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positiv bewertete Texte
Der erste Text am 16.1. 1999 um 06:55:45 Uhr schrieb
Dalayah über Buch
Der neuste Text am 24.1. 2026 um 14:41:56 Uhr schrieb
Rübezahl über Buch
Einige noch nie bewertete Texte
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am 12.4. 2015 um 23:46:30 Uhr schrieb
Christine über Buch

am 8.5. 2003 um 22:54:40 Uhr schrieb
Sprachkritik über Buch

am 18.5. 2024 um 19:27:35 Uhr schrieb
Sascha über Buch

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Buch«

Dragan schrieb am 7.4. 2000 um 02:26:58 Uhr zu

Buch

Bewertung: 5 Punkt(e)

Heute bekam ich in einem Verlagsbüro ein Buch über Gedächtnistraining geschenkt. Obwohl ich wie ich meine über ein sehr gutes Gedächtnis verfüge las ich das Buch auf der Heimfahrt im Zug.

Die darin vorgestellte Technik ist nichts besonderes, es wird geraten, man solle sich alles in Bildern vorstellen und dann zwischen diesen Bildern lebhafte Aktionen erfinden. Das stimuliere dann das Gedächtnis und sei leichter zu merken als abstrakte Worte.

Und dann stehen da so Beispiel-Geschichten drin (falls einem selbst nichts einfällt) wie "Der Hund springt in den Toaster und wird dadurch grün, da denkt der Rasenmäher, dass das Fahrrad kaputt
ist und ruft den Mechaniker an ..." und so weiter. Jedenfalls hat mich
das total an den Assoziations-Blaster erinnert und die Geschichten waren so bescheuert, dass ich beim Lesen glatt das Aussteigen in Nordheim VERGESSEN habe!

Und jetzt musste ich mit dem Taxi von Heilbronn nach Hause fahren und durfte mir unterwegs von der Fahrerin anhören, dass es ihrer heroinsüchtigen, nachts anschaffen gehenden Nachbarin mit 5 Kindern ja viel besser ginge als ihr, weil die bekäme ja alles vom Sozialamt gezahlt. Und sie selbst, sie müsse ja arbeiten, und das auch noch nachts und ein leichter Job wäre das nicht.

Also, mit anderen Worten, dieses Buch ist der totale Scheiß.

hei+co schrieb am 14.9. 2000 um 12:18:37 Uhr zu

Buch

Bewertung: 3 Punkt(e)

Den Gebrauch eines Buches als Werkzeug radikalisieren Gilles Deleuze und Félix Guattari als Gebrauchsanweisung in einem der ersten Theorie-Hypertexte: »Und Proust, dessen Werk voller Bedeutungen stecken soll, meinte, daß sein Buch wie eine Brille sei: probiert, ob sie euch paßt; ob ihr mit ihr etwas sehen könnt, was euch sonst entgangen wäre [...]. Findet die Stellen in einem Buch, mit denen ihr etwas anfangen könnt. Wir lesen und schreiben nicht mehr in der herkömmlichen Weise. Es gibt keinen Tod des Buches, sondern eine neue Art zu Lesen.« (Gilles Deleuze und Félix Guattari: Rhizom, Berlin 1977, OT: Paris, 1976, S. 40)

joachim schrieb am 12.5. 2000 um 09:57:39 Uhr zu

Buch

Bewertung: 3 Punkt(e)

Also ehrlich gesagt, lieber Blaster, ja. Mir ist schon einmal ein Buch begegnet. Was dabei geschehen ist? Nun, also um ehrlich zu sein hat das Buch gar nicht viel gemacht. Es war glaube ich mein Vater, oder auch meine Mutter, die etwas gemacht haben. Sie haben mir daraus vorgelesen.
Die erste Begegnung mit einem Buch dürfte allerdings noch früher gewesen sein. Ich habe, sobald ich mich aufrichten konnte, nach allem gegrapscht, das nicht bei drei auf den Bäumen war. Dabei muss ich des öfteren (das ist fotografisch zumindest für einen Fall dokumentiert) das untere Fach des Bücherregals ausgeräumt haben. Die Bücher sind mir dann auf den Kopf gefallen.

GrafElvin schrieb am 9.7. 1999 um 23:33:38 Uhr zu

Buch

Bewertung: 11 Punkt(e)

Ein Buch alleine füllt noch kein Regal. Eine Seite noch kein Buch und ein Wort kein Blatt. Ein Buch füllt mehr, als nur den Raum zwischen zwei Wänden. Es füllt den Verstand, vorausgesetzt man versteht es zu nutzen.

