NIETZSCHE
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Als Nietzsche gefragt wurde, warum er immer wieder Urlaub in Italien mache, sagte er, daß er kein italienisch könne und daher dort nicht das dumme Geschwätz der Leute ertragen müsse.
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| Der erste Text | am 18.8. 2000 um 13:29:59 Uhr schrieb BLOT über NIETZSCHE |
| Der neuste Text | am 12.1. 2025 um 11:23:14 Uhr schrieb Christine über NIETZSCHE |
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am 17.1. 2006 um 23:19:43 Uhr schrieb
am 10.11. 2004 um 19:28:11 Uhr schrieb
am 8.12. 2003 um 22:12:10 Uhr schrieb |
Als Nietzsche gefragt wurde, warum er immer wieder Urlaub in Italien mache, sagte er, daß er kein italienisch könne und daher dort nicht das dumme Geschwätz der Leute ertragen müsse.
Friedrich Nietzsche
Vereinsamt
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!
Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?
Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.
Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.
Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schein, -
Weh dem, der keine Heimat hat!
Der Abgrund tut sich endgültig auf, als Nietzsche 1889, mit 45 Jahren zusammenbricht. Es geschieht in Turn: Schluchzend umarmt er ein vom Kutscher mißhandeltes Pferd und wird unter wirren Reden in sein Hotel zurückgebracht.
Die Ärzte diagnostizieren eine Paralyse, die sich Nietzsche durch eine in frühen Jahren erworbene Syphilis zugezogen hat. Danach lebt er noch elf Jahre im Hause seiner Mutter, betreut von seiner Schwester.
Dieser Mann (1844-1900) war ein Genie. Eigentlich war er ja Philologe (ein ziemlich guter sogar) und über die klassische Philologie kam er zur Philosophie. Er war Zeit seines Lebens Gegner des Christentums, der festen Moralstrukturen unserer Gesellschaft, Kants, des klassischen Platonismus und des Antisemitismus (gut, unter Wagners Einfluss soll er die eine oder andere antisemitische Phrase gedroschen haben, aber später schrieb er Texte über den positiven Einfluss des Judentums auf die deutsche Kultur).
Wer sich mit Nietzsche beschäftigt hat die unglaubliche Gelegenheit seine Weltsicht und seine moralischen Werte zu relativieren. Nitzsche wurde zwar krankheitsbedingt wahnsinnig (anno 1889), aber man könnte auch sagen, dass er einer war, der zuviel wusste, der es zuweit getrieben hatte.
Du willst dich vermehren, willst dich verzehnfachen, verhundertfachen? Du suchst Anhänger? Suche Nullen!
Nietzsche
Das erste Problem bei der Nietzsche-Lektüre ist der Gedanke, dass immer Nietzsche spricht, wenn da der Zarathustra predigt oder ein Aphorismus eine bestialische Handlungsweise empfiehlt.
Nietzsche sah den Menschen als Bestie - aber wer findet den, den er als Bestie sieht, schon gut?
Bei Nietzsche ist da sicherlich auch zu berücksichtigen, dass er die griechische oder lateinische Herkunft der Wörter sehr gut kannte oder zumindest zu kennen glaubte - in Form der Gelehrtenmeinung seiner Zeit - und man deshalb solche »Hintergedanken« mitdenken muss.
Nietzsche lesen erscheint nur einfach. Bei Marx oder eben Hegel springt einen der Text quasi an.
toschibar schrieb am 10.4. 2001 um 15:56:36 Uhr über
NIETZSCHE
Gott ist tot (Nietzsche)
Nietzsche ist tot (Gott)
Sponti-Spruch 1982
...nicht nur das, auch schon vielfach in diesem Blaster, du Blasterheini
Nietzsche schreibt unterdessen eifrig Briefe an Lou und Rée. Sogar vor romantischen Klischees schreckt der verliebte Nietzsche nicht zurück, um Lou seine Leidenschaft zu offenbaren. In einem Brief Ende Mai 1882 aus Naumburg schreibt er: »... Die Nachtigallen singen die ganzen Nächte durch vor meinem Fenster. Rée ist in allen Stücken ein besserer Freund als ich es bin und sein kann: beachten Sie diesen Unterschied wohl! - Wenn ich ganz allein bin, spreche ich oft, sehr oft Ihren Namen aus - zu meinem größten Vergnügen!« Nietzsche ist sich offenbar bewußt, daß er in einem Konkurrenzverhältnis zu seinem Freund Rée steht, aber dieser Brief deutet zugleich eine Art Aufgabenverteilung innerhalb des Dreiergespanns an. Nietzsche möchte mehr als ein Freundschaftsverhältnis zu Lou: Liebender und Lehrender in einer Person, diese Rolle will Nietzsche vereinen. Dabei verliert Nietzsche aber nie seine philosophische Aufgabe aus den Augen: »Ich habe bisher nie daran gedacht, daß Sie mir «vorlesen und schreiben» sollen; aber ich wünschte sehr, Ihr Lehrer sein zu dürfen. Zuletzt, um die ganze Wahrheit zu sagen: Ich suche jetzt nach Menschen, welche meine Erben sein könnten; ich trage Einiges mit mir herum, was durchaus nicht in meinen Büchern zu lesen ist - und suche mir dafür das schönste und fruchtbarste Ackerland. Sehen Sie meine Selbstsucht!« schreibt er ihr am 26. Juni nach Stibbe in Westpreussen und lädt sie zugleich nach Tautenburg ein, um dort gemeinsam zu philosophieren. In Stibbe, im Hause der Eltern Paul Rées, war Lou inzwischen überaus gastfreundlich aufgenommen worden - Nietzsche hatte zwischendurch Mitte Juni vergeblich versucht, Lou im Grunewald zu treffen, um sie vor ihrem Besuch Rées noch einmal sprechen und sich ihrer versichern zu können. Trotz ihrer Absage reist Nietzsche spontan nach Berlin, um Lou noch auf dem Anhalter-Bahnhof abzupassen.
Wenn die irgendwann doch noch ein Biopic über ihn machen, dann will ich unbedingt die Hauptrolle. Ich bin zwar körperlich zu groß für Nietzsche, sehe auch gar nicht aus wie er, aber auf den Bezügen der Uni Basel zehn Jahre lang von Nizza nach Monte Carlo, Gran Sasso, Saas Fee und zurück zu jetten, das kann ich mir schon vorstellen. Wahlweise könnte ich auch den Kierkegaard machen, wegen der zu kurzen Hosen, der Fall ist ja ähnlich gelagert. Schopenhauer würde ich dagegen nicht machen wollen, oder sagen wir: nur im Ausnahmefall.
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