sterben
Bewertung: 7 Punkt(e)
Jeden Tag zu sterben, aber keinen Tod,
keine Ruhe finden.
Das ist Bulimie !
Wenn die Leere Dich verschlingt und
wieder auskotzt.
| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 365, davon 357 (97,81%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 129 positiv bewertete (35,34%) |
| Durchschnittliche Textlänge | 273 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung | 0,427 Punkte, 164 Texte unbewertet. Siehe auch: positiv bewertete Texte |
| Der erste Text | am 2.11. 1999 um 21:40:50 Uhr schrieb wuzi über sterben |
| Der neuste Text | am 11.6. 2024 um 14:16:29 Uhr schrieb Gerhard über sterben |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 164) |
am 15.5. 2010 um 10:22:34 Uhr schrieb
am 12.3. 2006 um 02:58:34 Uhr schrieb
am 24.11. 2003 um 20:07:55 Uhr schrieb |
Jeden Tag zu sterben, aber keinen Tod,
keine Ruhe finden.
Das ist Bulimie !
Wenn die Leere Dich verschlingt und
wieder auskotzt.
Es ist unsinnig, wie sich die meißten Meschen vor dem sterben fürchten, da das Sterben das natürliche Ziel des Lebens ist.
Die menschliche Angst vor dem Sterben resultiert vermutlich aus der menschlichen Eigenschaft, vor allem was unbekannt ist Angst zu haben. Außerdem können sich die meißten Menschen nicht vorstellen, daß alles (also das Leben) einfach so vorbei sein kann.
Er war der zweite in meinem Leben, den ich sterben sah. Der erste war mein Großvater, ein Mann, bei dem man sagt »Ja, der hat sein Leben gelebt ...« (das war übrigens derselbe Lokführer, der bei dem legendären Zugunglück von Langenweddingen in den 60ern des letzten Jahrhunderts das ein oder andere Kind aus dem brennenden Waggons geholt hat und ca. 30 Jahre zuvor sich in der Nähe von Stalingrad am verfickten MG-3 die Pfoten abfrieren musste ...). Der zweite war mein Mann Choke. Einer der heftigsten Typen auf diesem verdammten Planeten. Unsere Geschichte war eine aus meiner Sicht lange und vor allem intensive. Ich lernte ihn als junger, aufstrebender HipHopper kennen, der ich mit 13 Jahren war. Als King und maßgeblicher Macher der »Crews« und den aus ihnen resultierenden »Aktionen« konnte er sich bei einem zufälligen Zusammentreffen erlauben, mich zu dissen, zumal er zu diesem Zeitpunkt bereits das biblisch anmutende Alter von 18 Jahren erreicht hat. Die Umstände rgaben es, dass ich iHn durch sog. Rap-Skills zu überzogen vermochte, infolge dessen sich eine so nie zuvor gekannte Freundschaft entspannen konnte, die solcherart das ein oder andere Jahr überstand und mich als Novizen diverse Einblicke erhaschen ließ, die das Business betreffen, den Beat und das Blut. Chokes naive Affinität zu Psydelika wirkten sich ab einem bestimmten Zeitraum verbunden mit erhöhter Frequenz der beobachtbaren Konsumierungen auf negative ARt und Weise auf sienen Gemütszustand aus, so dass Bank-, Raub- und Dealerüberfälle zu Alltäglichkeiten avancierten (in die auch meine Person involviert war), die ein ethisch, aber vor allem auch ein strafrechtlich bedenkliches Niveau erreichten. Irgendwann Ende der 90er desselben Jahrhunderts waren wir in Berlin in einer Seitenstrasse vom Alexanderplatz, als Choke meinte, eine besonders dicke Line vom guten weißen Zeug ziehen zu müssen. Im Resultat benahm er sich in den ersten Momenten auch verhältnismäßig »normal« bis er anfing, wie irre zu zittern und diverse Flüssigkeiten abzusondern und sehr, sehr eindringlich zu röcheln begann. Alles weitere, was geschehen ist, verblasst im Tal der Verdrängnisse und reiht sich ein im zunehmenden Nebel des Vergessens ... die Bestattung war ein Greuel, sein Sein ein Fluch, die Erinnerung ein stetes Jucken ... aber es kammen »Vertraute« ihm nach ...
Nicht sehr beruhigend ...
Zu dumm das alles, am Samstag wollte ich eigentlich ins Sauerland fahren, ein Kondolenzbesuch zu Lebzeiten bei meinem Krebsvetter steht an. Jetzt erfahre ich, daß sich dessen Mutter - meine Tante also - gleichfalls und ungleich beschleunigter zum Sterben hingelegt hat. Sie hat wohl keine Lust, in diesem Jahr ihren Sohn unter die Erde zu bringen, und mit 86 erscheint mir diese Art von Fahnenflucht auch mehr als statthaft. Jedenfalls ein großes Dilemma. Szenario A: Tante hält noch ein paar Tage durch, ich fahre am Samstag und ich schlage gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe. Szenario B: Tante stirbt morgen bis Samstag, dann ist fraglich, ob ein Besuch beim Vetter so willkommen wäre, ich weiß selber, was man mit so einem Todesfall alles ans Bein gebunden bekommt. Unschön, aber nicht zu ändern wäre an Szenario A, daß ich innerhalb kürzester Zeit zweimal ins Sauerland fahren müßte, im anzunehmenden worst case sogar dreimal... So oder so ein Grund mehr, endlich mal bis zum Wochenende meine Rauschgiftvorräte aufzustocken.