MCnep schrieb am 13.1. 2001 um 23:32:52 Uhr zu

Buch

Bewertung: 2 Punkt(e)

Bücher? Klar, die kennen wir:
Meistens sind sie aus Papier
Mal in schmuckem Lederkleide
Nessel oder (selten) Seide.

Doch erst wenn es aufgetan
Fängt das Buch zu leben an.
Wenn sich tausend Buchenstaben
Sinnreich in die Cortex graben

Und aus gilben Seiten quillt
Dann ein urlebendig Bild
Das den Schöpfer überdauert
Und den Leser jach beschauert.

Mal verboten und verbrannt,
Mal zu Unrecht weltbekannt
Dient (bei Tieck) als Tischbeinstütze
Taugt bei Regenguss als Mütze

Beinah jeder hat ein Buch.
Das ist manchem schon genug
Wie sich oft an dem erweist
Dessen liebstes Sparbuch heisst.

Manches Buch strafft das Gemüte
Andre bloss die Wundertüte
Des Herrn Lesers: eine Kur
Namens Einhand-Lit’ratur.

Einer hat um Wert geliebt
was dem zweiten Freude gibt
Doch den Dritten stimmts nicht heiter,
Schenkt es an den Vierten weiter.

‘Habent sua fata’ heißt es
Ich bin sicher, auch du weißt es:
Bücherschicksal ist kein kleines
Doch auch Leser haben eines.

Jingler schrieb am 12.12. 2000 um 17:46:12 Uhr zu

Buch

Bewertung: 5 Punkt(e)

Bücher finde ich sind die genialste Erfindung seit der Büroklammer. Ich meine, abgesehen von ihrem Inhalt, stelle man sich mal vor, wir würden heute immer noch auf Steinplatten rummeißeln oder 7m lange Buchrollen hin und her drehen.
Der Kodex war schon ein Anfang, aber das Buch: Einfach toll, wie man die Seiten umblättern kann, bequem ein Lesezeichen an eine bestimmte Stelle legt und sie sodann mit einem Handgriff wiederfindet (Stelle man sich Lesezeichen in einer Buchrolle vor).

Und selbst heute, wo die Digitalisierung immer weiter auf dem Vormarsch ist, geht doch nichts über ein »richtiges« Buch in der Hand.

Der einzige Nachteil ist es, wenn man versucht Sachen zu unterstreichen, die am inneren Rand einer Seite stehen. Da komme ich mit dem Lineal immer so schlecht hin.

Liamara schrieb am 28.7. 1999 um 17:45:53 Uhr zu

Buch

Bewertung: 8 Punkt(e)

»Irgendwann werde ich ein Buch schreiben, in dem ich selber kein Wort verstehe. Das lasse ich in ein österreichisches Gebirgstal bringen, in das nie die Sonne scheint. Und jemand muß es dann einem Frankfurter Verleger, dessen Namen ich hier sicher nicht nennen werde, unter die Nase halten und sagen: «Ein Mann mit einer Hasenscharte, den man nicht verstehen konnte, hat mir das hier in die Hand gedrückt und ist hinkend davongeeilt.» Und alle werden sagen, sie hätten den Dichter unserer Zeit gefunden

Johannes Mario Simmel in einem Interview mit dem Kultur Spiegel, Heft 8 1999.

wuming schrieb am 25.8. 2010 um 22:49:14 Uhr zu

Buch

Bewertung: 1 Punkt(e)

Mein Jahrhundertbuch (26)
István Eörsi: »Howl« und »Kaddish« von Allen Ginsberg

Allen Ginsbergs lyrische Epen Howl und Kaddish sind Varianten derselben Inspiration, obwohl das eine 1955/56, das andere zwischen 1957 und 1959 entstand. Beide sind Geheul der Revolte und des Schmerzes. In beiden setzte der Dichter eine unendlich lange Zündschnur von Versen in Brand, um etwas in die Luft zu sprengen - was? Das Gebäude der tugendhaften Konventionen, die der amerikanischen Gesellschaft als Stütze dienen? Die Schutzwälle der poetischen Etikette? Die Schatzkammer der mit ruhigem Gewissen verwendbaren Wörter? Das Kartenhaus aus Kriegsanleihen, Lottoscheinen, Haftbefehlen, Irrenhausbefunden, Liebes-, Familien- und gesellschaftlichen Verträgen?

