NIETZSCHE
Bewertung: 11 Punkt(e)
Als Nietzsche gefragt wurde, warum er immer wieder Urlaub in Italien mache, sagte er, daß er kein italienisch könne und daher dort nicht das dumme Geschwätz der Leute ertragen müsse.
| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 223, davon 216 (96,86%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 90 positiv bewertete (40,36%) |
| Durchschnittliche Textlänge | 555 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung | 0,430 Punkte, 65 Texte unbewertet. Siehe auch: positiv bewertete Texte |
| Der erste Text | am 18.8. 2000 um 13:29:59 Uhr schrieb BLOT über NIETZSCHE |
| Der neuste Text | am 24.7. 2026 um 20:31:27 Uhr schrieb hingerichteter Graf über NIETZSCHE |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 65) |
am 13.10. 2004 um 12:04:46 Uhr schrieb
am 4.5. 2002 um 21:32:22 Uhr schrieb
am 6.7. 2018 um 18:10:07 Uhr schrieb |
Als Nietzsche gefragt wurde, warum er immer wieder Urlaub in Italien mache, sagte er, daß er kein italienisch könne und daher dort nicht das dumme Geschwätz der Leute ertragen müsse.
Friedrich Nietzsche
Vereinsamt
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!
Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?
Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.
Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.
Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schein, -
Weh dem, der keine Heimat hat!
Nietzsche schreibt unterdessen eifrig Briefe an Lou und Rée. Sogar vor romantischen Klischees schreckt der verliebte Nietzsche nicht zurück, um Lou seine Leidenschaft zu offenbaren. In einem Brief Ende Mai 1882 aus Naumburg schreibt er: »... Die Nachtigallen singen die ganzen Nächte durch vor meinem Fenster. Rée ist in allen Stücken ein besserer Freund als ich es bin und sein kann: beachten Sie diesen Unterschied wohl! - Wenn ich ganz allein bin, spreche ich oft, sehr oft Ihren Namen aus - zu meinem größten Vergnügen!« Nietzsche ist sich offenbar bewußt, daß er in einem Konkurrenzverhältnis zu seinem Freund Rée steht, aber dieser Brief deutet zugleich eine Art Aufgabenverteilung innerhalb des Dreiergespanns an. Nietzsche möchte mehr als ein Freundschaftsverhältnis zu Lou: Liebender und Lehrender in einer Person, diese Rolle will Nietzsche vereinen. Dabei verliert Nietzsche aber nie seine philosophische Aufgabe aus den Augen: »Ich habe bisher nie daran gedacht, daß Sie mir «vorlesen und schreiben» sollen; aber ich wünschte sehr, Ihr Lehrer sein zu dürfen. Zuletzt, um die ganze Wahrheit zu sagen: Ich suche jetzt nach Menschen, welche meine Erben sein könnten; ich trage Einiges mit mir herum, was durchaus nicht in meinen Büchern zu lesen ist - und suche mir dafür das schönste und fruchtbarste Ackerland. Sehen Sie meine Selbstsucht!« schreibt er ihr am 26. Juni nach Stibbe in Westpreussen und lädt sie zugleich nach Tautenburg ein, um dort gemeinsam zu philosophieren. In Stibbe, im Hause der Eltern Paul Rées, war Lou inzwischen überaus gastfreundlich aufgenommen worden - Nietzsche hatte zwischendurch Mitte Juni vergeblich versucht, Lou im Grunewald zu treffen, um sie vor ihrem Besuch Rées noch einmal sprechen und sich ihrer versichern zu können. Trotz ihrer Absage reist Nietzsche spontan nach Berlin, um Lou noch auf dem Anhalter-Bahnhof abzupassen.
Die Krähen schrein
und fliegen schwirren Flugs zur Stadt
bald wird es schnein
wohl dem, der jetzt noch Heimat hat
Lou Andreas-Salome, in die Nietzsche, heftig unglücklich verliebt war, war auch so eine rothaarige Frühemanze, die alle damals berühmte Männer, wie Rilke, Freud, Ree gegenseitig ausspielte. Dabei wollte sie sich nur mit dem Ruhm dieser aussergewöhnlichen Männer schmücken.
»Des Mannes Gemüth aber ist tief, sein Strom rauscht in unterirdischen Höhlen: das Weib ahnt seine Kraft, aber begreift sie nicht. -«
Bis dahin habe ich mehr oder weniger desinteressiert im Zarathustra geblättert.
Doch dann kamen mir die Tränen: Vor Rührung!
Ich merkte, dass da einer das niedergeschrieben hat, was ich schon immer wußte. Er präzisierte das, was ich grob erahnte.
Er deprimierte mich und tröstete mich zugleich.
Ich hoffe nur, ich ende nicht auch so wie er.
(heute mal ganz politisch unkorrekt, aber so war er halt unser lieber Nietzsche)
Es gibt ein ergreifendes Gedicht von Gottfried Benn über den späten Nietzsche:
Turin
„Ich laufe auf zerrissenen Sohlen“,
schrieb dieses große Weltgenie
in seinem letzten Brief - dann holen
sie ihn nach Jena - Psychiatrie.
Ich kann mir keine Bücher kaufen,
ich sitze in den Librairien:
Notizen - dann nach Aufschnitt laufen: -
das sind die Tage von Turin.
Indes Europas Edelfäule
an Pau, Bayreuth und Epsom sog,
umarmte er zwei Droschkengäule
bis ihn sein Wirt nach Hause zog.
Du willst dich vermehren, willst dich verzehnfachen, verhundertfachen? Du suchst Anhänger? Suche Nullen!
Nietzsche
Gott ./. Nietzsche.
Alle streiten sich nur über diesen dämlichen Spurch. Das muss ich jetzt mal so krass los werden.
Wer von euch weiss eigentlich warum Nietzsche bzw. eigentlich Zarathustra bauptet hat, dass Gott gestorben sei?
Im übrigen konnte ich im Zarathustra keine Stelle finden in der dieses Zitat so wörtlich drinsteht!
Alles nur Interpretation und Augenwischerei. Die Lehre, die Nietzsche in Also sprach Zrathustra vermittelt ist millionenmal komplexer, als das hier eine Reduzierung auf »Gott ist tot« oder »Wenn du zum Weibe gehst...« angebrachte ist.
»Ich bins - Zarathustra der Gottlose«
Und im übrigen ist »der häßlichste Mensch« der »Mörder Gottes«.
Allerdings finde ich es interessant, dass Nietzsche hier gerade eine »Religionsstifter« als Namensvetter für seinen Einsiedler und Lehrer wählte. Garnicht so dumm, denn irgendwie gleicht Zarathustra ja schon Jesus.
Ein zentraler Unterschied ist jedoch, dass Zarthustra nicht zu seinem »Vater« spricht sonder meist zu SEINEM HERZEN. Schon allein dieses Detail, das im Text meist belanglos auftaucht (»...so sprach er bei sich tzu seinem Herzen...«) mehr über die gesamte Philosophie von Nietzsche aussagt als irgend ein sonstiges dämliches Zitat, wie »Gott ist tot«.
| Einige zufällige Stichwörter |
seil
DerDunkleTurm
Vater-und-Sohn
Neidhammel
Übermaß
|