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Alexander: Heute hat es zehn grad minus da draußen und so seltsame Gestalten mit grauen, weißen und grünen gesichtern laufen herum, hast du schon mit einem von ihnen kontakt aufgenommen?
Diese Absicht verfolge ich nicht. Ich mag eigentlich gleich zum Thema kommen.
Alexander: seltsam, ich weiß von nichts, aber okay. Du bist straßenmusiker, poet, schreiber, schriftsteller, oder so was. Du spielst die singende säge und bist, wie ich, obdachlos. Warum?
Ich bin noch nie ohne Obdach durchs Leben gegangen und habe nicht die Absicht. In meiner derzeitigen Situation verzichte ich auf Komfort und erspare mir, und auch dem Magistrat der Stadt Wien etwaige Mietkosten.
Alexander: was soll das heißen? Ohne Obdach ist einfach ohne wohnung. Und das trifft ja auf uns beide zu, genierst du dich?
Das stimmt so nicht. Ich bin Romantiker und wohne unter Sternen. Zugegeben, die mich umgebenden Räumlichkeiten sind verbesserungswürdig.
Alexander: wir treffen uns oft in der josi. Unlängst, du warst grad nicht da, fiel ein häferl irgendwo zu boden, großes geklirr. Und danach erhob sich ein unglaubliches gegröle und geschrei, so in der art: juhuuuui, ohhhh und: super super super. Ich dachte mir: sind wir jetzt imkindergarten und dann schaute ich mich um: sehr viele kids, ja tatsächlich, kaum älter als zwanzig, dazwischen, wie verbranntes gras auf einer grünen wiese, die verlebten, verschwollenen gesichter der alten hasen. Wir sehen diese kids jeden tag: wenn sie so dicht sind, dass sie sich nur mehr in zeitlupe bewegen können. Junge mädchen, die kaum die augen aufbringen. Mit gift wird fleißig gehandelt. Glaubst du, wenn man das jeden tag erlebt, kann man dann je wieder ein normales leben führen? Hast du je ein normales leben geführt?
Das klingt langweilig. Dir brauche ich das nicht zu sagen, aber wenn sich andere Leute für die Josi interessieren, ich habe die Addi jetzt nicht im Kopf, weißt du wie die Seite im Netz anzutackern ist?
Alexander: na gut, dann frag dich selber etwas, das dich interessiert
Endlich kann ich das Thema aufs Tapet bringen, das ich hier erörtern will.
Alexander: ich habe heute eine remington, neun schuss, bei mir, sei vorsichtig mit deinen spompanadeln
Du kannst einen Friedliebenden Menschen wie mich damit nicht schrecken. Ich möchte mich mit dir über Literatur unterhalten, die ich schreibe. Meine Lebensbedingungen oder wie ich dir das sagen soll, wie ich meinen Alltag erledige, das möchte ich für mich behalten. Immerhin ist der Star eine Zeitung, die kunstinteressierte Menschen anspricht. So habe ich jedenfall gedacht, und ich will da keine Sozialklitsche aufziehen, wenn du weißt, was ich meine.
Alexander: so kann ich das nicht sehen. Erstens schreibst du jetzt überhaupt etwas, seitdem du diese sozialklitsche wieder am hals hast?
Ich habe ein Anliegen, das schon einige Zeit zurückliegt. Vier, Fünf Jahre, wenn ich mich recht erinnere. Ein Buch, das nicht veröffentlicht wurde, eine verschollene Recherche. Da ich angefangene Arbeiten auch zu einem Ende bringen will, mag ich dort anknüpfen, wo die Sache unterbrochen wurde.
Alexander: eine recherche. Aha. Aber worüber? Muss ich dir alles aus der nase ziehen?
Meine Nase, hmm, lassen wir die mal so wie sie ist, gut? Das Thema der Recherche ist das Sexleben von Engeln.
Alexander: ja, das hast du mir schon mal erzählt, ich war ganz hingerissen, aber dann habe ich lange, bis jetzt eben, nichts mehr davon gehört. Das sexleben von engeln, hm. Da beginnt in meinem kopf eine filmmaschine zu laufen. Wie weit bist du denn mit deiner recherche gekommen, ich meine, wie hast du recherchiert, hast du die engel gefragt?