Diese im Rauschzustand verfassten Enzyklopädien der Revolte verschonen nicht Hygienevorschriften, nicht die Gebote des als normal bezeichneten und durch Tabus geschützten Instinktlebens, nicht das konventionelle idyllische Mutterbild, welches ebenden für die Mutterschaft unumgänglichsten Körperteil verleugnet. Sie meutern gegen die Gebote von Glaube - Liebe - Hoffnung - Heimat und die Befehlsherrschaft des Geldes. Sie stampfen gemeinsam mit den Opfern des Elends, der Krankheit, der Verfolgung, des Irrsinns zu einem ungewöhnlich arrhythmischen Rhythmus, der den Sinn der Wörter übertrommelt. In dem verzweifelten emotionalen Protest entfaltet sich nur langsam der Sinn, der - in Prosa übersetzt - auf ein einziges Wort verdichtbar ist: »nein«.

Der Moloch ist der Götze Geld

Ginsbergs Riesentat war es, dass er sein Ich zum Sprachrohr einer schwer definierbaren, aber unverkennbare Charakterzüge aufweisenden Gemeinschaft weihte. »I saw the best minds of my generation destroyed by madness, starving hysterical naked« (Ich sah die besten Köpfe meiner Generation zerstört vom Wahnsinn, ausgemergelt hysterisch nackt)- schon aus dem ersten Vers von Howl sprechen die Ausgegrenzten der jungen Generation. »What sphinx of cement and aluminium bashed open their skulls and ate up their brains and imagination?« (Welche Sphinx aus Zement und Aluminium schlug ihnen die Schädel auf und fraß ihnen das Hirn und die Phantasie heraus?)fragte er, ihr Schicksal erforschend, und fand die Antwort: »Moloch

Der Moloch ist der Götze Geld, der kanaanitische Feuergott, dem die Eltern sogar ihre Kinder opfern. Der emotio- nale Prozess, der dieses Ursymbol über Dutzende von Metaphern hindurch ausbreitet, kompromittiert die gesamte Menschheitsgeschichte mit der Revolte und Verzweiflung des Hippie-Lebensgefühls. In Kaddish wiederum, einem lyrischen Requiem für die verrückte Mutter und zugleich Familienroman in Versen, gibt der da und dort anklingende prähistorische Rhythmus des jüdischen Gebets den am Faden des Leidens aufgereihten Geschichten eine 5000-jährige Perspektive, rückwirkend.

Die personale Einheit von Gegenwart und Urgeschichte, von moderner Persönlichkeit und Gemeinschaft schuf ein uralt-neues Genre: die spezifische Ginsbergsche Synthese von Lyrik und Epik, welche das kollektive Los von Generationen im persönlichen Pathos auflöst.

In die Realität dieses Pathos mischt sich prophetische Voraussicht. Die Emotionen des im Namen der besten Köpfe seiner Generation auftretenden Dichters boten mehr als zehn Jahre später, 1968, dem Massenaufstand einer neuen Generation die Form. Die tabustürzenden Emotionen vermittelten sich nicht über ideologische Hitzigkeit, sondern über Bilder, sodass die Jugendlichen verschiedener geopolitischer Zonen darin ihre eigenen spezifischen Freiheitsbedürfnisse erkennen konnten.

· Allen Ginsberg:Kaddish - Gedichte. Aus dem Amerikanischen von Anselm Hollo; Langen Müller Herbig, München 1980; 142 S., 20,- DM

Howl/Geheul. Aus dem Amerikanischen von Carl Weissner; Edition Michael Kellner, Hamburg 1998; 216 S., 128,- DM

Aus dem Ungarischen Gregor Mayer

wuming schrieb am 4.4. 2010 um 11:59:06 Uhr zu

Buch

Bewertung: 1 Punkt(e)

Die 120 Tage von Sodom (Buch)


Originalmanuskripte von 1785Die 120 Tage von Sodom oder die Schule der Libertinage (orig. franz. Titel: Les 120 Journées de Sodome ou L'Ecole du Libertinage) ist ein teils nur skizzenhaft ausgeführter Text (Episodenroman) des französischen Schriftstellers Marquis de Sade, den dieser in der Pariser Bastille als Gefangener auf einer schmalen Papierrolle am 22. Oktober 1785 niederzuschreiben begann und in 37 Tagen fertigstellte. De Sade schildert ausführlich die sadistischen Sexualpraktiken von vier während der Regentschaft Ludwigs XIV. durch Steuer-Erpresserei zu Reichtum gelangten Franzosen im Laufe eines von obszönen Erzählungen begleiteten, mehr als viermonatigen Aufenthalts in einem zugemauerten Schloss an einem geheimen abgelegenen Ort Südwestdeutschlands oder der Westschweiz.