Sterben wir nicht jede Nacht, um am nächsten Morgen neu geboren zu werden?
Denken wir mal an den Menschen, der wir vor 10 Jahren waren. War das nicht jemand anderer?
Sterben, Sterben, sich die arme aufschneiden, die gedärme rausziehen, das nutzlose gehirn zurücklassen, die seele befreien, auf dass sie mit einem seifenblasenplatzen weicht, sich zerstreuen, nicht mehr atmen und essen und zähneputzen und lächeln müssen, nicht mehr davon aufwachen, dass einem ein staubgrauer betonsack auf den brustkorb knallt, also gar nicht mehr aufwachen, nie mehr »erzähl doch« hören und wissen, dass es niemand ernst meint, nie mehr sehen müssen, was sie sich alle in irgendeinem hehren namen gegenseitig antun, keine schliess- und gesichtsmuskelkontrolle mehr, kein durchhalten zusammenreissen weitermachen anstrengen, keine spiegel mehr splittern sehen, den knoten zerschneiden.....
ja, das tat ganz gut
Was passiert mit uns, wenn wir sterben? Wie fühlt es sich an? Und müssen wir wirklich Angst davor haben?
Die Antworten auf diese Fragen muß wohl jeder selbst finden, und sie werden vielleicht nicht für jeden gleich sein, denn sie finden sich einzig und allein im selber Erleben. Und trotzdem versuchen wir sie durch Nachdenken zu lösen, weil wir die Unsicherheit des Todes nicht ertragen können. Für uns muß immer alles sicher sein; der Mensch braucht eine Ordnung, an die er sich klammern kann.
»Der Tod kann nicht der Feind sein. Denn er ist Teil der Existenz. Die Existenz hat dich geboren. Die Existenz bemuttert dich. Und wenn du stirbst, dann gehst du einfach zurück zu deiner ursprünglichen Quelle, um dich auszuruhen und dann wiedergeboren zu werden.Es gibt keinen Grund sich zu sorgen. DU wirst nicht sterben, du wirst nur wie eine Schneeflocke in der Luft verschwinden. Die Form wird in der Formlosigkeit verschwinden, der Fluß wird im Ozean verschwinden, aber er wird nicht aufhören zu existieren. Er wird sogar weiter, größer, er wird ozeanisch .« | OSHO
Sterben ist heutzutage ein großes Tabuthema in unserer ach so starken zivilisierten Gesellschaft. Das mancher Glaube stärker sein soll als der Tod, halten viele von uns als nicht nachvollziehbar und eher unglaubwürdig. Doch jeder von uns kommt irgendwann an den Punkt, wo er einfach loslassen muß und den Gevatter Tod akzeptieren tut, damit das Ende unserer Existenz in anderer Form wieder ein Neubeginn oder Anfang wird. Es ist sehr schwer das Tabu zu durchbrechen und sich natürlich offen mit dem Schreckgespenst Tod auseinander zusetzen. Lasst uns die Kraft dazu aufbringen und sich damit nicht der Hoffnungslosigkeit hingeben. Lassen wir uns auch ebenso nicht von der Angst übermannen, um furchtsam und alleine zu sterben. Ein starker in sich gewachsener Glaube kann ein Rettungsanker im übermächtigen Strudel der endgültigen Agonie sein.
Sein eigenes Schicksal kann niemand abwenden oder umkehren, wenn das letzte Stündlein geschlagen hat; doch man(n) sollte niemals bis dahin die Hoffnung verlieren. Denn der Tod ist nicht umsonst, er kostet nur DEIN Leben!!!
Abschied muß man üben
Keinen Tag verschenken
es kann der letzte sein
jede ungelebte Stunde
wirst du einst bereun
jeder Sonnenuntergang
färbt die Erde rot
wir sitzen vor dem Wasserfall
im selben lecken Boot
Wenn ich euch mal loslaß
dann nicht von ungefähr
Abschied muß man üben
sonst fällt er viel zu schwer
Niemand weiß den Zeitpunkt
ist auch besser so
niemand würde sonst des Lebens
halbwegs Herr und froh
viele die du gern hast
müssen vor dir gehn
wenn du wirklich trauern kannst
bleiben sie bestehn
Denkt an mich dort drüben
fehlt mir nicht so sehr
Abschied muß man üben
sonst fällt er viel zu schwer
Sterben ist die Brücke deren Weite keiner kennt
geh hinaus ins Licht das nur wer hierbleibt Dunkel nennt
alles was uns trösten kann ist die Erinnerung
jeder steht dem Schluß gleich nah egal ob alt ob jung
Ende soll auch Anfang sein
nichts wünsch ich mir mehr
Abschied muß man üben
sonst fällt er viel zu schwer
Wenn ich euch mal loslaß
dann nicht von ungefähr
Abschied muß man üben
sonst fällt er viel zu schwer
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