Dass ich diese Form der Naivität noch erleben darf, bringt mich zum Lachen. Allerdings, hätte ich einen engel getroffen, hätte ich gefragt. Allerdings hatte ich einfach Menschen als befragte Personen. Deshalb frage ich ja, weil ich nichts weiß und auf Vermutungen angewiesen bin, die aber in einer seriösen Aufklärungsarbeit nichts verloren haben. Und, muß ich dazufügen, über die Anfänge bin ich nicht hinausgekommen, also dreißig bis vierzig dokumentierte Befragungen.
Alexander: oh gott, wollte ich sagen, aber das ist jetzt vielleicht zu passend. Vierzig leute? Ich war nicht dabei. Aber imgegensatz zu dir, weiß ich ein wenig über ihr sexleben, ich habe mal so etwas beobachtet.
Sag.
Alexander: na gut, aber es klingt ein wenig unglaubwürdig. Also: ich ging damals, ich hatte noch eine wohnung, im vierzehnten, ich ging nach hause. Es dämmerte, herbst wars. Ich weiß nicht, wie es gekommen ist, aber plötzlich sah ich die beiden. Er kam von oben, blau wie die dämmerung, sie kam von unten, schwarz wie die nacht. Er kam direkt aus dem licht, sie direkt aus der erde. Es dauerte ewig, bis sie sich trafen, aber als sie sich dann trafen, verschmolzen sie, er wurde schwarzblau und sie blauschwarz und beide waren dann ein einziges leuchten. Die leute glaubten wahrscheinlich, dass wäre eine ganz normale dämmerung. Aber in wahrheit hatten sich zwei engel umarmt, geküsst und vereinigt. Na ja, ich weiß nicht, ob das jetzt gut rausgekommen ist.
Moment. So. Dieser Text ist auch Hypertext, ab jetzt öffentlich einzusehen im Netz für immer und ewig, so lange es das Netz eben geben wird.
Damals ging ich ja noch auf die Art vor, die Ergebnisse der auf Papier aufzuschreiben und so zu sammeln. Leider sind sie verschollen, das heißt verloren gegangen. Hm, du hattest also ein eher weniger direktes Erlebnis der sexuellen Art mit einem Engel, mit zweien, sogar, sonder du warst mehr Zuseher?
Alexander: voieur, ja, getroffen vom..na ja, lassen wir das.
Kannst du dich noch an irgendwelche erzählungen oder etwas derartiges der befragten erinnern?
Ja, die Befragungen sind ja auch einige Male sehr abenteuerlich abgelaufen. Eine Frau zum Beispiel, in einem Lokal, die ziemlich heftig reagierte, nachdem sie die Frage verstanden hatte, und mir meine Aufzeichnungen entreissen wollte und dabei laut skandierte, das dürfte ich nicht schreiben.
Ich konnte nur mit äußerster Mühe die Aufzeichnungen, leider nur zeitweilig, retten, da sie mir ja, wie vorhin schon gesagt, verloren gingen.
Meistens waren die Äußerungen der befragten Personen sehr kurz angebunden, auffällig viele gaben an, das sie zwar ein sexerlebnis mit einem Engel hatten, sich aber nicht mehr erinnern könnten. Wobei dahingestellt ist, inwieweit sich dabei an die Wahrheit gehalten wurde.
Alexander: und diese kleine nichtinformation ist unser thema für zehntausend wörter, da muss ich ja ein sexerlebnis erfinden, ich meine mit einem engel, damit das einen sinn hat. Sollen wir nicht lieber von sex mit meerschweinchen reden?
Das ist ernst. Diejenigen, und von zwanzig Anfragen gab es einen Treffer, also diese glücksstrahlenden Gesichter freudiger Erinnerungen, also die Befragung ist ja eine sachliche angelegenheit, für die Statistik werden bloß Fakten festgehalten und meine Eindrücke sind als Befrager da nicht von Bedeutung, ich muß mich sogar als Neutrale Person bewahren, aber das sage ich jetzt, dass es anscheinend wirklich jedesmal eine äußerst wohltuende, freudebringende nachhaltig guttuende Sache zu sein scheint, mit einem Engel Sex zu haben, du solltest diese strahlenden Gesichter gesehen haben.
Ein Mensch, der dahockt vor einem Glas und umgeben von dröhnender depressiver Musik und Mißmut ausstrahlt, so, hä, was, um was geht es, was, das wird wirklich ein Buch, und ,ja...
Die einzigen Eckdaten, die ich aufnahm, sind ja bloß Alter und Geschlecht der Befragten gewesen, um Datenmißbrauch auszuschließen.