Der Text besteht aus einer Einführung, einer Hausordnung, einer Personenbeschreibung, Anmerkungen, einer Ergänzung und vier Hauptteilen; der erste Hauptteil, der einen Zeitraum von 30 Tagen beschreibt, ist in aller Ausführlichkeit ausgeschrieben, die drei weiteren Hauptteile existieren nur im Entwurf.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Die Orgien
1.1 Die Personen
1.2 Der Handlungsverlauf
1.3 Zusammenfassende Inhaltsangabe
2 Interpretation
3 Geschichte des Textes
4 Filme
5 Siehe auch
6 Weblinks


Die Orgien [Bearbeiten]
Sowohl, was Auswahl der teilnehmenden Personen betrifft, als auch hinsichtlich des planvollen Verlaufs, folgen die Ereignisse einer eigentümlichen Systematik und strengen Choreografie.

Die Personen [Bearbeiten]
Hauptpersonen der Ereignisse sind vier Libertins im mittleren Alter zwischen 45 und 60 Jahren und deren Töchter, die gleichzeitig deren Ehefrauen oder Sexualgespielinnen sind. Insgesamt bedienen sich die Herren eines unterworfenen Personals einschließlich ihrer Ehefrauen bzw. Töchter von 42 Personen.

Die vier Libertins:

Der Herzog von Blangis ist ein ausgesprochener Feind aller Tugenden, er lebt in allem unmäßig. Er ist verschwenderisch in seinem Vergnügen und geizig, wenn es ums Nützliche geht. Geistig und physisch ist er ein pathologisches Monster, ein Sadist und notorischer Meuchelmörder. Er hat den ständigen Drang zum Orgasmus.
Dessen Bruder, ein Bischof und gleichzeitig ein Atheist von gleichem schurkischen Charakter, jedoch mit mehr Verstand und Raffinesse, ist leidenschaftlicher Päderast und im Besitz einer verfeinerten sinnlichen Empfindungsfähigkeit bei durchschnittlicher Potenz. Er hasst das weibliche Geschlechtsteil.
Der Präsident Curval, ein pensionierter höherer Richter, gibt zu, dass es ihm in seiner Amtszeit Vergnügen bereitet hat, einen Unschuldigen zu verurteilen. Er hat Potenzprobleme und kommt nur im Exzess zum Orgasmus, dafür führt er fortwährend schmutzige Reden und ist fast ständig betrunken. Er verbreitet aufgrund seiner Unreinheit einen üblen Geruch.
Der Steuerpächter Durcet liebt den passiven Analverkehr und hat einen winzigen Penis. Er heuchelt öffentlich den Ehrenmann.
Die vier Töchter:

Julie, Constance, Adelaide und Aline
Der Herzog ist der Vater Julies und der Gatte von Constance, die die Tochter von Durcet ist.
Durcet ist der Vater von Constance und der Gatte von Adelaide, die die Tochter des Präsidenten ist.
Der Präsident ist der Vater von Adelaide und der Gatte von Julie, die die Tochter des Herzogs ist.
Der Bischof ist der offizielle Onkel, in Wirklichkeit der Vater von Aline, die seine Sexualgespielin ist.
Vier ältere lasterhafte Erzählerinnen, die einschlägige Erfahrungen in perversen Sexualpraktiken haben:

Duclos, Champville, Martaine, Desgranges
Vier Dienerinnen, ausgewählt wegen ihrer auserlesenen Hässlichkeit

Acht Beschäler mit außergewöhnlichen Geschlechtsteilen von ausgesuchter Erektionskraft

Acht jugendliche Sexsklavinnen

Acht jugendliche Sexsklaven

Sechs Personen Küchenpersonal, drei Köchinnen und drei Mägde

Der Handlungsverlauf [Bearbeiten]
Die Handlung folgt einem ausgefeilten Konzept, das strikt durchgehalten wird. In ihr ist bis ins Detail festgelegt, wer mit wem zu welchem Zeitpunkt welche Art von Sexualpraktiken durchexerziert. Daneben besteht eine bizarre Hausordnung und eine strenge Hierarchie. Jeden Monat hat ein anderer Libertin das oberste Kommando und die Aufsicht über den regulären Ablauf der Orgien. Die jugendlichen Sexsklaven werden in besonderen Gemächern gefangen gehalten. Die Kapelle dient als Toilette.

