sterben
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Sterben wir nicht jede Nacht, um am nächsten Morgen neu geboren zu werden?
Denken wir mal an den Menschen, der wir vor 10 Jahren waren. War das nicht jemand anderer?
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| Der erste Text | am 2.11. 1999 um 21:40:50 Uhr schrieb wuzi über sterben |
| Der neuste Text | am 11.6. 2024 um 14:16:29 Uhr schrieb Gerhard über sterben |
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am 15.5. 2010 um 10:12:47 Uhr schrieb
am 1.8. 2003 um 11:57:38 Uhr schrieb
am 10.2. 2005 um 20:30:36 Uhr schrieb |
Sterben wir nicht jede Nacht, um am nächsten Morgen neu geboren zu werden?
Denken wir mal an den Menschen, der wir vor 10 Jahren waren. War das nicht jemand anderer?
Es ist unsinnig, wie sich die meißten Meschen vor dem sterben fürchten, da das Sterben das natürliche Ziel des Lebens ist.
Die menschliche Angst vor dem Sterben resultiert vermutlich aus der menschlichen Eigenschaft, vor allem was unbekannt ist Angst zu haben. Außerdem können sich die meißten Menschen nicht vorstellen, daß alles (also das Leben) einfach so vorbei sein kann.
meistens sprechen oder denken die Leute ja nur über das Sterben wenn in ihrem Bekanntenkreis jemand durch einen tragischen Unfall abrupt ums Leben gekommen ist oder nach langem Siechtum stirbt. Nur heute, am Allerseelentag wurde auch im Radio lange und breit darüber diskutiert wie das denn so sein wird wenn man gestorben ist, ob es ein Leben nach dem Tod gibt und so weiter. Wieviel Tragik sich oft hinter dem Wörtchen sterben verbirgt, das wissen nur jene die sich im Umfeld eines Verstorbenen befinden oder aus beruflichen Gründen in irgend einer Form damit konfrontiert werden.
Angst vorm Sterben
Ich habe Angst zu sterben. Immer wieder kommt dieser Moment: Ich liege im Bett und plötzlich wird mir meine Endlichkeit bewusst. Dieses Bewusstsein kriecht mir in den Bauch und macht ein Gefühl als würde ich gerade auf der abschüssigen Strecke einer Achterbahn sein. Eigentlich mag ich das Gefühl, wenn die Innereien kurz schwerelos werden, aber nicht wenn ich alleine im Bett liege und an ein dunkles Nichts denke, in das ich nach meinem Tod eintreten werde. Dieses Für-immer-fort-sein ist mir einfach zu absolut. Ich würde gerne später noch einmal wiederkommen und nachschauen, was sich verändert hat.
Ich übernehme diese Angst auch gerne mal stellvertretend für andere. Dann stelle ich mir vor, meine Eltern wären tot. Eine Vorstellung, die mir einfach unmöglich erscheint. Die beiden provozieren das aber immer, wenn sie sagen, wir Kinder könnten ja später wieder alles um Haus verändern. Quatsch, das interessiert mich nicht. Und bald glaube ich meinen Vater nicht mehr, wenn er sagt, er sei ein Highlander.
Aber wie ist es, wenn man keine Angst mehr hat, wenn man nur noch weg will? Gerde habe ich meine Oma im Altersheim besucht. Aufgrund mehrer Schlaganfälle spricht sie nicht, sondern kommuniziert mit uns über eine Buchstabentafel. Sie ist 93 Jahre alt und ihr Mann ist seit 17 Jahren tot. Wir saßen uns gegenüber, sie sah zum Bild meines Opas und fing an, tonlos zu weinen. Ich weiß, was sie fühlte. An diesem Tag sagte sie es nicht, aber ich weiß, dass sie nicht mehr hier sein will.
Ich wünsche mir, im Alter auf ein Leben zurückblicken zu können, bei dem ich sagen kann, ich habe wirklich gelebt und einiges von dem geschafft, was ich erreichen wollte. Dann nur noch die Augen schließen und gehen. Und keine Angst mehr haben.
...
und so bin ich
mein eigenes experiment
in meinem dunklen kellerzimmer
kaum ein lichtstrahl
dringt hier hinein
auf dem kalten
feuchten boden
sitze ich
immer wieder
muss ich rennen
im kreis
damit ich nicht einschlafe
und gegen die kälte
der atem nass
die zerfressenen kleider
ohne hilfe
schlag ich mich durch
...
zum schädeltrauma
meines lebens
...
Nun, was passiert eigentlich, wenn wir sterben. Hmm, eigentlich ganz einfach, es ist für mich gleichbedeutend mit einem »FORMAT C:« in der Computerwelt. Es wird einfach gnadenlos alles gelöscht.
Und da es keinen User »Gott« gibt, gibt es auch kein Bios, das in den Himmel fährt, kein Silicon Heaven, in dem einem unbegrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen, keinen 486er, der als Pentium III wiedergeboren wird.
Alle Daten sind unwiderruflich gelöscht, da hilft auch kein Dr.Norton mehr.
Dass das so hell wird, is komisch. Ich hatte vorher gedacht, das wird dunkel. So wie ein Morgen am Strand. Und keiner, der dazu sagt, jetzt ist es gleich vorbei. Auch kein Stehgeiger. Einfach nur schwerelos. Und alles ist so egal. was bleibt, is so ein Grinsen. wenn du wieder da bist. Und dann geht´s irgendwie weiter. Wie immer. Hatte eigentlich keine Lust, aufzuhörn zu schweben. Wecken is Streß, genau wie geweckt werden. Bin kein Frühaufsteher, glaube ich. Manchmal ist es einfacher, den kleinen Finger zu heben, als die Augen zu öffnen, um Widerstand zu zeigen. widerstand gegen´s aufwachen.
Jeden Tag zu sterben, aber keinen Tod,
keine Ruhe finden.
Das ist Bulimie !
Wenn die Leere Dich verschlingt und
wieder auskotzt.
Ich bin gespannt auf den Tod. Er wird etwas ganz besonderes in meinem Leben sein. Etwas, was ich nur ein Mal erleben darf. Ich würde gerne auf viele verschiedene Arten sterben, allein aus Neugier. Aber erst einmal habe ich Zeit damit. So vieles habe ich noch vor im Leben. Und eigentlich ist es doch viel aufregender, das Schicksal darüber entscheiden zu lassen, wann und wie ich sterben soll. Dann habe ich immer ein wenig Zeitdruck, mit dem Erfüllen von Wünschen, und komme nicht in Versuchung, Dinge einfach aufzuschieben.
Sterben, Sterben, sich die arme aufschneiden, die gedärme rausziehen, das nutzlose gehirn zurücklassen, die seele befreien, auf dass sie mit einem seifenblasenplatzen weicht, sich zerstreuen, nicht mehr atmen und essen und zähneputzen und lächeln müssen, nicht mehr davon aufwachen, dass einem ein staubgrauer betonsack auf den brustkorb knallt, also gar nicht mehr aufwachen, nie mehr »erzähl doch« hören und wissen, dass es niemand ernst meint, nie mehr sehen müssen, was sie sich alle in irgendeinem hehren namen gegenseitig antun, keine schliess- und gesichtsmuskelkontrolle mehr, kein durchhalten zusammenreissen weitermachen anstrengen, keine spiegel mehr splittern sehen, den knoten zerschneiden.....
ja, das tat ganz gut
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