Kapitalismus
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Von den tausenden von Eigenschaften, die der Mensch in sich vereint
ist es ausgerechnet die Habgier, auf die sich unsere Weltordnung gründet.
Ich finde das eine reichlich bescheuerte Idee!
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| Der erste Text | am 22.1. 2000 um 13:06:09 Uhr schrieb Lars über Kapitalismus |
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am 3.7. 2006 um 13:27:37 Uhr schrieb
am 3.7. 2006 um 13:31:49 Uhr schrieb
am 16.1. 2004 um 20:59:18 Uhr schrieb |
Von den tausenden von Eigenschaften, die der Mensch in sich vereint
ist es ausgerechnet die Habgier, auf die sich unsere Weltordnung gründet.
Ich finde das eine reichlich bescheuerte Idee!
Kapitalismus bedeutet: Profit machen, indem man die Leute erst unzufrieden macht, und ihnen dann eine Lösung für ihre Unzufriedenheit verspricht, die natürlich nur temporär ist.
Zum Beispiel: Erst wird per Werbung suggeriert, daß es a) wichtig ist, schön zu sein, daß b) schön sein bedeutet, einem bestimmten Ideal zu entsprechen (dem natürlich nur einer Minderheit der Bevölkerung entspricht), und daß es c) möglich ist, dieses Ideal mit bestimmten Diätprodukten, Kosmetika etc. zu erreichen.
Der Konsument ist erst einmal mit sich unzufrieden, weil er gelernt hat, daß er schön sein muß (weil alle Menschen in der Werbung schön sind), daß er aber nicht von Natur aus schön ist (weil er nicht dem Ideal entspricht), und daher muß er sich diese tollen Diätprodukte kaufen, um abzunehmen, und diese tollen Körperpflegeartikel, damit seine Haut auch so toll aussieht wie die von den Leuten im Fernsehen.
Eine Weile wird er mit diesen Produkten ganz zufrieden sein, aber dann wird er merken, daß er immer noch nicht so aussieht, wie es dem Ideal entspricht, und er wird weiter unglücklich sein und die Produkte kaufen, die man ihm anbietet, da die Werbung suggeriert, daß jeder schön sein kann...
Das Traurige an der Vorherrschaft des Kapitalismus ist die Warenförmigkeit allen Seins. Alles, was sich nicht in Warenform übersetzen läßt, ist wertlos und somit quasi nicht-existent, bis es sich in eine Ware verwandeln läßt.
Der totale Sieg des Kapitalismus hat viele alarmierende Konsequenzen, und eine davon ist die Zerstörung jeder Art von Idealismus. Der Kapitalismus ist eine Ideologie der Selbstsucht und des falschen Individualismus, sie zerfrisst das menschliche Zusammengehörigkeitsgefühl und provoziert irrationale Gegenreaktionen - den fanatischen Nationalismus in Serbien beispielsweise oder den Dschihad gegen die Moderne in muslimischen Ländern.
Susan Sontag in einem Interview in Die Zeit
Der Kapitalismus basiert auf der Wertschöpfungskette, der gnadenlosen Verwertung und Vermarktung von allem, was sich in eine Ware verwandeln läßt. Ein Charakteristikum ist, daß auch Arbeit eine Ware ist - doch die zunehmende Rationalisierung der Ware Arbeit führt dazu, daß immer weniger davon gebraucht wird. Statt nun einfach die weniger werdende Arbeit auf mehr Menschen zu verteilen, so daß jeder mehr Zeit hat, zwingt unser geldbasiertes System jeden einzelnen Menschen dazu, sich um jeden Preis zu verkaufen, wenn er nicht ein wenig lebenswertes Leben in Armut, finanziert durch den Staat, führen will.
Ein möglicher Ausweg: Laßt das System sterben und macht, was ihr wollt, ohne Geld, ohne Chef, einfach nur mit euren Händen und mit dem, was ihr findet! Und wenn die Arbeit getan ist, legt euch in die Sonne und genießt euer Leben!
http://www.giga.or.at/others/krisis/diverse_manifest-gegen-die-arbeit_1999.html
Manifest gegen die Arbeit
In der alten DDR erzählte man sich folgenden Witz:
Lehrer: »Fritzchen, was ist der Unterschied zwischen Kapitalismus und Sozialismus?«
Fritzchen: »Im Kapitalismus beutet der Mensch den Menschen aus.«
»Gut!«, sagt der Lehrer, »und im Sozialismus?«
Fritzchen: »Da ist es umgekehrt.«
Gesellschaftsform, die auf dem Privateigentum an Produktionsmitteln basiert. Obwohl, eigentlich ist es komplizierter, denn Kapitalismus, wie wir ihn kennen, bedeutet auch Massenkonsum, Sozialversicherung, technischer Fortschritt, Umweltzerstörung, Entfremdung, Flexibilisierung, und so weiter. Hat eine geschichtlich gesehen ziemlich ansehnliche Dynamik entfaltet und den Globus ziemlich umgekrempelt - nicht zuletzt unter Zuhilfenahme von Kolonialismus und Imperialismus. Heutzutage ist das natürlich vorbei, dafür haben wir die Globalisierung, die alles umkrempelt.
