Buch
Bewertung: 11 Punkt(e)Ein Buch alleine füllt noch kein Regal. Eine Seite noch kein Buch und ein Wort kein Blatt. Ein Buch füllt mehr, als nur den Raum zwischen zwei Wänden. Es füllt den Verstand, vorausgesetzt man versteht es zu nutzen.
| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 276, davon 269 (97,46%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 118 positiv bewertete (42,75%) |
| Durchschnittliche Textlänge | 556 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung | 0,554 Punkte, 84 Texte unbewertet. Siehe auch: positiv bewertete Texte |
| Der erste Text | am 16.1. 1999 um 06:55:45 Uhr schrieb Dalayah über Buch |
| Der neuste Text | am 24.1. 2026 um 14:41:56 Uhr schrieb Rübezahl über Buch |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 84) |
am 11.8. 2002 um 18:05:56 Uhr schrieb
am 17.11. 2004 um 20:22:32 Uhr schrieb
am 10.4. 2020 um 11:33:04 Uhr schrieb |
Ein Buch alleine füllt noch kein Regal. Eine Seite noch kein Buch und ein Wort kein Blatt. Ein Buch füllt mehr, als nur den Raum zwischen zwei Wänden. Es füllt den Verstand, vorausgesetzt man versteht es zu nutzen.
Ohne Buecher haette ich eine ziemlich langweilige Kindheit gehabt und auch eine ziemlich kurze - denn nimmt man die Zeit, in der ich gelesen habe von meiner gesamten Kindheitszeit weg, bleibt nicht mehr viel. Lesen ist in meinen Augen die drittschoenste Weise, die Welt zu erfahren, da es nicht die Wirklichkeit uebertrumpfen kann und auch nicht die Traeume. Beide sind von einer persoenlicheren Intensitaet als ein von jemand anderem geschriebenes Buch. Doch ohne Buecher waeren meine Traeume aermer und ohne Traeume waere es mein Leben auch. Wer es schafft, seine Traeume in einem Buch festzuhalten, hat sich seine Welt gerettet, so stelle ich mir das Erreichen der Ewigkeit vor.
Heute bekam ich in einem Verlagsbüro ein Buch über Gedächtnistraining geschenkt. Obwohl ich wie ich meine über ein sehr gutes Gedächtnis verfüge las ich das Buch auf der Heimfahrt im Zug.
Die darin vorgestellte Technik ist nichts besonderes, es wird geraten, man solle sich alles in Bildern vorstellen und dann zwischen diesen Bildern lebhafte Aktionen erfinden. Das stimuliere dann das Gedächtnis und sei leichter zu merken als abstrakte Worte.
Und dann stehen da so Beispiel-Geschichten drin (falls einem selbst nichts einfällt) wie "Der Hund springt in den Toaster und wird dadurch grün, da denkt der Rasenmäher, dass das Fahrrad kaputt
ist und ruft den Mechaniker an ..." und so weiter. Jedenfalls hat mich
das total an den Assoziations-Blaster erinnert und die Geschichten waren so bescheuert, dass ich beim Lesen glatt das Aussteigen in Nordheim VERGESSEN habe!
Und jetzt musste ich mit dem Taxi von Heilbronn nach Hause fahren und durfte mir unterwegs von der Fahrerin anhören, dass es ihrer heroinsüchtigen, nachts anschaffen gehenden Nachbarin mit 5 Kindern ja viel besser ginge als ihr, weil die bekäme ja alles vom Sozialamt gezahlt. Und sie selbst, sie müsse ja arbeiten, und das auch noch nachts und ein leichter Job wäre das nicht.
Also, mit anderen Worten, dieses Buch ist der totale Scheiß.
»Irgendwann werde ich ein Buch schreiben, in dem ich selber kein Wort verstehe. Das lasse ich in ein österreichisches Gebirgstal bringen, in das nie die Sonne scheint. Und jemand muß es dann einem Frankfurter Verleger, dessen Namen ich hier sicher nicht nennen werde, unter die Nase halten und sagen: «Ein Mann mit einer Hasenscharte, den man nicht verstehen konnte, hat mir das hier in die Hand gedrückt und ist hinkend davongeeilt.» Und alle werden sagen, sie hätten den Dichter unserer Zeit gefunden.«
Johannes Mario Simmel in einem Interview mit dem Kultur Spiegel, Heft 8 1999.
