Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Mutter«
Wolfram schrieb am 11.10. 2000 um 21:50:24 Uhr zu
Bewertung: 6 Punkt(e)
Grauer Himmel, Wolken tief, weißer Rauch. Weißer Rauch, von rechts nach links durch mein Bild.
Ich blicke vorbei an einem Stück Holz, dessen Lack gesprungen und ist, beinahe blättert. Ich sehe graue Dächer, eine Wand; ein Dach versperrt mir die weitere Sicht. Nur der weiße Rauch, von rechts nach links. Auffächernd, fast waagerecht. Wasser steht in kleinen Pfützen auf dem Dach vor mir.
Die linke Seite des Rahmens liegt verborgen, ist in der Dunkelheit des Gegenlichts nicht zu erkennen.
Auf der Fensterbank (blechern und grau) stehen zwei Plastikdöschen, durchscheinend, mit ausgeblichenen, ehemals farbigen Deckeln, ineinander gestellt.
Ich bin nicht wirklich hier.
Die Rauchfahne erbebt, scheint sich zu verschieben, ich erahne Ringe in den Pfützen, draußen auf dem Dach. Eine Frau mit dunklen Haaren läuft aufgeregt mit den Armen fuchtelnd an mir vorbei, poltert die Treppe hinunter. Ihr Poltern zerreist meine Stille - ich höre.
Mutter.
Ein Mensch ist gestorben. Die Döschen stehen nun dichter an der Kante. Ich stehe wieder hier. Es regnet. Und der Rauch ist auch wieder da, wie jedes Jahr.
egal schrieb am 14.3. 2001 um 17:41:27 Uhr zu
Bewertung: 7 Punkt(e)
Mutti ist tot
Mutti ist tot
Sie starb, ohne den Müll herausgebracht zu haben
Das Bett war ungemacht, die Heizung an
Wie unachtsam
Überall peinliche Fragen
Ob wenigstens das Geschirr abgewaschen war
Die Katzenkiste sauber, im Kühlschrank nichts Verderbliches
Ich schäme mich so
Gerade noch ein Abo verlängert
eine neue Flasche Parfum gekauft,
das meine Gudrun nicht mag, was sie auch wußte
Im Alter noch so egoistisch
Alle Schränke voll
War sie 78 oder Filmstar in Hollywood
Neue Gardinen und Vorhänge
Für nichts und wieder nichts
Ich sehe sie noch vor mir liegen
in gepunktetem Kleid auf kariertem Sofa
Fast wäre mir die Videokamera aus der Hand gefallen
Einfach geschmacklos!
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Mom Is Dead (Translation by Ralf Gawlista)
Mom Is Dead
She died without having emptied the garbage can
She did not make her bed, the heating was still powered on
How thoughtless!
Shaming questions everywhere
whether, at least, she had washed the dishes
whether the cat-toilet had been cleaned, and nothing spoilable in the refrigerator
I feel so ashamed
A subscription (of a magazine) has just been renewed
A new bottle of perfume has been bought,
(a perfume) that my (wife) Gudrun does not like, and she did know that
...still so egoistic at that age
All the wardrobes being full
Had she been 78 or a movie star in Hollywood??!!
New curtains (had just been installed)
simply for nothing!
I still can see her lying in front of me
wearing a dotted dress lying on a plaid sofa
I almost wasn't able to hold my video camera!
Simply tasteless!
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nudelchen schrieb am 6.9. 2002 um 20:40:51 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
www.hausfrauenseite.de
statement einer guten mutter:
Eine gute Mutter ist eine, die dem Drang, ihre Kinder in die Mülltonne zu stopfen wiedersteht.
Eine gute Mutter steckt ihre Kinder auch nicht in die Tiefkühltruhe und setzt sich drauf.
Und eine gute Mutter wird sich über dieses Schreiben empören, wie kann ein (dreifache) Mutter nur auf solche Ideen kommen?
Aber , wie gesagt, die Ideen habe ich, aber ich würde sie niemals in die Tat umsetzten, auch nicht, wenn mein Kleinster gerade das Schlafzimmer mit Niveacreme vollgeschmiert hat.