Einer, ein Mann, mitte dreißig, gab an, von einer Frau zu Sex eingeladen worden und der Einladung auch gefolgt zu sein, die einen Engeltick hatte. Ihre Wohnung war voller Engelsfiguren, Engel aufgedruckt auf die Bettwäsche, Engelsnippels im Bad und dergleichen Dinge. Sie selber, die Frau, sei aber kein Engel gewesen. Es war also kein sexuelles Erlebnis mit einem Engel, ich habe diese Befragung ausnahmsweise dokumentiert gehabt. Ob es überhaupt Engel gäbe oder nicht, dazu wollte die Person keine Stellung beziehen.
Alexander: deine ausdrucksweise deutet an, dass du nichts zu sagen weißt, oder wenig zu sagen weißt, über die befragung und ihre ergebenisse. Ich weiß deshalb nicht, was ich jetzt über sex mit engel noch fragen soll. Aber gut: gab es personen, die angaben, sex mit engel gehabt zu haben? Ich kenne nämlich eine frau, die schon mal mit dem teufel sex hatte. Was sagst du dazu?
Nicht von Interesse für mich, von Engel auf Teufel oder sonstwohin zu kommen. Diese Erhebung ist deshalb ein Anliegen von mir, weil ich etwas den Schleier des Geheimnisses lüften will, besser zu sagen, was ist dran an den Geschichten über Engel, gibt es sie überhaupt wirklich und wenn es sie gibt, haben sie Sex oder warum nicht und wie.
Alexander: Luzifer ist ein engel, und die frau hat mir erzählt und tagebucheinträge mir gezeigt, die davon sprechen, dass luzifer, der gefallene engel mit ihr sex hatte. Das gehört auch zum thema, obwohl, luzifer ist für spiesser ja ein böser.
Ich weiß von nichts, darum, ich wiederhole mich, führe ich eine Befragung möglichst vieler Personen durch, um eine aussagekräftige Angabe vermitteln zu können.
In der Stadt gibt es ungefähr zwei Millionen potentielle Ansprechpartnerinnen.
Dreißig oder vierzig Aussagen sind eine verschwindend geringe Menge, die Suppe ist zu dünn, um auch nur annähernd einen Hauch der tatsächlichen Gegebenheiten klarzulegen.
Alexander: wieso nur Partnerinnen? Hast du nur Frauen gefragt bzw. Befragt?
In Zeiten wiediesen wähle ich die feminine bezeichnung um für alle Gender zu sprechen, Männer, Frauen, sowie gemischt.
Alexander: Was hat das mit engeln zu tun, meintest du blasengel, oder meinst du, dass das einzig neutrale geschlecht das weibliche ist, oder willst du sagen, dass es keine engel gibt oder doch gibt, aber du kannst dich an nichts mehr erinnern, oder willst du später einwenden, dass ich das thema verfehlt habe?
Ich sage nichts, sonst würde ich das , spätere, Ergebnis der Befragungen verfälschen und wäre tatsächlich als erhebende Person nicht mehr kompetent, mein Wissen ergibt sich aus den Aussagen der anderen und sogar über das Sexus, das Geschlecht von Engeln bekam ich einander widersprechende Angaben, tja, einer der vielen Punkte, über die es mir gilt, Klarheit zu erlangen.
Alexander: seltsam. Du kannst dich nicht erinnern, aber dass sie widersprüchlich waren, die aussagen, das weißt du noch. Gut. Aber was ist schon nicht widersprüchlich? Engel haben keinen sex, glaube ich, zumindest in der katholischen tradition, weil sie nie mehr werden, also sich nicht vermehren, und, was noch wichtiger ist, in der andauernden glückseligkeit leben, also sex für sie quasi der normalzustand ist.
Glückseligkeit und Sex sind dasselbe?
Alexander: na ja, für die engel kann es wenig unterschied geben zwischen glückseligkeit und orgasmus, findest du nicht?
Keine Ahnung. Darum habe ich auch gefragt, wie sich das angefühlt hat mit den Engeln Sex zu haben. Außerdem habe ich nicht gesagt, um auf deine Aussage zurückzukommen, daß ich mich nicht erinnern kann, ich kann mich bloß nicht an alles erinnern. Viele der Aussagen waren auch ziemlich dürftig, keine umfassenderen Beschreibungen , nun, ich muß mit dem zufrieden sein, daß mir mitgeteilt wird.
Ich unterhalte mich ja jetzt mit dir, um die Erhebung weiterzuführen.