Den Libertins werden die Sexualobjekte zugewiesen, denen sie vorstehen. Jeden Samstag gibt es eine besondere Samstagsorgie, die gleichzeitig Abstrafungstermin für Verfehlungen ist.

Der Text wird in vier Handlungsabschnitte zu je 30 Tagen eingeteilt (für die Monate November bis Ende Februar). Deren Inhalt sind in Form von Erzählungen und Sexualhandlungen:

Die 150 einfachen Passionen
(Diese Passionen enthalten Erzählungen über Praktiken wie das Ejakulieren in das Gesicht eines Kindes, das Trinken von Urin, das Essen von Kot, das Prostituieren der eigenen Tochter, um sie bei perversen Handlungen zu beobachten.)
Die 150 komplexen Passionen
(Diese Passionen enthalten Erzählungen über Praktiken wie das Vergewaltigen von Kindern, Inzest, Flagellation, sadomasochistischen Gruppensex.)
Die 150 verbrecherischen Passionen
(Diese Passionen enthalten Erzählungen über Praktiken wie Analverkehr mit Kleinkindern, sexuelle Handlungen an Leichen, Verkehr mit Tieren, das Verstümmeln des Sexualpartners.)
Die 150 meuchlerischen Passionen
(Diese Passionen enthalten Erzählungen über Praktiken wie das Töten von Kindern vor ihren Müttern, das Herumwühlen in den Eingeweiden noch lebender Körper, das Masturbieren während des Folterns einer Vielzahl von Frauen und Männern bis zu ihrem Tode.)
Im Anschluss folgt ein Überblick über die fortgesetzten und abschließenden Handlungen im März.
Zusammenfassende Inhaltsangabe [Bearbeiten]
Im Verlauf der einzelnen Handlungsabschnitte werden, begleitet von den Erzählungen über perverse und bizarre Sexualhandlungen, die Sexualobjekte abwechselnd sexuell ausgebeutet, erniedrigt, bestraft, miteinander verheiratet und gefoltert. Die Jungfrauen werden entjungfert und eine Ehefrau wird geschwängert. Systematisch wird eine Vielzahl verschiedener Perversionen beschrieben und ausgeübt, besondere Berücksichtigung finden dabei komplexe sadomasochistische Handlungen und skatologische Praktiken. Gelegentlich werden gotteslästerliche Episoden und oft antimoralische und philosophische Überlegungen über die Niederträchtigkeit des Menschengeschlechts eingeflochten. Homosexuelle und heterosexuelle Handlungen treten in etwa gleich häufig auf.

Mit Beginn der meuchlerischen Passion werden die Ehefrauen bzw. Töchter verstoßen und wie Tiere gehalten. Die Sexualobjekte werden zunehmend verstümmelt und abgeschlachtet. Bis zum 1. März sind die Töchter der Libertins Aline, Adelaide und Constance, vier weibliche jugendliche Sexklavinnen, zwei Lustknaben und ein subalterner Beschäler sadistisch getötet.

Nach dem 1. März werden die Sexualobjekte umgruppiert und jeweils neu den vier Libertins zugeordnet, die Mägde werden in die Orgien mit einbezogen. Am Ende werden die übrigen Jugendlichen, der vierte subalterne Beschäler, die vier Dienerinnen und die Mägde umgebracht. Es überleben neben den vier Libertins die vier Erzählerinnen, vier Beschäler, die drei Köchinnen und die Tochter des Herzogs.

Personen summa summarum...... 46
davon werden getötet......................
vor dem 1. März.................... 10
nach dem 1. März.................. 20
es überleben also....................... 16

Interpretation [Bearbeiten]
Diese letzte buchhalterische Abrechnung des Marquis de Sade ist zugleich die Quintessenz des Textes. Sie wurde später von Kritikern als strenger Rationalismus des blanken Irrsinns gebrandmarkt. Obwohl die Form des Textes Bezug auf die VorbilderDecameronevon Giovanni Boccaccio und „Heptaméron“ von Margarete von Angoulême nimmt - eine geschlossene Gesellschaft findet sich ein, um in einer limitierten Zeit sich gemeinsam Geschichten zu erzählen - so steht das Werk doch in seiner zynischen Machart unnachahmlich einzigartig da, wie es in kalter rationaler Systematik sexuelle Perversionen schildernd, letztlich zur modellhaften Formulierung einer totalitären Gesellschaft fortschreitet, der das unterworfene Individuum wehrlos und unentrinnbar bis an sein meuchlerisches Ende ausgeliefert ist.

