>Info zum Stichwort Traumspeicher | >diskutieren | >Permalink 
tootsie schrieb am 14.11. 2008 um 14:08:29 Uhr über

Traumspeicher

Anmerkung: Die Traumbegebenheiten der vergangenen Nacht stehen thematisch in Zusammenhang miteinander und sind wohl der Tatsache geschuldet, dass ich mit Buhlmans Musik zur Hemisphärensynchronisation exoperimentiert habe. Es ist, als hätte man zwei unterschiedlich getunte Klangschalen neben seinem Schädel, die ununterbrochen summen - jede in ihrem eigenen Ton. Im Hirn bastelt einen dritten Ton aus der Frequenzdifferenz der beiden Töne. Und was auch immer im Oberstübchen passiert dabei, es ist unglaublich entspannend. Eigentlich soll irgendwann mal eine außerkörperliche Erfahrung draus werden, aber alles, was ich erreicht hatte, war ein wachsartiges Körpergefühl. Wachs, Lehm, Brei - zäh auf jeden Fall und fluktuierend. Nachdem ich mich also reingehört hatte, bin ich wie gewohnt ins Bett gegangen und habe lange geschlafen.

Erste Sequenz:

Ich schaue mit meiner Mutter einen Film, den ich schon lange mal wieder sehen wollte. Eigentlich sind es mehrere verschiedene Filme, die als Augenöffner dienen und - wie ich mich erinnere - einmal alle in einer Nacht gesendet worden sind.

(Die Filmreihe existiert nur im TRAUM!)

Thema des Films ist der Untergang der Menschheit, die Zerstörung der Biosphäre. Die unheilvolle Verkettung unglücklicher Umstände führt zum atomaren Schlagabtausch... Leben verdampft - nicht völlig, aber nachhaltig.

Zuerst bin ich in einer Stadt. Es ist ein sonniger Tag, alles scheint so zu sein wie immer. Ich weiß nur, es ist die Zukunft, und ich bin eine junge Frau. Ich höre Nachrichten - die üblichen Katastrophen. Krieg herrscht wohl, scheint aber kalt zu sein; es gibt mehrere verfeindete Blocks. Das System ist rigide, aber es gibt Wohlstand. Bin ich Zuschauer, sehe ich den Film oder bin ich die Handelnde? Die Grenzen sind aufgelöst, ich fühle mich wie ein auktorialer Erzähler. Ich bin auf einer Straße unterwegs, als ES passiert. Mein Partner ist im Weltraum. Auf dem Mond, aber es scheint auch ausgedehnte Stationen auf Umlaufbahnen zu geben.

Ich bin nun der Raumfahrer. Ein hohes, glashausartiges Gebäude auf dem Mond. Türme aus Glas, Aboreten mit Bäumen und Schlingpflanzen. Tropisch, aber angenehm.

(Ich bin schon einmal hier gewesen in einem anderen apokalyptischen Traum, deshalb kenne ich mich aus hier!)

Ich betrete mit Kollegen einen Fahrstuhl. Alles scheint russisch oder slavisch zu sein. Russisch fühlt sich richtig an - ich bin in einem DDR-science-fiction oder so. Braune Haare habe ich, eine Pilotenuniform, und ich betrete einen Fahrstuhl. Mit Kollegen. Wir albern herum. Anscheinend ist dies meine erste selbstständige Landung, mein erster Wiedereintritt. Aber da ist Hoffnungslosigkeit, weil unten nichts mehr existiert. Ich habe einen Kranz aus Farnen und einen Strauß aus Tradeskantien. Ich muss meine Partnerin unten finden. Aus den Pflanzen wird vllt was - die Welt ist leer, und Platz für Sporen ist genug. Moose, Algen, Farne...

Ich sehe den Raumfahrer und seine Freundin. Für sie ist Platz auf der Welt. Schwangerschaften stellen ein Risiko dar, aber Risiken gehören zur totalen Freiheit. Sie ziehen sammelnd umher... Ausgedehnte Wälder, mildes Klima.

Sind das andere Personen? Ist es seine Vorstellung von einer gemeinsamen Zukunft? Keine Ahnung.