Alexander: Heute hat es zehn grad minus da draußen und so seltsame Gestalten mit grauen, weißen und grünen gesichtern laufen herum, hast du schon mit einem von ihnen kontakt aufgenommen?
Diese Absicht verfolge ich nicht. Ich mag eigentlich gleich zum Thema kommen.
Alexander: seltsam, ich weiß von nichts, aber okay. Du bist straßenmusiker, poet, schreiber, schriftsteller, oder so was. Du spielst die singende säge und bist, wie ich, obdachlos. Warum?
Ich bin noch nie ohne Obdach durchs Leben gegangen und habe nicht die Absicht. In meiner derzeitigen Situation verzichte ich auf Komfort und erspare mir, und auch dem Magistrat der Stadt Wien etwaige Mietkosten.
Alexander: was soll das heißen? Ohne Obdach ist einfach ohne wohnung. Und das trifft ja auf uns beide zu, genierst du dich?
Das stimmt so nicht. Ich bin Romantiker und wohne unter Sternen. Zugegeben, die mich umgebenden Räumlichkeiten sind verbesserungswürdig.
Alexander: wir treffen uns oft in der josi. Unlängst, du warst grad nicht da, fiel ein häferl irgendwo zu boden, großes geklirr. Und danach erhob sich ein unglaubliches gegröle und geschrei, so in der art: juhuuuui, ohhhh und: super super super. Ich dachte mir: sind wir jetzt imkindergarten und dann schaute ich mich um: sehr viele kids, ja tatsächlich, kaum älter als zwanzig, dazwischen, wie verbranntes gras auf einer grünen wiese, die verlebten, verschwollenen gesichter der alten hasen. Wir sehen diese kids jeden tag: wenn sie so dicht sind, dass sie sich nur mehr in zeitlupe bewegen können. Junge mädchen, die kaum die augen aufbringen. Mit gift wird fleißig gehandelt. Glaubst du, wenn man das jeden tag erlebt, kann man dann je wieder ein normales leben führen? Hast du je ein normales leben geführt?
Das klingt langweilig. Dir brauche ich das nicht zu sagen, aber wenn sich andere Leute für die Josi interessieren, ich habe die Addi jetzt nicht im Kopf, weißt du wie die Seite im Netz anzutackern ist?
Alexander: na gut, dann frag dich selber etwas, das dich interessiert
Endlich kann ich das Thema aufs Tapet bringen, das ich hier erörtern will.
Alexander: ich habe heute eine remington, neun schuss, bei mir, sei vorsichtig mit deinen spompanadeln
Du kannst einen Friedliebenden Menschen wie mich damit nicht schrecken. Ich möchte mich mit dir über Literatur unterhalten, die ich schreibe. Meine Lebensbedingungen oder wie ich dir das sagen soll, wie ich meinen Alltag erledige, das möchte ich für mich behalten. Immerhin ist der Star eine Zeitung, die kunstinteressierte Menschen anspricht. So habe ich jedenfall gedacht, und ich will da keine Sozialklitsche aufziehen, wenn du weißt, was ich meine.
Alexander: so kann ich das nicht sehen. Erstens schreibst du jetzt überhaupt etwas, seitdem du diese sozialklitsche wieder am hals hast?
Ich habe ein Anliegen, das schon einige Zeit zurückliegt. Vier, Fünf Jahre, wenn ich mich recht erinnere. Ein Buch, das nicht veröffentlicht wurde, eine verschollene Recherche. Da ich angefangene Arbeiten auch zu einem Ende bringen will, mag ich dort anknüpfen, wo die Sache unterbrochen wurde.
Alexander: eine recherche. Aha. Aber worüber? Muss ich dir alles aus der nase ziehen?
Meine Nase, hmm, lassen wir die mal so wie sie ist, gut? Das Thema der Recherche ist das Sexleben von Engeln.
Alexander: ja, das hast du mir schon mal erzählt, ich war ganz hingerissen, aber dann habe ich lange, bis jetzt eben, nichts mehr davon gehört. Das sexleben von engeln, hm. Da beginnt in meinem kopf eine filmmaschine zu laufen. Wie weit bist du denn mit deiner recherche gekommen, ich meine, wie hast du recherchiert, hast du die engel gefragt?