Der Kapitalismus ist ein riesiger, pulsierender Tumor mit einer ungeheuren, nicht überschaubaren Eigendynamik. In diesem Monstrum wachsen mit rasanter Geschwindigkeit kleine Blässchen zu aufgepumpten Blasen heran, bedingt durch synapsenartige Netzwerkverbindungen, die sich milliardenfach mehren, in andere Blasen hineinsprießen und sich zu diffenrenzierten Kernadern des Tumors verbinden. Diese wabbligen Pulsadern sind die Grundlage des Wachstumsprozesses. Sie ernähren sich von Menschen und sämtlichen, umgebenden, erreichbaren Ressourcen. Diejenigen Menschen, die sich im schwarzdunklem Inneren des Tumors befinden, motivieren sich gegenseitig mit blendenden Fantasiewelten. Der Blick nach »draußen« ist also recht attraktiv und weckt Hunger nach mehr ... weiter, schneller, tiefer eintauchen und sich aussaugen lassen ... jaaaaa ich spritz mein Innerstes nach Außen.
So wächst dieses Monster und frisst sich in seine Umwelt und macht sie sich zu Eigen - vom parallel stattfindenen Systemkanibalismus ganz zu schweigen - ... er frisst, frisst, frisst sich unheimlich fett, dick und fett, Beschleunigungszuwachs eingeschlossen. Von außen sieht man jedoch nur den instrumentalisierten, fresssüchtigen Menschen, hoffnungslos verloren für die basisuniversale Ethik. Für Eingeschlossene keine Chance: der Blutkreislauf wird angezapft und im Sinne des Systems tadellos eingepasst. Perspektivenwechsel? Generell möglich - gezwungen - ein abgetrennter Arm, ein abgehackter Körper verschaffen Abhilfe.
Es gibt nun einige Aussichten für unseren Tumor:
... durch seine ungeheure Eigendynamik und den erwähnten Systemkannibalismus frisst er sich selbst auf und implodiert irgendwann
... durch ungesunde, einseitige Ernährung oder durch einen umweltbedingten angeordneten Nährmittelstop vertrocknet er schlicht und einfach
... zahlreich existierende Geschwüre und Parasiten wachsen im Tumor heran und zapfen seine Basissaftbahnen an, um andere Strukturordnungseinheiten zu injizieren
Du Monster pass auf, pass besser ganz genau auf ... achja ich vergaß, es gibt ja keine zentralen Koordinierungseinheiten ...
brudersimplon
Mit Kapitalismus hat eigentlich spätestens nach dem Fall der Mauer so ziemlich alles zu tun. Nur dass das keiner wahrhaben will und zwanghaft versucht wird, das Wort zu vermeiden. Es hat einen Anflug von »normal«, dass alles und jeder profitabel und käuflich sein muss. Selbst Beziehungen funktionieren nach den Haben-Nichthaben-Prinzip. Sicherlich, auch ich will nicht auf die bunte Glitzer-Glimmer-Welt, auf Komfort, Bequemlichkeit, einen spannenden Job, Shoppen, Kino und Süßigkeiten verzichten, aber nur um das zu kriegen bin ich auch nicht bereit auf schöne Dinge wie Liebe, Freiheit, Leben, Gesundheit oder Glück zu verzichten. Niemals.
Kapitalismuskritik ist sehr in, vor allem in den Linken Kreisen, die seit ca. 20 Jahren die Lufthoheit der Stammtische erobert haben.
Es gibt aber auch eine andere Kapitalismuskritik, nämlich die von rechts.
Der Kapitalist ist ein Mensch, der sich selbst zur Funktion seines Kapitals reduziert hat, also im Grunde genommen jegliche eigene Persönlichkeit verloren hat. Er ist ebenso von sich entfremdet, wie der Fließbandarbeiter am anderen Ende der sozialen Skala. Beide träumen davon, nackt in der Sonne zu liegen, und keinem ist es vergönnt. Alle beide »können sich sowas nicht leisten«.
Ich habe Menschen erlebt, die zu Kapitalisten wurden, und auch einige, die von diesem Trip wieder heruntergekommen sind. Die meisten haben körperlich wie seelisch Schaden genommen bei diesem regelmässig mehrjährigen Dasein.
Dabei verhält es sich übrigens auch überhaupt nicht so, als ob der Kapitalist der erfolgreichere Unternehmer wäre, als derjenige, der, um einmal das altväterliche Wort zu gebrauchen »Fabrikbesitzer« geblieben ist. Denn dem Kapitalisten geht jede Muße ab, jede Möglichkeit der strategischen Überlegung. Der Kapitalist denkt schon lange nicht mehr selbst - er lässt denken und trifft seine Entscheidungen nach dem multiple-choice-System. Der Fabrikbesitzer indessen, der wirklich »Herr« des Unternehmens geblieben ist, hat zumindest die Muße zum selbst denken, selbst entscheiden - und auch selbst handeln. Die Kapitalakkumulation und Mehrwertsteigerung sind nicht die einzigen Werte, die er kennt. Ein Fabrikbesitzer ist nicht von seinem Unternehmen konsumiert, wie der Kapitalist, sondern er beherrscht es.
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