Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »WahrOderErfunden«
Daniel Arnold schrieb am 5.1. 2003 um 08:09:41 Uhr zu
Bewertung: 6 Punkt(e)
Einmal als mein Vater und ich wieder mit dem Auto unterwegs waren hörten wir ein schrilles Geräusch. Es war nachts und die Autobahn war nur spärlich befahren, und wir dachten da käme ein Motorradfahrer von hinten mit seiner hochfrisierten Maschine angesaust. Ich drehte mich um und sah auf der linken Spur gerade noch ein Auto anrauschen. An dem Auto sprühten Funken, es schleifte an der inneren Leitplanke entlang. Der schrille Ton schien durch die aneinander geratenden Metalle des Autos und der Leitplanke zu entstehen. Ich machte gerade einen ersten Ansatz meinem Vater der unseren Wagen fuhr zu erzählen was ich dort sah als das andere Fahrzeug auch schon auf gleicher Höhe mit uns war und im nächsten Moment vorbei rauschte. Als es so gerade an uns vorbei war schoss es mit einem mal auf unsere Spur und flog vor uns vorbei ins nichts. Irgendwo hin. Also rechts von der Autobahn in die Böschung. Da wir mit rund 110 Stundenkilometern (geschätztes Reisetempo nachts zwischen den LKWs) weiterrollten ließen wir es auch schon im selben Moment hinter uns, so dass ich nicht mehr in dieser Sekunde sehen konnte was mit dem anderen Wagen geschehen war. Wo er sich hinbewegte. Aber er musste in die Böschung geflogen sein. Ich war mir sicher gesehen zu haben, dass er als er unmittelbar vor uns her rutschte auf der Seite lag. Also mit dem Dach zu uns gerichtet vorbei katapultiet wurde. Es musste schon recht knapp gewesen sein. Aber wir blieben eigentlich recht gelassen, das macht ja solche Situationen aus, und hielten dann auf dem Seitenstreifen an. Bis wir zum Stillstand kamen hatten wir die ganze Szene sicher schon um einige hundert Meter verlassen. Unser Auto hatte nichts abgekriegt. Uns ging es gut. Lediglich an der vorderen linken Ecke unseres Renault Espace konnte man erahnen, dass daran etwas vorbei geschrappt sein musste. Das Gummi war leicht abgeschrappt. Da in der Ferne hinter uns auf der Höhe des Unfalls ein LKW zum stehen kam, gingen wir davon aus, dass der LKW-Fahrer auch einen Notruf gemeldet hatte und nach dem anderen Auto und dessen Fahrer sah. Und schnell kamen dann auch schon Polizei und Rettungswagen. Wir warteten bei unserem Auto.
Jetzt fällt mir auch wieder ein, dass wir auf der mittleren von drei Spuren gefahren waren als es passierte. Der Fahrer eines kleinen polnischen Transporters der vor uns gehalten hatte sagte uns nämlich, dass der verunglückte Wagen ihm den Anhänger abgerissen hätte, als er in die Böschung flog. Es war wohl kein übermäßig großer stark befestigter Anhänger. Der Unfallwagen musste genau zwischen uns auf der mittleren Spur und dem leicht versetzt vor uns fahrenden Transporter auf der äußeren Spur durch geschossen sein.
Dann kam eine Polizistin zu Fuß von der Szene mit Krankenwagen, Polizei und LKW, und wohl noch einigen stehengebliebenen Wagen, zu uns und nahm unsere Aussagen auf. Damit war es auch schon für uns erledigt. Die Polizistin sagte uns nur noch, dass der andere Wagen weit in die Bäume neben der Fahrbahn geflogen war, Totalschaden, und wohl mit lebensgefährlichen Verletzungen des Fahrers. Ich gehe davon aus, dass er es nicht überlebt hat. Es könnte sein, dass die Polizistin auch schon etwas dahingehend gesagt hatte.
Sie war sehr aufgeregt. Und ich glaube sie wunderte sich über unsere Ruhe.
Daniel Arnold schrieb am 5.1. 2003 um 08:11:24 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
So, dann erzähle ich Euch jetzt noch von der Münze.
Mit dem Kindergarten waren wir einmal am Rhein. Vielleicht war ich da vier oder fünf. Und als wir da so über die Wiese gingen da fand ich eine runde Metallmünze im Gras. Sie war schon damals recht groß und wie sich herausstellte handelt es sich dabei um eine Einhundert-Schilling-Münze aus Österreich. Natürlich erfuhr ich auch, dass sie alleine einen Kurwert von 14,38 DM hatte, und zudem wohl eine Sondermünze war. Aber das müsst Ihr Euch einmal vorstellen, was das für ein Schatz für mich war so etwas zu finden. Selbstverständlich habe ich sie noch und sie liegt hier gerade vor mir. Und ich kann Euch sagen sie hat von Ihrer Bedeutung als gefundener Schatz nichts eingebüßt. Unvorstellbar. Ich bin nun nicht jemand, der in einen solchen Fund etwas höheres hinein deutet. Dafür mag ich viel zu gerne den Zufall. Also die Annahme, dass zwar alles eine Ursache hat, wir aber manchmal unerreichbar weit davon entfernt sind diese heraus zubekommen. Na gut, in diesem Fall liegt es ja auf der Hand, dass sie jemand verloren, oder weggeworfen hat. Aber sie zu finden ist einfach von einer forscherischen Bedeutung. Also von Bedeutung.
