NIETZSCHE
Bewertung: 11 Punkt(e)
Als Nietzsche gefragt wurde, warum er immer wieder Urlaub in Italien mache, sagte er, daß er kein italienisch könne und daher dort nicht das dumme Geschwätz der Leute ertragen müsse.
| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 223, davon 216 (96,86%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 90 positiv bewertete (40,36%) |
| Durchschnittliche Textlänge | 555 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung | 0,430 Punkte, 65 Texte unbewertet. Siehe auch: positiv bewertete Texte |
| Der erste Text | am 18.8. 2000 um 13:29:59 Uhr schrieb BLOT über NIETZSCHE |
| Der neuste Text | am 24.7. 2026 um 20:31:27 Uhr schrieb hingerichteter Graf über NIETZSCHE |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 65) |
am 10.11. 2004 um 19:28:11 Uhr schrieb
am 12.2. 2016 um 22:48:54 Uhr schrieb
am 24.7. 2026 um 20:31:27 Uhr schrieb |
Als Nietzsche gefragt wurde, warum er immer wieder Urlaub in Italien mache, sagte er, daß er kein italienisch könne und daher dort nicht das dumme Geschwätz der Leute ertragen müsse.
Friedrich Nietzsche
Vereinsamt
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!
Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?
Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.
Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.
Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schein, -
Weh dem, der keine Heimat hat!
Dieser Mann (1844-1900) war ein Genie. Eigentlich war er ja Philologe (ein ziemlich guter sogar) und über die klassische Philologie kam er zur Philosophie. Er war Zeit seines Lebens Gegner des Christentums, der festen Moralstrukturen unserer Gesellschaft, Kants, des klassischen Platonismus und des Antisemitismus (gut, unter Wagners Einfluss soll er die eine oder andere antisemitische Phrase gedroschen haben, aber später schrieb er Texte über den positiven Einfluss des Judentums auf die deutsche Kultur).
Wer sich mit Nietzsche beschäftigt hat die unglaubliche Gelegenheit seine Weltsicht und seine moralischen Werte zu relativieren. Nitzsche wurde zwar krankheitsbedingt wahnsinnig (anno 1889), aber man könnte auch sagen, dass er einer war, der zuviel wusste, der es zuweit getrieben hatte.
»Des Mannes Gemüth aber ist tief, sein Strom rauscht in unterirdischen Höhlen: das Weib ahnt seine Kraft, aber begreift sie nicht. -«
Bis dahin habe ich mehr oder weniger desinteressiert im Zarathustra geblättert.
Doch dann kamen mir die Tränen: Vor Rührung!
Ich merkte, dass da einer das niedergeschrieben hat, was ich schon immer wußte. Er präzisierte das, was ich grob erahnte.
Er deprimierte mich und tröstete mich zugleich.
Ich hoffe nur, ich ende nicht auch so wie er.
(heute mal ganz politisch unkorrekt, aber so war er halt unser lieber Nietzsche)
So'n Blödsinn mit Nietsches Werken unterm Arm kannste kaum jemanden richtig foltern, das ist viel zu eineingend. Außerdem sind Nietzsche die Deutschen irre auf den Geist gegangen, im Ausland war ihm das 'deutsche' Wesen so peinlich, daß er seine Herkunft aus Deutschland verleugnete. Also Nietzsche sitzt weder auf Deutschen, noch laufen Nazis mit dicken Bücherstapeln aus Nietzsches Werken unter den Achseln rum. diwumm. ;)
Der Abgrund tut sich endgültig auf, als Nietzsche 1889, mit 45 Jahren zusammenbricht. Es geschieht in Turn: Schluchzend umarmt er ein vom Kutscher mißhandeltes Pferd und wird unter wirren Reden in sein Hotel zurückgebracht.
Die Ärzte diagnostizieren eine Paralyse, die sich Nietzsche durch eine in frühen Jahren erworbene Syphilis zugezogen hat. Danach lebt er noch elf Jahre im Hause seiner Mutter, betreut von seiner Schwester.
wenn weiterhin
so häufig
über
nietzsche
geschrieben wird
wie hier im blaster
erwecken wir ihn
noch von den toten...
und das er tot ist
ist ja ziemlich sicher
bei seinem
gegenspieler
streiten sich die
geister
Es gibt ein ergreifendes Gedicht von Gottfried Benn über den späten Nietzsche:
Turin
„Ich laufe auf zerrissenen Sohlen“,
schrieb dieses große Weltgenie
in seinem letzten Brief - dann holen
sie ihn nach Jena - Psychiatrie.
Ich kann mir keine Bücher kaufen,
ich sitze in den Librairien:
Notizen - dann nach Aufschnitt laufen: -
das sind die Tage von Turin.
Indes Europas Edelfäule
an Pau, Bayreuth und Epsom sog,
umarmte er zwei Droschkengäule
bis ihn sein Wirt nach Hause zog.
toschibar schrieb am 10.4. 2001 um 15:56:36 Uhr über
NIETZSCHE
Gott ist tot (Nietzsche)
Nietzsche ist tot (Gott)
Sponti-Spruch 1982
...nicht nur das, auch schon vielfach in diesem Blaster, du Blasterheini
| Einige zufällige Stichwörter |
Entscheidung
KaffeeInDerRitze
Jungshintern
Kontrolleur
Würfelhorst
|