NIETZSCHE
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Als Nietzsche gefragt wurde, warum er immer wieder Urlaub in Italien mache, sagte er, daß er kein italienisch könne und daher dort nicht das dumme Geschwätz der Leute ertragen müsse.
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| Der erste Text | am 18.8. 2000 um 13:29:59 Uhr schrieb BLOT über NIETZSCHE |
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am 13.10. 2004 um 12:04:46 Uhr schrieb
am 10.11. 2003 um 20:46:47 Uhr schrieb
am 26.10. 2004 um 22:55:44 Uhr schrieb |
Als Nietzsche gefragt wurde, warum er immer wieder Urlaub in Italien mache, sagte er, daß er kein italienisch könne und daher dort nicht das dumme Geschwätz der Leute ertragen müsse.
Die Krähen schrein
und fliegen schwirren Flugs zur Stadt
bald wird es schnein
wohl dem, der jetzt noch Heimat hat
Der Abgrund tut sich endgültig auf, als Nietzsche 1889, mit 45 Jahren zusammenbricht. Es geschieht in Turn: Schluchzend umarmt er ein vom Kutscher mißhandeltes Pferd und wird unter wirren Reden in sein Hotel zurückgebracht.
Die Ärzte diagnostizieren eine Paralyse, die sich Nietzsche durch eine in frühen Jahren erworbene Syphilis zugezogen hat. Danach lebt er noch elf Jahre im Hause seiner Mutter, betreut von seiner Schwester.
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Nietzsche
Friedrich Nietzsche
Vereinsamt
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!
Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?
Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.
Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.
Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schein, -
Weh dem, der keine Heimat hat!
Es gibt ein ergreifendes Gedicht von Gottfried Benn über den späten Nietzsche:
Turin
„Ich laufe auf zerrissenen Sohlen“,
schrieb dieses große Weltgenie
in seinem letzten Brief - dann holen
sie ihn nach Jena - Psychiatrie.
Ich kann mir keine Bücher kaufen,
ich sitze in den Librairien:
Notizen - dann nach Aufschnitt laufen: -
das sind die Tage von Turin.
Indes Europas Edelfäule
an Pau, Bayreuth und Epsom sog,
umarmte er zwei Droschkengäule
bis ihn sein Wirt nach Hause zog.
Lou Andreas-Salome, in die Nietzsche, heftig unglücklich verliebt war, war auch so eine rothaarige Frühemanze, die alle damals berühmte Männer, wie Rilke, Freud, Ree gegenseitig ausspielte. Dabei wollte sie sich nur mit dem Ruhm dieser aussergewöhnlichen Männer schmücken.
Gott ./. Nietzsche.
Alle streiten sich nur über diesen dämlichen Spurch. Das muss ich jetzt mal so krass los werden.
Wer von euch weiss eigentlich warum Nietzsche bzw. eigentlich Zarathustra bauptet hat, dass Gott gestorben sei?
Im übrigen konnte ich im Zarathustra keine Stelle finden in der dieses Zitat so wörtlich drinsteht!
Alles nur Interpretation und Augenwischerei. Die Lehre, die Nietzsche in Also sprach Zrathustra vermittelt ist millionenmal komplexer, als das hier eine Reduzierung auf »Gott ist tot« oder »Wenn du zum Weibe gehst...« angebrachte ist.
»Ich bins - Zarathustra der Gottlose«
Und im übrigen ist »der häßlichste Mensch« der »Mörder Gottes«.
Allerdings finde ich es interessant, dass Nietzsche hier gerade eine »Religionsstifter« als Namensvetter für seinen Einsiedler und Lehrer wählte. Garnicht so dumm, denn irgendwie gleicht Zarathustra ja schon Jesus.
Ein zentraler Unterschied ist jedoch, dass Zarthustra nicht zu seinem »Vater« spricht sonder meist zu SEINEM HERZEN. Schon allein dieses Detail, das im Text meist belanglos auftaucht (»...so sprach er bei sich tzu seinem Herzen...«) mehr über die gesamte Philosophie von Nietzsche aussagt als irgend ein sonstiges dämliches Zitat, wie »Gott ist tot«.
Dieser Mann (1844-1900) war ein Genie. Eigentlich war er ja Philologe (ein ziemlich guter sogar) und über die klassische Philologie kam er zur Philosophie. Er war Zeit seines Lebens Gegner des Christentums, der festen Moralstrukturen unserer Gesellschaft, Kants, des klassischen Platonismus und des Antisemitismus (gut, unter Wagners Einfluss soll er die eine oder andere antisemitische Phrase gedroschen haben, aber später schrieb er Texte über den positiven Einfluss des Judentums auf die deutsche Kultur).
Wer sich mit Nietzsche beschäftigt hat die unglaubliche Gelegenheit seine Weltsicht und seine moralischen Werte zu relativieren. Nitzsche wurde zwar krankheitsbedingt wahnsinnig (anno 1889), aber man könnte auch sagen, dass er einer war, der zuviel wusste, der es zuweit getrieben hatte.
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