Nun ist es so, dass ich inzwischen alle Münzen sammle die ich finde. Und dies hat nichtmals ursächlich etwas mit dieser Münze zu tun. Wobei der Zusammenhang, des Findens und Aufhebens wohl besteht.
Aber dass diese Münze auch in diese Sammlung gehört fiel mir erst später wieder ein.
Ja, diese scheinbar wahllose Ansammlung von Münzen die alle eins verbindet nämlich, dass sie verloren gingen, dass man sie vergaß, dass sie weggeworfen wurden, sie herunter fielen, man sie nicht mehr aufhob ist schon etwas besonderes für mich. Der Zahlwert dieser Münzen, inzwischen DM, ausländische Währungen und Euro gemischt beträgt insgesamt mittlerweile wohl über sechzig Euro. Ich muss das mal wieder zählen. Und dabei ist diese Einhundert-Schilling-Münze neben drei Fünfmarkstücken, die einzige von größerem Wert. Hinzu kommen noch einige Zwei-Mark-Stücke, wenige Ein- und Zwei-Euros, eine schwedische Zehn-Kronen-Münze, und viel viel Kleingeld.
Nun sagen viele Leute ich solle das Geld doch ausgeben, anlegen und was man damit so macht.
Ich habe etwas gesammelt, dem niemand Bedeutung schenkt, einzelne Münzen von geringem Wert, nach denen man sich bücken muss, und die viele übersehen.
Und nun besteht darin plötzlich ein Wert dem die anderen Beachtung schenken, ich aber nicht in der Form und dem Maße.
MechanicalBoy schrieb am 5.1. 2003 um 15:16:22 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Als ich gestern so mit dem Zug unterwegs war, hat mir so ein, wohl ziemlich unter Drogen gesetzter (vielleicht handelte es sich aber auch um Langzeitschäden), aber eigentlich nicht unsympathischer (dumm war er auch nicht, nachdem ich seine Bitte auf ein Dosenbier mehrfach bedauernd, mangels eben Dosenbier, zurückweisen mußte, realisierte er zum Beispiel, daß es sich bei mir nicht um einen Punk handeln konnte und meinte, daß ich irgendwie 70erJahremäßig aussähe. Wobei ich nicht völlig sicher bin, ob er nicht die 80er meinte), Heavymetalfan, meiner Gegenwehr zum Trotz, ein halbes Weißbrot geschenkt.
Ich habe es dann, später beim Aussteigen, wohl aber »versehentlich« doch im Zug liegen lassen. Ich hoffe, er ist mir nicht böse darob, falls er diesen Text zufällig einmal zu lesen bekommt.
Daniel Arnold schrieb am 5.1. 2003 um 08:11:55 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Wayne Gretzky der als bester Eishockeyspieler aller Zeiten gilt war einmal in Düsseldorf als er mit seinen Ninetynine-Allstars ein Benefizspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft gemacht hat. Das gab natürlich ein riesen Spektakel und keine Chance auf ein Rankommen. Ihn auf dem Eis zu sehen alleine war allerdings schon eine Besonderheit. Einige Originaltrikots mit Unterschriften wurden versteigert, und einige signierte Schläger verlost. Aber sich selber ein Autogramm zu holen, dazu keine Chance.
Am nächsten Tag war ich mit meiner Mutter und meinem Vater bei Karstadt, gelegentlich treffen sich meine Eltern und einige meiner Onkel und Tanten dort zum Frühstücken seit sie alle mehr oder weniger Rentner sind. Da ich an diesem Tag frei hatte ging ich mit. Und bereits im Parkhaus war es dann soweit. Womit niemand gerechnet hatte trat doch ein. Wayne Gretzky stieg gerade mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in ein Auto. Ich habe keine Ahnung was sie bei Karstadt bzw. in der Tiefgarage von Karstadt gemacht haben. Wahrscheinlich waren sie einkaufen oder essen… Diese Gelegenheit haben wir natürlich genutzt, um uns ein Autogramm zu holen und guten Tag zu sagen. Dazu muss ich sagen, dass ich eigentlich nicht der Typ bin der sich auf jeden Prominenten stürzt. Aber gerade Eishockeyspieler werden in Deutschland sowieso nicht erkannt, wenn sie auf der Straße rumlaufen, und da dachte ich, Mensch den können wir jetzt nicht so laufen lassen, nachher denkt der noch hier erkennt ihn auch keiner.
Lustiger Weise habe ich Viktor Tichonov den legendären Trainer der sowjetischen Nationalmannschaft und von ZSKA Moskau bereits zweimal kurz getroffen. Jeweils nach einem Spiel habe ich mir ein Autogramm von ihm geholt. Einmal Deutschland-Russland(1995), und einmal DEG-ZSKA(2002).
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