Eine gute Mutter (wie ich eine bin!) schlägt ihre Kinder nicht, sondern lieber das Sofakissen und sie flippt zwar manchmal aus, aber sie entschuldigt sich hinterher dafür.
(Sicherlich wird dieser Beitrag einen Aufschrein der Empörung nach sich ziehen, aber lieber solche Gedanken haben, als den Kindern wirklich etwas anzutun).
schön. :-)
Voyager schrieb am 5.10. 2004 um 10:12:52 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Mutter macht auf ihre alten Tage noch auf Abenteuerurlaub. Mallorca all inclusive, aber vergessen, ihre Tablette gegen Bluthochdruck zu nehmen. Bei einem Ausflug ins Hinterland ereichte der dann wohl umwerfende Höhen, was die Besichtigung eines Hospitals mit tatütata zur Folge hatte. Rund tausend Euro pro Tag sollte der Spass kosten, was sie mitten in der Nacht zur Flucht mit geliehenen Schuhen veranlasste. Fremdes Land, fremde Sprache, du weisst, dass niemand weiss, wo du bist und der Taxifahrer braucht zwei Stunden für die Rückfahrt zum Hotel. Das ist der Stoff, aus dem Romane geschrieben sind. Mutter geht´s gut, sie ist wieder zuhause und das mit den tausend Euro ist ja nur Geld. Also kein Grund, sich zu sorgen.
Und Deiner?? schrieb am 29.7. 2006 um 17:27:26 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Meine Mutter zum Beispiel ist eine dumme, ungelebte und inzwischen verbitterte, weil alte Hure. An sich ist das nichts ungewöhnliches. Ich denke, es gibt wohl sehr viele solcher Frauen, die lebens- und lustfeindlich sind und in ihrem unsinnigen Dasein den anderen Menschen versuchen die Lust am Leben zu nehmen. Leider ist sie zeitlebens ihren Ansprüchen nicht gerecht geworden. Sie hat einen Mann geheiratet, mit dem sie zwar noch zusammen ist, den sie aber schon lange nicht mehr liebt. Ich glaube, dass sie sich selbst auch nicht liebt. Ich bezweifle, dass sie jemals verstanden hat, was Liebe bedeutet. Diese Frau, die also meine Mutter ist, hat mich erzogen. Ihr könnt Euch denken, was dabei rauskommt, wenn so eine Frau auch noch Kinder erziehen soll. Diese dumme Schlampe hat in ihrer dämlichen Feindseligkeit jegliche Freuden schon im Keim abgewürgt und erstickt. Im Prinzip habe ich in einer Diktatur gelebt, einem Regime mit dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche. Und um ehrlich zu sein, ich wünsche meiner Mutter den Tod. Denn ich glaube, das ist das einzige, was sie in ihrem heuchlerischen das Leben aushalten müssen, wirklich verdient hat. Was ich niemandem wünsche, ist so eine Mutter zu haben, wie ich sie habe. Friede ihrer Asche, falls sie ein Seele hat: Friede ihrer Seele ...
Menthol schrieb am 12.12. 2003 um 17:51:23 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Hast uns Stulln jeschnitten
un Kaffe jekocht
un de Töppe rübajeschohm -
un jewischt un jenäht
un jemacht un jedreht ...
alles mit deine Hände.
Hast de Milch zujedeckt,
uns Bobongs zujesteckt
un Zeitungen ausjetragen -
hast die Hemden jezählt
und Kartoffeln jeschält ...
alles mit deine Hände.
Hast uns manches Mal
bei jroßem Schkandal
auch'n Katzenkopp jejeben.
Hast uns hochjebracht.
Wir wahn Sticker acht,
sechse sind noch am Leben ...
Alles mit deine Hände.
Heiß warn se un kalt.
Nu sind se alt.
Nu bist du bald am Ende.
Da stehn wir nu hier,
und denn komm wir bei dir
und streicheln deine Hände.
Kurt Tucholsky
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