Dass ich diese Form der Naivität noch erleben darf, bringt mich zum Lachen. Allerdings, hätte ich einen engel getroffen, hätte ich gefragt. Allerdings hatte ich einfach Menschen als befragte Personen. Deshalb frage ich ja, weil ich nichts weiß und auf Vermutungen angewiesen bin, die aber in einer seriösen Aufklärungsarbeit nichts verloren haben. Und, muß ich dazufügen, über die Anfänge bin ich nicht hinausgekommen, also dreißig bis vierzig dokumentierte Befragungen.
Alexander: oh gott, wollte ich sagen, aber das ist jetzt vielleicht zu passend. Vierzig leute? Ich war nicht dabei. Aber imgegensatz zu dir, weiß ich ein wenig über ihr sexleben, ich habe mal so etwas beobachtet.
Sag.
Alexander: na gut, aber es klingt ein wenig unglaubwürdig. Also: ich ging damals, ich hatte noch eine wohnung, im vierzehnten, ich ging nach hause. Es dämmerte, herbst wars. Ich weiß nicht, wie es gekommen ist, aber plötzlich sah ich die beiden. Er kam von oben, blau wie die dämmerung, sie kam von unten, schwarz wie die nacht. Er kam direkt aus dem licht, sie direkt aus der erde. Es dauerte ewig, bis sie sich trafen, aber als sie sich dann trafen, verschmolzen sie, er wurde schwarzblau und sie blauschwarz und beide waren dann ein einziges leuchten. Die leute glaubten wahrscheinlich, dass wäre eine ganz normale dämmerung. Aber in wahrheit hatten sich zwei engel umarmt, geküsst und vereinigt. Na ja, ich weiß nicht, ob das jetzt gut rausgekommen ist.
Moment. So. Dieser Text ist auch Hypertext, ab jetzt öffentlich einzusehen im Netz für immer und ewig, so lange es das Netz eben geben wird.
Damals ging ich ja noch auf die Art vor, die Ergebnisse der auf Papier aufzuschreiben und so zu sammeln. Leider sind sie verschollen, das heißt verloren gegangen. Hm, du hattest also ein eher weniger direktes Erlebnis der sexuellen Art mit einem Engel, mit zweien, sogar, sonder du warst mehr Zuseher?
Alexander: voieur, ja, getroffen vom..na ja, lassen wir das.
Kannst du dich noch an irgendwelche erzählungen oder etwas derartiges der befragten erinnern?
Ja, die Befragungen sind ja auch einige Male sehr abenteuerlich abgelaufen. Eine Frau zum Beispiel, in einem Lokal, die ziemlich heftig reagierte, nachdem sie die Frage verstanden hatte, und mir meine Aufzeichnungen entreissen wollte und dabei laut skandierte, das dürfte ich nicht schreiben.
Ich konnte nur mit äußerster Mühe die Aufzeichnungen, leider nur zeitweilig, retten, da sie mir ja, wie vorhin schon gesagt, verloren gingen.
Meistens waren die Äußerungen der befragten Personen sehr kurz angebunden, auffällig viele gaben an, das sie zwar ein sexerlebnis mit einem Engel hatten, sich aber nicht mehr erinnern könnten. Wobei dahingestellt ist, inwieweit sich dabei an die Wahrheit gehalten wurde.
Alexander: und diese kleine nichtinformation ist unser thema für zehntausend wörter, da muss ich ja ein sexerlebnis erfinden, ich meine mit einem engel, damit das einen sinn hat. Sollen wir nicht lieber von sex mit meerschweinchen reden?
Das ist ernst. Diejenigen, und von zwanzig Anfragen gab es einen Treffer, also diese glücksstrahlenden Gesichter freudiger Erinnerungen, also die Befragung ist ja eine sachliche angelegenheit, für die Statistik werden bloß Fakten festgehalten und meine Eindrücke sind als Befrager da nicht von Bedeutung, ich muß mich sogar als Neutrale Person bewahren, aber das sage ich jetzt, dass es anscheinend wirklich jedesmal eine äußerst wohltuende, freudebringende nachhaltig guttuende Sache zu sein scheint, mit einem Engel Sex zu haben, du solltest diese strahlenden Gesichter gesehen haben.
Ein Mensch, der dahockt vor einem Glas und umgeben von dröhnender depressiver Musik und Mißmut ausstrahlt, so, hä, was, um was geht es, was, das wird wirklich ein Buch, und ,ja...
Die einzigen Eckdaten, die ich aufnahm, sind ja bloß Alter und Geschlecht der Befragten gewesen, um Datenmißbrauch auszuschließen.