Bücher finde ich sind die genialste Erfindung seit der Büroklammer. Ich meine, abgesehen von ihrem Inhalt, stelle man sich mal vor, wir würden heute immer noch auf Steinplatten rummeißeln oder 7m lange Buchrollen hin und her drehen.
Der Kodex war schon ein Anfang, aber das Buch: Einfach toll, wie man die Seiten umblättern kann, bequem ein Lesezeichen an eine bestimmte Stelle legt und sie sodann mit einem Handgriff wiederfindet (Stelle man sich Lesezeichen in einer Buchrolle vor).
Und selbst heute, wo die Digitalisierung immer weiter auf dem Vormarsch ist, geht doch nichts über ein »richtiges« Buch in der Hand.
Der einzige Nachteil ist es, wenn man versucht Sachen zu unterstreichen, die am inneren Rand einer Seite stehen. Da komme ich mit dem Lineal immer so schlecht hin.
Manches Buch ist ermüdend. Davon könnte ich einige nennen. Obwohl, wenn ich näher darüber nachdenke, könnte ich vielleicht doch nicht. Denn man vergisst die schlechten Bücher so schnell, was natürlich das Gedächtnis entlastet.
In den 80ern waren Grundschullehrerinnen noch davon Überzeugt, daß das Buch das einzige Medium ist, von dem keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben ausgeht. Fernsehen waren für sie das schrecklichste auf der Welt und Computer, die zu der Zeit noch an Fernseher angeschlossen wurden, damit selbstverständlich ebenso.
Den Gebrauch eines Buches als Werkzeug radikalisieren Gilles Deleuze und Félix Guattari als Gebrauchsanweisung in einem der ersten Theorie-Hypertexte: »Und Proust, dessen Werk voller Bedeutungen stecken soll, meinte, daß sein Buch wie eine Brille sei: probiert, ob sie euch paßt; ob ihr mit ihr etwas sehen könnt, was euch sonst entgangen wäre [...]. Findet die Stellen in einem Buch, mit denen ihr etwas anfangen könnt. Wir lesen und schreiben nicht mehr in der herkömmlichen Weise. Es gibt keinen Tod des Buches, sondern eine neue Art zu Lesen.« (Gilles Deleuze und Félix Guattari: Rhizom, Berlin 1977, OT: Paris, 1976, S. 40)
Also ehrlich gesagt, lieber Blaster, ja. Mir ist schon einmal ein Buch begegnet. Was dabei geschehen ist? Nun, also um ehrlich zu sein hat das Buch gar nicht viel gemacht. Es war glaube ich mein Vater, oder auch meine Mutter, die etwas gemacht haben. Sie haben mir daraus vorgelesen.
Die erste Begegnung mit einem Buch dürfte allerdings noch früher gewesen sein. Ich habe, sobald ich mich aufrichten konnte, nach allem gegrapscht, das nicht bei drei auf den Bäumen war. Dabei muss ich des öfteren (das ist fotografisch zumindest für einen Fall dokumentiert) das untere Fach des Bücherregals ausgeräumt haben. Die Bücher sind mir dann auf den Kopf gefallen.
»Wer die Absicht hat, ein Buch zu schreiben, der tut nach meiner Ansicht gut daran, über jene Sache, die er behandeln will, verschiedentlich nachzudenken. Er tut auch nicht schlecht daran, wenn er, soweit möglich, in Erfahrung bringt, was zuvor andere über dieselbe Sache geschrieben haben. ... Hat er dies in aller Stille getan, ... dann schreibe er frischweg sein Buch, wie der Vogel sein Lied singt - falls jemand Nutzen oder Freude davon hat, umso besser; dann gebe er es sorglos und unbekümmert heraus,....ohne jede Wichtigkeit...«
Soren Kierkegaard (1813 - 1855)
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