Zweite Sequenz:

Ich bin auf einem Schiff. Es ist ein großes Schiff. Ist es ein Raumschiff oder ein Tanker auf den Weltmeeren? Ich glaube, es ist ein schwimmender Bunker. Ich bin Jüdin und warte auf meinen Mann. Er muss auch hier irgendwo sein. Ashaver, ich bin die ewige Jüdin, und es fühlt sich richtig an. Es ist ein Tanker oder ein Flugzeugträger. Ein militärisches Schiff auf dem leeren Ozean. Dicke Wände, wir waren vorbereitet. Ich bin wach, alle anderen schlafen noch. Ich muss pinkeln und finde eine Nasszelle. Das Klo ist verschlossen, also pinkele ich in die Dusche. Irgendwann wird es hell, die Beleuchtung geht an, mein Mann taucht auf, Leben kommt ins Schiff... Man steht an einem Tresen an, unterhält sich. Es gibt Frühstück.

Dritte Sequenz:

Ein warmes Land. Kahle, gelbe Felsen, blaues, leeres Meer. Fast leer: es gibt Haie und Markrelen. Jemand fängt mit einer Nachgeburt Markrelen. Es scheint ein Floß zu sein, ein kleines Schiff. Leute fahren am Ufer entlang. Nomaden des Windes und der Strömung. Sie sind junge Erwachsene. Da ist eine ehemalige Bar, sie treffen auf das, was man einen Star, ein Model oder so nennt. Das junge Mädchen nennt die Frau »Schaufenstermensch«; das sind extravagante Leute, die seltsam aussehen, aber etwas können und attraktiv sind. Man freundet sich an.

Vierte Sequenz:

Ich bin mit ein paar Kumpels auf einer Demo. Der Magister ist da, wir fahren durch Connewitz. Auf einer Bahn, die oben offen ist. Irgendwo kehren wir ein. Kaffe... Es ist ein verfallener Ort, aber die Leute sind nett. Ich erinnere die anderen ans Bezahlen.

Man bricht auf, der Traum wird unscharf. Wir wandern weit. wir kommen in meinem Heimatdorf an und lassen uns eine Weile nieder. Es gibt ein Problem mit parasitischen Schnecken. Nacktschnecken, die sich wie Würmer unter der Haut verpuppen. Es gibt Tests: mein Test ist positiv. Allerdings ist mein Test ein Test auf Keuchhusten oder Diphterie. Wir wandern nach Italien. Dort gibt es eine Oper. Eine postapokalyptische Oper. Ich kenne die Stadt nicht, aber es ist Italien. Mailand? Scheint richtig zu sein. Wir sind dort und ich singe ein bisschen. Da sind viele Leute, die nur noch ihre Musik haben. Warum auch nicht? Sie sind frei..!

Fünfte Sequenz:

Wir wandern weiter. Da ist eine Stadt. Ein Seuchenzentrum. Dort könnte was schief gelaufen sein. Verlassene Laboratorien, eine Hundeklappe, auf der steht: »für Studenten«. Da ist eine Schule, es gibt Unterricht oder sowas.

Wir finden ein großes Haus. Dort steigen wir ein. Vier oder fünf Leute, die sich viel zu erzählen haben. Ich habe gerade meinen Rucksack hereingeholt. Wir überlegen, ob wir hier nicht einfach bleiben sollten. Höflich ist auch da. Ich gehe durch dieses herrschaftliche Haus, finde ihn in einem bescheidenen Zimmer. Er hat ein Doppelstockbett - die untere Hälfte ist voller Bücher. Er ist damit einverstanden, dass wir bleiben.

Sechste Sequenz:

Bei dem Haus gibt es einen großen Saal für Veranstaltungen. Ich bin dort und merke, dass Hape Kerkeling dort ein Casting veranstaltet. Es gebt darum, Texte zu lesen. Wider erwarten erkläre ich mich bereit, es zu versuchen. Ich gehe ans Pult, will loslegen, aber der Text über Seefahrt verändert sich ständig. Wie das in Träumen so üblich ist... darüber hinaus scheint Herr Kerkeling recht angenehm im Umgang zu sein.


   User-Bewertung: +1
Du willst einen englischen Text schreiben? Nehme den englischen Assoziations-Blaster!

Dein Name:
Deine Assoziationen zu »Traumspeicher«:
Hier nichts eingeben, sonst wird der Text nicht gespeichert:
Hier das stehen lassen, sonst wird der Text nicht gespeichert:
 Konfiguration | Web-Blaster | Statistik | »Traumspeicher« | Hilfe | Startseite 
0.0259 (0.0140, 0.0105) sek. –– 1055528391