noch ein häferl wasser.
ich habe ja noch kaum gefrühstückt, sagt er sich.
wenn es so weitergeht, falle ich noch ganz vom fleisch.
behan schrieb am 30.9. 2007 um 07:22:29 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Ich stehe an der Bim-Station und warte wie die anderen auf die nächste Bim. Eigentlich bin ich noch ziemlich beieinander von der Party gestern. Gestern ist gut gesagt, so richtig chillig ist es erst beim Morgengrauen geworden.
Die Party war aber auch ärgstens gewesen.
Ich war bloß plakatieren gegangen, ist eine leinwande Abendbeschäftigung.
Auf die Art komme ich ein wenig unter die Leute, auch wenn ich eigentlich kein Geld ausgeben will, und ohne Geld ist es recht langweilig in der Stadt.
Das gestern war eine neue Location gewesen, ganz frisch sozusagen.
Eine Menge guter Leute, die vor der Türe abhängen, voller Trubel, das hat eine Anziehungskraft auf mich wie der Magnet das Eisen anzieht.
Dann an der Türe gestern:
>Kostet 10 Euro Eintritt<
>Aber ich habe kein Geld und ich will auch bloß ein Plakat aufhängen<
>Zeig mal was für ein Plakat das ist<
>Für die Hausbesetzer-Soli von den Punks<
>Ist gut, komm rein, dann gehst du aber wieder<
>Ist aber viel los bei Euch heute, was ist das?<
>Queer-Party, wennst Dich auch queer anziehst, brauchst keinen Eintritt zu bezahlen. Klamotten gibts hinten jede Menge.<
>Echt? Das mach ich. Das ist super!<
>Ist gut. Mach mal. Viel Spaß. ...Der Typ kann rein, zeigt ihm die Klamotten!<
Das war ein gutes Gespräch gewesen an der Türe.
Und die Party war echt fett, da war die Post abgegangen. So dicht war ich schon lange nicht gewesen.
Schlecht war mir jetzt ausnahmsweise nicht, aber das Hirn voll vernebelt und irgendwie kannnte ich mich noch nicht so genau aus.
Bin ich überhaupt auf der richtigen Station?
Ich schau mal um mich. Die Klamotten von der Party habe ich gleich angelassen, wallender roter Daftrock bis zum Boden, struppige Felljacke, so eine Art Römerhelm auf dem Kopf und die Schuhe habe ich wohl irgendwo abgestreift.
Einer von den anderen Leuten, die auch auf die Bim warten, schaut mich böse an, wahrscheinlich schon die ganze Zeit, bloß fällt es mir erst jetzt auf.
So ein ziemlich kleiner Mann in abgewetztem Billiganzug, mit Schnurbart im griesgrämigen Gesicht.
Ich fühle mich echt unangenehm berührt von so einem wortlosen mißbilligendem Anstarren.
Ich frage den Typen mal was vielleicht hat er was zu sagen.
Also gehe ich auf ihn zu.
>Entschuldigen Sie<, sage ich, >sie haben da einen Fleck auf dem Gewand<
Ich hebe eine Hand und zeige mit dem Finger auf ihn, beinahe berühre ich ihn am Anzugrock.
>Da, einen Fleck, wie sieht das aus, igitt. Warten sie, ich helfe ihnen.<
Der Typ hüpft einen Schritt zur Seite und hebt abwehrend die Hände.
>Bleiben sie mir vom Leibe<, sagt er laut.
>Ich wollte ihnen doch bloß helfen!< rufe ich aus, beleidigt.
Einige der umstehenden Wartenden schmunzeln.
Die Bim kommt, ich steige ein und setze mich.
Nach Hause, schlafen und sonst nichts.
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