Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Guttenberg«
orschel II - die Rückkehr schrieb am 18.2. 2011 um 20:04:35 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Ich hab bekanntlich 2 Rauhaardackel - Dago, der ältere, ist ein ausgebildeter Jagdhund, war auch sehr gut in seinen Prüfungen (und das mit mir am anderen Ende der Leine, Extraleistung!). Leider bekommt er auf Zuchtschauen meistens nur ein »sehr gut«; wer aber auf Damenbesuch hofft, sollte schon ein paar Mal »vorzüglich« aufweisen können, und so hat er nur 3x gedeckt.
Archie, sein Sohn aus 2. Ehe, ist das genaue Gegenteil: schön aber doof, und wenn er was nicht kapiert kläfft er sehr laut. Ihn hätten wir Karl-Theodor nennen sollen!
Nein, im Ernst der eigentliche Skandal ist die Note, die der sogen. Doktorvater für das zusammengeklaute Werk vergeben hat. Ich wusste gar nicht, dass Tageszeitungen eine so hoch wissenschaftliche Lektüre sind? Sind Journalisten die neuen Gelehrten? Ist es jetzt eine intellektuelle Glanztat, wenn ich morgens meine Zeitung durchblättere?
Muss wohl. Oder aber der ehrenwerte Mann hatte das Machwerk gar nicht gelesen.
Ich hoffe, dass meine Kinder künftig in Klassenarbeiten Vorteile davon haben: »Ich hab nicht abgeschrieben! Ich guttenberge nur! Das ist alles meine eigene Leistung!«
»Ach so. Entschuldige. Kriegst eine 1.«
Armin Kron schrieb am 4.3. 2009 um 20:10:53 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Vergleicht man Bundeswirtschaftsminister Guttenberg mit einem Punk, dann wirkt er im Verhältnis zu diesem ganz, ganz, ganz besonders stramm in seine Kleidung eingepasst (Assoziation: eng, sparsam, Schnur). Aber auch so schon: das straff nach hinten gebrachte Haar dicht an das Haupt gegelt, die kostbar im Licht blinkenden italienischen, aber sehr, sehr eng wirkenden Schuhe und natürlich der wie mit ewig sanftem Mutwillen zusammengezogene, ja zusammengeschnürte, geknöpfte Hemdkragen - all dies lässt den Wirtschaftsminister aussehen wie einen jungen Haluter in einem dieser neumodischen, hauchdünnen Kampfpanzer. Und dazu allem noch der hohe Gang, die edle Gestalt, ja geradezu seiner Augen Gewalt hinter der randlosen Brille! Die Regierungskoalition wird schon gewusst haben, warum sie gerade diesen unmodisch-modisch kompakten Jungmann für dies hohe, hochheilige Amt erwählt hat, die Götter auch! Wenn Wirtschaftsminister von und zu Guttenberg uns also nicht alle elegant und erfolgreich über die Weltfinanzkrise hinweg zu Tode spart, dann würde mich das schon sehr wundern.
Die Leiche schrieb am 20.2. 2011 um 00:24:11 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Also ich bin ganz und garnicht Ihrer Meinung ! Das ist viel zu gefährlich ! Wenn da nur einer plaudert - da hängt doch die ganze Öffentlichkeit dahinter ! Nein, wir machen folgendes ... Moment mal kurz, das sind seine Anwälte ... »Ja ? Nein, wir sitzen noch zusammen ... ja, ich weiß, ich ruf zurück, auch wenns später wird !« Wo war ich stehngeblieben ? Ach ja: wir machen erst mal das, was man immer macht, wenn man nicht weiss, was man machen soll: nix ! Der soll erst mal ne Fristverlängerung beantragen ! Der hat doch zu tun, der Mann ! Da hammse ihm 2 Soldaten erschossen da unten ! Man könnt fast meinen, der hätt den Taliban da n Schein zugesteckt, hehe ... ja ok, das war geschmacklos, geb ich zu, tschuldigung, aber ich hab auch 2 Nächte lang nicht geschlafen, wie Sie auch ! OK, bleiben wir ruhig. Also: der soll erst mal ne Fristverlängerung beantragen, und dann prüfen wir. Und zwar ganz sorgfältig, verstehen Sie ? Und natürlich müssen wir der Öffentlichkeit ab und zu was sagen - das kann man doch planen ! Das das alles garnicht so einfach ist und so. Und dann: die zwei Kerle, die uns das alles eingebrockt haben, die sollen auch ihren Teil auslöffeln. Die können doch sagen, daß das abgesprochen war ! Dann kanner doch garnix für ! Ach, deren Reputation interessiert mich einen Scheissdreck ! Wissen Sie, um was es hier geht ? Die zwei sind doch C4, was wollense denn noch werden ? Richter am Bundesverfassungsgericht werdense garantiert nicht, wennse jetzt nicht koopererien ! Das werdense eher, wennse einem Minister die Stange gehalten haben (hehe, war wieder geschmacklos, wa ?) als wennse einen gestürzt haben ! Wenn die jetzt nicht mitspielen, könnense froh sein, wenn ihnen nächstes Wintersemester nicht die Heizung abgedreht wird in ihrem Büro ! Und in ein paar Jahren kräht sowieso kein Hahn mehr danach, dann hammse se wieder, ihre Reputation - basta !
Daniel Arnold schrieb am 17.12. 2013 um 12:48:42 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
>> Der Historiker Michael Philipp, der Rücktritte bundesdeutscher Politiker seit 1949 untersucht hat, nennt als ungewöhnliche Merkmale dieser Affäre: Erstmals habe ein Bundespolitiker wegen Verstößen gegen ein Wissenschaftsethos, beschleunigt aufgedeckt von Internetbenutzern, und trotz anhaltender Beliebtheit zurücktreten müssen. Hier sei nicht etwas skandalisiert, sondern ein ernstes Problem aufgedeckt worden. Guttenberg habe seine Glaubwürdigkeit selbst aufgegeben: Jemand, der von sich sagt, er habe den „Überblick verloren“, könne kein Ministerium führen. Seine Erstreaktion („abstrus“) sei „politisch tödlich“ gewesen, da er damit seine Kritiker herabgesetzt habe, ohne ihre Vorwürfe ernst zu nehmen. Seine Erklärung vor wenigen ausgewählten Journalisten parallel zur Bundespressekonferenz sei ein „kommunikationspolitisches Desaster“ gewesen. Auch beim Rücktritt habe er nichts dazu gesagt, „dass es sich bei seiner Dissertation um ein Kompilat von Texten anderer Autoren handelt“, also ein „planmäßiges, über Monate andauerndes Handeln“, keine bloßen „Fehler“ im Sinne eines Missgeschicks oder Ausrutschers. Dieses Verhalten zeige einen „ausgeprägten, geradezu grotesken Realitätsverlust – weil er sich selbst für unangreifbar hält und sein Handeln in keiner Weise mit geltenden Normen abgleicht“. Gleichwohl werde er sicher auf die politische Bühne zurückkehren. <<
[Quelle: Wikipedia, unter Berufung auf: Peter Lindner: Interview mit Historiker Michael Philipp (Süddeutsche Zeitung, 2. März 2011): Guttenberg: Rücktritt und politische Zukunft: „Grotesker Realitätsverlust“
http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenberg-ruecktritt-und-politische-zukunft-grotesker-realitaetsverlust-1.1066957 ]
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