Geschichte des Textes [Bearbeiten]
Die Schrift in Form einer 12 Meter langen Rolle von 11 cm Breite, mit teilweise nur mittels einer Lupe lesbaren winzigen Buchstaben, wurde nach dem Sturm auf die Bastille von Armoux de Saint Maximin gefunden und aufbewahrt. De Sade hielt den Text für verloren. Der Sexualforscher Iwan Bloch, der später Kenntnis von dem Text erlangte, setzte sich für die Drucklegung im Jahre 1904 durch Max Harrwitz ein (Erstveröffentlichung auf Deutsch 1909). Eine kritische Ausgabe wurde 1931-35 von Maurice Heine gedruckt. Die Rolle ist wahrscheinlich eine von de Sade abgefasste Kopie des Manuskripts.

Filme [Bearbeiten]
Pier Paolo Pasolini verlegt in seiner Adaption des Werks (Die 120 Tage von Sodom) die Ereignisse in die Zeit des italienischen Faschismus in die Ortschaft Salò.
Luis Buñuel gibt in seinem FilmL'Âge d'Or“ (Das goldene Zeitalter) beiläufig einem Teilnehmer an der Sexorgie das Aussehen Jesu Christi.
Siehe auch [Bearbeiten]
Sadomasochistische Literatur
Justine
Juliette (de Sade)
Die Philosophie im Boudoir
Weblinks [Bearbeiten]
Wikisource: Donatien Alphonse François de SadeQuellen und Volltexte
Film: Die 120 Tage von Sodom in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
Richterspiel zu Marquis de SadesDie 120 Tage von Sodom
Fremdsprachliche Weblinks:

Les 120 Journées de Sodome online
120 Days Of Sodom (englische Übersetzung, PDF)
EinklappenDonatien Alphonse François de Sade
Werke: Aline und Valcour | Dialog zwischen einem Priester und einem Sterbenden | Die 120 Tage von Sodom (Buch) | Justine | Juliette | Die Philosophie im Boudoir

Sekundär: Pasolini: 120 Tage | Weiss: Marat/Sade


Vonhttp://de.wikipedia.org/wiki/Die_120_Tage_von_Sodom_(Buch)“
Kategorien: Literarisches Werk | Literatur (18. Jahrhundert) | Literatur (Französisch) | Sadomasochistische Literatur

Liamara schrieb am 24.3. 2000 um 21:20:02 Uhr zu

Buch

Bewertung: 3 Punkt(e)

Es gibt da ein Buch, das ich ungeheuer liebe. Es ist schon sehr alt, beinahe 40 Jahre. Das heisst, die Geschichte ist so alt, das Buch, jedenfalls die Ausgabe, die ich mir zum hundertsten Male jetzt ausgeliehen habe, ist wohl nicht ganz so alt. Manche würden es wohl eine Schnulze nennen. Es ist ein Kinderbuch, oder doch eher ein Buch für junge Erwachsene, wie man das eben so nennt. Es handelt von Sonja, die den Wunsch hat, einmal nach Afrika zu reisen und dort die Tierwelt zu bestaunen, und es heisst »Meine Träume ziehen nach Süden«. Berte Bratt hat es geschrieben, und die hat schon viele solcher »Schnulzen« verfasst. Ich bin nicht sentimental, nicht im herkömmlichen Sinne. Ich finde Babys nicht süss oder Porzellanengel. Aber ich muss heulen, wenn etwas wirklich schönes passiert; im Film oder eben in einem Buch. Wenn es so mitreissend erzählt wird, dass ich heulen muss, dann ist es ein gutes Buch. Und bei diesem Buch muss ich eben ständig heulen. Natürlich geht es abgesehen von Afrika auch um die Liebe. Aber wirklich um die Liebe, nicht um Verliebtheit. Wer es liest, wird den Unterschied begreifen, aber nur, wenn er selbst liebt oder jemals geliebt hat.

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