Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Fernsehen«
Mäggi schrieb am 26.5. 2002 um 13:33:45 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
samstag abend, gratis-konzert. wie, kostet doch eintritt? mein date is auch nich da. ans handy geht er auch nicht. na gut dann wieder nach hause. fernseher in die party-wohnung geschleppt, da steht ja noch das sofa. verkabelung und beleuchtung gesichert, und los geht's. leider nur 6 programme. und echt gruselig , das programm. grand brie in tallinn, mit 70er jahre ost-optik. in zwei programmen haben die bewegten wix-vorlagen in super-schlecht aninmierten hintergründen schon angefangen. blonde silikontitten erzählen was über ihre aufwallenden gefühle beim hometrainer-radeln. ein in leder noch halb gewandeter adonis streichelt sich verkrampft, ohne steif zu werden - das darf man wahrscheinlich im deutschen fernsehen immer noch nicht zeigen. vielleicht doch der western mit john wayne? ein satz von dem wuseligen kleinen hispano, dann ist das auch gesorben. doch grand prix party? ein wabbelnder käpt'n horn in feinripp-unterwäsche schwitzt dem publikum was vor und präsentiert unrasierte achselhöhlen. warum dürfen so eklige menschen öffentlich auftreten? nach einem umweg über den neuesten landwirtschaftsskandal in brandenburg aktuell endlich eine musikladen-wiederholung von 79 oder so. hey, aber da waren alle echt häßlich. total daneben, kostüme, frisuren, schminke, playback, choreographie... heutzutage können die girlgroups wenigstens tanzen und wedeln nicht nur unkoordiniert mit den händen. erinnert mich daran, die fotos von mir aus der zeit zu verbrennen. dann klappert's auch im ganzen haus, und das licht geht dauernd aus. warum nur das licht und nicht der fernseher? echt unheimlich. wochenend-trauma. das gibt wieder alpträume für wochen.
Heinrich schrieb am 14.1. 2001 um 23:55:11 Uhr zu
Bewertung: 6 Punkt(e)
in der zeit vor der globalisierten massenkommunikation konnte ein ereignis geschehen, einen kulminationspunkt erreichen und wieder dahinschwinden, bevor die meisten menschen auf der erde überhaupt kenntnis davon bekamen. nun jedoch wird die anfängliche ursprünglichkeit des geschehens fast sofort durch seine fernsehvermarktung verdrängt. sobald etwas im fernsehen erscheint, handeln die menschen nicht mehr, sondern schauspielern. sie trauern nicht einfach, sondern spielen die trauernden. erschaffen ein phänomen nicht aus ihren eigenen, unverfälschten bedürfnissen, sondern wollen so schnell wie möglich teil eines phänomens werden, das sie im fernsehen gesehen haben. diese schleife ist inzwischen so eng, dass es nahezu unmöglich ist, den ton vom echo zu unterscheiden, das geschehen von der reaktion der medien darauf.
O'Humpty schrieb am 11.4. 2002 um 17:28:50 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Ganz so schlecht ist Fernsehen ja nun auch wieder nicht, man kann ja aus- und umschalten und wegsehen. Und im Idealfalle am nächsten Tag mit den lieben Mitmenschen streiten, ob sich über Geschmack streiten läßt.
Aber Ideen und Informationen holt man sich doch viel effizienter aus dem guten alten Dampfradio (Deutschlandfunk, BBC World Service, zum Bleistift). Fernsehen ist eben haupsächlich Bilder, und wenn man sich auf die Tagesschau und das Heute-Journal beschränkt, kriegt man wirklich nur einen ganz kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit serviert, sorgfältig vorsortiert.
Vor Jahren habe ich einmal Informationen zu einer Sendung des WDR aus dem Vorabendprogramm angefordert, von der ich nur die zweite Hälfte gesehen habe, und die mich auch nach Tagen noch beschäftigt hat. Ich bekam das Manuskript zugeschickt und stellte verblüfft fest, wie wenig Text in der Sendung war. Geradezu dürftig. Das Eigentliche wurde eben über die Bilder transportiert. Hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Tscha - letztendlich geht doch nicht über ein gutes Buch oder zwei!
| Einige zufällige Stichwörter |
Ü-Ei
Erstellt am 21.6. 1999 um 15:21:41 Uhr von zx6, enthält 44 Texte
Widerwort
Erstellt am 5.1. 2012 um 11:36:31 Uhr von Peterchen, enthält 8 Texte
Weltuntergang
Erstellt am 13.7. 2000 um 23:45:41 Uhr von mmmmiri, enthält 147 Texte
Popcornmenschen
Erstellt am 17.1. 2002 um 19:49:49 Uhr von Ole, enthält 6 Texte
Röhre
Erstellt am 16.4. 2004 um 10:22:52 Uhr von mcnep, enthält 8 Texte
|