Einer, ein Mann, mitte dreißig, gab an, von einer Frau zu Sex eingeladen worden und der Einladung auch gefolgt zu sein, die einen Engeltick hatte. Ihre Wohnung war voller Engelsfiguren, Engel aufgedruckt auf die Bettwäsche, Engelsnippels im Bad und dergleichen Dinge. Sie selber, die Frau, sei aber kein Engel gewesen. Es war also kein sexuelles Erlebnis mit einem Engel, ich habe diese Befragung ausnahmsweise dokumentiert gehabt. Ob es überhaupt Engel gäbe oder nicht, dazu wollte die Person keine Stellung beziehen.
Alexander: deine ausdrucksweise deutet an, dass du nichts zu sagen weißt, oder wenig zu sagen weißt, über die befragung und ihre ergebenisse. Ich weiß deshalb nicht, was ich jetzt über sex mit engel noch fragen soll. Aber gut: gab es personen, die angaben, sex mit engel gehabt zu haben? Ich kenne nämlich eine frau, die schon mal mit dem teufel sex hatte. Was sagst du dazu?
Nicht von Interesse für mich, von Engel auf Teufel oder sonstwohin zu kommen. Diese Erhebung ist deshalb ein Anliegen von mir, weil ich etwas den Schleier des Geheimnisses lüften will, besser zu sagen, was ist dran an den Geschichten über Engel, gibt es sie überhaupt wirklich und wenn es sie gibt, haben sie Sex oder warum nicht und wie.
Alexander: Luzifer ist ein engel, und die frau hat mir erzählt und tagebucheinträge mir gezeigt, die davon sprechen, dass luzifer, der gefallene engel mit ihr sex hatte. Das gehört auch zum thema, obwohl, luzifer ist für spiesser ja ein böser.
Ich weiß von nichts, darum, ich wiederhole mich, führe ich eine Befragung möglichst vieler Personen durch, um eine aussagekräftige Angabe vermitteln zu können.
In der Stadt gibt es ungefähr zwei Millionen potentielle Ansprechpartnerinnen.
Dreißig oder vierzig Aussagen sind eine verschwindend geringe Menge, die Suppe ist zu dünn, um auch nur annähernd einen Hauch der tatsächlichen Gegebenheiten klarzulegen.
Alexander: wieso nur Partnerinnen? Hast du nur Frauen gefragt bzw. Befragt?
In Zeiten wiediesen wähle ich die feminine bezeichnung um für alle Gender zu sprechen, Männer, Frauen, sowie gemischt.
Alexander: Was hat das mit engeln zu tun, meintest du blasengel, oder meinst du, dass das einzig neutrale geschlecht das weibliche ist, oder willst du sagen, dass es keine engel gibt oder doch gibt, aber du kannst dich an nichts mehr erinnern, oder willst du später einwenden, dass ich das thema verfehlt habe?
Ich sage nichts, sonst würde ich das , spätere, Ergebnis der Befragungen verfälschen und wäre tatsächlich als erhebende Person nicht mehr kompetent, mein Wissen ergibt sich aus den Aussagen der anderen und sogar über das Sexus, das Geschlecht von Engeln bekam ich einander widersprechende Angaben, tja, einer der vielen Punkte, über die es mir gilt, Klarheit zu erlangen.
Alexander: seltsam. Du kannst dich nicht erinnern, aber dass sie widersprüchlich waren, die aussagen, das weißt du noch. Gut. Aber was ist schon nicht widersprüchlich? Engel haben keinen sex, glaube ich, zumindest in der katholischen tradition, weil sie nie mehr werden, also sich nicht vermehren, und, was noch wichtiger ist, in der andauernden glückseligkeit leben, also sex für sie quasi der normalzustand ist.
Glückseligkeit und Sex sind dasselbe?
Alexander: na ja, für die engel kann es wenig unterschied geben zwischen glückseligkeit und orgasmus, findest du nicht?
Keine Ahnung. Darum habe ich auch gefragt, wie sich das angefühlt hat mit den Engeln Sex zu haben. Außerdem habe ich nicht gesagt, um auf deine Aussage zurückzukommen, daß ich mich nicht erinnern kann, ich kann mich bloß nicht an alles erinnern. Viele der Aussagen waren auch ziemlich dürftig, keine umfassenderen Beschreibungen , nun, ich muß mit dem zufrieden sein, daß mir mitgeteilt wird.
Ich unterhalte mich ja jetzt mit dir, um die Erhebung weiterzuführen.
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