einsam
Bewertung: 6 Punkt(e)einsamkeit ist eine zeit lang wohltuend, doch dann, später, zerreißt sie stück für stück deine seele...
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| Der erste Text | am 7.5. 2000 um 22:14:37 Uhr schrieb tabasco über einsam |
| Der neuste Text | am 9.7. 2024 um 15:18:40 Uhr schrieb Gerhard über einsam |
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am 20.7. 2002 um 19:41:16 Uhr schrieb
am 14.9. 2016 um 12:24:05 Uhr schrieb
am 26.12. 2006 um 17:48:39 Uhr schrieb |
einsamkeit ist eine zeit lang wohltuend, doch dann, später, zerreißt sie stück für stück deine seele...
Wolf Wondratschek
WER LANGE EINSAM WAR
Wer lange einsam war, den ängstigt diese Nacht
im Widerschein der roten Wände,
der fällt, als sei er nirgends festgemacht,
und fühlt im Fallen seine Hände
wie in einem Schwur sich fassen.
Ihm ist wie einem Kind, das früh verlassen
war, die Liebe fremd und ihre Zeit.
Es gehen Frauen auch durch seine Einsamkeit
mit einem Lächeln, das ihm nicht mehr gilt.
Sie gehen stolz und haßerfüllt vorbei
wie Wesen, die wissen und fruchtbar sind.
Dann bricht die Nacht im Hahnenschrei
der Dämmerung. Das Schrecklichste, ihm zugedacht:
noch wach, allein und ohne Gnade sein.
Kleines Solo
Einsam bist Du sehr alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Stehst am Fenster.
Starrst auf Steine.
Träumst von Liebe.
Glaubst an keine.
Kennst das Leben.
Weißt Bescheid.
Einsam bist Du sehr alleine -
Und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.
Wünsche gehen auf die Freite.
Glück ist ein verhexter Ort.
Kommt Dir nahe.
Weicht zur Seite.
Sucht vor Suchenden das Weite.
Ist nie hier.
Ist immer dort.
Stehst am Fenster.
Starrst auf Steine.
Sehnsucht krallt sich in Dein Kleid.
Einsam bist Du sehr alleine -
Und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.
Schenkst Dich hin.
Mit Haut und Haaren.
Magst nicht bleiben, wer Du bist.
Liebe treibt die Welt zu Paaren.
Wirst getrieben.
Mußt erfahren,
daß es nicht die Liebe ist...
Bist sogar im Kuß alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Gehst ans Fenster.
Starrst auf Steine.
Brauchtest Liebe.
Findest keine.
Träumst vom Glück.
Und lebst im Leid.
Einsam bist Du sehr alleine -
Und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.
(Erich Kästner)
Habe die Straße leergefegt mit meinen Gedanken an dich. Waren da eben noch die Massen, strömten um zu konsumieren, zu füllen das eigene Unvermögen, ist da nichts mehr. Jetzt.
komisch dass mich das so verunsichert hat. dieses SieSindEinsam. hab mich umgeschaut, wer schuld sein könnte, mich zurückgezogen und es stimmt: ich war einsam. komisch. aber manchmal ist nähe auch gut. grad die nähe zu mir selbst.
Vor meinem Fenster fängt es an sich zu bewegen
ein neuer Tag nimmt seinen Tageslauf
einer mehr an dem ich aufstehen muß
um irgendwas zu tun gegen den Schmerz
das Stechen im Kopf das Stechen im Herz
treibt mich nur tiefer in den Kummer rein
und tiefer ins alleine sein
Überall sind Menschen in den Straßen
kenn ich nicht gehöre nicht dazu
frage mich zu wem ich denn gehöre
und wenn wer zu mir spricht hör ich nicht zu
ich sehe Dich und wie wir uns umarmen
wenn ich die Augen öffne war es wieder nur ein Traum
so geht es jeden Tag an jedem Morgen
tiefer ins alleine sein
Irgendwie geht's dann doch raus aus den vier Wänden
und draußen geht es dann zu jemand völlig anderen hin
so bin ich dann in dessen guten Händen
und glücklich daß ich mit wem zusammen gllücklich bin
am nächsten Morgen habe ich das alte Stechen
und neben mir liegt wer
der sich bald leblos an mich schmiegt
wie's dazu kam hab ich danach vergessen
stattdessen bin ich längst wieder am Werk
Blumfeld »Draußen auf Kaution«
Es ist gerade sehr einsam im Blaster. Das wird daran liegen, dass heute Heiligabend ist. Noch dazu ist es jetzt 16:00 Uhr. In etwa einer Stunde werden die ersten Familien mit der Bescherung beginnen. Es gibt noch so viel zu tun... aber in meiner Küche beschäftigt sich meine Schwiegermutter damit, Pflanzen umzutopfen. SBM, Schwiegermutter-Beschäftigungs-Maßnahme.
Angst. Zerstörung. Selbstmord der Seele. Party. Ohne mich. Wie auf einem Fernsehbildschirm, all die verrückten, ausgelassenen Menschen. Ich drücke die Wachsränder der Kerze ein und bin wütend über meine immer wiederkommende Unsicherheit. Ich habe noch kein Rezept gefunden. Und immer wenn ich glaube, es getan zu haben kommt sofort die nächste Situation die all meine schönen Theorien und positiven Denkwege zunichte macht. Und hat sich erstmal die Einsamkeit und die Traurigkeit in dir festgebissen, lässt sie dich so schnell nicht wieder los. Der Suizidgedanke ist nur ein fernes Rufen, das verhallt. Nein, glücklich sollte der Mensch sein. Macht der Gedanken, Freiheit. Vielleicht weiß ich sie nur nicht anzuwenden. Ratlos irre ich umher.
Klar hast du Freunde! Klar hast du Familie! Klar hast du Internet! Klar machst du Sport im Verein mit vielen Menschen! Klar gehst du auf Festivals, Konzerte!
Aber dann, dann gehst du nach Hause... machst die Türe auf... und dann, dann ist niemand da... niemand, der wissen will, wie´s war... niemand der wissen will, was du heut gemacht hast... niemand, der dich in den Arm nimmt... niemand, der dich zärtlich hält oder feste drückt... niemand, dem du wichtig bist...
und wieder fällt dir auf, wie einsam du bist inmitten all der Menschen...
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